Die EU muss Verantwortung übernehmen:


Gemeinsame


Fischereipolitik


© Jürgen Freund / WWF-Canon

Hintergrund:

Europa ist Weltmeister im Leerfischen

Europa ist Weltmeister im Plündern der Meere. © Jorge Bartolomé / WWF
Europa ist Weltmeister im Plündern der Meere. © Jorge Bartolomé / WWF

Während weltweit derzeit 30 Prozent aller Fischbestände als überfischt gelten, sind es in den europäischen Gewässern sogar 47 Prozent. Die Regelung der Fischerei ist Aufgabe der Europäischen Union (EU). Die Ziele der sogenannten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU sind die nachhaltige Nutzung der Ressourcen, eine Minimierung der Auswirkungen der Fischerei auf die Umwelt und eine wettbewerbsfähige Fischereiwirtschaft.

In den vergangenen Jahrzehnten hat diese Politik jedoch nicht funktioniert. Das Ergebnis ist erschreckend: Fast jeder zweite untersuchte Bestand in EU-Gewässern ist überfischt, die Fischfangflotte ist zwei- bis dreimal größer, als für eine nachhaltige Fischerei verträglich wäre und in den vergangenen 10 Jahren sind die Fischanlandungen in europäischen Häfen um 30 Prozent zurückgegangen.

© Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF
Grenzenlos fischen © Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF

Die EU muss die Verschwendung beenden

Aktuell hat die EU die Chance, die Gesetze von Grund auf zu verändern, denn in diesem Jahr steht eine Reform der GFP an. Die neuen Gesetze werden dann wiederum 10 Jahre gelten. Erste Entscheidungen wurden bereits getroffen: Die Rückwurfgrenze für Beifang wurde auf 5 Prozent festgelegt. Die Fischereipolitik muss weiter radikal erneuert werden und wichtige neue Elemente enthalten, damit die Vision einer zukunftsfähigen europäischen Fischerei Realität werden kann und nicht im Kern alles beim Alten bleibt.

Eine zukunftsfähige europäische Fischerei muss folgende Kriterien erfüllen:

1. Die Überfischung wird gestoppt. Nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen wird nur so viel gefischt, wie nachwächst.

2. Rückwürfe werden schon beim Fang vermieden. Es kommen bessere Techniken zum Einsatz und es wird genauer geplant, was wann und wo gefischt wird.

3. Die Fangkapazitäten der Fischereiflotten werden abgebaut. So sinkt der Druck auf die Fischbestände und gleichzeitig werden die verbliebenen Arbeitsplätze in der Fischerei langfristig gesichert.

4. Langfristige Mehrjahres-Pläne für jede Fischerei in der EU werden von Vertretern aus Fischerei, Umweltschutz, Wissenschaft und Politik gemeinsam maßgeschneidert erstellt.

5. Andere Länder, gleiche Sitten. Alle Fischereiregeln der GFP gelten für alle Fangschiffe, die unter EU-Flagge arbeiten, auch außerhalb europäischer Gewässer.

Ein schnelles Umdenken im Fischereimanagement ist lange überfällig. Unsere gemeinsamen Ressourcen müssen wir nachhaltig nutzen und verantwortungsvoller mit ihnen umgehen, egal wo wir fischen. Gemeinsam müssen wir das Richtige tun!

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