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Aktionsfahrradtour - Abenteuer zu acht


von Jayfeather
02.09.2016
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12
100 P

Dies ist die Geschichte der fünf Abenteurer David dem Großen, Ole Sternenfänger, Tim Götterklang, Raquel vom Kichertal, Maren Knotenhaar und ihren drei Gefährten Anna, Lisa und David. Sie erzählt von einer Reise an die Ostsee, magischen Karten und Dreiecken, tiefem Urwald, rauen Klippen, mehreren Morden und vielem mehr.
Und hier, in einem Dorf, das als Rostock bekannt ist, fängt die Geschichte an.

Am Freitag, dem 13.8. ist es endlich soweit: Das Camp „Aktionsfahrradtour – Wind im Haar, Freiheit im Herzen“ fängt an.
Während Raquel, David, Ole, Tim und ich (Maren) auf die Betreuer warten rätseln wir, wie viele Teilnehmer wohl noch kommen werden. Als Anna als erste Betreuerin zu uns stößt wird schnell klar: Wir sind schon vollzählig. Von 12 Anmeldungen sind tatsächlich nur fünf übrig geblieben. Aber was solls, auch in einer kleinen Gruppe macht ein WWF Jugend Camp schließlich Spaß!
Nachdem auch Lisa und Campleiter David angekommen sind, geht es los. Mit den Fahrrädern machen wir uns zu siebt auf den Weg zum Campingplatz „Rostocker Heide“, wo dank der „Hanse Sail“ einiges los ist. Campleiter David fährt mit dem Auto, in dem von Essen bis zu Zelten alles transportiert wird, voraus.
Trotz des Tumults auf dem Platz können wir diesen ersten Tag in schöner Atmosphäre am Strand ausklingen lassen.

Nach einer sehr lauten Nacht freuen wir uns schon darauf, diesen Campingplatz zu verlassen. Also beladen wir nach dem Frühstück und einem ersten Bad in der Ostsee unsere Drahtesel und fahren weiter Richtung Marlow. Die Strecke dorthin suchen wir uns mithilfe von Fahrradkarten selbst aus. Bis auf einen nicht vorhandenen Bahnübergang kommt uns nichts in die Quere. Aber auch durch ein paar Bahnschienen lassen wir uns nicht aufhalten und so kommen wir nach ca. 35 bis 40 km am Wasserwanderastplatz in Marlow an.
Dort bauen wir unsere Zelte auf und kochen uns eine köstliche Reis-Gemüsepfanne mit Soja-Medaillons. Auch das restliche Camp über werden wir uns vegetarisch (teilweise auch vegan) und größtenteils mit Bio-Lebensmitteln selbst bekochen.
Nach dem Essen lernen wir uns beim Karten spielen besser kennen und können unsere Teamfähigkeit auch gleich bei einer Karten-Rettungsaktion unter Beweis stellen.

Als Abwechslung zum Fahrrad fahren, machen wir uns am Sonntag statt mit Drahtesel mit Kanu auf den Weg. Nach einer kurzen Autofahrt Richtung Süden, paddeln wir auf der Recknitz zurück nach Marlow. Dabei fahren wir durch ein wunderschönes Renaturierungsgebiet und können sogar kurz einen Biber sehen – jedenfalls glauben wir fest daran, dass es einer war!
Bei einer gemütlichen Pause in der Sonne, gibt es den ersten Todesfall in unserem „Mörder-Spiel“: Raquel stirbt tragischerweise durch ein Taschentuch.
Nachdem wir uns ausreichend durch Schokolade gestärkt haben geht es weiter.
Auch diesen Abend lassen wir beim Karten spielen ausklingen und zerbrechen uns über das erste von vielen Rätseln und einen unglaublichen Karten-Zaubertrick den Kopf – zumindest einige von uns ;)

