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© Marcel Gluschak / WWF
Tipp der Woche! - das Otter-Zentrum Hankensbüttel


von Rhino
13.04.2012
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Unser heutiger Tipp der Woche beschäftigt sich mit dem Otter-Zentrum in Hankensbüttel!

Im Süden der Lüneburger Heide, direkt am schönen Isenhagener See, eröffnete die Naturschutzorganisation „Aktion Fischotterschutz e.V.“ schon vor etwa 20 Jahren ein ganz besonderes Ausflugsziel, das vorbildliche Tierhaltung und aktiven Naturschutz vereint! Lernt nun das Otter-Zentrum Hankensbüttel kennen, einen Tierpark, der weltweit einzigartig ist!

Der Name „Otter-Zentrum“ ist etwas irreführend! Erstens kann man hier nicht nur Otter, sondern auch noch sechs weitere europäische Marder-Arten beobachten und zweitens ist das Otter-Zentrum kein Gebäude sondern ein sechs Hektar großer Park, der jeder, der insgesamt sieben verschiedenen Marderarten, ein Gehege bietet, das in Größe und Einrichtung jede normale Zooanlage weit überholt!

So bewohnen die Dachse einen grünen Hügel, der ihnen sowohl ausreichend Auslauf, als auch extrem viel Platz für die charakteristischen unterirdischen Dachsbauten bietet!
Die Hermeline leben in einer großen Freianlage, die einer europäischen Heidelandschaft nachempfunden ist, das Otter-Zentrum ist der weltweit einzige Tierpark, der Hermeline in einem Freigehege hält! Die größeren Verwandten der Hermeline, die Iltisse, bewohnen eine ebenso artgerechte Anlage, wobei deren Lebensraum keine Heide- sondern eine Sumpflandschaft darstellt, und direkt daneben findet sich auch ein Moor-Habitat, das als großzügiges Zuhause für die stark bedrohten Europäischen Nerze dient!

Besonders interessant ist jedoch das Gehege der, als Kulturfolger bekannten, Steinmarder, denn sie bewohnen hier eine alte Bauernscheune, die den intelligenten Kleinräubern eine Vielzahl neuartiger Anreizmöglichkeiten bietet, ganz anders sieht der Lebensraum der Baummarder aus, die menschenscheuen Verwandten der Steinmarder sind in einer großen bewaldeten Freianlage untergebracht, das einzige Baummarder-Freigehege Europas, voll mit verschiedenen Laubbäumen und vielen weiteren Klettermöglichkeiten. Besonders interessant für den Besucher ist hierbei aber ein erhöhter Baumpfad, der mitten durch das Revier der scheuen Waldbewohner führt, hier hat der Besucher die perfekte Perspektive, um im dichten Geäst nach kletternden Baummardern Ausschau zu halten!

Doch die prägnantesten Anlagen des Parks sind sicher die verschiedenen Fischotter-Habitate, im Otter-Zentrum ist die Population der Fischotter nämlich auf drei von einander getrennte Gehege verteilt, es gibt den „Otter-Teich“, den „Otter-Bach“ und den „Otter-Wasserfall“, die Anlagen sind zwar ganz verschieden eingerichtet, entsprechen aber dennoch alle den Bedürfnissen der in Deutschland bedrohten Wasserraubtiere. Der Besucher hat hier die Möglichkeit, die Otter aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, erhöhte Pfade ermöglichen eine Beobachtung von oben und durch moderne Unterwasserscheiben sieht man die agilen Schwimmkünstler auch in ihrem wahren Element!

