Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
WWF Jugend Redaktionstreffen - Wie man gemeinsam die längsten Treppen bewältigt & Drehtüren bezwingt


von Cookie
14.04.2014
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Aufgeregt und voller Vorfreude auf mein erstes Redaktionstreffen steige ich in Ulm aus dem Zug. Hier will ich mich mit Franzi zur gemeinsamen Weiterfahrt nach Ravensburg treffen. Als ich so am Gleis stehe und mich umschaue, wird mir erst bewusst, dass wir uns keinerlei Gedanken darüber gemacht haben, wie wir uns eigentlich erkennen. Ich frage sie also erst mal per SMS, ob sie schon in Ulm ist. Gespannt halte ich Ausschau, ob jemand sein Handy zückt. Tatsächlich ist da ein Mädchen, das Ähnlichkeit mit Franzis Profilbild in der Community hat und auf einem Smartphone herumtippt. In dem Moment, in dem sie dieses in der Tasche verschwinden lässt, vibriert es in meiner Hand. Ich schaue sie an, unsere Blicke treffen sich, sie guckt irritiert weg. Doch nicht Franzi? In der SMS, die ich bekommen habe, teilt sie mir mit, dass sie sich bereits am Gleis befindet. Ich informiere sie darüber, dass ich "die in der pinken Jacke" bin. Da dreht sich das Mädchen, das ich auch zuvor schon für Franzi gehalten habe, erneut um und diesmal kommt sie auf mich zu. Sie ist es also doch.

Nachdem wir uns erfolgreich gefunden haben, haben wir etwa eine Stunde Zugfahrt, um uns schon mal kennenzulernen. Die Zeit vergeht in Windeseile und schon stehen wir in Ravensburg. Franzi war glücklicherweise schon mal hier und kennt sich ein wenig aus. Die Sonne scheint und ich bin sofort begeistert von dieser Stadt mit ihren hübschen bunten Häusern. Die Innenstadt ist schnell durchquert und wir stehen vor einem großen Turm mit dem interessanten Namen "Mehlsack", etwas unschlüssig, wo es jetzt zur Jugendherberge geht. Wir fragen einen Mann danach und er erklärt uns, dass wir immer weiter die Stufen nach oben müssen. Dass er sich dafür mehrfach bei uns entschuldigt, verwirrt uns zunächst, aber als wir uns und unser Gepäck die nicht enden wollenden Treppen hinaufschleppen, wird uns klar, was der Mann gemeint hat. Auch wenn wir uns einig sind, genug Sport für die nächsten drei Jahre gemacht zu haben, hat sich die Anstrengung mehr als gelohnt: Die Aussicht ist phänomenal. Nur die Rezeption der Jugendherberge hat leider noch geschlossen.



Die Treppe des Grauens (c) Anne Zeiß



Ravensburg von oben (c) Anne Zeiß

Eine halbe Stunde später sind wir unser Gepäck dann losgeworden und können uns frisch erholt an den Abstieg machen, um noch ein wenig die Stadt zu erkunden, bevor die anderen eintreffen. Ohne Gepäck laufen sich die Treppen auch gleich viel leichter - sowohl nach unten als wieder nach oben - und später können wir Marcel, Helen und Ines von oben zuwinken, als sie ebenfalls schwer beladen die Stufen zur Jugendherberge erklimmen.

Obwohl bei der Jugendherberge so ziemlich alles schiefgelaufen ist, was hätte schief laufen können, von der Anzahl der Personen über die Buchung des Essens bis hin zur Ausgabe der Zimmerschlüssel, haben am Ende alle einen Platz zum Schlafen und wir können uns auf den Weg zum Restaurant machen. Zum Abendessen vergrößert sich unsere Gruppe auch noch einmal: Cosima, Marcel, Fabi und Peter stoßen zu uns. Wir lernen Gletscher Cola (Die beste Bio-Cola aller Zeiten kennen und sind von der Speisekarte völlig überfordert, weil jeder am liebsten alles probieren würde. Wie gut, dass man teilen kann. So hat man auch schnell das komplette Nachtischsortiment getestet. Der Abend vergeht unglaublich schnell und ich habe kein bisschen das Gefühl, irgendwo neu dazugekommen zu sein, sondern fühle mich von der ersten Sekunde an wohl bei der Redaktion. Es ist wie immer schön, neue Leute aus der WWF Jugend mal außerhalb der Community kennenzulernen und gleichzeitig treffe ich alte Bekannte.
So sitzt am nächsten Morgen plötzlich auch noch Johannes am Frühstückstisch, der mitten in der Nacht angereist ist und mit seinem Trolley auf dem Kopfsteinpflaster die Ravensburger Nachtruhe gestört hat. Auch Sabine ist zu später Stunde noch zu uns gestoßen.

