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© Peter Jelinek / WWF
Vogelfütterung - Ein Spiel mit Leben und Tod?


von midori
12.02.2010
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"Warum Vögel den Menschen nie verstehen werden? Körner im Winter - Vogelscheuchen im Sommer." (Markus M. Ronner)

Der Winter dieses Jahr lässt uns wieder all seine Kälte und Gnadenlosigkeit spüren. Schon lange gab es nicht mehr so viel Schnee. Und während wir in unseren warmen und gemütlichen Häuschen sitzen, gibt es Wesen, die jeden Tag um Leben und Tod kämpfen. Mehr noch als zu sonnigen Zeiten..

Zu ihnen gehören unzählige kleine Piepmätze. Dick aufgeplustert sitzen sie auf den schneebedeckten Ästen, um sich vor dem eisigen Wind zu schützen. Immer wieder schütteln sie sich, als wären sie ganz empört über das miese Wetter. Da erwacht doch glatt das mildtätige Herz des Menschen, der sich das aus seinem warmen Häuschen ansehen muss. Es ist wieder Zeit für die Winterfütterung. Doch ist das Zufüttern der Vögel zu dieser Jahreszeit wirklich hilfreich und sinnvoll?

Wie zu jedem anderen Thema gibt es natürlich auch hier Vor- und Nachteile.

Nachteile:

Durch ständige Futtergaben kann eine im Vergleich zum Lebensraum zu hohe   Vogelkonzentration erreicht werden. Vogelkrankheiten können an Massenfutterplätzen schneller übertragen werden. Die beachtlichen Geldmengen, die für das Vogelfüttern aufgewendet werden, fehlen dem Vogelschutz für wesentlich wichtigere Dinge. Und viele Menschen füttern zu Zeiten, in denen es noch genügend natürliche Futterangebote gibt.

Vorteile:

Für uns Menschen ist das Vogelhaus und die Winterfütterung eine gute Möglichkeit, um die kleinen Tierchen ausführlich beobachten zu können. Zudem wird die Zahl, der an Futterstellen erscheinenden Vogelarten immer größer. In harten Wintern wie diesen sind Futterstellen mit Sicherheit auch eine wichtige Überbrückungshilfe.

 

Sowohl Vor- als auch Nachteile sind nicht von der Hand zu weisen. Wir füttern schon seit vielen Jahren. Immer aber achten wir darauf, es nicht zu übertreiben. Sobald die Möglichkeit zur eigenständigen Futtersuche gekommen ist, wird die zusätzliche Fütterung langsam abgesetzt.

Es ist ein wahrer Spaß den posierlichen Tierchen zuzusehen. Man kann viel über sie lernen. Es herrscht immer ein reges Treiben an den Futterstellen. Aber nur zu bestimmten Zeiten. Nämlich am frühen Vormittag und gegen 14 Uhr am Nachmittag. Und was da nicht alles wimmelt.. Dicke schwarze Amseln, niedliche Blaumeisen, zahlreiche Sperlinge, bunte Buchfinken, streitsüchtige Kohlmeisen. Ab und an lässt sich auch ein Kleiber blicken. Kleiber hamstern. Sie stopfen sich zig Körner in den Schnabel, um dann eilig fortzufliegen und sie heimlich zu verspeisen. Ein seltener Gast ist der Eichelhäher. Bei seiner imposanten Erscheinung verkrümelt sich sofort der Rest der Vogelschar. Und mit viel Glück kommt auch mal eine kleine Tannenmeise vorbei und ist aber auch sogleich wieder verschwunden.

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Das Geheimnis dieser zahlreichen Vogelschau ist die Futtermischung. Für jeden ist etwas dabei. Vogelfutter aus dem Handel, Meisenknödel, Futterstangen mit Nüssen, Haferflocken, Rosinen, Apfel- und Birnenspalten,..

Doch leider hat auch die manchmal gutgemeinte Hilfe einen bitteren Beigeschmack. Nachbars Katzen lassen die Vögel immer wieder aufschrecken. Eine Amsel war so erschrocken, dass sie ziellos startete und direkt gegen die Scheibe unserer Balkontür flog. Das ist dann wohl die natürliche Auslese, die ich zu verhindern versuchte, auf unnatürliche Weise.. =/

Hoffentlich ist der Winter bald vorbei und man entdeckt die kleinen Besucher im Sommer im Garten. Und dann zwitschern sie uns ein schönes Lied.. :)

 

Anbei noch ein paar Tips zur Vogelfütterung!

Was kann man füttern?