Doch bei so großen Gehegen kann es leider häufig dazu kommen, das man die Tiere vor lauter Bäumen oder Büschen gar nicht mehr zu Gesicht kriegt, um das zu verhindern muss man nur eines tun: Die Fütterungen besuchen! Und dabei muss man sich im Otter-Zentrum auch nicht an einen engen Zeitplan halten, denn bei den meisten Tieren finden Fütterungen mehrmals am Tag statt. Allerdings ist eine Fütterung im Otter-Zentrum keine reine Spaßveranstaltung, wie in einem „Sea World“, im Gegenteil: Während die verschiedenen Marder ihre Nahrung erhalten, erklären die Tierpfleger dem Besucher Wichtiges über die Lebensweise der jeweiligen Art und beantworten auch gerne alle Fragen, also ist es unbedingt zu empfehlen, sich an die Fütterungszeiten zu halten, wenn man Dachs, Otter und co. genauer kennen lernen will!

Die Idee hinter dem Otter-Zentrum ist klar ersichtlich: Es soll dem Besucher nicht nur einen erlebnisreichen Ausflug ermöglichen, sondern auch das immer weiter zurückgehende Wissen über Tiere und Natur auffrischen, und zwar bei allen Altersklassen! So werden kleineren Kindern, über den ganzen Park verteilt, vielfältige Lernstationen geboten, an denen sie selbst erforschen können, was die Tiere fressen, warum sie an einen bestimmten Lebensraum gebunden sind und wie ihre Spuren aussehen, doch es wird auch erklärt, wieso der Otter hierzulande immer seltener wird und warum es so wichtig ist seinen natürlichen Lebensraum zu erhalten!
Für die Älteren gibt es zu all diesen Themen viele anschauliche Informationstafeln, zudem versucht das Otter-Zentrum den erwachsenen Besucher über den richtigen Umgang mit dem, häufig als Schädling angesehenen, Steinmarder aufzuklären, der Verein „Aktion Fischotterschutz e.V.“, der das Otter-Zentrum betreibt, bietet dazu sogar eine Telefonberatung an! Hier werden z. B. Menschen, bei denen sich ein Steinmarder im Dachboden eingenistet hat, darüber beraten, wie man richtig mit den Kulturfolgern umgeht und wie man sie auch unter Umständen unblutig weglocken kann, ein wertvoller Service, den man bisher bei keiner anderen Umweltschutzorganisation findet!

Doch „Aktion Fischotterschutz e.V.“ leistet nicht nur Informationsarbeit! Die staatlich anerkannte Naturschutzorganisation kämpft seit der Gründung 1979 für den Schutz wilder Fischotter in Deutschland, indem sie sich für den Erhalt natürlicher Ökosysteme einsetzt, die nicht nur für Otter, sondern auch für zahlreiche andere Tiere und auch Pflanzen die Überlebensgrundlage darstellen!
Die fünf Schwerpunkte des Vereins sind Forschung, Biotopentwicklung, Naturschutzbildung, Öffentlichkeitsarbeit, sowie nationale und internationale Kooperation! Die Arbeitsweise ist dabei an folgende Grundsätze gebunden:

• Mitwelt statt Umwelt
• Ganzheitlicher Naturschutz vor technischem Umweltschutz
• Prozessentwicklung statt Statusschutz
• Integrativer statt isolierter Naturschutz
• Naturschutz auf 100% der Fläche statt Reservatsnaturschutz
• Kreativität und Innovation statt pauschaler Standardlösungen
• Optimismus statt Resignation
• Private Initiative statt Abhängigkeit vom Staat
• Professionalität statt Dilettantismus

Ein aktuelles Projekt der Organisation ist das „Blaue Metropolnetz“! Es soll die getrennten Fischotter-Populationen in der Metropolregion Hamburg durch ein Netz von so genannten Wasserkorridoren miteinander verbinden, hierbei wird streng darauf geachtet, das die neuen Wasserwege keine ökologischen Probleme verursachen, sondern den Lebensraum gefährdeter Arten in Norddeutschland ausweiten!

