Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
WWF-Jugend Redaktionstreffen im Hainich


von Sarah25
16.08.2011
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Wieder einmal war es soweit. Vom 12.-14. August versammelte sich die WWF Jugend Redaktion, diesmal im Nationalpark Hainich (Thüringen). Dabei waren Carina, Valeska, Marcel, Hanna, Maura, Michaela, Community Manager Marcel und ich (Sarah).

Warum ausgerechnet im Hainch?
Der Hainich ist mit einer Fläche von 16.000 Hektar das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. Erst 1997 wurde der Nationalpark (7500 Hektar) gegründet. Vor etwa zwei Monaten ist der Buchenwald sogar als UNESCO Weltnaturerbe anerkannt worden. Diese einzigartige Landschaft ist Heimat vieler Pflanzen-und Tierarten wie wir selbst noch erleben sollten. Einer seiner Highlights ist der 530 Meter lange Baumkronenpfad durch die Höhen des Waldes, welcher unsere abschließende Krönung des Besuchs darstellte.

Am Samstagmorgen brachen wir in den Nationalpark auf zuammen mit unserer Wanderführerin Stephanie Hellmann, um selbst die Natur zu entdecken. Wir liefen zuerst durch eine von hohen Gräsern, Blumen und kleinen Büschen geprägte Landschaft. Stephanie erzählte uns, dass dieses Gebiet früher ein Truppenübungsplatz gewesen war und es wohl noch über 50 Jahre dauern wird bis aus der Buschlandschaft wieder ein kleiner Wald entstehen wird.

Die Graslandschaft im Hainich - in 70 Jahren vielleicht schon wieder Wald
Auf dem Weg in der Graslandschaft des Hainichs. In 70 Jahren könnte hier wieder ein Wald wachsen.

 

Wilde Karde, Schaf-Gabe und Co.
Ich war absolut fasziniert von der vielzahl an Pflanzennamen, die unsere Führerin kannte. Von der Wegwarte über Sauerklee, wilde Möhre, Wald-Ziest, Haselwurz, Beifuß bis hin zum sehr giftigen gefleckten Aronstab ist ihr alles bekannt. Wusstet ihr, dass man eine Brennnessel gefahrlos von unten nach oben durchstreifen kann? Die Murprobe bestand nur Marcel, denn uns andere hielt der bloße Gedanke an den Breenreiz vom Ausprobieren ab.


Eine Wegwarte, wie ihr Name schon verrät, ist sie oft am Wegrand zu finden.

Unsere Führerin Stephanie zeigt uns, dass sich Wasser in den Blättern der wilden Karde sammeln. Insekten fallen hinein und die Planze nimmt ihre Eiweiße auf.


Hohe Buchen, mit Moos überwachsenes Totholz, der Ruf eines Spechts – so zeichnet sich der Urwald Deutschlands aus. Ohne den Menschen sähe es in den meisten Teilen Deutschlands und Europas heute vergleichbar aus. Auf den Weg durch den Märchenwald erfuhren wir, dass der „Hainich-Urwald“ 7 von 10 Spechtarten sowie fast 800 Schmetterlingsarten, 40 Libellenarten, Fledermäuse und Wildbienen beherbergt. Auch etwa 50 Wildkatzen sind hier zu Hause und selbst Luchse wurden schon gesichtet, wenn auch nur auf der Durchreise.

„Nachher seht ihr vielleicht noch eine Wildkatze.“, sagte unsere Führerin –„Nein, das kann nicht sein. Unmöglich! Wildkatzen sind äußert scheu und bleiben für den Menschen meist unsichtbar“, dachte ich, als sie hinzufügte:  „nur eine ausgestopfte natürlich“. Eine kleine Enttäuschung, doch wenigstens die ausgestopfte Wildkatze ist uns nicht davongelaufen.

Der Buchenwald des Hainichs, das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands.


