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Tipps aus


der Redaktion


© Marcel Gluschak / WWF
Neues aus der WWF Jugend Redaktion! Tutaonana, Sarah!


von MarcelB
03.09.2013
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Die WWF Jugend Redaktion ist eine besonders aktive Gruppe von Autoren hier in der Community. Wir veröffentlichen regelmäßig Berichte, in denen wir euch mit allerhand Neuigkeiten, Ratschlägen und Wissen versorgen. In der Berichtreihe „Neues aus der Redaktion“ wollen wir euch, in unregelmäßigen Abständen, etwas über unsere Arbeit "hinter den Kulissen" berichten. Heute müssen wir uns leider für ein Jahr von unserem Redaktionsmitglied Sarah25 verabschieden. Wieso Sarah ein Jahr wegfährt, was sie dort erwartet und vieles mehr konnten wir sie vor ihrer Reise fragen!

Sarah, gib uns ein „Statusupdate“ deiner derzeitigen Situation! Wie sehen deine Vorbereitungen gerade aus? Was musst du noch erledigen?

ich bin gerade noch Zuhause und muss Dienstag für 10 Tage zum Vorbereitungsseminar und dafür muss ich noch ein 15 min. Referat über Julius Nyerere den ersten Präsidenten Tansanias vorbereiten. Das ist aber nicht alles… Ich muss auch noch so einiges anderes Zeug erledigen, wie zum Beispiel: Medikamente kaufen, Impfen und Tasche packen.

Wann geht’s los und bist du alleine unterwegs?

Los geht es am 20. August um 21:15 Uhr ab Hamburg. Ich fliege von Hamburg über Dubai nach Daressalaam. Nein, wir fliegen zu neunt ab Hamburg und treffen uns alle in Dubai. In Dar Es Salaam sind wir dann erstmal eine Woche um uns etwas einzuleben und kennenzulernen. Von dort aus werden wir von Jemandem, unserer Einsatzstelle, abgeholt und fahren dann  8 Std. mit dem Bus nach Dodoma. Auch auf diesem Abschnitt bin ich nicht allein… zusammen mit Jan, meinem Einsatzstellenpartner, werde ich das ganze Jahr in Dodoma verbringen.

Wie bist du zu Weltwärts gekommen?

Das ist eine gute Frage. Genau daran erinnern kann ich mich nicht mehr. Ich hab vor langer Zeit schon von Bekannten erfahren, dass es diese Möglichkeit eines Freiwilligendienstes gibt. Und letztes Jahr um diese Zeit habe ich dann angefangen mich genauer auf der Internetseite zu informieren. Dort gibt es eine Projektbörse, wo man nach bestimmten Projekten suchen kann. Ich habe dort „Afrika“ und „Umweltschutz“ angegeben. Ich wollte unbedingt etwas mit Umweltschutz machen und schon seit mehreren Jahren flatterte ein abstrakter Gedanke durch meinen Kopf: „ AFRIKA”. Ich habe nicht viel über diesen Kontinent gewusst und doch brannte sich in mein Gehirn der abstrakte Wunsch ein, diesen Kontinent bzw. ein Land dieses Kontinentes kennenzulernen. Über die Weltwärts-Seite kam ich zu meiner jetzigen Entsendeorganisation, der Deutsch-Tansanischen-Partnerschaft (DTP). Die Projekte, in die die Weltwärts-Freiwilligen entsendet werden, hörten sich für mich sinnvoll an und waren genau das wonach ich suchte.

Sarah und ihre Gruppe beim Vorbereitungsseminar

Was ist „Weltwärts“?

Weltwärts ist ein entwicklungspolitischer Freiwilligendienst, der 2007 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen wurde. Er gibt 18 bis 28 Jährigen die Möglichkeit in einem sogenannten Entwicklungs- oder Schwellenland zu arbeiten, jährlich sind es rund 3.500 junge Menschen. Weltwärts versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen die Erfahrung des direkten interkulturellen Austausches ermöglichen soll. Der Freiwilligendienst soll die gegenseitige Verständigung, Achtung und Toleranz stärken sowie Engagement und Eigeninitiative für die Eine Welt nachhaltig fördern. Weltwärts-Plätze gibt es fast in allen Bereichen: Bildung, Gesundheit, Umwelt, Landwirtschaft, Kultur oder Menschenrechte.

Was machst du vor Ort?

