Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Tanzend als Panda den Regenwald retten – die Viva-Amazonia-Aktion in Köln


von Buchenblatt
07.09.2015
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Die Rhythmen der Trommeln dringen an meine Ohren. Mittlerweile hat sich eine Menschentraube um die Trommlergruppe gebildet. Ich bin mittendrin. Als Panda verkleidet soll ich für Stimmung sorgen, Aufmerksamkeit erregen und mich zu den Rhythmen der Trommeln bewegen. Fast wie von selbst finde ich den Rhythmus und tanze einfach. Zum Glück brauche ich mir heute keine Gedanken darüber zu machen, wie ich dabei aussehe. Schließlich kann mich keiner in meinem dicken Kostüm erkennen und witzig scheint es auf jeden Fall auszusehen. Bald schon kommen die ersten kleinen Kinder zu mir. Sie wollen mich als Panda anfassen, winken mir zu oder setzen sich sogar auf meinen Schoß, wenn ich in die Hocke gehe. Doch es kommen nicht nur kleine Kinder - auch Jugendliche, Touristen, ältere Leute, Familien und ganze Gruppen wollen Fotos mit mir machen.

Nach fast zwei Stunden, die mir allerdings sehr viel kürzer vorkamen, schlüpfe ich wieder aus dem Pandakostüm. Doch das gute Gefühl bleibt. Die strahlenden Kinderaugen, das Lächeln der Menschen, der Dank und die Umarmungen bleiben hängen. Es ist toll, wenn man auf eine so angenehme Weise etwas für den Regenwald tun kann.

Doch wie bin ich eigentlich auf die Idee gekommen, auf dem Domplatz als Panda verkleidet Aufmerksamkeit für unsere Aktion zu erregen.

Es fing an mit einem Artikel von Uli (midori) – ein Aufruf, am Freitag, den 4.9. oder am Samstag, den 5.9. nach Köln zu kommen, um dort Unterschriften für den Regenwald und gegen geplante Gesetzesänderungen, die die Fläche der Schutzgebiete verkleinern würden, zu sammeln. Am Abend würde außerdem eine Fotoshow von dem sehr bekannten brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado über den Regenwald stattfinden.

Ich war begeistert von der Aktion und meldete mich deshalb für den Samstag sofort an. Leider konnte ich am Freitag nicht dabei sein, weil ich Schule hatte.

Am Freitag waren dann vormittags bereits Trommler und der großer Pappmaché-Jaguar auf dem Domplatz. Zusammen erweckten sie Aufmerksamkeit, sodass die WWF Jugend bereits Passanten informieren und Unterschriften für die Petition sammeln konnte. Außerdem wurden Presseleute auf unsere Aktion aufmerksam. Sogar die Lokalzeit aus Köln (WDR-Fernsehen) sendete einen kleinen Beitrag.

Am Samstag war ich dann bei der ersten Schicht dabei. Als ich auf dem Domplatz ankam, traf ich zuallererst Johannes. Dann wurde uns kurz noch einmal erklärt, worum es bei der Aktion geht, was der Hintergrund ist und dass zeitgleich in Brasilien eine ähnliche Aktion stattfindet, da am Samstag der Amazonastag war. Anschließend bekamen die anderen Helfer WWF-Jacken, Infomaterialien und Unterschriftenlisten. Ich schlüpfte in das warme, bei dem doch recht herbstlichen Wetter angebrachte, Pandakostüm. Da die Trommler immer nur eine halbe Stunde spielen durften und dann wieder eine halbe Stunde Pause machen mussten, konnte ich zwischendurch einfach nur über den Domplatz spazieren und Fotos mit Touristen machen. Das war allerdings auch angenehm, da das Tanzen auf Dauer im Pandakostüm ganz schön anstrengend wird. Trotzdem war meine "Pandazeit" viel zu schnell vorbei. Zum Schichtwechsel wechselte also auch das Innenleben des Panda.

