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© Peter Jelinek / WWF
Strom Rationierung vom 10. - 15. August Teil 4


von noodle
13.08.2009
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Der 4. Tag des großen Energie-Rationierung-Experiments ist heute.

Ich will ehrlich sein. Ich habe keine Lust mehr... :( Ich bin das Kerzenlicht leid, ich bin die Strapazen beim Einkaufen leid, beim Radio hören ein schlechtes Gewissen zu bekommen oder einfach nicht intensiv genug am PC "arbeiten" zu können...

Aber ich will jetzt nicht kapitulieren. Ich habe nur festgestellt, dass manches sehr schwer fällt. Allerdings will ich mich jetzt auch nicht als die verwöhnte Energie-Abhängige darstellen. Wie in meinem ersten Bericht dargestellt, verbrauche ich lt. WWF CO² Rechner nur 4,22 t im Jahr. Ich bin mit diesem Wert wirklich zufrieden. Schließlich tue ich trotzdem viel dafür. Ich nutze Ökostrom, habe überwiegend Sparlampen, schaue kein Fern, arbeite meistens mit Akku am Laptop und ziehe jeden Stecker von der Dose, wenn das Gerät nicht in Gebrauch ist. Ich fahre alle (ALLE!) Wege mit dem Fahrrad und kaufe überwiegend BIO- oder regionale Produkte.

Dieses Experiment hat mich an meine sowieso schon minimalen Grenzen gebracht. Zwar halte ich einige Regeln immer noch ein (und das werde ich auch nach dem Experiment tun) aber gewisse Umstände kann ich einfach nicht ändern. Ja, die Betonung liegt auf KANN.

Es ist das gesellschaftliche Umfeld, wie ich finde, dass einen dazu auffordert "konform" zu leben, d.h. angepasst. Und ich meine damit z.B. Bildung. Allein beim Studium wird viel "in Eigenregie" gelernt -> dazu brauch man gewisse Quellen wie das Internet oder allgemein den Computer. Anderes Beispiel noch: die Arbeit. Ein Beruf zwingt uns gewissermaßen früh aufzustehen und somit vor Sonnenaufgang Licht zu benötigen. ...

Was ich damit sagen will ist, dass die Gesellschaft in der wir leben und an die wir uns vorläufig anpassen müssen, lässt sich nie wirklich so umstellen, dass wir eine Lebensweise, wie wir sie gerade mit diesem Projekt initiieren wollen, zu 100% realisierbar ist.

Meine traurige Erkenntnis: Der Mensch brauch den Strom. In unserer zivilisierten und fortgeschrittenen Form ist er nicht nur Luxus sondern auch für Bildungszwecke, medizinische Einrichtungen, Sicherheitsdienst (Überwachung?) etc etc etc... Er ist für uns überlebensnotwendig geworden.

Deswegen müssen wir unsere Energie-Gewinnung revolutionieren. Ihr den Charakter der Umweltverschmutzung und Klimaveränderung nehmen. Wir müssen ganz gezielt die erneuerbaren Energien nutzen und Innovationen fördern.

Vielleicht schweife ich immer ein wenig ab, aber ich nutze diese Chance hier gerne auch um ein paar Gedanken, die mir so am Tag durch den Kopf schießen niederzuschreiben :)

MICH WÜRDE EURE MEINUNG MAL INTERESSIEREN. SCHREIBT MIR DOCH BITTE EINEN KOMMENTAR ODER EINE MESSAGE :)

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Kommentare (3)
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16.08.2009
Marcel hat geschrieben:
Hey noodle, vielen Dank für diesen wirklich tollen Tagebucheintrag. Du bist, so wie ja eigentlich alle im Experiment, schon von dir aus sehr umweltbewusst und musst dir daher keine Vorwürfe machen. Dass du hier noch mehr an die Grenzen gegangen bist ist beeindruckend und echt nicht selbstverständlich. Ich hab's anderen auch schon geschrieben: Eine Art 'Klimadiktatur', so wie wir sie hier gerade durchmachen, wäre sicherlich nicht der richtige Weg. Verzicht ist oft gut, aber längst nicht immer. Und er ist auch nicht immer möglich, wie beispielsweise bei der Bildung oder der Sicherheit, die du angesprochen hattest. Es ist schon irre, wie intensiv wir die energie heute brauchen - wenn man das mit dem Leben vor 150 Jahren vergleicht, was ja streng genommen noch nicht so lange her ist. Der Strom durchzieht jeden unserer Lebensbereiche. Wir brauchen Licht, Kühlschränke, Telefone, Internet, Fahrzeuge... Alles unverzichtbar. Aber wie ist es mit elektrischen Bilderrahmen, mit der tonnenschweren Hausbeleuchtung in der Vorweihnachtszeit, mit Klimaanlagen oder mit dem ganzen unnötigen Verpackungsmüll, der energieintensiv entsorgt werden muss? Warum dieser ganze Schrott, der unsere Energiebilanz und den Klimaschutz gefährdet? Die Zukunft kann aber nicht sein, eingleisig zu fahren. Also z.B. nur verzichten, und dann ab in die Höhle. Es muss ein gesunder Mix sein aus Verzicht, Effizienzsteigerung und umweltfreundlichen Energien. Daher bin ich absolut begeistert, dass du die "Energierevolution" angesprochen hast, also die Erneuerbaren. Damit bist du keineswegs abgeschweift. Du hast es auf den Punkt gebracht.
13.08.2009
Kudu hat geschrieben:
Ich glaube auch nicht, dass es zu realisieren wäre, GAR keinen Strom mehr zu verbrauchen. Zur Herstellung nahezu jeden Gegenstandes, den wir im Alltag benutzen, wurde Strom benötigt. Da kommt man einfach nicht drum herum und es ist wirklich traurig, festzustellen, wie sehr sich die Menschheit abhängig gemacht hat. Aber bei unserem Experiment, geht es doch darum, festzustellen, WIE viel davon man persönlich unbedingt braucht, oder?
13.08.2009
littlewestwalker hat geschrieben:
Im Grunde ist es doch so:

Energie sparen + wenig Geld= kein luxus
Energie sparen + Geld= Luxus

oder? es ist traurig aber wahr. mann sollte wohl einfach prioritäten setzten und sich überlegen, wie viel Luxus man haben will. Dabei kann es echt zum Teufelskreis kommen...
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