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Weltretten


zum mitmachen


©  Florian Niethammer / WWF
"Die Gruppe stärkt einen irgendwie"


von Marcel
07.12.2010 - 17:52h
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Durchatmen, stolz sein, weiter machen! Die ersten eigenen Aktionen der Ideenstürmer waren ein super Erfolg! Mit Menschenketten und 3D-Flyern unterstützte die WWF Jugend die Tigerpetition – über 1000 Unterschriften kamen deshalb zum WWF. Die ausbleibenden 1000, um die Gesamtsumme von 60.000 voll zu machen – ein Rekord für den WWF! Wir haben mit einigen Ideenstürmern gesprochen und gefragt: Was lief gut, was nicht so, und wie soll’s weitergehen?

Ein Interview mit Findel und AnjaH (hatten die Ideen für die beiden Aktionen entwickelt), Felix22 und Kate13 (waren Teamer für „Die Tiger sind los“), NinaLuthien und Carina (haben geholfen, die Deadline zu verwirklichen).

WWF Jugend: Findel, Deine Idee "Die Tiger sind los" ist Realität geworden. Kleine Basteltiger bevölkerten Deutschland vier Wochen lang. Wie ist dein Fazit?

Findel: Mich hat es immer wieder buchstäblich "vom Hocker gerissen" wie engagiert und couragiert die Ideenstürmer tätig waren. Rückblickend betrachtet ist es sehr interessant das jetzige Ergebnis zu betrachten, wie eine Skulptur, die letztendlich in viel, viel Arbeit aus meinem Steinrohling gemeißelt wurde. Ich fühle mich sehr geehrt, dass meine Idee sich so entfalten konnte und zu dem wurde was sie jetzt ausmacht... für mich ein anschauliches Beispiel dafür, dass vielen Jugendlichen die Umwelt nicht egal ist. Dafür mein größtes Lob und meine höchste Anerkennung an die Ideenstürmer und alle Teilnehmer.

"Ganz ehrlich, wenn man alleine ist, hat man eindeutig mehr Bammel."

WWF Jugend: Wie kamst Du eigentlich auf die Idee, ganz Deutschland solle für Tigernachwuchs sorgen?

Findel: Das war irgendwie spontan. Ich glaube meine Grundidee war: Was mögen Kinder und Jugendliche? Was spricht sie an? Was bewegt die Emotionen? Da Tiger allein aufgrund ihres wunderschönen Aussehens und ihrer Majestät auf Menschen allen Alters eine enorme emotionale Wirkung haben, kam ich zu dem Gedanken der Tigerpuppen, die ja eine ähnliche, abgeschwächte Wirkung erzielen. So haben die Teilnehmer auch ein schönes Erfolgserlebnis, in dem sie im Kollektiv, durch das Basteln und somit Erschaffen einer Puppe zum großen Ziel ihren Beitrag leisten und damit etwas bewegen.

WWF Jugend: Felix, Du hast ja zum Beispiel total viele Tiger gebastelt! Wie viele waren’s denn insgesamt? Hast Du nicht irgendwann einen Bastelkoller gekriegt?

Felix22: Ich habe so um die 50 Tiger gebastelt. Nein, einen Koller habe ich nicht gekriegt, aber ohne mehrtägige Bastelpausen ging‘s nicht.

WWF Jugend: Was hat denn mehr Spaß gemacht: Basteln oder freilassen?

Felix22: Beides hat Spaß gemacht. Aber das gemeinsam mit mehreren Leuten zu machen, war ganz klar am besten.

WWF Jugend: Wie ist das so, wenn man an öffentlichen Plätzen Basteltiger freilässt? Hat es etwas Überwindung gekostet? Oder hat der Spaßfaktor überwogen?

Kate13: Also ganz ehrlich wenn, man alleine ist hat man eindeutig mehr Bammel. Die Gruppe stärkt einen immer irgendwie. Deswegen fand ich es auch cool, dass wir uns in Berlin getroffen haben und gemeinsam losziehen konnten.

"Für mich sollte da eine implizite Aussage drin stecken."

WWF Jugend: Hast Du denn beim Freilassen eine bestimmte Strategie verfolgt?