Unser Lunchpaket hält allerdings erst mal eine kleine Enttäuschung für uns bereit: Es gibt nur dünne Plastiktüten, um den Proviant darin unterzubringen. Dass Marcel das Personal später darauf hinweist und Papiertüten vorschlägt, bewirkt leider gar nichts und so müssen wir in den nächsten Tagen eben auf die Beutelchen zurückgreifen, sofern man keine eigene Brotdose mit hat. Davon lassen wir uns die Stimmung aber nicht vermiesen, schließlich erwartet uns ein geniales Programm.

Nach dem Frühstück werden wir von Mitarbeitern der Firma VAUDE (Man spricht den Namen übrigens tatsächlich so aus, wie man ihn schreibt, ich war immer der festen Überzeugung, es müsste sich um etwas Französisches handeln) abgeholt, um deren Standort in Obereisenbach zu besichtigen. Was wir dort alles Spannendes zu hören und zu sehen bekamen, erfahrt ihr hier demnächst in einem eigenen Bericht. Es war auf jeden Fall unglaublich interessant und nach einem Abstecher in den Fabrikverkauf bin ich nun auch stolze Besitzerin eines pinken Rucksacks. Nächstes Mal kann ich mich also sogar als "die mit der pinken Jacke und dem pinken Rucksack" beschreiben.



Bei VAUDE (c) Peter Jelinek

Von Obereisenbach geht es dann in die Natur, nämlich zum Naturschutzzentrum Pfrunger-Burgweiler Ried in Wilhelmsdorf. Darüber wird Helen euch bald mehr berichten. Bevor wir dort zu einer wundervollen Moorwanderung aufbrechen, die noch Stunden hätte dauern können, wenn es nach mir gegangen wäre, bekommt unsere Gruppe noch einmal besonderen Zuwachs: Carina und Janine kommen gemeinsam mit unserem jüngsten Redaktionsmitglied, Janines kleinem Sohn Theo, an.



Unterwegs im Moor (c) Marcel Gluschak

Bald ist es dann auch wieder Zeit für die Nahrungsaufnahme, die, wie ich jetzt gelernt habe, bei einem Redaktionstreffen auf keinen Fall zu kurz kommen darf. Diesmal geht es in die Nudeloper, wo wir einen lustig-leckeren Abend verbringen, obwohl uns die Bedienung auf die Frage nach Gletscher Cola hin erklärt, dass sie „so Öko-Zeug“ nicht haben. Mit vollem Magen (und einer Person mehr, da als Letzter auch noch Maxim zu uns stößt) lässt es sich auch besser planen. Schließlich ist noch der wohl wichtigste Programmpunkt unseres Treffens zu besprechen: Der für den folgenden Tag geplante Videodreh anlässlich des 5. Geburtstags der WWF Jugend. Ein ungefähres Konzept gibt es schon, doch es stellt sich die große Frage: Wie quetscht man all das, was die WWF Jugend in dieser Zeit erreicht hat sowie das, was wir noch erreichen wollen, in zweieinhalb Minuten Video? Unsere Liste mit unbedingt zu erwähnenden Aktionen, Ereignissen und Fakten wird immer länger und es fällt extrem schwer, einzelne Punkte zu streichen. Nach langen Diskussionen sind die Themen um Mitternacht in vier Blöcke geteilt und wir können voller Erwartung auf unseren Drehtag ins Bett fallen.