Gestürtzte Bäume mit tellerartigen Wurzeln, die ein Lichtloch in den Himmel reißen, fallen uns immer wieder auf. Der Wald wachse auf einer Muschelkalkschicht, die vor über 200 Millionen Jahren als das Gebiet noch Meeresboden war, entstanden sei, erklärte uns Stephanie. Die Bäume können ihre Wurzeln also nicht tief im Erdboden, sondern nur tellerartig in der obersten Erdschicht verankern. Bei einem Sturm fallen die Bäume eher um und es gibt besonders viel Totholz. .Wir sehen viele dieser umgefalleneBäume auf unserem Weg, ein Bild, das in kontrollierten Wäldern nicht zusehen ist. Das Totholz steigert die Biodiversität, ist Lebensraum für viele Pflanzen zum Beispiel Pilze und Insekten.           Buchen und Chinesenbärte – Wie passt das zusammen? „Chinesenbärte“ sind winkelförmige Baumnarben, die die Stellen kennzeichenn wo früher einmal ein Ast saß. Sie tragen ihren Namen zurecht, da sie oft die Form von typischen Chinesenbärten haben.


Wie anders doch der Wald aussieht, wenn man ihn durch einen Spiegel betrachtet
und sich das Kronendach einmal anschaut ohne dabei eine Genickstarre zu bekommen. Der Effekt ist besser als in jedem 3D-Film. Die sattgrünen Buchenblätter schimmerten in der Sonne über uns. Dieses Dach wirft ein wunderbares Schatten-und Lichtspiel auf den Boden. Probiert es selbst aus! Ihr werdet sehen wie verblüffend die Baumwipfel aus einer anderen Perspektive aussehen!

Das Kronendach durch die Sicht eines Spiegels – ein einzigartiges Erlebnis.

Nach etwa 17 Kilometern, 11 Stunden und mehreren Blasen an den Füßen kamen wir wieder an der Hainich Pension an. Trotz der ausgiebigen Mittagspause am Umweltbildungszentrum des Parks mit einem dickgefüllten Lunchpaket, sowie der rustikalen abendlichen Brotzeit in der Fuchsfarm waren wir ziemlich geschafft und schliefen schnell ein.


Sonntag:

Auf der Suche nach dem Baumkronenpfad verliefen wir uns, da wir eine Abzweigung verpassten und den Feensteig-Rundweg ohne es zu wissen wieder bis zum Anfang liefen. „Guckt mal, es gibt noch ein zweites Tor zum Hainch“, wollte ich sagen, als wir unbewusst wieder am Anfang des Weges standen. Doch mir wurde klar, dass es ein und dasselbe Tor war. Wir hatten es eine dreiviertel Stunde zuvor rückwärts durchquert. Es sollte Glück bringen, doch trotzdem hatten wir Pech: 2,5 Kilometer Strecke sind wir umsonst gewandert. Doch wie man so schön sagt „Der Weg ist das Ziel“, also machten wir uns, ein wenig genervt, strammes Schrittes auf den richtigen Weg zum Baumkronenpfad.

Rückwärts durch das "Tor zum Hainich": Hanna und Carina. Es soll angeblich Glück bringen.


Ein Ranger wie in meinen Vorstellungen, Mitte 50, Rauschbart führte uns in luftiger Höhe herum. Früher war er einmal Förster gewesen, doch jetzt setzt er sich für den Naturschutz ein und bestärkte immer wieder:  „Die Natur ist perfekt, alles hat seinen Platz im Ganzen.“ Außerdem gab er uns viele weitere Informationen mit auf den Weg. Wusstest du zum Beispiel, dass Fledermäuse Säugetiere sind? Vom Turm des Baumkronenpfades aus konnte man den umliegenden Wald unter sich sehen. Es war eine beeindruckende Ausblick.


Ausblick über den Hainich Nationalpark.


Abschied nehmen hieß es nach dem Mittagessen, denn Valeska, Michaela, Maura und ich mussten eher los und haben dadurch die Besichtigung des Nationalparkzentrums verpasst. Das empfand ich jedoch nicht als schlimm, da mein Kopf gar keine weiteren Informationen mehr aufnehmen konnte.

Nicht nur in entfernten Ländern, sondern auch in Deutschland gibt es wunderschöne einzigartige Natur. Das und vieles mehr haben wir dieses Wochenende gelernt. Es war eine schöne Zeit im Zeichen des Naturschutzes. Wir haben die Schönheit und Ruhe der Natur genossen und uns über viele andere Themen ausgetauscht.