Kate13: Eine Strategie? Naja… Zu plump sollte der Ort nicht sein. So beispielsweise einfach auf einen Tisch drauf stellen oder so. Für mich sollte da eine implizite Aussage drin stecken. Einen Tiger hab ich beim „Zentrum der Macht“ abgestellt, also dem Berliner Reichstag. Oder das Anliegen des Tigers ‚nicht auf die lange Bank schieben‘ – indem ich den Tiger auf einer Parkbank aussetzte. Sowas eben.

WWF Jugend: Findel, Welches ist Dein Lieblingsfoto auf der Aktionsseite? Wo wurde der kreativste Tiger abgelichtet?

Findel: Ich habe so viele Bilder gesehen, die Tiger in den außergewöhnlichsten Umgebungen zeigen. Letztendlich genau so, wie ich es mir erdacht und erwünscht habe. In Situationen, in denen kein Mensch einen Tiger erwartet. Das führt zu Aufmerksamkeit und weiter auch zum Mitmachen. Ob in der S-Bahn, im Einkaufszentrum, am Bahnhof, am Bankautomaten, es gab viele tolle Ideen. Wahnsinnig begeistert haben mich die Weimarer Salzteigtiger und der urbane Maulwurfshügel.

WWF Jugend: O.K., Szenenwechsel – rüber zur „Deadline“. Nina, Du warst bei den Menschenketten dabei. Wie war das so, plötzlich auf der Straße eine Choreographie zu machen? Fühltest Du dich von den Passanten beobachtet? War das irgendwie unangenehm?

"Das Gebrüll ist über den ganzen Platz geschallt und hat mir eine richtige Gänsehaut verpasst."

NinaLuthien: Naja, ich war vor der Deadline auch schon bei anderen Aktionen der WWF Jugend dabei. Darum war es nicht ganz so neu für mich, Passanten anzusprechen und über den Tiger zu informieren. Aber die Choreographie war etwas völlig Neues. Einfach auch, weil wir nicht „allein“ auf die Passanten zugegangen sind, sondern gemeinsam auf uns und den Tiger aufmerksam gemacht haben. Während wir die Deadline aufgeführt haben, sind immer wieder Passanten stehen geblieben, haben Fotos gemacht und waren nach der Deadline offen dafür etwas über den Tiger zu erfahren. Es war überraschenderweise gar nicht unangenehm, beobachtet zu werden. Im Gegenteil: Genau das war ja das Ziel. Ich wäre eher enttäuscht gewesen, wenn niemand unsere Aktion beobachtet hätte.

WWF Jugend: Was war der entscheidende Clou, der die Choreographie speziell gemacht hat? Die Schirme, die geschminkten Gesichter, die Zackenlinie, der Sound...?

NinaLuthien: Ich finde, die ganze Aktion hatte etwas Spezielles. Es hat sich völlig von einem „einfachen Unterschriften sammeln“ abgehoben. Mir persönlich hat besonders das unglaublich laute Tigerbrüllen am Anfang der Deadline gefallen. Das Gebrüll ist über den ganzen Platz geschallt und hat mir eine richtige Gänsehaut verpasst, als ich es das erste Mal in voller Lautstärke gehört habe. Und natürlich war es super, dank Make-Up, als echter Tiger durch die Stadt zu ziehen. Für die Passanten war wahrscheinlich die Botschaft am stärksten wahrzunehmen. Allein weil die Botschaft auch ohne die Choreographie zu verstehen war und so die Menschen auf dem ganzen Platz und in der Seitenstraßen erreicht hat.

Carina: Ja genau, und ein paar der Passanten sind sogar spontan dazugekommen und haben mitgemacht bei unserer kleinen Performance.

WWF Jugend: Anja, die Choreographie war ja Deine Idee. Sah die Deadline-Menschenkette am Schluss so aus, wie Du sie Dir am Anfang vorgestellt hast?

AnjaH: Ein ganz klares Ja! Die Tiger Deadline hat meine Erwartungen übertroffen. Die Teamer und die Ideenstürmer haben die Idee super umgesetzt und sie an ein paar Stellen positiv weiterentwickelt. Das Video von der Aktion sagt da mehr als tausend Worte - es war einfach eine tolle Leistung mit dem erhofften Effekt, nämlich das Stimmen zur Rettung des Tigers gesammelt wurden.

"Meist ist das was einem als erstes in den Kopf kommt am besten."

WWF Jugend: Was hat richtig gut funktioniert bei der Deadline, und was kann man das nächste Mal besser machen?

