Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Sieben Tage 2015


von Marcel
06.08.2009
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100 P

Fünfzehn von uns besuchen mal nächste Woche die Zukunft. Naja, zumindest ist es die Zukunft, wie Saci Lloyd sie sich vorstellt. 2015 könnte das erste Jahr werden, in dem die "Energierationierung" verordnet wird. Jeder bekommt eine CO2-Card, die den persönlichen Energieverbrauch drastisch reduziert. Weil die früheren Generationen den Klimaschutz nicht ernst genug genommen haben, gibt's nun eine Art Klimaschutz-Diktatur. Stressige Zeiten.

Wir probieren mit euch aus, wie sich Energierationierung mitten im Hochsommer anfühlt. Eiswürfel in der Cola? Klimaanlage? Mehrmals am Tag duschen? Alles sieben Tage lang verboten! Diese 15 gehen die Herausforderung an: Jan100, Esther, 7abian, lolfs, M0stlyH4armless, Freitag, Kudu, MadameM, littlewestwalker, noodle, Loba, DerBenni, NatureGirl, somniata und straetsi!

Das ganze Ding läuft natürlich mit strengen Spielregeln. Die wichtigste Aufgabe neben dem Energiesparen wird das Schreiben sein. Wie in Sacis Roman sollen auch die Teilnehmer täglich notieren, was die 'Energierationierung' mit ihrem Leben anstellt. Was nervt total? Was ist vielleicht gar nicht so schlimm? Worauf könntest du prima verzichten, worauf niemals. Zeitraum für das Energiespar-Experiment: 10. bis 16. August.

Die Vorbereitung: Jeder der mitmacht, prüft zunächst seine derzeitige CO2-Bilanz. Wieviel Treibhausgase verursachst du normalerweise in einem Jahr? Deinen CO2-Wert berechnest du mit dem CO2-Rechner des WWF. Diese Zahl schreibst du auf und hängst sie am besten dort auf, wo du sie gut im Blick hast. Deine Aufgabe für die nächsten sieben Tage ist es, diesen Wert so stark wie nur möglich zu senken - im Idealfall auf die Hälfte, denn dann wäre deine Energierationierung ähnlich krass wie bei Laura in Sacis Zukunftsroman. Ob du das schaffst oder daran scheiterst, wird sich am 16. August zeigen...

Dann wird es ernst: Ab Montag morgen, wenn ihr aufsteht, ändert sich für euch alles. Egal was es ist, wofür ihr Energie braucht: Vermeiden oder zumindest halbieren! Damit euer Leben Lauras Leben ähnelt, werdet ihr einige Einschnitte hinnehmen müssen: Nur alle zwei Tage duschen statt jeden Morgen - wer sich täglich waschen möchte, muss auf die Katzenwäsche am Waschbecken zurückgreifen. Baden ist prinzipiell nicht erlaubt. Elektrische Zahnbürste? Verboten. In mehreren Räumen das Licht anlassen oder Musik hören? Nur in dem, in dem du dich befindest. Ach ja, hast du schon überall auf Energiesparbirnen umgerüstet?

Toast-Brot bleibt leider ungetoastet. Das Auto bleibt stehen - wenn du irgendwohin möchtest, bleibt dir nur das Fahrrad, das Skateboard, deine eigenen Füße oder wie auch immer du dich klimafreundlich bewegen kannst. Bus und Bahn sind gestattet, doch auch die verbrauchen Energie, die du dann an anderer Stelle einsparen musst - sei kreativ! Was ist noch anders in 2015? Klar, das Essen...

Südfrüchte? Oder mehrmals am Tag warm essen? Ist gestrichen. Du darfst dich nur von Produkten ernähren, die aus deiner Region kommen. Das betrifft nicht nur Ananas, Bananen und Kiwis - schau bei allem genau auf die Packung, woher dein Essen kommt. Und selbst wenn du nur ein Teilchen beim Bäcker um die Ecke besorgst: Stammen die Zutaten aus nachhaltiger Landwirtschaft und ist das Obst auf dem Teilchen aus der Saison?