Ich selbst werde wie schon erwähnt im Bereich Umweltschutz arbeiten. Meine Aufnahmeorganisation heißt Dodoma Environmental Network, kurz DONET. Das ist eine Nichtregierungsorganisation, die 1994 gegründet wurde und ihren Sitz im Herzen Tansanias, in der offiziellen Hauptstadt Dodoma, hat. DONET arbeitet für den Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz in der Region Dodoma. Es hat unter anderem die Ziele, die Bevölkerung über alternative Energien aufzuklären, Farmer darin zu unterstützen, nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben und Frauengruppen zu ermutigen, ihre traditionellen Künste weiter zu pflegen. Welche meine Aufgaben während des Jahres sein werden, weiß ich noch nicht. Schließlich bin ich zusammen mit meinem Einsatzstellenpartner, die erste Weltwärts-Freiwillige in dieser Aufnahmeorganisation. Ich denke allerdings, dass wir die Chance bekommen werden, in den Projekten von DONET mitzuarbeiten. Außerdem können wir nach etwa einem halben Jahr in Absprache mit der DTP und DONET in Kooperation mit Tansaniern selbst Kleinprojekte durchführen, deren Output wir als sinnvoll und nachhaltig wirksam erachten.

Sarahs Arbeitsplatz in Tansania

Vor ein paar Jahren warst du bereits für ein Austauschjahr in Costa Rica. Vergleiche mal deine Reise nach Costa Rica mit der jetzt nach Tansania, was ist anders?

Oh, da gibt es schon einige Unterschiede. Ich denke der größte ist, dass ich nicht mehr zur Schule gehen werde, sondern in Tansania 38.5 Stunden die Woche arbeiten werde. Das ist für mich etwas völlig neues, schließlich bin ich bis jetzt immer nur zur Schule gegangen und hatte noch nie einen Vollzeitjob. Zudem sind wir zu zweit an einem Arbeitsplatz, das heißt, ich habe immer noch eine Person meiner eigenen Kultur, mit der ich mich unterhalten kann. Das kann ganz nützlich sein!Außerdem bin ich nun volljährig, was den Vorteil hat, dass ich im Prinzip, mit einigen Ausnahmen, machen kann was ich will. Ein weiterer Unterschied ist, dass ich diesmal die Landessprache Suaheli noch weniger beherrsche als damals Spanisch. Da viele Tansanier aber auch ein wenig Englisch sprechen können, bin ich trotzdem zuversichtlich, dass man mich trotzdem verstehen wird. Und Suahli ist auch eine relativ leicht zu lernende Sprache.

Bist du besser vorbereitet, da du schon mal so lange weit weg gelebt hast?

Das würde ich so nicht unbedingt sagen. Auch wenn ich schon einmal die Erfahrung gemacht habe in eine andere Kultur einzutauchen, ist es doch wieder etwas völlig Neues. Allerdings könnte man sagen, dass ich mich durch meine Erfahrungen gestärkt fühle, da ich weiß, dass ich solch ähnliche Situationen schon einmal erfolgreich gemeistert habe. Ich würde aber nicht sagen, dass ich einen Vorteil gegenüber anderen habe.

(links im Bild: Wichtige Begriffe, die Sarah wissen muss)

 

Hast du Angst, dass was schief gehen könnte?
Ja und ich glaube das ist irgendwie natürlich. Manchmal kommen mir Zweifel, ob ich denn wirklich dafür geeignet bin und ob ich den Erwartungen, die an mich gestellt werden gerecht werden kann. Was ist, wenn ich die Sprache nicht schnell lerne oder keinen Anschluss in der Gesellschaft dort finde? Bei solchen Zweifeln ist es
beruhigend zu hören, dass es den anderen meist nicht anders geht. Außerdem übertönt die Vorfreude und Neugierde die Zweifel meistens ziemlich schnell!

Was tust du gegen Heimweh?

Ich hab ziemlich selten Heimweh. Meistens bin ich erstmal so „berauscht“ von allem Neuen, dass ich gar nicht an zu Hause denken kann. Wenn mich dann doch mal das Heimweh erwischt, ist das Beste: Ablenkung. Raus gehen, unter Menschen kommen und mit anderen darüber reden, das hilft mir. Aber auf keinen Fall in diesem Zustand nach Hause telefonieren. Das macht es bei mir nur noch schlimmer!

Warum hast du dich für diese Reise entschieden, schließlich hättest du ja auch ein FÖJ in Deutschland machen können?