Eine weitere Maßnahme ist das „Ise-Projekt“, es soll aus dem, durch unnachhaltige Wirtschaft ökologisch verkommenen, Fluss Ise in Niedersachsen wieder einen lebendigen Lebensraum für ursprünglich dort beheimatete Tierarten machen. Nicht nur Fischotter sollen wieder dort leben können, sondern auch verschiedene Vogelarten, wie z. B. der Weißstorch, aber auch die Vielfalt an Libellen und Fischen soll sich durch das Projekt vergrößern. Maßnahmen wurden schon in den 90er-Jahren ergriffen und „Aktion Fischotterschutz e.V.“ ist es bereits gelungen einen großen Teil der ehemaligen Kulturfläche in Grünland umzuwandeln!
Außerdem arbeitet der Verein an einem Ausbau von Otterdurchlässen unter Brücken!
Und dies sind nur einige der unzähligen Projekte, für die sich die Mitglieder von „Aktion Fischotterschutz e.V.“ engagieren und auch das Otter-Zentrum ist Teil dieser Projekte, denn hier lernen Menschen aller Altersklassen Fischotter, Nerze, Hermeline und all die anderen einzigartigen Marder erst so richtig kennen, und was man selbst gesehen hat, das schützt man bekanntlich eher!
Deshalb würde ich jedem, der mehr über den Erhalt der Tierwelt in seiner eigenen Umgebung erfahren möchte, zu einem Besuch im Otter-Zentrum Hankensbüttel raten!

Der Eintritt im Otter-Zentrum kostet für Schüler und Studenten 7,00 Euro, für Erwachsene 8,50 Euro!
Das Otter-Zentrum Hankensbüttel (Sudendorfallee 1 ; 29386 Hankensbüttel) ist in der Sommerzeit von 9.30 - 18.00 geöffnet, in der Winterzeit schließt es eine Stunde früher, um 17.00!

Weitere Informationen findet ihr hier!

Wer genaueres zur Arbeitsweise von „Aktion Fischotterschutz e.V.“ erfahren möchte, erhält zusätzliche Informationen hier und hier!

Ich hoffe ihr schaut mal im Otter-Zentrum vorbei! :)

Hier kommt ihr zum letzten Tipp der Woche: Urlaub in Baumhäusern

 

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Kommentare (9)
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10.05.2012
Denis-C. hat geschrieben:
Da Ich Aktionär und Mitglied im Verein bin komme ich da kostenlos rein. Es ist wirklich etwas einzigartiges und jeder Besuch ist spannend und schön. Es gibt ständig neue Sachen zu entdecken.
Z.B. sind neu hinzugekommen das Nerz-Moor mit dem scheuen europäischen Nerz und seinem amerikanischen Verwandten Mink, sowie um die Steinmarder-Scheune das Dorf "Marderhausen" (mit eigenem Ortsschild). Außerdem ist das Hermelin Gehege grund erneuert worden, damit es auch für die nächsten Jahrzehnte stand hält.

LG Denis-C.
15.04.2012
midori hat geschrieben:
Ich war vor einigen Jahren schonmal dort und kann es wirklich jedem wärmstens empfehlen! Die Führungen sind super, die Gehege sind toll und den Tieren geht es prima! Wirklich einen Ausflug wert! Danke Maxim! ;o)
14.04.2012
Puma hat geschrieben:
Klingt gut.Ich hoffe,ich komm da mal i-wann vorbei!!
14.04.2012
LSternus hat geschrieben:
Klingt nicht schlecht. Seh ich mir auf jeden Fall an. :)
13.04.2012
sternchen1 hat geschrieben:
Hört sich wirklich interessant an, genauso wie sonst auch. die tipps der woche sind echt toll.
13.04.2012
Marcel hat geschrieben:
Das hört sich echt toll an! Danke für den super Tipp!
13.04.2012
MJ1499 hat geschrieben:
Ist ganz nett da ;)
13.04.2012
MaRyLoU hat geschrieben:
Danke für den Tipp :) Ich hatte schon ein paar mal Plakate von dem Otter-Zentrum gesehen, mich bis jetzt aber nicht genauer damit beschäftigt. Es klingt auf jeden Fall so, als das sich ein Besuch sicher lohnen würde.
13.04.2012
Wasserjunge hat geschrieben:
Hört sich echt gut an! :)
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