Sonnenblumenkerne oder Körnergemisch mit Hanf, Hirse, Gerste, Haferflocken, geschrotene Körner oder Kleie im Rindertalg, Nüsse im Säckchen, getrockente Beeren, Äpfel..

Was soll man nicht füttern?

Essensreste, Salz, Gewürze, Speckschwarten, Fritierfett, Brot.

Welche Futtergeräte sind sinnvoll?

Alle in denen Futter nicht nass werden kann und Vögel das Futter möglichst wenig mit Kot verunreinigen. (Futtersilo, Bodenfutterhaus, Futterglocke,..)

Wann kann man füttern?

Bei geschlossener Schneedecke, starkem Frost und besonders bei starker Vereisung und Raureif.

Worauf sollte man unbedingt achten?

Der Futterplatz sollte so angelegt sein, dass Vögel eine gute Sicht auf die Umgebung haben, um Katzen und anderen Fressfeinden schnell ausweichen zu können. Dennoch sind Sträuche und Büsche in der Nähe als Sitzplätze von Vorteil.

 

Vor- und Nachteile sowie Tips zur Vogelfütterung entnommen aus: Bezzel, Einhard, Vögel beobachten. Praxistipps, Vogelschutz, Nisthilfen, München: BLV Verlagsgesellschaft 2002.

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Kommentare (10)
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Sortieren nach Aktualität:
27.10.2015
JohannaKaucher hat geschrieben:
Danke, die Tipps merke ich mir für den Winter. Bei uns war es zwar schon sehr kalt, es lag aber noch kein Schnee. Vögel haben wir jedenfalls genug und sie sind nicht besonders scheu. Als ich heute morgen draußen saß, sind sie direkt um mich herumgeflattert.
21.10.2015
Hummelelfe hat geschrieben:
Dankefür die Tipps.
11.11.2014
Waldfreund hat geschrieben:
Vielen Dank auch von mir für den Hilfreichen Beitrag.. Ich Empfehle ihn gern weiter, denn ich lerne gern neues dazu ;)
16.02.2010
Hannah hat geschrieben:
Danke für die echt guten Tipps, ich wusste gar nicht was man alles füttern kann, wir füttern die Vögel in unserem Garten immer mit Maiskolben und getrockneten Sonnenblumen, damit sie sich damit auch noch selbst beschäftigen können.
13.02.2010
Sarah25 hat geschrieben:
echt hilfreich die guten Tipps...
bei uns sind im Moment auch ganz viele Vögel im Garten, weil wir einen Zierapfelbaum haben, wo jeden Winter noch die kleinen Äpfel dran sind über die sich dann alle Vögel hermachen... ;)
13.02.2010
Taki hat geschrieben:
Danke für die Tipps, Bitte nicht vergessen für die Vögel im Sommer Nistkästen im Garten zu verfügung zu stellen. Insekten Vernichtung mit Ortsbindung
12.02.2010
Marcel hat geschrieben:
Danke für die Tipps! Sehr hilfreich! Hab mal bei einem Zugvogelprojekt mitgearbeitet. Die Zahl der Zugvögel verringert sich von Jahr zu Jahr - das zeigen die Stichproben, die die Ornithologen über Jahrzehnte hinweg gemacht haben. Das liegt vor allem daran, dass die Zugvögel immer weniger Ruhe- und Rastplätze finden aufgrund der zunehmenden Zersiedelung der Landschaften. Darum ist es umso wichtiger, die Vögel zu schützen - aber eben richtig.
12.02.2010
midori hat geschrieben:
Freut mich sehr, dass es euch gefällt! (:
Hab übrigens noch eine kleine Ergänzung. Grade eben war ein Kernbeisser zu Gast! *G*
Sehr schick anzuschauen! ;)
12.02.2010
franzi94 hat geschrieben:
Auch ich danke f+ür den tolen Bericht :) Ich werde ganz traurig, wenn ich daran denke, dass die kleien Vögel bei der Kälte die ganze Zeit draußen sien müssen udn nichts mehr zu fressen finden :( Natürlich darf man nicht zu viel füttern, aber gerade jetzt, wo es bie mir mal wieder so richtig geschneit hat, finde ich es gut :) Danke für die Tipps!
12.02.2010
Julia hat geschrieben:
Danke für Deinen interessanten Artikel! Besonders nützlich finde ich die Tipps! Wir füttern bei uns im Winder die Meisen auf dem Balkon. Das findet meine Tochter toll und die Katzen sind auch immer ganz aufgeregt (wenn sie die Vögel von drinnen beobachten können ;-)
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