Am nächsten Morgen: Das Konzept steht zwar, jetzt fehlt uns aber noch ein Drehort. Aufgrund des Wetters und der doch etwas umständlichen Anreise entscheiden wir uns gegen den Bodensee und für den Flappachweiher in der Nähe, den wir auf der Karte umgeben von Orten mit Namen wie Ittenbeuren und Grünkraut entdecken. Den Waldlehrpfad dorthin zu finden, ist zunächst nicht ganz leicht, doch ist man einmal auf ihn gestoßen, führen alle Wege nach Flappach. Und entlang dieser Wege finden sich herrliche Plätze, die sich wunderbar für unser Vorhaben eignen. Den ersten Stopp legen wir an einem kleinen Rastplatz mit Bänken ein, wo ein Teil der Gruppe sich ausruhen und Theo unterhalten kann, während erst mal Peter und Helen zum Set gebeten werden, um im Wald am Fuße eines großen Baums ihre Geschichten zum Thema Umweltschutz in Deutschland zu erzählen.



Helen vor (und Peter hinter) der Kamera (c) Marcel Gluschak


Theo (c) Anne Zeiß

Als wir die Statements der beiden im Kasten und Theo seinen Brei im Bauch haben, ziehen wir weiter. Der nächste Drehort ist schnell gefunden: Eine über und über mit Löwenzahn bedeckte Wiese. Vor dieser idyllischen Kulisse äußern sich Cosima und Johannes zum Thema Klima. Wir anderen widmen uns unseren Lunchpaketen, dem Löwenzahn und dem Bauern, der vorbeikommt, weil er sich Sorgen macht, wir würden Müll auf seinem Feld hinterlassen. Wenn wir ihn richtig verstanden haben. Als er uns in schönstem Schwäbisch anspricht, sehen wir zunächst einmal alle etwas ratlos drein. Wir können ihm aber vermitteln, dass wir nichts Böses im Schilde führen und können schließlich die letzte Etappe zum See auf uns nehmen.



Klima-Interview in einem Meer aus Löwenzahn (c) Marcel Gluschak

Dort angekommen müssen wir allerdings feststellen, dass der See zu einer Badeanstalt gehört und komplett umzäunt ist. Der Teil, in dem sich ein Steg befindet, der wie geschaffen für unser Video wirkt, gehört einem Angelverein und einfach Privatgelände zu betreten, trauen wir uns dann doch nicht. Auf diese Enttäuschung hin müssen wir erst mal ein paar von Ines berühmten Cookies essen. Johannes entdeckt schließlich einen Mann auf dem Gelände, der uns erklärt, dass das Bad außerhalb des Sommers jedem offen steht und es etwas weiter einen offenen Eingang gibt. Außerdem verrät er uns, dass der Steg, auf dem wir so gerne gedreht hätten, alles andere als stabil ist. Glück gehabt. Nach einer halben Runde um den See haben wir den Eingang gefunden: Eine schmale Metalldrehtür. Und wie bekommt man da nun einen Kinderwagen durch? Ganz einfach: Indem alle mitanpacken und ihn gemeinsam über den Zaun heben. Ein besseres Beispiel für die tolle Gemeinschaft innerhalb der Gruppe hätte es wohl kaum geben können. Und der Aufwand lohnt sich. Am See ist es wunderschön und wir haben den perfekten Platz für die große Schlussszene gefunden. Das Thema? Die Community, wie sie uns verbindet (18.000 Freundschaften wurden hier bisher geschlossen. Wahnsinn, oder?), was wir in der Zukunft vorhaben. Bei diesem Thema darf die Gemeinschaft nicht zu kurz kommen, da müssen natürlich alle aufs Bild. Und Theo darf da auch nicht fehlen. Nach zahlreichen Versuchen haben wir es geschafft. Mittlerweile ist auch der Himmel deutlich grauer geworden. Schnell nehmen wir noch den letzten fehlenden Themenblock auf: Aussagen von Janine und Maxim zum internationalen Artenschutz. Die Szene wird gerade rechtzeitig fertig, bevor es zu regnen beginnt und wir hungrig aber zufrieden den Rückweg antreten. Jetzt heißt es abwarten, was Peter aus den am Samstag aufgenommenen Szenen zaubert. Ich bin mir sicher, wir können uns alle auf ein tolles Video freuen.


