Mit starken Worten für den Naturschutz:


Eure Berichte


für #NatureAlert!


Wenn aus etwas Gewöhnlichen etwas Besonderes wird... #NatureAlert


von Franzichen
07.06.2016
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Wir Deutsche verreisen oft in die entferntesten Länder um wunderschöne und ungewöhnliche Landschaften zu sehen. Wir sehnen uns nach den Klippen und Stränden der verschiedenen Ozeane, nach den dürren und heißen Wüsten östlicher Länder, nach den hohen und verschneiten Bergen, nach den Tropen mit ihren tausenden Tier- und Pflanzenarten und nach den berühmten Naturwundern wie dem Grand-Canyon, den Niagara-Fällen,  einem Lavafluss auf Hawaii, einem pinken See in Australien, einem Gletscher in Island und vielen mehr.

Doch haben wir da nicht eine wunderschöne Naturlandschaft vergessen? Haben wir nicht eines der größten Naturwunder ausgelassen auf unseren Reisen, die wir im Laufe unseres Lebens antreten?
Ich spreche von keiner geringeren Natur als die, die uns die meiste Zeit unseres Lebens umgibt: Unsere Heimat, unsere Natur in Deutschland und Europa.

Für die meisten Menschen ist unsere Naturlandschaft von Deutschland eben Alltag, sie wollen auf ihren Reisen etwas neues sehen, etwas was anders ist. Doch ich finde, die meisten Menschen werden etwas verpassen, wenn sie NUR in anderen Ländern oder anderen Kontinenten nach der Schönheit unserer Erde suchen.

Wenn ich aus meinem Fenster sehe, sehe ich in etwas Entfernung einige Felder, Wiesen und auch Wälder. Auch ich fand die Natur in unserer Heimat meistens nicht sonderlich interessant, es ist eben Alltag. Ich laufe täglich in dieser Landschaft mit meinem Hund und ich finde es auch schön auf dem Land zu leben und der Natur so möglichst nah zu sein, aber trotzdem ist auch für mich die Natur vorerst alltäglich geworden. Doch das hat sich zum Glück wieder geändert.

Als ich für diesen Bericht nach dem nächstgelegenen Schutzgebiet gesucht habe, dachte ich dieses wäre bestimmt viele Kilometer entfernt oder ob es überhaupt in meiner Region eines gibt. Und als ich das Ergebnis meiner Suchanfrage erhielt war ich sehr überrascht. Das nächste Schutzgebiet lang vielleicht einen Kilometer von meinem Ort entfernt. Uns zwar genau dort wo ich täglich mit meinem Hund gassi gehe! Die Hohenloher Ebene östlich von Wallhausen.

Ich laufe also täglich durch ein Schutzgebiet ohne etwas davon zu bemerken! Selbst ich die, die Natur liebt hatte meine gewohnte Umgebung einfach als selbstverständlich hingenommen. Jetzt wo ich wusste, dass es hier nämlich besondere Vögel gibt, achtete ich erst darauf. Und ich erinnerte mich erst jetzt, dass ich vor ein paar Monaten ein paar der seltenen Vögel auf einem Scheunendach gesehen hatte. Ich wusste damals nicht, was das für Vögel sind, ich sah sie damals auch zum ersten mal. Sie machten komische Laute, sodass sogar mein Hund die Vögel anstarrte. Aber ich hatte damals das Erlebnis sofort wieder verdrängt, weil ich es als nicht als besonders erachtet hatte.
Zum Beispiel hatte ich auch schon so oft mit meinem Hund zusammen die Rehe der anliegenden Wälder dieses Schutzgebietes beobachtet und auch das wird mit der Zeit leider normal. Wenn ich mir jetzt vorstelle wie vielleicht andere Menschen begeistert wären so nah an einer Herde Rehe zu sein, ist es eigentlich traurig das so etwas normal werden kann.

Haben wir verlernt die Schönheit und das Besondere in den gewöhnlichen, in den alltäglichen Dingen zu sehen? Wenn es um unsere Landschaft in der Heimat geht, trifft das wohl auf viele zu.

Es ist irgendwie traurig, dass ich ein Schutzgebiet brauchte um die Schönheit der alltäglichen Natur wieder zu erkennen. Wir sollten wirklich daran arbeiten nicht nur die Schönheit der Natur in weit entfernten Ländern zu suchen, sondern vor unserer Haustüre. Wir sollten wieder versuchen die Natur aus den Augen eines Kindes zu sehen – alles ist Neu, alles ist aufregend – hinter jedem Baum hinter jedem Hügel könnte etwas neues, wunderschönes auf uns warten.

Wenn man sich erst einmal im klaren darüber ist das es überall etwas Besonders gibt, wird man auf einmal aufmerksamer. Und sieht die Landschaft anders, man beginnt die alltägliche Natur wieder zu schätzen. Und sucht vielleicht sogar auch ohne es zu merken nach Dingen die man vielleicht noch nicht gesehen hat. Zum Beispiel ein Reh mehr bei der Herde, ein Rehkitz, einen Bau irgendeines Tieres den man im Wald entdeckt oder ob man einfach nur den Vögeln lauscht die singen.

Doch was macht eigentlich so ein Schutzgebiet aus? Diese Frage stellte ich mir als ich am Abend vor der Veröffentlichung dieses Berichtes noch einmal durch mein Schutzgebiet ging. Natürlich ist dieses Gebiet geschützt weil es hier seltene oder bedrohte Tier- oder Pflanzenarten gibt, aber allein vom Außsehen sah ich nichts das dieses Gebiet von den angrenzenden Feldern unterscheidet. Und eigentlich ist das gut. Denn das unterstreicht, das wir in Deutschland überall schöne Flecken Erde genau vor unserer Türe finden. Egal ob ein Schutzgebiet mit besonderen Vögeln oder ein „normaler“ Wald, überall hier bei uns kann man diesen entspannenden (Urlaubs-)Moment genießen. 

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Wir müssen uns nur auf die alltägliche Natur einlassen, um ihre Schönheit und ihren hohen Stellenwert zu erkennen und wieder zu erkennen. 

Denn unsere Natur ist wichtig, sie ist unsere Heimat und auch die Heimat von unglaublich vielen Tier- und Pflanzenarten. Wenn man ihre alltägliche Schönheit wieder erkennt, so erkennt man auch ihren wichtigen Stellenwert für die europäische Tierwelt.

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Das ist das, was ich aus dem Schutzgebiet bei mir in der Nähe gelernt habe und mit Euch teilen wollte.

Bild von Mir: Mein Hund und im Hintergrund das Schutzgebiet "Hohenloherebene östlich von Wallhausen"

Titelbild von mir: Ein Baum auch aus meinem Schutzgebiet

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Kommentare (1)
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07.06.2016
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Ein schöner Bericht mit einer wichtigen Botschaft! Auch ich war überrascht wie viele Schutzgebiete es in meiner Nähe gibt.
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