Jeden Montag drastisch pandastisch...


"Haste mal Bambus?"


Ein Panda in der Redaktion


WWF
"Haste mal Bambus?" (140) - Die Rolle der Tiefseesocken in der Faultier-Erscheinung


von Marcel
29.02.2016
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Eins vorne weg: Diese Bambus-Folge ist nicht geeignet für Leute mit schwachen Nerven. Der Panda erzählt uns heute, wann Schnecken pulsierende Fühler bekommen, wie Ameisen ferngesteuert werden und was uns die Faultier-Erscheinung prophezeit - die Welt hier drinnen und da draußen mal drastisch pandastisch!

"Wie kann man den WWF am besten unterstützen? Den Panda kraulen. Den Panda füttern. Den Panda in der Hängematte seicht hin und her schaukeln..."

"Gib's auf, Panda! Die Community-Umfrage ist schon längst online. Denke ja nicht daran, dass wir deine sogenannten Vorschläge noch mit reinnehmen."

"Warum nicht, Schnucki?!? Wenn uns die Natur eins gelehrt hat, dann dass man sich evolutionär verbessern kann. Diese Umfrage ist aus meiner Sicht noch lückenhaft, und deshalb..."

"Ich schlage vor, du machst erstmal den evolutionären Schritt raus aus der Hängematte und hin zum Schreibtisch."

"Es ist unerträglich mit euch Menschen - ständig wollt ihr unseren Aufenthaltsort fremdbestimmen! Ich bin doch nicht dein Parasiten-Wirt, du Leberegel!"

"Ich erinnere mich noch gut, wie du vor drei Jahren hier reingestapft kamst. Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Panda her, hast du gesagt. Und: Hier ist euer Su-Bär-Held, als Team rocken wir den Laden! Aber von Teamwork ist ja nicht viel zu sehen..."

"Doch doch. Ich bin das Team, und ihr seid das Work. MUAHAHA..."

"Und was soll das eigentlich heißen, ich sei ein Leberegel! Was auch immer das ist, ich lass mir deine Vergleiche mit Parasiten nicht weiter gefallen."

"Ach, mein ahnungsloses Würmchen, du kennst Leberegel nicht? Pass auf: Das sind winzigkleine Schmarotzer. Die fressen sich in den Kopf von Ameisen, wo sie dann deren Verhalten regelrecht steuern. Die Ameisen klettern plötzlich auf die Spitzen von Gräsern, was sie sonst nicht machen. Dort aber können sie leichter von grasenden Tieren verspeist werden. Warum will der Leberegel mit seiner Ameise von Schafen oder Kühen gefressen werden? Weil die Wampe eines Wiederkäuers genau der Ort ist, in dem der Leberegel leben möchte."

"Ui... das ist ja richtig gruselig. Die arme Ameise..."

"Das ist noch nicht alles: Die Kühe und Schafe scheiden die Eier des Leberegels aus, Schnecken fressen den Kot und nehmen die Eier in sich auf. Dann sondern die Schnecken Schleimkugeln ab, die den fortentwickelten Leberegel enthalten, und die Schleimkugeln stehen wiederum auf dem Speiseplan der Ameisen."

"Durch den Po rein in die Schnecke, durch ein Gehirn wieder zurück in den Darm... Irgendwie kein Leben, auf das ich neidisch bin. Da bleib ich lieber ganz entspannt in meinem Bambusgarten. Aber du! Du willst mich ja immer in diesen Kreislauf hineinmanipulieren, durch die Arbeit rein in die nächste Arbeit und von der übernächsten Arbeit zur..."

"Dieser Vergleich ist ja wohl ziemlich daneben, Panda. Aber danke, dass mir jetzt der Apettit auf's Mittagessen vergangen ist."

"Achso, wenn du so hartnäckig nachfragst, kann ich gerne weiter erzählen. Kennst du Fühlermaden? Die sind nämlich auch... ich sag mal... reiselustig unterwegs."

"Komm, lass gut sein."

"Dieser Saugwurm beginnt sein Leben als Wimpernlarve und dringt als solche in die Haut von Schnecken ein."

"Danke, reicht schon, keine weiteren Details bitte."

"Durch ungeschlechtliche Vermehrung entstehen hunderte sogenannte Cercarien, die im Körper der Schnecke lange Schläuche bilden - bis in die Fühler! Hierdurch werden die Fühler riesenhaft vergrößert, außerdem werden sie farbig geringelt und pulsieren! Das müssen Kopfschmerzen sein, mein lieber Scholli!"

"Bei mir dreht sich auch schon alles..."

"Der pulsierende Fühler soll den Vögeln einen Wurm vorgaukeln, was natürlich auch funktioniert. Vogel frisst Fühler samt Made, Schnecke hat dann andere Sorgen als Kopfschmerzen, Made macht sich's im Vogel gemütlich und wird zum ausgewachsenen Saugwurm - so schließt sich der Kreislauf."

"Vielleicht ist es wirklich besser, wenn du zurück in die Hängematte..."

"Meine Hängematte ist übrigens ein heiliger Ort, wusstest du das?"

"Wenn du einmal loslegst ist das wie 1 Liter Zuckerguss über'm Ventilator ausgießen. Des Guten zu viel und in alle Richtungen."

"Nein, wirklich! In der Bambusstange habe ich eine Erscheinung gesehen! Ein Faultier! Sieh selbst!"

"Aha."

"Na, wenn das mal kein Zeichen ist, dass mein Lebensstil richtig gewählt ist! Den faulen Tieren gehört die Welt! Wer nichts macht, macht nichts falsch!"

