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Dem Bär auf der Spur in Transsilvanien- Teil 2


von Bjarne2000
29.09.2015
5
6
100 P

Nachdem wir die erste Hälfte des Camps im relativ Flachen verbracht hatten, ging es am 3. August hoch hinaus: 700 Höhenmeter mussten wir überwinden, um zu unserem nächsten Aufenthaltsort, einer Berghütte im Piatra Craiului („Königsgebirge“), zu gelangen. Hierfür sollten wir möglichst wenig Gepäck mitnehmen, um uns das Wandern zu erleichtern. Der Rest unserer Sachen blieb in Bekokten.

Nachdem wir mit dem Auto zum Startpunkt unserer Wanderung gefahren waren, gingen wir erst einmal etwa 40 Minuten ohne Rucksäcke los, da diese per Auto ein Stück weitergebracht wurden. Dort machten wir dann noch einmal eine kleine Pause- ich muss hier kurz erwähnen, dass es an der dortigen Wasserfontäne das beste Wasser gab, das ich je getrunken habe- und gingen dann vollkommen los. Habe ich schon das tolle Wasser erwähnt?

Die erste Hälfte der Wanderung war relativ flach, und wir mussten aufpassen, nicht zu schnell zu gehen, damit wir unsere Energie für den zweiten Teil aufbewahrten. Mit dabei war ein Führer, der diesen Teil des Camps mit uns bleiben würde. Nach der Mittagspause, ging es dann zum zweiten Teil, der deutlich anstrengender war. Doch auch der Teil war sehr abwechslungsreich, da wir mal durch steiniges Klettergebiet, mal durch einen kleinen Wald und mal über Wiesen mussten. Als wir dann oben waren, fanden wir eine nette Berghütte und eine atemberaubende Aussicht vor.

 

Am darauffolgenden Tag ging es dann noch höher hinaus: auf einen nahegelegenen Bergkamm, noch einmal etwa 600 Meter höher. Nachdem wir durch den Wald hinaufgestiegen waren, ging es über schmale Pfade auf dem Kamm weiter, über kleine Spitzen und Täler zurück auf kleine Spitzen und so weiter. Oft sah man nach vorne nicht weiter als eine oder zwei solcher Spitzen, doch zu den Seiten war die Aussicht noch besser als von der Berghütte aus.

 

Der Kamm

Der Weg war insgesamt eine Mischung aus Wandern und Klettern, zweimal war sogar ein Seil da, an dem wir uns festhalten sollten.

Am Ende des Kammes machten wir dann Mittagspause, und aßen die Sandwiches, die wir aus der Berghütte mitgenommen hatte. Dort befand sich auch eine Art Hütte ohne jegliche Ausstattung, in der man mit Schlafsack übernachten konnte. Nach einer ordentlichen Pause mit Essen und Landschaft schauen ging es dann wieder hinab, über ziemlich steile Kieswege, von denen man das Gefühl hatte, dass sie nie enden. Aber (Überraschung) sie hatten doch ein Ende.

Die Wanderung am nächsten Tag ging eher übers Flache, aber dafür etwas weiter. Das Ziel war ein kleiner Bauernhof, an dem es Mittagessen gab (Mit Käse überbackener… ich glaub es war Maisbrei :D ).

 

 Dort konnten wir uns auch ein Kalb und den Rest der dort gehaltenen Tiere ansehen-  Hühner, eine Ente, Hunde, Katzen. Nach dem Essen (das mir persönlich übrigens relativ gut geschmeckt hat , die die dabei waren, werden sich vielleicht noch erinnern :D ) ging es dann zurück zur Berghütte.

Am Abend ging es dann noch zu zwei Schäfern, die auf einer Weide ihre Hütte hatten,  und ließen uns ihren Alltag erzählen, wie die wachsende Industrie ihr Leben beeinflusst, wie sie mit den Bären leben und so weiter. Es war sehr interessant, ihnen zuzuhören, und die ganze Lage auch mal aus erster Hand von den Betroffenen zu hören. Dann konnten wir auch etwas von zwei ihrer Käsearten probieren- sehr lecker. Sage ich als in Frankreich lebender Mensch ;)

 

Einen Tag später ging es wieder nach oben- diesmal auf einen einzelnen Gipfel. Nachdem wir ein weiteres Mal an einem Seil weiter nach oben geklettert waren, über einen kleineren Gipfel gelaufen waren und durch eine ziemlich dicht mit Gras bewachsene Stelle gekommen waren, waren wir oben. Mit dabei war wieder unser Bergführer, der uns dann etwas über die Umgebung und die verschiedenen Städte in der Nähe erzählte. Erschöpft kamen wir alle wieder „unten“ an der Berghütte an.

