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Wie die EU über die Zukunft der Fische entscheidet


von Marcel
16.10.2012
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Das ist Maria Damanaki. Sie ist in der Europäischen Kommission für die Fischerei verantwortlich. Und ihr stehen schwere Reformen bevor. Traurig aber wahr: Europa ist Weltmeister im Leerfischen. Während weltweit derzeit 30 Prozent aller Fischbestände als überfischt gelten, sind es in den europäischen Gewässern sogar 47 Prozent. Das kann so nicht weiter gehen. Wie aber könnte die EU das ändern? Wir zeigen es euch:

Wenn ein neues Gesetz in der EU geschrieben werden soll, legt die EU Kommission zuerst einen Gesetzesvorschlag dem Europäischen Parlament vor. Der Gesetzesvorschlag der Kommission wird im Europäischen Parlament vom passenden Ausschuss überprüft und ggf. überarbeitet. Hier seht ihr den Fischereiausschuss (PECH) bei einer seiner Sitzungen:

Aktuell befinden wir uns gerade in dieser Phase der Verhandlungen über ein neues Fischereigesetz. Nachdem der Fischereiausschuss seine Arbeit abgeschlossen hat, übergibt dieser das Gesetz an das Plenum des Europäischen Parlaments. Hier stimmen alle Mitglieder des Europäischen Parlaments über das neue Gesetz ab.

Nachdem das Europäische Parlament über das Gesetz abgestimmt hat, wird es an den Rat der Europäischen Union (auch Ministerrat genannt) weitergeleitet. Hier sitzen die einzelnen Fachminister der EU-Mitgliedsstaaten. Für Deutschland sitzt zum Thema Fischerei die Ministerin Ilse Aigner im Rat.

Der Rat kann dem erarbeiteten Gesetz des Parlaments zustimmen oder es ablehnen. Wenn der Ministerrat das Gesetz ablehnt, kommt es zu einer 2. Lesung und ggf. zu einer 3. Lesung des Verfahrens. Ilse Aigner kommt also eine sehr große Schlüsselrolle zu. Sie kann, da sie eine hochrangige Politikerin ist, auch Einfluss auf andere Politiker nehmen. Deshalb planen wir im Ideensturm der WWF Jugend eine Aktion, die Ilse Aigner dazu bringen soll, sich für eine nachhaltige Fischerei stark zu machen.

So sieht das Gesetzgebungsverfahren auf einen Blick aus:

Die erklärten Ziele der so genannten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU sind die nachhaltige Nutzung der Ressourcen, eine Minimierung der Auswirkungen der Fischerei auf die Umwelt und eine wettbewerbsfähige Fischereiwirtschaft. In den vergangenen Jahrzehnten hat diese Politik nicht funktioniert. Das Ergebnis: Fast jeder zweite untersuchte Bestand in EU-Gewässern ist überfischt, die Fischfangflotte ist zwei- bis dreimal größer, als für eine nachhaltige Fischerei verträglich wäre und in den vergangenen 10 Jahren sind die Fischanlandungen in europäischen Häfen um 30 Prozent zurückgegangen.

Die anstehende Reform der GFP wird wieder 10 Jahre gelten. Aus Sicht des WWF muss die Fischereipolitik radikal erneuert werden und wichtige neue Elemente enthalten, damit die Vision einer zukunftsfähigen europäischen Fischerei Realität werden kann und nicht im Kern alles beim Alten bleibt - denn das können wir uns nicht leisten.

Wir organisieren eine Aktion, um die Politiker wachzurütteln! Du kannst mitbestimmen! Alle Infos gibt's hier!

Fotos 1-3 © European Union - European Parliament; Foto 4 © Guido Bergmann / Bundesregierung; Infografik © WWF

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Kommentare (5)
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13.11.2012
ClaraG hat geschrieben:
Ich find die Gesetzgebung echt super erklärt und den Artikel auch sonst gut gelungen.
Wer den Film "We feed theWorld" geschaut hat, hat ja was die EU und Fischerei geht schon einen kleinen bitteren Vorgeschmack.
Es ist dort üblich die kleinen Fischer per Gesetzgebung dazu zu zwingen genau anzugeben wann und wo sie wieviel gefangen haben.
Und wenn die Fangraten gut sind werden große Schlepper an diese Stellen verfrachtet.
Die kleinen Fischer sind wesentlich nachhaltiger, doch die Schlepper sind meist nur verhältnismäßig kurz vor Ort bis alles weg ist.
Ich hoffe also sehr, das der Gesetzesentwurf durchkommt.
P.S.: Ich empfehle natürlich generell allen die oben genannte Dokumentation, die man auch auf YouTube findet.
Ein kritischer Blick auf unser Konsumverhalten.
13.11.2012
Jolly hat geschrieben:
Erst letztens habe ich den Film "unsere Ozeane" gesehen, was mich bei der einen Szene ebenso zum nachdenken gebracht hat, wie man dagegen mitwirken kann. Ob man nicht eine Methode entwickeln kann, um spezifische Fische nur fangen zu können und den riesigen Beifang zu reduzieren: ich hoffe nur, dass bald eine Möglichkeit gefunden wird oder bald ein Gesetz entwickelt wird, um die überfischerung wenigstens etwas besser unter Kontrolle zu kriegen.
17.10.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Hoffentlich kommt bald ein wirkungsvolles Gesetz, dass den Fischfang wieder etwas mehr runterfährt und unter Kontrolle bringt.
Aber auch hier ist der Verbraucher gefragt. Weniger Fisch und/oder Fischprodukte kaufen und vorallem weniger Fisch wegwerfen!
16.10.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
Ich habe heute erst gehört, dass durch die Bestimmung, dass nur eine gewisse Anzahl an gewissen Fischen gefischt werden darf, das genau zu dem Gegenteil geführt hat, als eigentlich erdacht.
Denn man hatte vor, mit dem Festsetzen der Höchstmenge das Leerfischen zu vermindern. Aber viele Fischer fischen ja mit Schleppnetzen. Und sie müssen, aufgrund der Bestimmung, all den ''überschüssigen'' Fisch zurückwerfen. Der ist ja aber dann schon tot. Wenn sie diese Beifänge behalten dürften, müssten sie weniger ins Meer zurückwerfen, und würden nach 5 Tagen die Menge Fisch den sie behalten dürfen zusammenhaben, den sie so erst nach 10 Tagen haben,

Das habe ich jetzt glaub ich, nicht so super formuliert, aber ich hoffe verständlich ist es trotzdem...
16.10.2012
Cosima hat geschrieben:
Danke für den Bericht. So versteh man total einfach, wie das funktioniert mit einem Gesetz :)
Ich hoffe natürlich, dass das Gesetz unterstützt wird und dann endlich weider Hoffnung für unsere Meere und Fische besteht !
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