Permanent erreichbar? Leider nicht mehr. Das Handy darf nicht länger als vier Stunden im Betrieb sein - überleg dir also gut, wann dich wer sprechen können muss. Mp3-Player? Leider nicht unverzichtbar, muss also in die Schublade wandern. Fernsehen oder Radio hören? Information ist wichtig, also bekommst du eine halbe Stunde "Mediennutzung". Computerspiele inklusive. Danach ist die Kiste wieder aus - und das heißt: Auch der Standby-Modus erlischt.

30 Minuten Internet müssen reichen. Wer clever ist, schreibt seinen Tagesbericht zuerst vor, um ihn dann online schnell abzutippen. Emails, SMS, Chat - es wird darauf ankommen, wie kurz du dich fassen kannst... Aber besser ist es, du verabredest dich dann nicht für die Disko, denn die ist leider zu energieintensiv.

Und dann? Geh am Sonntag Abend wieder zum CO2-Rechner und gebe diesmal alles so an, als würdest du das ganze Jahr hindurch so leben wie in den vergangenen sieben Tagen. Was hat sich verändert? Wir sind gespannt...

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis für alle, die mitmachen: Wer zwischenzeitlich das Gefühl hat, es geht zu weit oder er kann auf bestimmte Dinge nicht verzichten, muss sich natürlich nicht sklavisch an diese Regeln halten. Niemand darf für das Experiment Dinge tun, mit denen er nicht einverstanden ist. Die Teilnehmer sind sehr mutig, weil sie sich auf dieses Experiment einlassen, und müssen niemandem etwas beweisen. Wer scheitert, hat nicht verloren. Es kommt einzig darauf an, die anderen durch tägliche kurze Blogeinträge an den eigenen Gedanken teilhaben zu lassen. So gesehen kann jede Entwicklung im Experiment eine spannende Geschichte beinhalten - nicht nur der Erfolg. Gebt euer Bestes, und zum Dank werdet ihr danach wie versprochen ein Buch "Euer schönes Leben kotzt mich an" von Saci Lloyd erhalten.