 

Dies war auch schon unsere letzte Wanderung, denn am nächsten Tag ging es auch schon mit dem Auto zurück nach Bekokten. Doch auf dem Weg dahin besichtigten wir noch eine Tropfsteinhöhle, von der nur ein „kleiner“  Teil betretbar war, weil man für den größten Teil spezielle Ausrüstung gebraucht hätte. Das war jedoch auch schon ziemlich beeindruckend. Das Beste war jedoch, als der Höhlenführer sämtliche Lichter in der Höhle ausgemacht hat und man nicht einmal die eigene Hand vor Augen sehen konnte. Wenn man in die richtige Richtung sah. Sonst hatte man einige Meter entfernt  mehrere Handybildschirme von irgentwelchen anderen Touristen. Hier böse Grimasse einfügen. In der Höhle war es auch relativ kalt (11°C), und deshalb war es auch gut, als wir wieder raus kamen.

Am Abend machten wir dann noch einmal ein Lagerfeuer für die, die wollten, und haben den ganzen Abend noch am Lagerfeuer gesungen. Das war auf jeden Fall auch eines der Highlights des Camps.

Nach einer letzten Übernachtung in Bekokten ging es dann am nächsten Morgen zur Bushaltestelle, um nach Dresden zurückzufahren. Mittags gab es wieder Essen im gleichen Restaurant/Gaststätte wie auf der Hinfahrt, nur war dieses diesmal deutlich voller. Nach einer erneut ziemlich langen Fahrt kamen wir dann am 9. August schließlich wieder in Dresden an. Dort trennten sich dann die Wege…

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Fazit: Ein unglaublich spannendes, interessantes, und überhaupt toll gestaltetes Camp, in dem man viel Neues kennenlernt. Man sollte das Wandern mögen, muss aber kein Sportfreak sein, um mitmachen zu kommen (ich bin auch lebend zurückgekommen ;) ).  Das einzige, das mich wirklich sehr gestört hat, war, dass man als nicht „Grasfresser“ (der Name, den dort jemand Vegetariern gegeben hatte, anscheinend ist das dort echt nicht üblich xD ) sehr oft Fleisch aufgetischt bekam. Vielleicht war das ein unbewusster Auslöser- ich bin jetzt Vegetarier. Doch für dieses Hammercamp kann man das gut in Kauf nehmen. Dieselben Betreuer haben dieses Jahr ein neues Camp in der Slowakei gemacht- war da jemand dabei, der weiß, ob sie vorhaben, dieses fortzuführen? Ich würde nächstes Jahr auf jeden Fall dabei sein.

Insgesamt gebe ich dem Camp 11 von 10 Bären :D

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Alle Bilder: ©Bjarne2000

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Kommentare (5)
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29.10.2015
screamingeagle hat geschrieben:
Toller Bericht!
Ich hatte erst gar nicht vor, ihn zu lesen, konnte mich aber nicht mehr losreißen! Sehr gut geschrieben, echt! Da werden Erinnerungen an das letzte Jahr, in dem ich im Rumänien-Camp War, wach!
04.10.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Toll zu erfahren, wie andere Camps so sind! :-) Mal sehen ob ich nächstes Jahr wieder irgendwo dabei sein kann. Das hier klingt auf jeden Fall spannend ;-) Danke für den Berichf!
30.09.2015
midori hat geschrieben:
Wow! Euch müssen echt die Füße weh getan haben, oder? :D Außerdem würde ich jetzt gern einen Schluck dieses außerordentlich köstlichen Wassers trinken ;o)

ps.: Magst Du mir das Bild vom Bergkamm in Originalgröße und mit Copyrightangabe schicken, damit ich Deinen Bericht in unseren Social Media Kanälen teilen kann? Das wäre toll! :o) ulrike.leupold@wwf.de

pps: Geniale Bewertung... 10 von 11 Bären :D !
30.09.2015
Peet hat geschrieben:
Klasse Bericht, klasse Camp! :)
30.09.2015
Cookie hat geschrieben:
Wunderschöne Fotos und ein spannender Bericht, danke! :)
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