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WWF Jugend Camp 2014- Die Welt von Oben


von somebodywholovesourearth
15.09.2014
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Nun, etwa einen Monat nach dem Camp, kommt hier der Bericht.


Ein kleines, verschlafenes Dorf namens Wolfshausen.
Dorthin hatte es in den Ferien 18 Jugendliche verschlagen, welche ein schönes Camp der WWF Jugend erleben wollten. Das ganze Camp drehte sich um das Thema Wald und Baum, so war die Jugendherberge passenderweise am Wald gelegen. In diesen sechs Tagen sollten wir Baum-Klettertechniken lernen, interessantes über Wald und Bäume erfahren und sie so noch mehr zu schätzen wissen, etwas aus Holz herstellen, verschiedene Knoten lernen und noch vieles mehr. Wir merkten sofort, dass der Spaß hierbei nicht zu kurz kam- im Gegenteil .


Als wir am Montag den 11. August ankam, sah man schon von weitem die WWF Jugend Fahne. Wir wurden herzlich begrüßt und nach einander trafen alle Teilnehmer ein. Als alle da waren begrüßten uns alle noch einmal unsere Camp Leiter Simon und Michael und unsere Betreuerin Karen. Es war wirklich super, drei Ansprechpatner zu haben, also zwei Camp-Leiter.
Wie das so üblich ist spielten wir ein paar lustige Namens- und Kennenlernspiele, die uns schon mal ein Bild von der Gruppe vermittelten. Es wurde nach Simons ernstgestellter Frage auch geklärt, wir wir genannt werden wollten- ab sofort waren wir die „Gummibären und Gummibärinen“ .So vergingen die drei Stunden bis zu dem Abendessen recht schnell. Die Zimmer Aufteilung ging ebenfalls recht schnell, nur bei den Jungs dauerte es etwas länger. Es gab vier Zimmer, zwei fünfer und zwei vierer Zimmer. Nachdem wir uns etwas eingerichtet hatten, trafen wir uns nochmal alle und gingen gemeinsam Abend essen. An dieser Stelle sei gesagt, dass wir jedes Mal unseren Spaß beim Essen an der langen Tafel hatten, zumal das Essen auch wirklich gut war!


Nach dem Abendessen trafen wir uns auf der Wiese um das erste Mal das von Karen angeführte „Schüttellied“ zu hören, welches uns noch oft im Camp begegnen würde .
„Hey! Mara! Du bist ´n cooler Typ! Drum mach doch einfach mit- bei unserm Schüttellied! Uuuund…links, schüttel, schüttel; shcüttel, schüttel, schüttel! Und rechts schüttel, schüttel; schüttel, schüttel, schüttel…“



Im Camp lernten wir jeden Tag einen Knoten und hörten eine kleine Waldeinheit von Michael, der praktischer Weise Förster ist. An diesem ersten Abend begannen wir mit dem „Schleifknoten“ und der Buche. Danach spielten wir Alaska Baseball was allerdings bei den wenigsten auf große Begeisterung traf. An diesem Abend machten wir auch das erste Lagerfeuer- das erste von vielen! Im Laufe der Woche würden wir sogar im Regen am Lagerfeuer sitzen. Wir saßen gemütlich zusammen, spielten Gitarre, sangen und spielten Werwolf ;) Dieses Spiel haben auch wir im Laufe der Woche gefühlte 100 mal gespielt!

In der ersten Nacht konnten die meisten nicht so gut schlafen, vor allem weil es kalt war.
Am Dienstagmorgen haben wir zuerst nach dem Frühstück eine Morgenrunde gemacht und den vorhergegangenen Tag besprochen und Anonym eine Auswertung des letzten Tages gemacht.
Diese haben wir in der Woche dann jeden Morgen gemacht, so dass die Camp Leitung wusste was sie besser machen kann.
Dann ging es zu dem Baum namens „Hübsche Tanja“ (neue Namensvorschläge: Vielfältige Mona, Moosige Myrte etc. etc.), an dem wir nach der Sicherheitseinweisung unsere erste Klettertechnik erlernten. Mit dem Prusikknoten kann man am Seil den Baum besteigen. Nachdem alle wussten wie es geht, teilte sich die Gruppe und die eine Hälfte ging an den anderen Kletterbaum namens „Dicke Berta“, einer ca. 140 Jahre alter Buche. Wenn man dann oben ist, auf dem Ast sitzt und die Beine baumeln lässt, kann man auch Spiele wie Tabu auf circa 10 Metern Höhe spielen.



