Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
WWF Redaktionswochenende zweiter Teil


von HannaS
05.05.2010
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Nun übernimmt Carina und berichtet uns vom sonntäglichen Morgenprogramm:

„Aufstehen! Wir frühstücken gleich!“
So wird man doch gerne geweckt. In diesem Fall von Valeska, die Hanna, Marcel, Gerrit, Sarah, Lena, Lea und mich (Carina) am Sonntagmorgen aus den Schlafsäcken trieb. Kaum zu glauben, aber wir haben tatsächlich fast bis neun Uhr geschlafen – und das unter freiem Himmel, mitten auf einer ehemaligen Landebahn!

Besonders bequem war das allerdings nicht, und ganz schön kalte Füße hatten wir auch. Dafür konnten wir beim Einschlummern den großen Wagen am Himmel sehen und die ganze Nacht über die Frösche quaken hören. Das war auf jeden Fall ein einmaliges Erlebnis, auch wenn ich nicht besonders viel Schlaf gefunden habe.

Dann hieß es erst einmal Schlafsack und Isomatte zusammenpacken und ab ins Badezimmer. Von da durften wir uns direkt an den gedeckten Frühstückstisch setzen – natürlich auch unter freiem Himmel. Und nachdem wir uns den Bauch kräftig mit Kaffee, Multivitaminsaft, Marmeladenbroten und Müsli vollgeschlagen hatten, ging es auch schon mit der ersten Aufgabe los.

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Torsten erwartet uns mit einem perfekten Sonntagsfrühstück


Ausgestattet mit Pinseln, Papier und Wasserfarbe hat Torsten uns an das Ufer der Nidda diktiert. Dort angekommen sollten wir erst einmal die Frage beantworten: „Was ist eigentlich der Horizont?“
Betretenes Schweigen. Natürlich wussten wir alle, was der Horizont ist, doch ihn zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Schließlich wurden aber doch einige Vorschläge laut und man einigte sich auf die Definition „Dort, wo Land und Himmel sich berühren“. Klingt das nicht schön? Dann sollten wir uns alle einmal im Kreis drehen und den Horizont mit den Augen abfahren. Eine 360-Grad-Drehung also. Anschließend hat Torsten uns gezeigt, wie wir mit der ausgestreckten Hand und Faust nach Augenmaß einen 122-Grad-Winkel abmessen können.

„Ich möchte jetzt, dass ihr euch zu zweit zusammen findet und diesen 122-Grad-Winkel aufmalt“, sagte Torsten. Und zwar mit einigen Einschränkungen: Wir durften nämlich nur schwarze Wasserfarbe benutzen und nur Umrisse zeichnen.

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Hanna, meine Partnerin, und ich zeichneten also munter drauf los: Sie von links und ich von rechts. Sobald alle fertig waren, erklärte Torsten, wie wir unser Bild jetzt ausmalen sollten. Denn das sollte nach genauen Kriterien erfolgen:

Grün sollte alles werden, was natürlich ist. Gelb alles, was naturnah ist. In orange sollten wir alles malen, was vom Menschen geprägt ist und in rot alles, was stark vom Menschen beeinflusst ist.

Hmm, gar nicht so einfach. Als erstes färbten Hanna und ich die Gebäude und einen Maschendrahtzaun im Hintergrund in rot. Doch dann ging es los: Ist das Gras wirklich komplett natürlich? Schließlich wird es bestimmt regelmäßig gemäht und jeden Tag sind Jogger und Hundebesitzer darauf unterwegs. Und der Fluss? Die Ufer sind sicher begradigt und wer weiß, was da alles so im Wasser schwimmt. Auch die Bäume und Büsche werden sicherlich beschnitten, wenn ein Ast für Fußgänger gefährlich werden könnte. Vielleicht wurden sie ja sogar gepflanzt? Und der Himmel? Kann man den noch ganz in grün malen, wo doch jeder weiß, wie viel Abgase der Mensch in die Luft pustet?
Schnell wurde uns klar, wenn man wirklich ganz genau ist, bleibt kaum noch etwas übrig, das wir in grün ausmalen konnten.

Am Ende haben wir unsere Bilder miteinander verglichen und besprochen. Unsere Landschaftsmalereien sahen alle etwas unterschiedlich aus, doch der grüne Anteil war eigentlich in allen erschreckend gering.
Mir persönlich hat diese Aufgabe sehr die Augen geöffnet für meine Umgebung. Es ist schon traurig: Man steht draußen auf einer Wiese, rechts von einem plätschert ein Fluss, in den Bäumen zwitschern die Vögel und in der Ferne hört man sogar die Frösche quaken. Und doch hat der Mensch überall seinen Fingerabdruck hinterlassen.

