Mit starken Worten für den Naturschutz:


Eure Berichte


für #NatureAlert!




von Erdbeercupcake
07.06.2016
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Von Erinnerungen,
Gedanken und Träumen

 

 Umgeben von Natur blitzen vor meinem inneren Auge Bilder auf. Bilder einer Erinnerung, die mich mit diesem Ort verbindet…

 

Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich das erste
Mal hier war. Ich war ungefähr elf. Meine Freundin und ich hatten uns
getroffen, um eine Fahrradtour zu machen. Mit belegten Brötchen im Rucksack
schwangen wir uns auf unsere Räder und fuhren los. Die Sonne schien und wir
ließen die Häuser, Straßen, Autos und Menschen hinter uns und fuhren rein in
die Natur. Wir fühlten uns frei und unglaublich mutig. Kräftig trampelnd fuhren
wir die Berge hoch und sausten auf der anderen Seite wieder herunter, während
die Bäume an uns vorbei flogen und die verschiedenen Grüntöne ineinander
verschwommen. Wir hatten kein Ziel, sondern genossen einfach unsere Freiheit in
der Natur und fuhren drauf los. Als wir einen kleine See erblickten, hielten wir an warfen unsere
Fahrräder ins Gras und liefen ans Ufer, um nach Fröschen und anderen Tieren
Ausschau zu halten. Danach fuhren wir weiter. Vorbei an Wiesen, Feldern, Bächen
und durch den Wald. An einem kleinen Bach hielten wir nochmals an, denn wir
hatten eine Idee. Wir nahmen eine leere Trinkflasche und schrieben einen kurzen
Brief. Diesen steckten wir mit unserer Adresse in die Flasche. Wir warfen
unsere Flaschenpost in den Bach und hofften auf eine Antwort. Wir blickten ihr
noch nach bis sie aus unserem Blickfeld verschwand, dann stiegen wir wieder auf
unsere Fahrräder. Und schließlich kamen wir hier an. Genau hier, wo ich jetzt
sitze, fünf Jahre später. Damals legten wir unsere Picknickdecke aufs Gras und
aßen unsere belegten Brötchen. Wir hatten Spaß, lachten und erzählten aus
unserem Leben, während wir am Rücken lagen, in den blauen Himmel schauten und
die Natur genossen. Danach liefen  wir
herum und erkundeten die Umgebung. Neben der Wiese lag ein Hügel. Wir
kletterten hinauf und fühlten uns, wie die mutigsten Abenteurer, als wir von
oben die vor uns liegende Landschaft überblickten. Wir blieben noch lange hier
an diesem einem Nachmittag vor fünf Jahren und ich schaute damals von meiner
Picknickdecke aus in denselben Himmel wie jetzt.

Einen Teil dieser
Erinnerung habe ich schon verloren.
Die Freundschaft zu dem Mädchen von damals. Wir haben uns auseinander gelebt.
Unsere Wege haben sich getrennt. Ihr Leben passt nicht mehr zu meinem. Aber ich
möchte auf keinen Fall auch noch den anderen Teil dieser Erinnerung verlieren.
Diesen Ort.

Ich bin ein paar Schritte weiter gegangen, habe unsere
Picknickwiese verlassen und bin an dem Teich angekommen, wo meine Freundin und
ich damals nach Fröschen gesucht haben. Es ist früh morgens und die ersten
Sonnenstrahlen tauchen die Landschaft in ein warmes Orange.  Die Luft ist schon angenehm warm. Pflanzen und
Spinnennetzte - von Tau benetzt - schimmern silbrig im Sonnenlicht. Die Spinnennetze,
welche sich wie weiche Tücher durch das Gras spannen, wirken fast unwirklich.
Durch die Landschaft aus niedrigen seltenen Pflanzen schlängelt sich ein
kleiner Bach. Und hinter Erlen und anderen Bäumen versteckt liegt der Teich mit
Seerosen. Fast zu idyllisch um wahr zu sein. Vereinzelt hört man es im Wasser
platschen. Vermutlich eine Kröte, die untertaucht. Die Spuren des Menschen hier
verblassen langsam. Die Natur hat sich die vom Menschen geformte Landschaft
zurück erobert und  seltene Tiere haben
sie wieder zu ihrem Lebensraum bestimmt. Die alten Holzpfosten dort vermodern,
die alte Schranke wird überwuchert und der von Menschen angelegte Teich wird
von Kröten und Molchen besiedelt. Und heute nacht werden Fledermäuse durch die Luft schwirren.

Während ich die Landschaft überblicke, weht mir ein leichter
Sommerwind um die Nase und ich bin fasziniert von der Schönheit der Natur. Ich stehe
hier und erinnere mich an meine Kindheit. Ich stehe hier und denke über diesen
Ort nach. Und ich stehe hier und träume davon, dass auch meine Kinder und Enkel
eines Tages hier stehen werden und diesen Ort mit all seinen Schönheiten und Einzigartigkeiten
so erleben können, wie ich vor fünf Jahren und in diesem Moment.

 

Damals bei unserer Flaschenpost hoffte ich, dass sie einen
Menschen erreicht und jetzt erhoffe ich mir dasselbe bei meinem Bericht. Mit
dem Unterschied, dass er nicht nur einen Menschen erreichen soll, sondern viele
Menschen. Und vor allem die Menschen, in deren Händen das Schicksal dieses
Ortes liegt.

 

 

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