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Welcome to Wolfshausen - Die Welt von oben


von Jayfeather
27.08.2015
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Dass dieses Camp etwas ganz besonderes werden würde, war schon nach dem ersten Blick auf die Teilnehmerliste klar. Denn dort standen neben den restlichen neun Teilnehmern: Dachi, Ana, Ani, Mariami, Tamar; Land: Georgien.

Los ging dieses einzigartige Camp am Montag den10.8. in Wolfshausen, wo wir von Simon, Michael und Karen mit einem herzlichen „Welcome to Wolfshausen“ empfangen wurden. Schnell war klar: auch der Rest der Woche wird viel Englisch gesprochen und mit Händen und Füßen kommuniziert werden. Denn außer Dachi verstanden die Georgier nur wenig Englisch, sodass er acht Tage lang für das Dolmetschen zuständig war und wichtige Ansagen in drei Sprachen gemacht werden konnten.
Das Programm startete mit einigen Kennlernspielen, die aber auf Englisch und teilweise Georgisch einen ganz neuen Reiz bekamen. So war die zweite Stufe beim Evolutionsspiel Niangi (Krokodil) und die vierte Stufe Maimuni (Affe) und Pillow Race hört sich doch viel cooler an als Kissenrennen.
Nachdem wir die Namen der anderen einigermaßen im Kopf hatten ging es nach der Zimmeraufteilung (die entgegen der Befürchtungen der Betreuer total problemlos verlief) mit einer kleinen Tour über das Gelände weiter, bei der wir die beiden Bäume kennen lernten, auf denen wir uns in den nächsten Tagen hauptsächlich aufhalten würden.
Klettern konnten wir an diesem ersten Abend aufgrund eines Gewitters noch nicht, dafür lernten wir unseren ersten Knoten und verbrachten die Zeit mit ein paar Runden Werwolf (ohne die Georgier, da sie nach der 15-stündigen Anreise schon früher schlafen gingen). Auch das „Mörder-Spiel“, bei dem man eine Person umbringen muss, indem man ihr einen Gegenstand gibt, fingen wir an.

„Kannst du mir bitte die Butter geben?“
„Ja, hier.“
„Erst hinstellen.“
So hörten sich die Auswirkungen dieses Mörder-Spiels am nächsten Morgen beim Frühstück an. Egal ob Lebensmittel, Klettergurte oder Helme, alles musste zunächst irgendwo abgelegt werden, bevor man es annehmen konnte.
Nach einer kurzen Morgenrunde mit einer Auswertung des ersten Tages ging es mit einer Sicherheitseinweisung weiter und danach konnten wir endlich zum ersten Mal auf den kleineren der beiden Bäume (der immer noch keinen richtigen Namen hat).
In der Mittagspause spielten wir dann zum ersten Mal zusammen mit den Georgiern Werwolf. Die ersten Runden gestalteten sich zwar zunächst schwierig, da Dachi durchgehend übersetzen musste, aber in den kommenden Tagen lernten wir einige georgische Wörter wie zum Beispiel Jadokari (eigentlich Magier, wir haben es für Seherin benutzt), Makzia (Werwolf) und k´udiani (Hexe), sodass das nicht mehr nötig war.
Am Nachmittag durften wir dann auch schon in den größeren Baum (Dicke Berta) und anstatt mit Prusik runter zu klettern (was auf Dauer ganz schön nervig ist) uns mit der Acht abseilen, da fast die Hälfte der Teilnehmer schon zum wiederholten Mal bei diesem Camp dabei war.

Klettern an der dicken Berta

Am Abend machten wir unser erstes Lagerfeuer, für das wir erst einmal „wood catchen“ mussten und fingen an Löffel und Tassen aus Holzklötzen zu brennen. Dank einer Kindergruppe, die ebenfalls in der Bildungsstätte Wolfshausen untergebracht war, konnten wir uns eine Gitarre ausleihen und so unser begrenztes Repertoire von fünf Liedern hoch und runter spielen.

 

Am Vormittag des dritten Tages wurden nach der üblichen Morgenrunde mehrere „Betten“ in den kleinen Baum gehangen, denn die folgende Nacht durften wir im Baum verbringen! Während sich ein paar Leute also um unsere Schlafgelegenheiten kümmerten, verbrachte der Rest die Zeit in der dicken Berta.
In der Mittagspause konnten wir zur Abkühlung (das Wetter war traumhaft) in den Pool, sodass wir danach erfrischt weiter klettern konnten.
Die sieben Leute, die sich für die Baumübernachtung entschieden hatten, richteten sich nach dem Abendessen schon mal im Baum ein, neugierig und bewundernd beobachtet von den Kindern der anderen Gruppe (denen wir erklärten die Löcher in den Liegen seien für den nächtlichen Toilettengang gedacht :D).
Als wir abends wieder am Lagerfeuer saßen und fleißig an unseren Tassen und Löffeln arbeiteten kam Peter an, der uns bis zum Samstag begleiten und Fotos machen sollte. An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön für die tollen Fotos und die Mühe, die dahinter steckt!!
Nach dem Lagerfeuer machten sich die sieben Leute, die im Baum schlafen wollten für die Nacht bereit, während der Rest sein Lager auf einer Wiese aufschlug.
Die Nacht im Baum war einfach genial: das leise Rauschen der Blätter und das Schaukeln des Bettes sind unglaublich beruhigend, sodass auch diejenigen, die während des abendlichen Gesangs wach geblieben sind gut einschlafen konnten (was ist schon passender, als nachts im Baum hängend The Hanging Tree zu singen?). Und wer am nächsten Morgen früh genug aufwachte, übrigens ohne einen einzigen Mückenstich, konnte sogar noch ein paar Eichhörnchen beobachten.