In der zweiten Schicht wurde dann, ebenso wie in der ersten Schicht, über die Bedrohung der Schutzgebiete des Regenwaldes in Brasilien informiert, es wurden Unterschriften gesammelt und zur Fotoshow am Abend, die sowohl auf dem Roncalli-Platz als auch im Wallraf-Richartz-Museum stattfinden sollte, eingeladen. Leider fing es in der zweiten Schicht auch an zu regnen, sodass ich froh war, mir die erste und dritte Schicht ausgesucht zu haben, obwohl in der dritten Schicht das Wetter nicht viel besser wurde. Zum Glück wurde es kein Dauerregen.

Gegen 16 Uhr kam ich wieder zur dritten und letzten Schicht am Domplatz an. Dort traf ich auf Paula, die am Samstag das erste Mal bei einer WWF-Aktion dabei war. Dafür allerdings schon sehr viele Unterschriften sammelte. Ich denke, dass viele von uns zunächst einmal Hemmungen hatten, fremde Leute auf dem Domplatz einfach anzusprechen, sie zu informieren, um ihre Unterschrift zu bitten und zu der Fotoshow am Abend einzuladen.
Damit wurde auch ich bei der dritten Schicht das erste mal konfrontiert, denn anders als bei der ersten Schicht als Panda, musste ich jetzt aktiv auf Leute zugehen und sie ansprechen. Teilweise auch auf Englisch oder Französisch. Mit der Zeit wurde man allerdings auch darin immer sicherer, sodass ich mit Johannes sogar eine Wette abschloss, wer zuerst seine Unterschriftenliste gefüllt haben würde. Da ich um eine Unterschrift gewann, bekam ich sogar ein Bonbon geschenkt :) .

Da am Nachmittag nicht mehr die Trommlergruppe bei uns war, hatten wir nun Unterstützung von Künstlern, die als prächtige, bunte Vögel verkleidet auf Stelzen über den Domplatz spazierten. Da viele Leute mit ihnen Fotos machen wollten, konnten wir in deren Nähe immer genau diese Leute informieren und um eine Unterschrift bitten.

Insgesamt haben wir auf dem Domplatz größtenteils positive Reaktionen von den Passanten bekommen. Manche wichen einem zwar schon aus, wenn sie sahen, dass man auf sie zusteuerte oder gaben einem direkt zu verstehen, dass sie nicht (teilweise auch verständlich im Regen) stehen bleiben wollten, um sich von uns informieren zu lassen. Manche waren auch interessiert, hatten aber Bedenken wegen des Datenschutzes. Viele waren allerdings auch sehr interessiert oder wussten sogar schon viel über den brasilianischen Regenwald, sodass sie bereitwillig unterschrieben. Wir konnten tatsächlich etwas mehr als 2.000 Unterschriften am Tag des Amazonas sammeln!

Ein gravierender Unterschied, der uns auffiel, waren die Reaktionen der Leute, je nachdem, ob man als Panda auf sie zukam oder mit einer Unterschriftenliste in der Hand. Während viele bei einer Unterschriftenliste innerlich schon abblockten, wurde man als Panda verkleidet sehr oft umarmt.

Nach der letzten Schicht machten wir uns zusammen auf den Weg zum Wallraf-Richartz-Museum. Dort hatten wir zuerst eine kleine Pause. Sobald die Tür für jeden geöffnet wurde, merkte man jedoch, dass der Andrang größer war als gedacht. Schon bald mussten wir unsere Plätze in der ersten Reihe aufgeben, angelieferte Papphocker in den Saal tragen und aufbauen. Trotz allem reichten die Sitzmöglichkeiten nicht aus. Alle Besucher wurden gezählt: Es durften nur 400 in den Saal, der damit auch übervoll war. Alle anderen konnten sich die Fotoshow vor der Kulisse des Doms auf einer 12x8 Meter großen Leinwand auf dem Roncalli-Platz anschauen. Da es nicht regnete, waren die Fotos in so riesig draußen besonders beeindruckend.

