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© WWF
Dem Bär auf der Spur in Transsilvanien- Teil 1


von Bjarne2000
22.09.2015
7
11
100 P

„Wasserbüffel, die vor dir, mitten auf der Straße stehen, eine Bärenspur auf deinem Wanderweg, ein Schreiadler auf seinem Flug über die Karpaten …“

So beginnt die Beschreibung des WWF Jugend Camps in Rumänien, das dieses Jahr (27.07-09.08) zum zweiten Mal stattfand. Ich war gerade dabei, die Campliste durchzuschauen, ohne besondere Hintergedanken, und ohne zu ahnen, dass ich noch im gleichen Sommer nach Osteuropa fahren würde- nach Rumänien.

Die Anreise bis Dresden musste selbstständig durchgeführt werden. Als wir uns nachmittags am Hauptbahnhof trafen, waren die Anreisezeiten sehr unterschiedlich, für einige unter einer Stunde, für einige fast zehn. Doch das Längste kam noch: 24 Stunden lang war die Fahrtzeit von Dresden über die Slowakei und Ungarn nach Făgăraș. Abendbrot mussten wir selbst mitbringen.  Betreuer waren Anne (Campleiterin) und Gautier, zwei Weitere würden in Rumänien noch zu uns stoßen.

Kurze Pause um kurz nach sechs (fünf Uhr in Deutschland) am Morgen des 28. Juli

Dazu sollte man sagen, dass Rumänien kaum ausgebaute Autobahnen hat. Daher war im Verhältnis zur Strecke ein großer Teil der Fahrtzeit in Rumänien, wo wir entsprechend langsamer fahren mussten. Um 14 Uhr (alle Uhrzeiten sind in Ortszeit angegeben) hielten wir dann an einer Gaststätte an, in der es Mittagessen gab. Aus drei Gerichten konnten wir unsere Wahl schon im Bus treffen, die dann bestellt wurde.

 

Nach erneuter Weiterfahrt kamen wir dann in Făgăraş an, wo wir Jörn und Petra, die beiden weiteren Betreuer, sowie Yeli, ihre Tochter, antrafen.

Făgăraş, zu deutsch Fogarasch, ist mit etwa 30.700 Einwohnern (2011) die 66. größte Stadt Rumäniens. Sie liegt im Westen des Kreises und der Stadt Braşov (253.200 Einwohner 2011, 7. größte Stadt Rumäniens) und damit mitten in Rumänien.

Mit dem Auto ging es weiter nach Bărcuţ (auf Deutsch: Bekokten), wo wir die erste Woche wohnen würden. Erschöpft und hungrig waren wir froh darüber, dass es bald Essen im nahegelegenen Haus gab, wo uns sehr gastfreundliche Rumänier versorgten, mit denen die Kommunikation allerdings ausschließlich über Anne lief, da sie drei Jahre lang in Rumänien gelebt hatte und somit fließend rumänisch sprach- Englisch sprechen ging nicht. Ein besonderes Highlight war dort der „Salată de vinete“, eine Auberginenpaste, von der ich hoffe, dass ich sie richtig geschrieben habe ;)

 

Am nächsten Tag ging es dann zum um die Ecke gelegenen Kirchturm, den wir erst von innen und dann von außen ansehen konnten. Auch der kleinen Kirche konnten wir einen Besuch abstatten. Der Aufstieg in den Turm war etwas wackelig, doch von oben hatten wir eine schöne Aussicht auf das Dorf und die Landschaft um uns herum.

Der Kirchturm, von unserem Wohnort aus gesehen

Nachdem wir wieder zurückgegangen waren, um Mittag zu essen, ging es mit der Kutsche nach Seligstadt, den Startort unserer zweiten Hauptaktivität des Tages: dem sogenannten „Audiowanderweg“. Dieser war eine Zusammenstellung mehrerer Audiodateien über die Geschichte (unter anderem die Einwanderung der Deutschen nach Siebenbürgen, die dieser Region diesen Namen gaben) und Geographie der Gegend, in der wir uns befanden, die an bestimmten Punkten entlang eines Wanderweges abgespielt wurden.

Tags darauf ging es in den Wald- am „Wildnistag“ konnten wir versuchen, ein Lagerfeuer zu bauen, „räucherten“ uns als Schutz gegen Insekten, machten einen Sitzplatz (über längere Zeit an einem Platz sitzen bleiben, ohne sich zu bewegen und versuchen, so viel wie möglich von der Umgebung mitzubekommen) und versuchten, einen blind ertasteten Baum wiederzufinden. Am Abend gab es dann gegrilltes Fleisch für Nicht-Vegetarier und gegrilltes Gemüse für Vegetarier, sowie Brot und Kartoffelsalat.

©Bastian Haverland

Tag 4- Workshoptag. Aus vier verschiedenen Workshops konnten wir wählen: Instrumentebau, T-Shirts bedrucken, aus alten T-Shirts neues häkeln und aus „Müll“ neuen Schmuck machen. Den Vormittag sollte dies dauern, doch letzten Endes machten Einige auch noch am frühen Nachmittag weiter.