Mit diesen Eindrücken ging es auf eine kleine Entdeckungsreise über den alten Flugplatz – wir konnten wieder verschiedenen Vogelstimmen lauschen, Frösche und Kaulquappen beobachten und uns an der Frühlingssonne erfreuen. Für viele Städter ist dies ein kleines Paradies am Rande Frankfurts, in dem man noch Weite und Natur genießen kann.alt

Die ehemalige Landebahn wurde aufgerissen - im Geröll finden Pflanzen eine Heimat

Nach dem Streifzug über das spannende Gelände sammelten wir uns wieder auf dem alten Parkplatz der Flugzeuge.
Fast am Ende unseres gemeinsamen Wochenendes angekommen, wurde es noch einmal Actionreich. Thorsten forderte uns zu einer Teamübung auf, die sich „das laufende A“ nennt. Ein großes Holzgebilde in A-Form sollte von uns allen gemeinsam fortbewegt werden. Ein besonders Mutiger sollte dabei auf der Querstrebe des A stehen.
Wir verteilten uns auf die vier Seile, die an der Spitze des A befestigt waren. Die sportliche Anna Lena erbarmte sich als Erste, auf dem Gerüst zu stehen. Zuerst reichlich unkoordiniert rangen wir dem A ein paar Schritte ab. Zwischenanalyse: Wir brauchten jemanden, der das Ganze in die Hand nahm und klare Anweisungen gab, wer wohin laufen und wann ziehen sollte.

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Nachdem Valeska diese Aufgabe übernommen hatte, lief es viel besser. Unser laufendes A mit Anna Lena darauf schaffte es nun sogar, eine von Thorsten aufgestellte Wasserflasche zielgenau umzuwerfen.
Zum Schluss durfte auch Marcel noch einmal auf unseren Riesen-Zirkel steigen. Unsere Fortbewegungstechnik schien nicht gerade gewöhnlich, aber Thorsten zeigte sich beeindruckt von unserer Schnelligkeit und der gesamten Teamleistung.

Nur zum Spaß hatten wir die Übung allerdings nicht gemacht: Am Ende besprachen wir, was man für die Arbeitsweise unseres Redaktionsteams daraus ableiten kann. Wir fanden recht viele Aspekte, zum Beispiel:
- Wenn man zusammen arbeitet, wird jedes Mitglied an seiner Stelle gebraucht
- Es funktioniert nur, wenn keiner sich drückt oder einfach nur mitschlurft
- Ein wenig Koordination ist in jeder Gruppe nötig – wenn einfach alle durcheinander reden, wird das Ergebnis nicht sehr gut
- Es gibt verschiedene Wege, um ein Ziel zu erreichen

Alles in allem waren wir zufrieden mit uns, wir sind ein gutes Team.

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Nach dem Aufräumen stand noch eine kleine Abschlussbesprechung an – und danach leider der Abschied.
Es war zwar nur ein sehr kurzes Wochenende, aber absolut lohnenswert. Sich persönlich kennenzulernen ist schon etwas anderes, als sich Nachrichten zu schreiben oder in einer technisch katastrophalen Skype-Konferenz miteinander zu sprechen.

Ich denke, es hat unserem Schreibteam sehr gut getan und wird die zukünftige Arbeit beflügeln. Und als Trost, dass alles so schnell vorbei war, bleibt der schöne Gedanke:
Das war bestimmt nicht das letzte Treffen der WWF Jugend Redaktion!

 


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Kommentare (4)
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09.05.2010
Bienenkoenigin hat geschrieben:
toller Bericht ;)... das war wirklich ein schönes Wochenende...ich bin schon gespannt, wann wir uns alle wiedersehen ;)
Viele Grüße
die Bienenkönigin
07.05.2010
Janine hat geschrieben:
Vielen Dank für euren tollen Bericht! Ich hatte beim Lesen wirklich den Eindruck, dass ihr ein super Team seid. Schön, dass ihr euch alle so sehr engagiert! Mit so einem Redaktionsteam im Rücken fühlt man sich hier doch gleich nochmal so gut aufgehoben! :)
06.05.2010
midori hat geschrieben:
Schade, dass ihr nicht ein paar eurer gemalten Bilder reingestellt habt. Euer künstlerisches Talent hätte mich sehr interessiert :D
06.05.2010
KatevomDorf hat geschrieben:
heeeej das laufende A ist echt nen gutes teamwork spiel...
echt klasse!
ich könnte noch duzende solcher spiele aufzählen und durchspielen. denn nciht nur teamwork ist gefragt, sonder auch gegenseitiges vertrauen....
hört sich im großen und ganzen echt spannend an, was ihr da gemacht habt.
gruß Kate
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