Aufforstungs-Aktion "Astrein!"


Wir aktiv


für die Wälder!


Peter Cairns / Wild Wonders of Europe / WWF
Astrein! - Bewohner des europäischen Waldes


von KatevomDorf
28.05.2014
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Immer wieder hört man davon: Braunbären, Wölfe, Luchse aber auch Wisente oder Elche sind wieder heimisch. Moment mal! Wieder? Ja leider ist dem so. Viele Großsäuger wurden in Mitteleuropa ausgerottet. Wie etwa der Auerochse bereist um 1470, Wisent (17./18.Jh), Braunbär (1835), Elch, Wildpferd (19Jh.) Wolf (1904). und dies betrifft nicht nur die großen Tiere die einem auffallen, sondern auch zahlreiche Insekten, Reptilien und Kleinstlebewesen. Denn all diese Tiere und natürlich auch Pflanzen braucht ein gesunder Wald um richtig funktionieren zu können (siehe Lisas Bericht).

Aber wie gesagt die Tiere sind auf den Vor- bzw. Rückmarsch in ihre angestammte Heimat: den Wäldern Europas. Das freut uns zwar, bringt aber auch Probleme mit sich, wie wir später noch sehen werden.

In dem Ersten Artikel der Reihe ging es um die Wälder unserer Erde. Wie wir dort erfahren haben, findet man in den gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel nemorale Wälder, zu denen auch der europäische Wald gehört. Daher möchte ich euch heute einiger der dort lebenden Geschöpfe vorstellen. Es wird sich daher um die Tierarten handeln, die schutzbedürftig sind. wie der Luchs, Braunbär, Wolf und Elch.

Beginnen wir mit dem größten, dem Elch (Alces alces alces).

Elch im Weg! © Trolljentas Verden

Wer schonmal in Skandinavien war, dem läuft er quasi alle naselang in den Dämmerstunden vor's Auto. Und wenn er auf der Straße stehen bleibt ist er von dort auch nicht all so leicht weg zubewegen. Er hat mit seinen mindestens 400 Kg auch keinen Grund die Straße frei zu geben.

Dennoch kommt es immer wieder zu zahlreichen und schweren Autounfällen mit Elchen. In Finnland erwischt es dabei ca. 3500 und in Schweden sogar bis zu 5000 Tiere im Jahr. Dabei passieren die meisten Unfälle im Frühjahr, in dem die Jährlingskälber ihre Mutter verlassen und auf sich allein gestellt sind. Auch in der Brunftzeit werden viele Bullen in ihrer Liebestollheit von Fahrzeugen erfasst, nichzuletzt auf Grund ihrer dunklen Fellfärbung mit der sie in den Dunklen und langen Winter in Norden gut getarnt sind.

Natürliche Feinde des Elches sind Braunbären und Wölfe (in Europa, Asien und Nordamerika) sowie Schwarzbären und Pumas (nur in Nordamerika). Doch auch Luchse und Vielfraße können sehr junge Kälber schlagen. Ausgewachsene und gesunde Elche müssen auf Grund ihrer Körpergröße kaum eine andere Tierart fürchten.

Trotzdem hat die Elchjagt in vielen Regionen eine Lange Tradition. In Europa werden Elche vor allem in Skandinavien aber auch in den baltischen Staaten, im europäischen Teil Russlands und in Polen gejagt. Da den Elchen besonders in Schweden die natürlichen Fressfeinde zum Teil fehlen, richten die 300.000 Tiere schwere Schäden im Wald an. Deshalb werden allein in Schweden jedes Jahr bis zu 90.000 Tiere geschossen.

Der Braunbär (Ursus arctos).

In Deutschland gibt es heute keine ständig lebenden Bären. Bereits im Mittelalter wurden sie in Waldreiche und schwer zugängliche Gebiete zurückgedrängt. Der letzte deutshce Bär soll 1835 erlegt worden sein.

Braunbärin mit Jungen: "Der Mensch passt nicht ins Beutespektrum des Bären"© Johannes Simon/Getty Images

Mit der Einwanderung bzw. Wiederansiedlung in Österreich, tauchte natürlich die Frage einer Wiederetablierung einer stabilen Population auch in Deutschland auf. Der sogenannte "Problembär" Bruno oder auch schlicht als JJ1 bezeichnete Braunbär sorgte Mitte des Jahres 2006 für ordentlichen Pressewirbel. Er war seit über 170 Jahren der erste Bär, der wieder in Deutschland gesichtet wurde. Dies brachte ihn allerdings keine Pluspunkte ein. Vielmehr hat die Bevölkerung offenbar so viel Angst vor dem "Eindringling", dass man es für nötig hielt ihn zur Strecke zu bringen.