 

Dies war auch vorerst der letzte Tag, an dem wir in Bekokten wohnten, denn am nächsten Tag ging es zur Bärenbeobachtung: nach einer Freizeitpause in Făgăraș und Weiterfahrt bezogen wir unsere Quartiere in einer kleinen Gaststätte und losten zwei Gruppen aus: die erste würde schon an diesem Abend zur Beobachtung fahren, die zweite am nächsten. Zur Beobachtung fuhren wir mit dem Auto, doch die letzten 400 Meter mussten wir zu Fuß laufen. Es war schon ein besonderes Gefühl, in einem Bärengebiet herumzulaufen. Dann kamen wir an einer Hütte an, die auf der zu einer Lichtung gewandten Seite eine große Scheibe hatte. Dort nahmen wir Platz, und der Förster ging das Futter verteilen. Dazu gab er immer eine kleine Menge in einen relativ geschützten Platz, und legte dann oft noch einen Ast oder Ähnliches darauf. Er erzählte uns (mit Anne als Dolmetscherin), dass das Futter selbst für einen einzelnen Bären lange nicht ausreichend für einen Tag ist, damit die Bären nicht domestiziert werden. Während wir dann auf die Bären warteten, konnten wir einige Fragen stellen, die wir über den Lebensraum, die Bären und seine Erfahrungen hatten. Letzten Endes bekamen beide Gruppen reichlich Bären zu sehen, was gut war, da es möglich gewesen wäre, dass nur eine der Gruppen welche sieht, was natürlich suboptimal gewesen wäre.

 

In den Urwald ging es am Tag darauf: Mit einem Förster und einem Mitarbeiter des WWF Rumänien gingen wir in den Urwald, um uns selber einen Eindruck zu machen, wie wichtig solche Wälder sind, was umso besser war, als dass es in Deutschland keinen einzigen echten Urwald mehr gibt. Des Weiteren wurden wir mit sehr vielen Informationen über die Arbeit des WWF Rumänien, die Probleme und die Entwicklung des Urwaldes versorgt. So lernten wir etwa, dass, wenn man Russland nicht mitzählt, Rumänien etwa 45% der noch in Europa gebliebenen Urwaldfläche hat.

 

Am Abend ging dann die zweite Gruppe zum Bären beobachten- und kam mit noch mehr Bärensichtungen als die erste zurück. Am nächsten Tag würde es dann hoch hinaus gehen- aber mehr dazu im nächsten Teil ;)

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Alle Fotos, wenn nicht anders angegeben: ©Bjarne2000

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Kommentare (7)
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19.10.2015
annewi hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht, Bjarne, und für die vielen Tatzen für das Camp, das ehrt mich und mein Campteam sehr! Es war auch für uns mit ecuh ne wudnerschöne Zeit in RUmänien. Aber die Tatzen hier sind doch keine Bärentatzen, Bjarne... ;) Aber spurenlesen machen wir noch intensiver im Slowakei-Camp - und ja, beide Camps finden wieder statt 2016 :) Wir freuen uns auf eure Anmeldungen ab demnächst und abenteuerlustige Teilnehmende! :) Bis dahin, Anne
27.09.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Hört sich spannend an! Richtig cool, dass ihr Bären gesehen habt, das muss ein tolles Erlebnis sein :-) Bin gespannt auf Teil 2!
24.09.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Das klingt super. Da würde ich auch gerne mal hin:)
23.09.2015
Jule98 hat geschrieben:
Danke für den ausführlichen Bericht Bjarne. Super, dass du das gemacht hast und ich freue mich schon auf den nächsten Teil. Wenn man das alles liest und sich die Bilder anschaut kommt alles wieder hoch. Es war eine super Zeit mit euch. - Stimme Franzi zu: "ich will zurück" . Die Leute, das Land, ... - einfach cool!

@midori: Der Audiowanderweg war auf Deutsch. Den hat Anne zusammen mit einigen Bekannten "entworfen". Wir sind mit Pferdewagen nach Seligstadt gefahren und haben uns dann entlang des Wanderwegs auf den Weg, zurück nach Bekokten, gemacht. Entlang des Wanderwegs gab es verschiedene Stationen an denen wir Halt gemacht haben und mittels GPS und App (glaub ich) wurden die Beiträge dann auf Handy o.ä. an der richtigen Stelle abgespielt. (falls jemand mehr wissen will: http://audiowanderweg.seligstadt.ro/ )
23.09.2015
FranziL hat geschrieben:
Dankeschön Bjarne, dass du dich um den Bericht gekümmert hast! Wenn man die ganzen Bilder nochmal sieht und deinen Text ließt kommt die ganze Woche nochmal gedanklich zurück... Wie toll das Camp war, muss ich ja vermutlich nicht mehr erwähnen und auch dieses "Ich will zurück Gefühl", dürfte allen bekannt sein ;D
23.09.2015
Cookie hat geschrieben:
Ein toller Bericht und tolle Fotos! Da möchte man sofort auch die Sachen packen und losfahren. :)
Bin schon gespannt auf den nächsten Teil.
23.09.2015
midori hat geschrieben:
Wow! Das klingt echt fantastisch! Freu mich schon auf den zweiten Teil! Aber wie habt ihr denn den Audiorundgang gemacht? War der auf Deutsch oder Englisch?
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