Abends lernten wir den „Mastwurf“ mit dem man Dinge im Baum aufhängen kann und etwas über die Eiche. Abends gab es wieder ein Lagerfeuer, wofür wir vorher natürlich Holz sammeln mussten.
Wie jeden Tag, folgte auch am Mittwoch nach einem stärkenden Frühstück die Morgenrunde, bei der der gestrige Tag besprochen und der jetzige Tag geplant wurde. Danach ging´s ab in die Bäume. Viele lernten am Mittwoch, sich mit der Acht abzuseilen und einige lernten dann sogar schon das Klettern mit Geräten wie zum Beispiel dem „GriGri“. Das machte vor allem an der großen Dicken Berta viel Spaß. Überhaupt genossen wir es, einfach in den Bäumen buchstäblich „abzuhängen“, bzw. auf Hängestühlen oder Matten zu sitzen und zu reden, Karten zu spielen oder Kreuzwort zu rätseln. Beliebt war auch Schaukeln an der Dicken Berta.
Auch diesmal kam der Abend sehr schnell. Nach dem Abendessen saßen wir eine ganze Weile am Lagerfeuer und auch danach spielten wir noch Gitarre und „Die Werwölfe von Düsterwald“ im Seminarraum, zumal wir verlängerte Nachtruhe hatten, das heißt bis um 12 Uhr. Dafür war auch der folgende Vormittag frei und das Frühstück war freiwillig.
Nach der Morgenrunde am Donnerstag war die Hälfte der Gruppe in der Mona beschäftigt mit dem „Betten“ aufhängen, denn am Abend wollten 10 von uns eine Nacht im Baum verbringen. Diese Betten waren Militärliegen für Verletzte. Da es in der Mona nur ca. 10 Seile gibt, haben die anderen in der Berta geklettert und geschaukelt. Nachmittags sind wir mit Michael in den Wald gegangen und haben gelernt wie man einen Baum fällt. Auch praktisch! Wir haben eine Birke gefällt und die dann auch für das Feuer genutzt. Es hat jeder auch ein Stück der Birke bekommen, aus dem wir dann Becher geblasen haben, mithilfe einem Stück Glut, welches wir auf das Holz legten und so eine Kuhle reinbrennen kann. Und immer schön pusten! Abends, nach dem Lagerfeuer machten sich die zehn „Baumschläfer“ bereit für die Nacht und kletterten in ihre Betten.


Am nächsten Morgen, also Freitag, berichteten die, die im Baum geschlafen hatten von ihrer Nacht. Einige von ihnen hatten Angst gehabt, dass in der Nacht ihr Kissen runterfällt (daraufhin wurde am Abend die Selbsthilfegruppe „Ich-habe-Angst-dass-mein-Kissen-runterfällt-!- gegründet ) und es war auch ziemlich frisch gewesen. Die zweite Gruppe von Baumschläfern würde in der nächsten Nacht in die Bäume steigen (diese Gruppe verzeichnete auch das erste Opfer der Angst der Selbsthilfegruppe).

Am Freitag stand, wie das „im-Baum-übernachten“ nochmals ein neuer Programmpunkt (für Teilnehmer wie Betreuer) an- die „Dicke Berta“ sollte vermessen werden. Nach einer fachmännischen Planung und wichtigen Informationen von Michael, gingen wir, bewaffnet mit Maßbänder, Zettel, Stift und Schnüren an die Dicke Berta. Dann wurden der Stamm und dicke Äste, die mit einem Seil erreichbar waren, vermessen, während unten die Ergebnisse notiert wurden. Das beanspruchte die ganze Kletterzeit. Währenddessen bestand immer auch die Möglichkeit, an dem anderen Baum zu klettern, zumal es sowieso nicht genügend Seile an der „Dicken Berta“ gab. So hatte jeder die Chance bei der Baumvermessung zu helfen. Am Nachmittag bestand außerdem die Möglichkeit, mit Karen an den Pool zu gehen. Auch an diesem Abend stand wieder ein gemütliches Lagerfeuer an, danach verschwand die zweite Gruppe in ihren Betten im Baum.