Das ist eine schwierige Frage. Ich hatte auch überlegt ein FÖJ zu machen und hätte mich auch auf ein FÖJ im Wattenmeer beworben, hätte es mit Weltwärts nicht geklappt. Ich glaube mein Hauptgrund für Weltwärts war, dass ich raus wollte aus Deutschland. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit ein anderes Land und eine andere Kultur so intensiv zu erleben? Ich liebe es zu reisen und dabei in eine andere Kultur einzutauchen. Und das ist bei einem Kurzurlaub eben nicht möglich. Um die Chance zu haben, eine andere Kultur zu verstehen, muss man in ihr leben und zwar für längere Zeit. Mit Weltwärts konnte ich so zwei meiner Leidenschaften verbinden. Erstens ein anderes Land kennenzulernen und zweitens mich im Bereich Umweltschutz zu engagieren. Beim FÖJ hätte ich nur letzteres machen können. Aber nach wie vor finde ich ein FÖJ ziemlich interessant. Ich habe von einem Freund gehört, der ein FÖJ gemacht hat und jetzt mit mir nach Tansania geht, dass das FÖJ die beste Zeit seines Lebens war. Wer weiß, vielleicht mache ich ja doch nochmal ein FÖJ.

Wirst du uns von deiner Reise berichten können?

Ich hoffe sehr, dass ich aus Tansania berichten kann. Zusammen mit meinem Einsatzstellenpartner werde ich einen Blog machen, der hoffentlich regelmäßig mit neuen Berichten gefüllt wird. (www.kaributansania.de) Zudem wünsche ich mir, ab und zu auch in der WWF-Jugend einen Bericht über meine Erlebnisse veröffentlichen zu können. Hoffentlich kann ich dabei meinen eigenen Erwartungen einer möglichst objektiven, reflektierten und differenzierten Berichterstattung gerecht werden. Also ihr werdet von mir hören! Tutaonana! (Wir sehen uns!)

Natürlich wünschen wir auch Sarahs Mitstreitern viel Spaß!

**************************

Sarah ist inzwischen gut angekommen und ist sehr zufrieden mit ihrer Einsatzstelle. Das freut uns alle sehr aus der Redaktion. Wir wünschen dir für dein Jahr viel Erfolg, Spaß und unendlich viele neue Eindrücke. Genieß die Zeit und lass uns so detailliert wie möglich davon teilhaben. Tutaonana! ;)

Vergesst nicht Sarahs Blog abzuspeichern. Leider ist er noch derzeit etwas leer, aber der füllt sich demnächst sicher schon mit einzigartigen Erlebnissen! 

Du möchtest wissen, wie man WWF Jugend Redakteur werden kann? Dann schau doch mal auf unserer Seite vorbei, einfach HIER klicken und mehr über uns erfahren! 

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Kommentare (7)
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17.09.2013
Sarah25 hat geschrieben:
@ Rhino: Wenn du auf die weltwärts Seite klickst (http://www.weltwaerts.de), dann wirst du sehen, dass man zu dem weltwärts Jahr 1800 Euro selbst beitragen muss. Dies soll, wenn möglich über Spenden geschehen ;) Es ist also eine super Möglichkeit ohne große Ausgaben einen Freiwilligendienst zu machen! 75 Prozent der Kosten werden vom BMZ übernommen.
05.09.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Ein Jahr Afrika....ein unglaublich schöner Gedanke!

Ich wünsche dir viel viel Spaß und die Fähigkeit, alle Eindrücke die du sammeln wirst wieder mit nach Hause zu bringen Sarah!! :)
04.09.2013
Anne95 hat geschrieben:
Das wird bestimmt ein richtig tolles Jahr... wobei ich sagen muss, ein FÖJ im Wattenmeer ist auch nicht schlecht, hehe ;-)
03.09.2013
Cookie hat geschrieben:
Allein schon, wenn man das Interview liest, bekommt man richtig Reiselust! Danke für diesen interessanten Berich, Marcel! Dann wünsche ich Sarah mal alles Gute für ihre Zeit in Tansania und bin schon sehr gespannt auf ihre Berichte. :)
03.09.2013
Helen1698 hat geschrieben:
Hört sich echt toll an! Freu mich schon auf Berichte! :)
03.09.2013
Rhino hat geschrieben:
Interessantes Interview :)

Wie viel kostet denn der Aufenthalt?
03.09.2013
MaRyLoU hat geschrieben:
Ich freu mich voll für Sarah, dass sie diese tolle Chance bekommt in Afrika zu sein und dort für den Umweltschutz aktiv zu sein :) Wenn ich mit der Schule fertig bin, sieht mein Plan sehr ähnlich aus :D Bin gespannt zwischendurch immer mal wieder zu lesen, was Sarah so erleben wird ^^
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