Fahrt durchs Renaturierungsgebiet.  Foto von Anna Nieweler

Bei einer Pause genießen wir das schöne Wetter.  Foto von Maren Hain

Am nächsten Morgen machen wir uns wieder mit Fahrrädern auf den Weg zum nächsten Campingplatz. An der Recknitz fahren wir weiter nach Norden Richtung Prerow.
Wir bezwingen einige Berge, vertreiben uns die Zeit mit Gesprächen und Spielen wie Melodien-raten und genießen die schöne Landschaft. 
Auf dem Sonnencampinplatz in Prerow erwartet uns schon Campleiter David, der leider krank ist und deshalb nicht mit und Fahrrad fahren kann. Nach zwei Nächten am Fluss, freut es uns, die Ostsee wieder zu sehen. Und mit ihr all den Sand, der sich leider auch in unseren Zelten wieder finden lässt.
Unser Abendessen gibt es heute direkt am Strand bei farbenfrohem Sonnenuntergang. Und auch als die Sonne sich schon verabschiedet hat, bleiben wir noch am Strand und bewundern den sternenklaren Himmel, sogar ein paar Sternschnuppen können wir entdecken. Als es zu kalt wird, holen sich einige von uns ihre Schlafsäcke und spielen Schlafsack-hüpfen – was nicht so einfach ist. Aber immerhin ist der Fall auf den Sand weich.

In der Strandpause wird mal wieder gerätselt. Wer von euch kennt´s? "Also Maus, Maus, Maus, Maus, Eeeelefant..."  Foto von Anna Nieweler



Kurze Pause am wunderschönen Weststrand.  Foto von Maren Hain

Essen am Strand.  Foto von Maren Hain

Direkt bei Prerow liegt der sogenannte Darßwald, der Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft ist. Natürlich wollen wir etwas über die Natur auf der Halbinsel lernen und bekommen daher am Dienstag eine Führung durch den Urwald.
Durch die Abtragung von Sand im Süden der Insel und Anlagerung im Norden (am Darßer Ort), verändert sich die Landschaft ständig. Nach und nach siedeln sich Gräser, Büsche und anschließend auch Bäume auf den neuentstandenen Dünen an und es entsteht ein neues Stück Wald. Dabei gibt es innerhalb des Waldes sehr unterschiedliche Biotope: In den Riegen (den „Dünentälern“) ist es sehr feucht und hauptsächlich mit Erlen bewachsen, während die Reffe (die Dünenkämme) eher trocken sind. Hier wachsen vor allem Kiefern, Stieleichen und Rotbuchen.
Neben dem Wald gibt es auch einige offene Grünlandflächen, auf denen wir eine kleine Gruppe Hirsche entdecken.
Leider werden wir am Strand vom Regen überrascht und so machen wir uns nach dieser interessanten Führung klitschnass auf den Weg zum Campingplatz. Weil das Wetter an der Küste gerne häufiger umschlägt, können wir abends trotzdem noch ein Eis in Prerow genießen.

Beim "Baum-wiedererkennen"-Spiel dürfen wir Bäume umarmen ;)  Foto von Anna Nieweler

Am Mittwoch heißt es früh aufstehen, denn wir müssen die Fähre von Zingst nach Hiddensee bekommen. Tatsächlich wird es ziemlich knapp und wir können gerade noch rechtzeitig an Bord gehen.
Auf Hiddensee angekommen, überreichen Lisa und Anna uns das Camp-Buch mit verschiedenen Aufgaben, die wir bis zum Abend erledigen sollen. Dazu gehören z.B. Fotos mit den Leuchttürmen machen, Appel und Ei eintauschen und etwas über die Geschichte der Insel herausfinden. Also machen wir uns auf den Weg zum ersten Leuchtturm, besuchen das Nationalparkhaus, probieren Sanddorneis und machen eine Pause am Strand. Zum südlichen Leuchtturm schaffen wir es aus Zeitmangel leider nicht mehr, aber dafür fahren wir durch eine wunderschöne Heidelandschaft, in der man nur nicht besonders gut voran kommt.
Auf dem Rückweg zum Hafen haben wir dann tatsächlich die erste Panne der Tour: Tims Hinterrad ist komplett platt. Also heißt es absteigen und schieben. Zum Glück haben die Betreuer Flickzeug dabei und so ist der Reifen bald wieder fit für die Weiterfahrt.
Nach einer weiteren Fahrt mit einer Fähre, schlagen wir in Schaprode auf Rügen für eine Nacht unsere Zelte auf.

Auf verschlungenen Pfaden fahren wir Richtung Süden.  Foto von Maren Hain



Mit Flickzeug ist die Panne zum Glück recht schnell behoben.  Foto von Anna Nieweler

Der letzte „richtige“ Fahrradtag hält die längste Strecke des Camps für uns bereit: Ca. 70 km fahren wir über das Kap Arkona nach Nipmerow. Passend dazu ist Campleiter David wieder fit genug, um uns auf dem Fahrrad zu begleiten.
Gegenwind, Regen, eine verlorene und wiedergefundene Jacke, tolle Aussicht auf das Meer, einige Berge, Sonnenschein, interessante Gespräche – der Tag ist voller verschiedener Eindrücke und am Ende kommen wir ausgepowert auf dem Campingplatz an und kriechen auch schon bald in die Schlafsäcke.