 
Am Flappachweiher (c) Marcel Gluschak



Auch Theo gratuliert der WWF Jugend zum Geburtstag (c) Peter Jelinek

Aufgrund unserer neuentdeckten Leidenschaft für Gletscher-Cola und der Neugier auf die letztes Mal ausverkauften Maultaschen wählen wir für unseren abschließenden Abend wieder das gleiche Restaurant wie am ersten Abend. Eigentlich möchte ich gar nicht, dass das Treffen zu Ende geht. Doch gefüllt mit fantastischem Essen, angeregten Gesprächen und herzhaftem gemeinsamen Lachen vergeht auch dieser letzte Abend wie im Flug und schon ist der Sonntag gekommen und es heißt Rucksäcke packen und Abschied nehmen. Ich verlasse Ravensburg traurig, weil ich die anderen jetzt schon vermisse, glücklich, weil es so ein schönes Wochenende war und voller Vorfreude auf die nächsten Monate, die vor Aktionen nur so übersprudeln werden.


Damit wir alle den Überblick darüber behalten können, wird euch die Redaktion jetzt einmal monatlich in einem Bericht über alle in Kürze anstehenden Aktionen informieren. Freuen wir uns gemeinsam auf ein wundervolles Jahr mit einem Feuerwerk genialer Aktionen!

 

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Kommentare (13)
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Sortieren nach Aktualität:
19.04.2014
Maikaefer hat geschrieben:
Echt schöner Bericht! Das aber schon 5 Jahre vergangen sind, ist einfach der Wahnsinn. Jedenfalls "HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH"!!!
15.04.2014
Monamona hat geschrieben:
Klingt super, will auch! ;) (Nein, mein Deutsch hat gar nichts eingebüßt...)
15.04.2014
Kerstin hat geschrieben:
Danke für den super Bericht! Ich musste beim Lesen die ganze Zeit grinsen und würde am liebsten auch ein bisschen mit Theo spielen! Ich freue mich schon auf den Bericht über VAUDE (Ich hätte übrigens auch darauf gewettet, dass man das französisch ausspricht...)
15.04.2014
Pandafreundin hat geschrieben:
Das hört sich nach sehr viel Spaß an!
Freut mich dass es euch allen so gut gefallen hat und der Bericht ist auch toll! :)
15.04.2014
Rhino hat geschrieben:
Auch wenn ich mal wieder nur einen Gastauftritt hatte, war es mal wieder eine unglaublich schöne Zeit :)

Freu mich schon auf viele weitere Treffen!
15.04.2014
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
15.04.2014
Sarah25 hat geschrieben:
Auch wenn Johannes Recht hat und so ein Artikel nicht die ganze Stimmung rüberbringen kann, kann ich sie mir doch vorstellen - die typische Redaktionstreffen-Stimmung eben :)

Danke für den schönen Einblick! Freut mich, dass es wieder so cool war und ich bin felsenfest davon überzeugt im Herbst wieder dabei zu sein! :)
15.04.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Das hört sich wirklich toll an =)
15.04.2014
JohannesB hat geschrieben:
So ein Bericht kann nie all die lustigen und schönen Momente einfangen ...
Aber dieser Artikel bringt doch eine ganze Menge von dem Spaß und der Stimmung rüber, die wir hatten.
Danke, Anne! :)

Ich freu mich schon jetzt auf's nächste Treffen!

Anmerkung der Redaktion, bzw. eines Redakteurs: Das 2. Foto zeigt übrigens nur einen KLEINEN Teil des Aufstiegs ;)
15.04.2014
Westernpferdle hat geschrieben:
Hört sich echt toll an! :)
14.04.2014
FabianN hat geschrieben:
Danke für den schönen Bericht über unser "wunderschönes" Treffen! ;)
14.04.2014
Franzichen hat geschrieben:
Ja unser Treffen am Bahnsteig war echt fail. xD
Es war aber echt einfach soo schöön! ;)
Und lustig und ich vermisse euch alle schon!
Ich hoffe so dass ich beim nächsten Treffen auch wieder dabei sein kann! :)
14.04.2014
Marcel hat geschrieben:
Es war so schööööön! :)
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