Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Viele Köche verderben das Klima?


von Timm
06.05.2010
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"Kolonne!" - ruft Sönke von Germanwatch, der die beste Aussicht hat. Auf das Kommando in fangen 40 Umweltschützer an mit Trommeln, Kochtöpfen, Suppenlöffeln und Trillerpfeifen ein ohrenbetäubendes Spektakel zu veranstalten. Gleichzeitig recken drei große Männer schnell das Banner mit dem Slogan "Stop cooking our planet!" in die Höhe, um sicher zu stellen, dass die an uns vorbeirauschenden Umweltminister die Botschaft durch die abgetönten Scheiben ihrer Limosinen auch lesen. Im Vordergrund stehen die als Köche verkleideten Staatschefs Merkel, Obama, Sarkozy und Col, die in einem riesige Topf unsere Erde auf 3,5°C erhitzen, statt sich an ihr Versprechen von Kopenhagen zu halten, die Erderwärmung auf 2°C über vorindustriellen Werten zu begrenzen.

altSo lief das am Sonntag zig mal ab! Greenpeace, Germwatch, WWF, Oxfam und TckTckTck hatte gemeinsam dazu augerufen, 45 Umweltministern einen heißen Empfang zu bereiten. Diese hatten sich auf dem Bonner Petersberg für drei Tage getroffen, um zu beraten, wie es mit den internationalen Klimaschutzverhandlungen nach dem Scheitern von Kopenhagen weitergehen soll. Und ca. 50 Aktivisten waren unserem Aufruf gefolgt, darunter Sonia und Maja aus der WWF-Jugend. Hartnäckig, unbeirrt und bester Laune trotz ständigem Wechsel zwischen Regen, Gewittern und heißer Sonne trommelten, kochten und trillerten sie stundenlang was das Zeug hielt mitten im Wald neben der Landstraße.

Wie bei in einem guten alten Western hatten wir uns taktisch geschickt so positioniert, dass alle an uns vorbei mussten: Delegierte, Presse, Minister und am Ende die ganz große Kolonne von Angela Merkel und Felipe Calderon, dem mexikanischen Staatschef. Die Presse filmte, fotografierte und interviewte fleißig, doch die Ölkrise in den USA und die Nachrichten aus Griechenland verhinderten, dass über Aktion in größerem Maßstab berichtet wurde. In Online-Medien fand die Aktion jedoch großen Widerhall. Und wie gesagt - die Minister konnten uns gar nicht übersehen.

Vielleicht hat unser "Einheizen" ja auch dazu beigetragen "das Eis zu brechen", wie dies gemäß Umweltminister Norbert Röttgen auf dem Petersberg gelungen sein soll und wieder eine bessere Verhandlungsatmoshäre im Vorfeld der im Juni anstehenden offiziellen Verhandlungen zu schaffen. Aber was das genau bedeutet und ob es tatsächlich konkrete Ergebnisse auf der Konferenz gab, ist schwer zu beurteilen. NGOs waren zu den Beratungen nicht als Beobachter zugelassen. Beim nächsten Treffen in Bonn sind wir aber wieder dabei und können den Ministern direkt auf die Finger schauen. Dann werden wir wissen, ob der Petersberger Dialog eine PR-Show war oder die Regierungen tatsächlich wieder ernsthaft daran arbeiten, unseren Planeten nicht um mehr als 2°C zu erwärmen.

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Kommentare (5)
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07.05.2010
Nivis hat geschrieben:
Super Konzept.
So,wie es beschrieben ist, konnte man euch ja wirklich nicht überhören bzw. übersehen :)
Super!
07.05.2010
anni95 hat geschrieben:
Ich hoffe das hat auch was bewirkt! Die Idee ist echt klasse, wär zu gern dabei gewesen ;) Hoffentlich, hoffentlich, HOFFENTLICH hilft es!
07.05.2010
LeniKalte hat geschrieben:
super aktion!!!müsste es definitiv mehr von geben....
06.05.2010
midori hat geschrieben:
Ich kann mich Franzi nur anschließen! Tolles Ding! Hat sicher gut Eindruck gemacht! :)
06.05.2010
Franzi hat geschrieben:
Wow, klingt super! Tolle Aktion!:)
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