Kurz vor dem Kap Arkona - noch sind die Energiereserven nicht erschöpft.  Foto von Anna Niewler

Endspurt zum Campingplatz.  Foto von Maren Hain

Am vorletzten Tag steht noch einmal ein Nationalpark-Besuch, sowie eine Naturschutz-Aktion auf dem Programm. Im Nationalparkzentrum Königsstuhl erfahren wir bei einem Audio-Guide einiges über die Entstehung und die Natur der Insel. Auch den Königsstuhl selbst schauen wir uns natürlich an.
Nachmittags wollen wir uns nützlich machen und erledigen eine Aufgabe, die auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheint: Wir harken Laub von einer Seite des Weges in den Wald auf der anderen Seite. Zum Aussichtspunkt „Victoria Sicht“ gibt es einen befestigten Weg, der regelmäßig vom Laub befreit werden muss, um ihn in Stand zu halten. Da sich die Besuchermassen hauptsächlich auf diesen kleinen Rundweg beschränken, ist eine Befestigung des Weges durchaus sinnvoll.
Da wir voller Motivation bei der Sache sind, sind wir schnell fertig mit unserer Aufgabe und stellen fest: Im nächsten Jahr kann es auch gerne eine längere Aktion werden.
Am Abend machen wir unser erstes Lagerfeuer und spielen im dunklen Wald ein paar Gruppenspiele. Anschließend setzen wir uns auf einen mondbeschienenen Hügel und lassen das Camp noch einmal Revue passieren.

Die WWF Jugend im Einsatz.  Foto von Maren Hain

Ein letztes Mal heißt es nun: Zelte abbauen, Lunchpakete machen, Fahrräder bepacken und los fahren.
Bis nach Sassnitz ist es nicht mehr weit und so können wir den restlichen Vormittag am Kiesstrand in der „Piratenschlucht“ verbringen. Einige von uns machen sich eifrig auf die Suche nach Hühnergöttern (Feuersteine mit Loch) und Donnerkeilen, während der Rest in der Sonne entspannt.
Um 12 Uhr ist es dann soweit: Wir fahren zum Bahnhof, wo wir uns voneinander verabschieden müssen.
Mir wird noch einmal klar: Ich bin wirklich froh, dass das Camp statt gefunden hat. Denn auch zu acht hatten wir ein paar tolle Tage mit vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen.

Bei wunderschönem Wetter verabschieden wir uns von Rügen.  Foto von Maren Hain

Und so trennten sich unsere fünf Abenteurer und ihre drei Gefährten wieder von einander. Doch auch, wenn für einige von ihnen das nächste Abenteuer schon um die Ecke lugte, an ihre Reise an die Ostsee werden sie noch lange denken und in den Gasthäusern und auf den Märkten wird sich ihre Geschichte verbreiten. Wer weiß, vielleicht machen sich im nächsten Jahr weitere wagemutige Helden auf den Weg an die Küste des Landes, um ihre Schönheit zu entdecken.


Hier gibt es einen etwas anderen Einblick ins Camp. Danke Ole, für dieses tolle Video!

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
05.09.2016
Kathinki hat geschrieben:
Ich wäre echt super gerne dabei gewesen..vielleicht klappt es ja nächstes Jahr!
Schöner Bericht :)
02.09.2016
Raquel hat geschrieben:
Danke nochmal für alles:)
Der Bericht ist wirklich sehr gelungen. Ich konnte nochmal Tag für Tag Revue passieren lassen. Das Video ist sooo cool, danke auch nochmal an Ole.
Es war wirklich eine wunderschöne Zeit mit euch, ich hoffe wir sehen uns mal wieder:)
02.09.2016
Cookie hat geschrieben:
Wenn sie den Bericht lesen und das Video sehen, ärgern sich die anderen fünf bestimmt total! Klingt nach einem traumhaften Camperlebnis, vielen Dank für den Bericht! :)
02.09.2016
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Ach wie schön - ich war im Juli erst in Prerow und habe mich gerade wunderbar erinnert gefühlt! Danke für den schönen Bericht!
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