Wanderroute von JJ1 aka "Bruno"

In Gesamteuropa sind die Populationsgrößen als gering einzustufen Da die Tiere sehr wanderfreudig sind, gibt es nur grobe Schätzungen. Nach denen gibt es in Nordeuropa, wobei Schweden hier Spitzenreiter mit max. 3000 Exemplaren ist, relativ große uns stabile Populationen. In der Slowakei und insbesondere in der hohen Tatra und der kleinen wie auch großen Fatra leben schätzungsweise 800 Tiere. In Rumänien lebt jedoch die größte außerrussische Population mit etwa 7000 Tieren (1988).

Der große böse Wolf

Oder wie heißt es doch gleich in den uns allen bekannten Märchen der Gebrüder Grimm?

Grundsätzlich ähnelt der Wolf einem großen Haushund, wobei der Rumpf zu ähnlich gebauten Haushunden länger und der Brustkorb höher, aber schmaler ist.

Die Färbung ist sehr variabel, es gibt weiße, cremefarbene, dunkle, gelbliche, rötliche, graue und schwarze Wölfe. In den gemäßigten Zonen Europas und Asiens überwiegen graue Wölfe. Die nördlichen Populationen zeigen größere Anteile schwarzer und weißer Tiere. Meist überwiegen dunkle Haare auf dem Rücken und dem Schwanz. Bauch, Beine und Schnauze sind meist deutlich heller gefärbt.

Maße und Gewichte des Wolfes sind aufgrund seines ausgedehnten Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich. Die größten Wölfe in den Waldzonen Lettlands, Weißrusslands, Alaskas und Kanadas erreichen eine Schulterhöhe von etwa 80 cm. Diese Wölfe können bis zu 80 kg wiegen.

Wolfrudel leben im Normalfall in festen Revieren. Die Größe der Reviere wird im Wesentlichen durch die Größe  und die Zahl der Beutetiere bestimmt, wobei es selten zu Revierüberschneidungen benachbarter Rudel kommt. Białowieża-Wald (Polen) liegt die durchschnittliche, tägliche Laufstrecke der Wölfe von vier Rudeln bei 22,1 km für Weibchen und 27,6 km für Männchen und entspricht bei einer angenommenen Revierfläche von ca. 235m2 somit einer täglichen genutzten Revierfläche von 9%.

Und obwohl der Wolf mittels unterschiedlicher Gesetze und Regelwerke wie der CITES geschützt wird, wird er doch zumeist ilegal gejagt. Dies macht es den ohnehin scheuen Tieren sehr schwer dauerhaft zu siedeln. Erfahre HIER mehr darüber, was der WWF für die Heimkehr der Wölfe tut.

Wolf hinterm Dickicht © Ralph Frank / WWF

Aber es gibt natürlich auch erfreuliches zu berichten. Der Bestand des Wolfes nimmt seit Anfang des 21. Jh. wieder beständig zu. Daher geht  man nach Erhebungen aus den Jahren 2009 und 2013 von etwa 12.000 bis 18.000 Wölfen in Europa, ohne die Bestände in Russland und der Ukraine, aus.

Und last but not Least: der Luchs(Lynx).

Luchse sind mittelgroße, hochbeinige Katzen. Ihre Krallen können sie einziehen. Der kurze Schwanz hat ein schwarzes Ende. Luchse weisen einen Backenbart auf. Auf den Spitzen der Ohren sind schwarze Haarpinsel vorhanden, die Rückseite der Ohren ist schwarz mit einem weißen oder grauweißen Fleck der mehr oder weniger stark ausgedehnt ist. Die Fellfärbung ist variabel und reicht von sandfarben über rotbraun und braun bis grau. Oft ist das Fell auch gefleckt.

Die wohl größten Populationen außerhalb von Russland sind in Rumänien (ca 1500) sowie in Finnland und Schweden (jeweils ca. 1300) zu finden.

Es hat sich in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass der Luchs grundsätzlich ein schlechter Eroberer von neuen Lebensräumen ist. Zu seinem Verhalten gehört es, dass er bei seiner Revierbildung, die einer Fortpflanzung vorausgeht, territorialen Anschluss an das Revier anderer Luchse sucht.

Die Wiederansiedelung des Luchses durch den Menschen ist von einer Reihe von Widerständen und Kritik begleitet gewesen. Die häufigsten Sorgen, die im Vorfeld von Wiederansiedelungen geäußert wurden, beziehen sich auf Schäden an Haustieren und am Jagdwild. So gab es im Berner Oberland im Jahr 2007 einen starken Rückgang der Luchspopulation.

 

So. dann hoffe ich mein kleiner Einblick hat euch gefallen. Und in der kommenden Woche gibt euch Marielle einen Einblick  "Wie Wälder zerstört werden"

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
02.06.2014
Pandafreundin hat geschrieben:
Wirklich toll! Auch ein dankeschön von mir! :)
01.06.2014
KatevomDorf hat geschrieben:
freut mich, wenn es euch gefällt. es kommen noch viele weitere schöne berichte ;)
29.05.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für den interessanten Bericht und die tollen Bilder!
29.05.2014
Luke24 hat geschrieben:
Ein super interessanter Bericht mit schönen Bildern :-) . Besser kann man Infos über die Tiere wohl kaum zusammenfassen :-)
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