"Andere haben keine Faultier-, sondern eine Eisbär-Erscheinung. Deine Verwandten vom Nordpol haben eine etwas andere Vorstellung vom Lebensstil - zumindest im neuen WWF-Clip."

"Heiliges Faultier, gute Kampagne! Allerdings können die froh sein, dass sie den Dreh nicht in meinem Bambusgarten gemacht haben! Ich hätte denen aber dermaßen die weißen Ohren langgezogen!"

"Sicher? Da kennen wir unseren Hey-Dude-Chill-deine-Basis-Love-and-Peace-Panda aber ganz anders..."

"Ach was! Ich wär' zum Turbo-Mungo mutiert, wenn die auch nur eine Sprosse umgeknickt hätten!"

"Zum Mungo?"

"Nicht mitgekriegt? In der kenianischen Steppe gab's neulich ein Aufeinandertreffen von einem Mungo und vier jungen Löwen. Klare Kiste, denkste dir jetzt bestimmt. Der Mungo aber ließ sich nicht einschüchtern. Er zischte, quietschte und bellte - das volle Mungo-Programm halt. Und als ihm einer der Löwen zu nahe kam, biss er ihm einfach in die Nase. Mitten in die Nase, Schnucki! Damit hatten die Raubkatzen nicht gerechnet, und Zack die Bohne war der Mungo ins nächste Loch geflitzt, ehe die Löwen reagieren konnten."

"Mir zeigt deine Geschichte vor allem, dass du mal wieder nicht weißt, was du willst. Willst du jetzt gechillt sein wie ein Faultier, oder kämpferisch wie ein Mungo?"

"Jedenfalls will ich kein Leberegel sein..."

"Aber wo wir gerade bei Löwen sind - hast du schon die Rede von Leo gehört?"

"Ach, der Leonardo DiCaprio, der jetzt den Oscar gekriegt hat?"

"Genau! Der Typ hat's drauf! Hat seine Rede direkt genutzt, um die Leute mal wieder auf den Klimaschutz einzuschwören. Let us not take this planet for granted, I do not take this night for granted, hat er gesagt. Sehr geile Rede - schau mal rein ab Minute 2:00."

"Sowas könntest du doch auch mal raushauen, Panda."

"Hm... ne Rede, meinst du?"

"Ja, klar! Eine Rede, die alle wachrüttelt. Zum Beispiel anlässlich der Earth Hour! Uli bereitet auch gerade neue Infos zu der globalen Klimaaktion vor, die am Mittwoch auf die Website kommen. Hey, Panda, du vor tausenden begeisterten Zuhörern am Brandenburger Tor oder vor dem Kölner Dom - das wär doch was!"

"OK, ich überleg mir mal was."

"Alles klar. Dann geh ich schon mal zum Meeting und später können wir ja dann..."

"So, fertig."

"Was, fertig?"

"Na, meine Rede!"

"Wie, so schnell?"

"Ja klar, pass auf! Also... reusper... Liebe Earth Hour Gemeinschaft, liebe Panda-Fans, dies ist der Tag, an dem wir uns von unseren Parasiten befreien! Lasst uns die Stromfresser aus unseren Gehirnen puhlen! Lasst uns die Kohle- und Atommaden aus unseren Fühlern rupfen! Lasst uns die Kühlschränke der Energieverschwender leer fressen und beißt ihnen, wenn sie sich wehren, in die Nase! Mitten in die Nase, hört ihr? Lasst uns die Botschaft der Faultier-Erscheinung weitertragen! Denn heute ist der Tag, an dem wir sagen: Wir nehmen diesen Planeten nicht grantig. Wir nehmen auch diese Nacht nicht grantig. Sondern froh, denn wenn die Zukunft ein Müsli ist, dann sage ich: Esst sie mit Vorsicht, diese Zukunft kann Spuren von Müssen enthalten!"

(Stille...)

"Na, wie war ich?"

"Ich würde sagen... Komm einfach runter vom Tisch, meine Unterlagen zerknicken."

"Was ist dir denn jetzt schon wieder über die Leberegel-Leber gelaufen, hä?!? Da soll man eine Rede halten, und dann hält man sie, und schon ist's wieder verkehrt! Will der feine Leberegel etwa noch, dass ich Samtsöckchen trage, wenn ich für überaus wichtige Reden auf seinen Tisch steige? Pandas laufen nunmal bartatzig, bambusbasta! Wobei mich das auf eine interessante Frage bringt, nämlich ob die Tiefseesocken euch Menschen auf die Idee mit den Socken gebracht haben. Kennst du Tiefseesocken? Die gibt's wirklich! Sind lustige Meerestiere, zählen zu den Strudelwürmern. Die haben weder Augen noch Kiemen, eigentlich auch keine Organe, und nur eine Körperöffnung. Das heißt: Was die essen, scheißen sie über den Mund auch wieder... Naja, ist ja auch egal, jedenfalls liegen die einfach wie schlaffe Ballons auf dem Meeresboden herum, also so richtig im Sinne meiner Faultier-Bewegung, also ohne Bewegung meine ich... und jedenfalls: Vielleicht kam ja mal zu einer Zeit, wo es noch keine Socken gab, so ein Seefahrer auf die Idee, eine Tiefseesocke anzuziehen - was sich für die Tiefseesocke wohl noch schlimmer anfühlen dürfte als die Fühlermade für die Schnecke..."

Letzte Folge verpasst? Hier lang: Fische sind gar nicht blöd.

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Kommentare (2)
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01.03.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
Ich hab die Rede auch gehört. Die war mega gut!
29.02.2016
MarcelB hat geschrieben:
Die Rede von DiCaprio war ultra stark. Hat sich definitiv gelohnt solange wach zu bleiben! :)
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