 

Am vierten Tag ging es, wie die Tage zuvor, Vor- und Nachmittags in die Bäume. Egal ob „abhängen“ (im wahrsten Sinne des Wortes), Uno spielen oder motiviert die dicke Berta hoch und runter klettern, für jeden war etwas dabei.

Abends ließen wir den Tag wieder einmal mit Lagerfeuer und „Stickbread“ ausklingen.
Danach ging es für sechs Leute erneut über Nacht in den Baum, dieses Mal allerdings mit einigen Blitzen am Himmel. Zum Glück zog das Gewitter in einiger Entfernung vorbei, sodass wir auch die zweite Baumübernachtung genießen konnten.

Den nächsten Vormittag hatten wir Freizeit, da Michael und Simon die Seilbrücke aufbauen mussten, von der wir am Nachmittag runter springen wollten. So verbrachten wir unsere Zeit mit Lesen, Frisbee und Wikinger Schach spielen.
Nachmittags ging es dann zu der Seilbrücke, die in 15 Meter Höhe angebracht war. Da sollten wir also rauf... und danach runter springen... Also gut. Das hoch klettern war ja inzwischen schon Routine, aber beim ersten Schritt auf der Slackline muss man schon mal tief durchatmen. Wer wollte konnte einmal über die Line gehen, auf der anderen Seite „Aische“ der Eiche einen Kuss geben (das bringt ein Jahr lang Glück, gilt aber erst ab 15 Meter Höhe) und dann zurück in die Mitte und springen oder ohne freien Fall abgeseilt werden. Fast alle trauten sich hinauf und einige wären auch gerne ein zweites Mal gesprungen.

Blick aus 15 Meter Höhe...

Karen im freien Fall

 

Auch der folgende Abend auf dem Wolfspfad sorgte bei einigen für Adrenalinschübe. Nach einem entspannten Kletter-Vormittag (bei dem unser Gruppenbild entstand), machten wir jedoch zunächst eine kleine Wald-Lehrstunde, bei der Michael uns interessante Dinge über verschiedene Pflanzen erzählte und wir den Wald mit verbundenen Augen kennen lernten.

 

Als es Dunkel wurde gingen wir dann gemeinsam zum Anfang des mit Kerzen markierten Wolfspfades.Wer wollte konnte ihn komplett allein oder aber mit einem Partner entlang gehen. Zwar stiftete eine umgekippte und somit erloschene Kerze etwas Verwirrung, trotzdem war es eine tolle Erfahrung den Kerzen bei vollkommener Dunkelheit zu folgen. Obwohl es einem zwischendurch doch etwas merkwürdig vorkam, einer Spur von Grabkerzen hinterher zu laufen... Am Ende erwartete uns jedoch zum Glück kein Friedhof sondern Michael mit Hund Ali Baba und einigen Süßigkeiten.

Da wir durch diese Nachtwanderung natürlich erst spät ins Bett kamen, trafen wir uns am nächsten Morgen erst um 10:30 Uhr zum Brunch. Das war auch gut so, weil das Wetter zum ersten Mal richtig schlecht war und da sich das auch am Nachmittag nicht änderte, verlängerten wir den Brunch einfach bis zum Abendessen. Nebenbei spielten wir Siedler, Uno und Ligretto oder versuchten durch extremes Faulenzen wieder Hunger zu bekommen, sodass wir letztendlich mehr als acht Stunden im Speisesaal verbrachten und mehrere bronzene, silberne und auch eine goldene Brunch-Medaille verleihen konnten (wir sind jetzt alle zertifizierte Bruncher). Außerdem konnten wir uns Peters Fotos anschauen, was für einige Lacher sorgte (wobei das auch an der genialen Werbepause liegen könnte).
Aber da es unser vorletzter Tag war, trauten sich nach dem Abendessen trotz des Regens doch noch ein paar Leute in den Baum.

Am letzten Tag mussten wir uns nach einer letzten Runde Pillow Race und einem anderen Kooperations-Spiel von den Georgiern verabschieden, die schon früher aufbrechen mussten als der Rest. Obwohl wir uns anfangs kaum verständigen konnten, waren wir am Ende doch zu einer Gruppe zusammen gewachsen und der Abschied fiel vor allem auf georgischer Seite nicht leicht, da liefen schon mal ein paar Tränen. Damit sie sich noch lange an ihren Ausflug nach Deutschland erinnern können, schenkten wir ihnen das Werwolf-Spiel, welches sie zum Schluss beinahe mit mehr Begeisterung gespielt hatten als wir.
Der Rest von uns konnte am Nachmittag noch ein letztes Mal in luftige Höhen klettern, dann kam auch für uns der Moment des Abschiedes.

Das Camp war echt eine super Zeit mit vielen tollen Erfahrungen.
Danke an Simon, Michael und Karen – ohne euch wäre dieses Camp nicht möglich gewesen.
Und auch nochmal einen großen Dank an Peter für die schönen Erinnerungsfotos.

 

Fotos: Peter Jelinek

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Kommentare (3)
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30.09.2015
NicoleB hat geschrieben:
Maren! Das ist so ein schöner Bericht. Ich habe ihn mit Vergnügen gelesen und es freut mich sehr sehr sehr, dass ihr so eine tolle Zeit im Camp hattet.
Liebe Grüße
Nicole von der WWF Jugend (und Camp-Planerin;-)
27.08.2015
Peet hat geschrieben:
Schöner Bericht, Maren. War eine schöne Zeit mich Euch, auch wenn ich leider nicht die ganze Zeit vor Ort sein konnte.
27.08.2015
midori hat geschrieben:
Oh Gott, wie mutig! Ich kriege schon schwitzige Hände, wenn ich nur die Bilder anschaue!! :D
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