Carina: Ich denke, es war eigentlich alles ziemlich gut organisiert. Bloß mit den Kameras gab es ein paar Probleme, weil meine von dem Computer nicht erkannt wurde, aber da sind wir nächstes Mal schlauer. Außerdem gab es zu wenig Klemmbretter, es hätten noch viel mehr Leute mit Unterschriftenlisten rundgehen können, aber wenn man keine Unterlage hat, ist das schwierig und macht keinen guten Eindruck. Allgemein hätten wir vielleicht noch mehr auf die Leute zugehen können. Und natürlich wäre es schön gewesen, wenn noch mehr Leute da gewesen wären - Der Heumarkt hätte eigentlich vor orangefarbenen Schirmen überquellen müssen! :) Aber darauf hat man ja leider keinen Einfluss...

WWF Jugend: In 2011 soll es voraussichtlich wieder Ideenphasen für eine WWF Jugend Aktion geben – Anja, was würdest Du denen raten, die Ideen einreichen möchten?

AnjaH: Ich würde Ihnen raten, dass sie einfach mal darüber nachdenken sollen was sie persönlich ansprechen würde und was sie interessant und spannend finden. Meist ist das was einem als erstes in den Kopf kommt am besten.

"Selbst aktiv werden, auch wenn man etwas Skrupel davor hat!"

WWF Jugend: Und was würdet ihr denjenigen raten, die als Ideenstürmer mitmachen wollen?

Felix22: Ideenstürmeraktionen sind perfekt um gemeinsam aktiv zu werden und dabei andere Leute aus der Community kennen zu lernen, probiert es einfach aus, nach der Aktion habt ihr bestimmt Lust auf mehr.

Kate13: Selbst aktiv werden, auch wenn man etwas Skrupel davor hat! Immerhin ist man in der Community doch irgendwie anonym und kann vieles schreiben. Aber nach dem Denken muss mehr kommen. Nämlich Aktionen. Nur so bekommt man Aufmerksamkeit und erzielt wenn auch vorerst nur Teilerfolge. Aber alle mal besser als tatenlos rumzusitzen.

NinaLuthien: Denen die als Ideenstürmer mitmachen wollen, rate ich auf keinen Fall zu zögern und sich die Zeit für eine Aktion zu nehmen. Es ist immer ein richtig tolles Erlebnis gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und am Ende das Ergebnis zu bestaunen. Egal wie die Aktion selbst genau aussieht. Vor allem lernt man andere WWF-Jugend-Mitglieder in live kennen, was nochmal viel cooler ist, als sich nur übers Internet auszutauschen. Wer sich auch als Teamer einbringen will, also eine Aktion mit organisiert, sollte sich auf jeden Fall bewusst sein, dass es zwar viel Arbeit ist, aber dafür auch richtig viel Spaß bringt. Trotzdem steckt dahinter einiges an Verantwortung und man braucht schon ein bisschen Durchhaltevermögen. Mir hat die Arbeit als Teamer viel Spaß und auch einiges mehr gebracht und ich würde es jeder Zeit wieder tun.

Carina: Die Ideenstürmer sollten auf jeden Fall hinter der Sache stehen, für die sie sich einsetzen wollen, viel Motivation mitbringen und sich von blöden Kommentaren nicht entmutigen lassen. Es ist außerdem nicht von Nachteil, sich vorher über das entsprechende Thema zu informieren, da mir aufgefallen ist, dass doch einige Leute recht interessiert nachgefragt haben, wofür das Ganze denn gut ist und was genau damit bezweckt werden soll...

WWF Jugend: Danke für das Interview! Wollen wir hoffen, dass auch die Ideenstürmer in 2011 einiges auf die Beine stellen! Wer Bock darauf hat, kann sich hier anmelden! Wir freuen uns auf euch!

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Kommentare (3)
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10.12.2010 17:39
KatevomDorf hat geschrieben:
stell ich mir auch verdammt cool vor. leider hat ja die aktion in berlin nicht stattgefunden. aber die brandenburggruppe hat auch so die tigernachwuchsaktion gerockt^^
08.12.2010 16:58
Stoffie hat geschrieben:
bor ich krieg ne gänsehaut wenn ich von der deadline lese! auch wenn ich nicht dabei war (leider!) konnte ich mir das gebrüll vorstellen und hab grad direkt ne gänsehaut gekriegt!
07.12.2010 18:13
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Total toll :-) Ich kann mich dem nur anschließen ! WWF Jugend ist top :) Wer nicht dabei ist, dem entgeht was ! :)
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