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© Peter Jelinek / WWF
Spürnasen ertappen Arten-Schmuggler


von NinaFlo
22.10.2009
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Schäferhündin Amy und Labrador Uno schnüffeln in Windeseile an einer Reihe von Koffern. Nach einer halben Minute haben sie etwa zwanzig Gepäckstücke am Frankfurter Flughafen beschnuppert. Plötzlich kratzt Uno mit seinen Pfoten ganz aufgeregt an einem silbernen Hartschalenkoffer. Und tatsächlich holt sein Herrchen, ein Beamter vom Zoll, wenig später eine Haifischflosse aus dem Inneren.

Seit einem Jahr sind die Vierbeiner nun schon im Einsatz am größten Flughafen Deutschlands. Bei einer Pressekonferenz zeigten WWF und Zoll den Journalisten, was die Supernasen bislang entdeckt haben: Krokohandtaschen, getrocknete Seepferdchen, Kiloweise Kaviar, einen lebenden Gecko, Elfenbeinschnitzereien, ein Rhinoszeros-Horn und und und. Der Geruchssinn der Hunde ist sogar so gut, dass sie eine mit Alkohol gefüllte Flasche aufspürten, in der sich eine echte Schlange befand.

Drei bis sechs Monate wurden die Hunde trainiert, damit sie dem Artenschmuggel ein Ende setzen. Denn gleich nach dem Handel mit Drogen und Waffen ist das illegale Geschäft mit bedrohten, wild lebenden Tier- und Pflanzenarten äußerst lukrativ. Interpol schätzt, dass jährlich Arten aus freier Wildbahn im Wert von 13 Milliarden Euro weltweit geschmuggelt werden.

Die Idee für die Artenschutzpolizei auf vier Pfoten hatte damals der WWF. Der einjährige Einsatz der Spürhunde hat sich schon gelohnt, das zeigt ein Blick ins Grusel-Kabinett. Das ist eine Kammer, in der der Zoll die kuriosesten Funde aufbewahrt: Dort findet sich ein ausgestopfter Schwarzbär, eine Gitarre aus einem Schildkrötenpanzer, ein Rücken eines Albino-Krokodils, eine Buchstütze aus einer Zebrapfote und weitere Schreckensgegenstände.

Den Schmugglern drohen hohe Strafen, manche kommen sogar ins Gefängnis. Auch als Tourist sollte man aufpassen, was man sich mit nach Hause nimmt. Am besten ist also immer noch ein Foto von einer seltenen Pflanze oder dem exotischen Tier. Denn auch wenn es nur ein Schildkrötenei oder eine kleine Elfenbeinfigur ist, die man sich mitbringt, auf das Jahr und viele Länder zusammengerechnet kommt unglaublich viel zusammen. Und es wäre doch schade, wenn weiter bedrohte Arten aussterben, nur weil man ein außergewöhnliches Souvernir haben möchte.

2010 sollen auch an anderen Flughäfen Artenschutz-Spürnasen eingesetzt werden. Denn wenn die Schmuggler merken, dass sie in Frankfurt keine Chance haben, werden sie auf andere Flughäfen ausweichen. Bislang gibt es die vierbeinigen Artenschützer schon in Nürnberg, Bremen, Hamburg, Rostock, Düsseldorf und europaweit in Österreich, Italien, Großbritannien und in der Tschechischen Republik.

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Kommentare (3)
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05.11.2009
Julia018 hat geschrieben:
Ich finde diese Sache sehr toll!
Ich möchte am liebsten später diesen Beruf ergreifen,aber nein,was ist? Ich bin mit dem Abitur zu hoch für diesen Beruf qualifiziert!!! Ich darf keinen mittleren Zolldienst machen,weil zu viele Leute mit Abitur den mittleren Zolldienst machen...
Ich finde es unglaublich,dass man diesen Beruf nicht ergreifen darf,nur weil man Abitur hat!!! Für mich wäre das echt ein Traumjob und ich könnte damit weiter helfen,diese Schmuggler zu stoppen,aber nein,ich darf es nicht...
Ich bin echt enttäuscht vom Zoll!!!!
22.10.2009
leni hat geschrieben:
Super, dass die Hunde schon so viel Schmuggelware aufgespürt haben. Hoffentlich gibt es die "Spürnasen" bald auf noch mehr Flughäfen..
22.10.2009
ClaraG hat geschrieben:
Will man die "Spürnasen" jetzt auch an den anderen Flughäfen in Deutschland einführen?
Ich hoffe sehr... Frankfurt zeigt schließlich das es was bringt!
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