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Kommentare (10)
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07.08.2009
Marcel hat geschrieben:
@MadameM: Kein Problem. Wenn das so ist, dann könntest du ja sogar zwei Rechnungen durchführen. Das wäre echt interessant: Einmal für eine einfache Mietwohnung und einmal für ein Einfamilienhaus mit den jeweiligen Unterschieden. Am Schluss könntest du dann beide vergleichen und schauen, wo Energiesparen einfacher ist. Na, dann bin ich mal echt gespannt auf deine / eure Berichte... ;)
07.08.2009
Marcel hat geschrieben:
@ littlewestwalker: Richtig, so funktioniert der Vergleich. In der Rubrik "Energie sparen" findet ihr übrigens einen neuen Artikel mit Tipps zum Energiesparen. Vielleicht hilfreich für die krasse Durststrecke nächste Woche ;)
07.08.2009
littlewestwalker hat geschrieben:
nur damit ich das richtig verstanden hab: wenn wir am ende des projekts noch mal unseren co2 verbrauch berechnen, tun wir so, als ob wir die lebensweise der letzten woche auf ein jahr übertragen hätten, ricthtig?
07.08.2009
Marcel hat geschrieben:
@ lolfs und M0stlyH4rmless: Hey ihr beiden, ihr hattet noch Fragen zum CO2-Rechner. Die Bilanz, die dieser am Schluss ausgibt, bezieht sich auf das ganze Jahr, in allen Bereichen. Es ist wirklich interessant, einmal zu sehen, wieviel Tonnen CO2 man in einem Jahr verbraucht. Wusstet ihr, dass jeder von uns mit durchschnittlich knapp 11 Tonnen pro Kopf und Jahr elf mal soviel CO2 produziert wie ein Mensch in Indien? Der Rechner zeigt euch, wo Ihr besonders viel einsparen könnt und gibt Euch gleich die passenden Tipps dazu. Natürlich gibt es Dinge, die ihr in der nächsten Woche nicht ändern könnt, wie z.B. die Isolierung in eurem Haus. Aber auch das ist ja schon eine spannende Erkenntnis: Um das Optimum herausholen zu können, müssen sich sowohl unsere täglichen Abläufe ändern, aber auch einmalige Großprojekte am Zuhause vorgenommen werden. Gar nicht mal einfach, aber ganz schön spannend. Ihr könnt ja zum Beispiel in der nächsten Woche die Zeit nutzen, um herauszufinden, was eine Umrüstung Eurer Wohnung oder Eures Hauses kosten würde und ob man vielleicht dabei von irgendeiner Stelle unterstützt werden kann. Lauras Familie in dem Roman, um den sich unser Experimant dreht, wurde jedenfalls ziemlich krass mit der Energierationierung alleine gelassen. Lauras Vater machte dann eine Kurzschlusshandlung nach der anderen. Zum Beispiel verkaufte er, ohne die anderen zu Fragen, kurzerhand das Auto und besorgte sich von dem Geld ein Hausschwein und diverse Geräte für den eigenen Gemüseanbau... Muss es so weit kommen...? Was die Berechnung eurer Mobilität betrifft: In den Bereichen Öffentlicher Verkehr und Privatverkehr könnt ihr im Rechner schon ziemlich genau die eigenen Emissionen berechnen. Sogar Carsharing kann gesondert berechnet werden. Wenn ihr aber weiter Fragen habt, hilft euch das WWF-Glossar zum CO2-Rechner. Hier werden die einzelnen Posten nochmal genauer erklärt: http://www.wwf.de/themen/klima-energie/jeder-kann-handeln/co2-rechner/glossar/
07.08.2009
lolfs hat geschrieben:
Ich finde es mit dem Rechner auch fraglich, denn ich weiß nicht, was sich in dieser Woche verändern soll.
Na klar steige ich aufs Fahrrad um, spare an Kleinelektronik, aber da ich bei mir nicht den Stromverbrauch anschauen kann, muss ich diesen per "schätzen" schätzen. Und dort kann man ja nicht so viel einstellen.
Nuja, ich spare trotzdem mal soviel wie es geht.
07.08.2009
Kudu hat geschrieben:
Superspannendes Projekt, finde ich! Wahrscheinlich sind zwar alle, die mitmachen sowieso umweltbewusster als andere, aber ich für meinen Teil find es gut, mich selbst zu "testen". Dann weiß ich wenigstens -wie noodle- worüber ich rede, wenn ich Energiesparen predige:-)
06.08.2009
M0stlyH4rmless hat geschrieben:
Also ich hab noch Schwierigkeiten mit dem CO2 Rechner. ;-)
Wo erfährt man denn wie viele km man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt?! Klar kann man die unterschrichenen Links anklicken, das finde ich jedoch ziemlich ungenau! Die Sachen mim Haus muss man ja nicht eintragen, weil sie sich in der Woche sowieso nicht ändern oder? (Die Angaben beziehen sich ja immer aufs Jahr - genau wie beim Auto?!) Vielleicht wäre eine Gegenüberstellung am Ende der Woche sinnvoller - wie viel nutze ich normalerweise und wie viel habe ich in dieser Woche genutzt?!
Liebe Grüße ! Und viel Erfolg ihr lieben :)
06.08.2009
littlewestwalker hat geschrieben:
wie oft man licht an hat und so sind ja nicht im test...das macht doch eigentlich voll den unterschied, oder?
06.08.2009
littlewestwalker hat geschrieben:
jaja...ich hab grade den CO2 rechner gemacht...ich bin unter dem Durchschnitt! aber....der Flugverkehr...hätte nicht gedacht, dass es bei mir so hoch ist^^naja, ich bin dabei mich richtig zu motivieren damit das ganze auch gaaaaaaanz viel Spaß macht =) take care people!
06.08.2009
noodle hat geschrieben:
na das kann ja nicht so schwer sein ;) ... und wer (wie ich) eh immer auf den Verbrauch der anderen Leute schimpft kann sich ja mal unter Beweis stellen! :D
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