Noch mehr Informationen? Die gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Hainich. Noch mehr Bilder vom Treffen gibt es hier.

Ihr wollt mehr über die WWF-Jugend Redaktion wissen? Hier geht es zu den Berichten des ersten und zweiten Treffens. 


Hanna, Valeska und ich beim Pflaumenpflücken – so viel Spaß kann die Natur machen.

 

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Kommentare (16)
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Sortieren nach Aktualität:
23.04.2012
gelöschter User hat geschrieben:
Da wer ich auch gerne dabei gewesen und super bilder o.O :D
22.08.2011
Marcel hat geschrieben:
...war einfach voll das schöne Wochenende!
17.08.2011
Stoffie hat geschrieben:
super bericht! :)
echt toll was ihr alles gesehen habt und den trick mit dem spiegel werde ich mal audprobieren :)
17.08.2011
Peet hat geschrieben:
Hm...neidisch werd...! ;) Toller Bericht, tolle Bilder und beim nächsten Male bin ich definitiv dabei! :) Weiter so.
17.08.2011
Janine hat geschrieben:
Die Bilder sehen echt unglaublich toll aus! Der Himmel ist einfach superschön - so mystisch..
Danke für den tollen Bericht, Sarah! Ihr scheint wirklich ein super Wochenende gehabt zu haben. Beim nächsten Treffen bin ich auch wieder an Bord ;o) Ich freu mich jetzt schon drauf!
16.08.2011
Nivis hat geschrieben:
Zu erwähnen wäre auch noch, dass wir gelernt haben, wodurch sich der graue und der grüne Specht unterscheiden: der graue Specht hat grünes Gefieder und einen roten Punkt auf dem Kopf; der grüne specht hat ebenfalls grünes Gefieder und einen GRÖßEREN roten Punkt auf dem Kopf!!!!! "Der Flügelschlag eines Spechts!" Es war sooo genial! Danke für den echt tollen Bericht, Sarah :)
16.08.2011
Sarah25 hat geschrieben:
das tut mir leid, dann war wohl doch nur ich ein Angsthase... :D
16.08.2011
Carina hat geschrieben:
Danke für den schönen Bericht! Aber Maura hat Recht: Die Mutprobe hab ich auch bestanden! :D Und ich glaube, Valeska auch, oder nicht? ;)
16.08.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Super Bericht, Sarah ! Allerdings stimmt das mit der Mutprobe nicht - ich habe das mit der Brennessel auch gemacht ;) und Carina glaub ich auch ;)
War sehr schön :)
16.08.2011
midori hat geschrieben:
Thüringen.. das grüne Herz Deutschlands! Wir haben einfach den schönsten Wald! ;o) Schade, dass ich nicht dabei sein konnte! Aber ich kenn Thüringen ja auch schon! ;o)
16.08.2011
Sarah25 hat geschrieben:
Jaa der Hainich ist wirklich sehr schön und ich freu mich auch aufs nächste Treffen ;)
16.08.2011
JohannesB hat geschrieben:
Hätte ich die Seite vorm Kommentieren nochmal neu geladen, hätte ich mich auch einfach anschließen können ;)
16.08.2011
JohannesB hat geschrieben:
Danke für den schönen und informativen Bericht!!
Das hört sich nach einem richtig tollen Wochenende an. Ich glaube, den Hainich muss ich auch mal sehen :)
16.08.2011
Franzi hat geschrieben:
Wow, klingt als hättet ihr eine tolle Zeit gehabt :) Da muss ich unbedingt auch mal hin :)
16.08.2011
MarcelB hat geschrieben:
Das war ein schönes Wochenende, cooler Bericht! :) Ich freu mich schon richtig aufs nächste Treffen :D
16.08.2011
Josephine hat geschrieben:
Schöner Bericht! Ich war schon einige Male im Hainich und kann es wirklich nur empfehlen. Gerade der Baumkronenpfad gewährt ganz neue Einblicke in die Natur - das lohnt sich auch mehrfach anzusehen!
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