Im Wallraf-Richartz-Museum, wo wir uns am Ende einfach auf den Boden gesetzt hatten, wurden zunächst alle begrüßt. Dann gab es ein kleines Podiumsgespräch, unter anderem mit Sebastião Salgado (dem Fotografen). Dieser betonte, dass wir gemeinsam den Amazonas beschützen müssen, da mit jedem Baum und jedem indigenen Volk, das verschwindet, die Welt ein Stückchen ihrer Seele verliere.

Die anschließende Fotoshow zeigte beeindruckende Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Regenwaldes, der indigenen Völker und ihrer Lebensweise und der vielfältigen Tierwelt in beeindruckender Schärfe. Die Fotos wurden von klassischer Musik untermalt und es wechselten immer wieder die Themen der Bilder: Mal ging es eine Zeit lang um die Landschaft, dann wieder um die Tiere oder um die indigenen Völker. Trotzdem hatte man das Gefühl, dass jedes Bild einem eine Geschichte erzählt, vielleicht eine Botschaft hat und die Fotos so zusammengestellt sind, dass sie eine gesamte Geschichte über den schützenswerten Regenwald erzählen.

Nachdem die Fotoshow im Museum zu Ende war und ich mich von den anderen aus der WWF Jugend verabschiedet hatte, ging ich mit meiner Familie noch kurz zu der Fotoshow vor dem Dom. Im Freien und in dieser Größe wirkten viele Bilder noch beeindruckender als vorher.

Insgesamt war die komplette Aktion sehr gelungen. Es waren nicht nur alle aus der WWF Jugend supernett, sodass wir in Zukunft für Aktionen garantiert in Kontakt bleiben werden, sondern es werden auch die Reaktionen der Passanten auf die Trommler, uns und den Panda, sowie die beeindruckenden Fotos von Sebastião Salgado für immer in meinem Gedächtnis bleiben.

Vielen Dank, an alle, die uns unterstützt haben, uns interessiert zugehört haben, wenn wir sie auf dem Domplatz angesprochen haben und natürlich an alle aus dem WWF-Team und der WWF Jugend.

Für alle, die nicht dabei sein konnten, aber trotzdem helfen wollen: hier geht es zur Unterschriftenliste für den Amazonas! Ladet sie runter, druckt sie aus und sammelt Stimmen für den weltgrößten Regenwald!

***********************

Bilder: Ⓒ Robert Günther / WWF
Selfie: Johannes

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Kommentare (7)
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10.09.2015
Anais hat geschrieben:
Danke für euren tollen Einsatz. Klingt nach einer richtig guten Aktion. Da habt ihr ja echt ordentlich viele Unterschriten zusammen bekommen. Freut mich sehr zu hören, dass du Spaß im Kostüm hattest - bei dem Wetter sicher nicht das Schlechteste, was einem passieren kann :D
Achja und grün steht euch aber auch super - Weiter so! :))
10.09.2015
KikiFi hat geschrieben:
2000 Unterschriften! Super!!
09.09.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Hört sich klasse an! Schade, ich wäre so gerne dabei gewesen, aber ich finde es total klasse, dass ihr so viele Unterschriften sammeln konntet. Super Einsatz!
08.09.2015
Corylus hat geschrieben:
Fantastische Aktion! Ich hänge gleich morgen früh eine Unterschriftenliste in der Schule aus und erkläre im Konzil, was es damit auf sich hat. Das werden bestimmt viele verstehen und unterschreiben! Danke für den Artikel, Johanna!
08.09.2015
BlueLikeTheSky hat geschrieben:
Super Aktion, das hört sich nach einem sehr erfolgreichen Tag und viel Spaß an! Schöner Bericht! :))
08.09.2015
luisa2412 hat geschrieben:
Klingt super!!!! Hoffe, das Flyer verteilen hat etwas gebracht!
07.09.2015
johannesS hat geschrieben:
Vielen lieben dank Johanna! Großartiger Bericht. Auch wenn ich gegen dich im Unterschriften sammeln verloren habe, hat die Aktion doch total viel Spaß gemacht :D Freue mich schon auf die nächste Aktion mit euch :-)
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