Der Samstag, der vorletzte Tag in unserem Camp! Am Samstagvormittag wurde das Baum vermessen ausgewertet und anschaulich dargestellt. Wir berechneten u.a, wie lange man mit den Ästen der Dicken Berta heizen könnte, oder wie viele Schränke man aus dem Hauptprodukt des Stammes herstellen könnte. Am Nachmittag stand ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm- die Begehung der Seilbrücke! Die Seilbrücke stellte eine lange Slackline auf ca. 15m Höhe dar. Die ersten mutigen Kandidaten kletterten also hoch, um dann, doppelt gesichert, die Brücke zu überqueren, den gegenüberliegenden Baum zu küssen und schließlich abgelassen zu werden- hierbei konnte man sich entscheiden ob man weit fallen gelassen werden wollte (Ein Sprung über 5/6 Meter), nur ein bisschen oder ob man nur abgelassen werden will. Das Gefühl, in das Seil zu fallen ist unübertroffen! Und so bestiegen alle nach einander die Brücke und sprangen unter Applaus auch wieder runter :D Hierbei muss man sagen, dass es eine wackelige Angelegenheit war, nur mit Hilfe eines kleinen Seils, die Slackline auf einer solchen Höhe zu passieren, aber wir hatten so viel Vertrauen zu Michael und Simon aufgebaut, das jeder die Herausforderung bewältigte, von unten wurde man auch deutlich von den anderen unterstützt .


Am Abend, gegen 10 Uhr machte sich die Gruppe auf in den Wald. Bei vollkommener Dunkelheit und Ruhe begingen wir dann den Wolfspfad. Alleine oder auch zu zweit führte dieser Pfad etwa 15 min durch den Wald, mit Kerzen erleuchtet, wobei man eine Kerze immer erst dann sah, wenn man bei der vorherigen angekommmen war. Bei Geräuschen des Waldes hatte man, in sich gekehrt, die Möglichkeit, über die vergangene Woche nachzudenken. Am Ende des Pfades wurde man bereits von der Gruppe erwartet, die ruhig an 3 Kerzen in einem Halbkreis saß. Das war ein echt schönes Erlebnis, welches wir später noch am Lagerfeuer ausklingen ließen.
Und dann war er da, unser letzter gemeinsamer Tag; am Sonntag packten wir zuerst mal und gingen dann ein letztes Mal in die Bäume, wo wir sogar auf etwa 12m Gitarre spielten und sangen (trotz einer gerissenen Saite ) Danach war noch eine Abschlussbesprechung und wir verabschiedeten uns von den Bäumen, die Dicke Berta bekam ein lautes „Schüttellied“. Dann hieß es Abschied nehmen von den neu gewonnen Freunden- Adressen und Nummern wurden ausgetauscht, man versprach, in Kontakt zu bleiben.


Die Zeit mit den tollen Leuten,- ob Betreuer oder Teilnehmer- neuen Erlebnissen und Erfahrungen und dem angesammelten neuen Wissen war einzigartig, hat super viel Spaß gemacht, und wird ewig in den Erinnerungen der Teilnehmer bleiben!
DANKE!

Wir hoffen, dass euch der Bericht nicht zu sehr langatmig erschien.

Wir freuen uns über Kommentare!

Bildquelle: Simon Brandes/WWF
 

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Kommentare (8)
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Sortieren nach Aktualität:
02.01.2015
peacelovesave hat geschrieben:
Kommt zwar spät, aber : interessanter Bericht, gut geschrieben und klingt nach Spaß:)
24.09.2014
Ria2000 hat geschrieben:
Cool! Klingt total schön! Toller Biricht übrigens! :)
19.09.2014
Helen1698 hat geschrieben:
Wow! Das klingt nach einer superdupertollen Zeit! :)
16.09.2014
Chillkroete hat geschrieben:
Cool! Ihr hattet bestimmt viel Spaß :D
16.09.2014
OekoTiger hat geschrieben:
Klingt cool!
15.09.2014
Jayfeather hat geschrieben:
Hört sich echt nach einer sehr schönen Zeit an.
Ich hatte auch erst überlegt, mich anzumelden, aber für zwei Camp war leider keine Zeit :(
Find ich echt schade, nach diesem Bericht.
Vor allem im Baum zu übernachten ist bestimmt irre cool. Das würd ich auch gern mal machen :D
15.09.2014
JuliusS hat geschrieben:
Nein nicht langatmig :D Nur interesssant
15.09.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Danke, dass du deine (eure) Erlebnisse mit uns teilst! Das hört sich nach einem tollen Camp mit viel Spaß an.
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