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© Peter Jelinek / WWF
SDW-Jugendworkshop "Wald.Wir.Zukunft"


von Squirrel
13.10.2016
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Im Hainich, in Thüringen fand vom 07. bis 09. Oktober 2016 der von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) organisierte Jugendworkshop „Wald.Wir.Zukunft“ statt.
Er bot die Möglichkeit über die Zukunft des Waldes zu diskutieren und die Meinungen und Forderungen der Jugend in Video-Botschaften festzuhalten und den Politikern des 1.Deutschen Waldtags am 18.10 darzulegen.

Nachdem wir am Freitagnachmittag alle, trotz Bahnanreise pünktlich, in Eisenach angekommen waren ging es direkt in den Nationalpark Hainich. Vor der Begehung des Baumkronenpfades wurden wir zunächst noch einmal vom SDW Orga-Team bestehend aus Maike Wanders, Michael Papenfuß und Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann herzlich willkommen geheißen und erhielten einen kurzen Überblick über das, was uns erwarten würde.

Modell des Nationalparks

Nach einer Einführung in Geschichte und Entstehung des Nationalparks und des Wipfelpfades ging es für uns rauf in die Baumkronen des Rotbuchen-Mischwaldes.
Die zwischenzeitlichen Vorstellungsrunden ergaben eine bunte Gruppe aus vier FÖJler*innen, drei angehenden Forstwirten, drei Schülerinnen und einer Studentin des Forstingenieurswesens, alle hochmotiviert den Politikern unseres Landes unsere Ansichten über die Zukunft des Waldes zu präsentieren. Denn wir sind diejenigen, die ihn nutzen werden und auf ihn angewiesen sind und das noch für viele Jahre!

Die tollen Aussichten wurden begleitet von viel genutzten Kletterelementen, Infotafeln und Zitaten 

Nach der Ankunft in unserem „Urwald-Life-Camp“ gab es Essen vom Grill und einen gemütlichen Abendausklang am Lagerfeuer.

Den Samstagmorgen verbrachten wir im Wald. Vier Referenten zeigten uns verschiedene Aspekte der Waldnutzung und Bewirtschaftung auf. Zunächst informierte Dominik Maier vom Nationalpark Hainich über die Wichtigkeit von Totholz für den Wald. Es diene durch seine weichere Struktur vielen Tieren als Nahrung, Unterschlupf oder Versteck, diese Tiere würden wiederum von anderen als Nahrungsquelle genutzt werden.

Der Nationalpark geht nahtlos in einen bewirtschafteten Plenterwald über. Die Unterschiede zwischen beiden zeigte Förster Lutz Hüttner auf.
Der Wald sei früher als Puffer-Zone bei militärischen Übungen genutzt worden und dadurch zwar zum Teil stark kontaminiert, aber vor Bewirtschaftung geschützt gewesen. Der Teil der jetzt zum Nationalpark gehöre sei seit 19 Jahren völlig sich selbst überlassen und nur ganz selten würden Bäume gefällt, wenn sie die Verkehrssicherheit oder die Waldarbeiter gefährdeten. Die Bäume blieben selbstverständlich als Totholz liegen.

Der angrenzende Forst wird im Plenterbetrieb bewirtschaftet. Dies bedeutet, dass Bäume erst bei einer gewissen Dicke entnommen werden (bei Buchen knapp unter einem Meter Durchmesser) und wenn sie in diesem Falle ein Alter von rund 200 Jahren erreicht haben. Diese Wirtschaftsweise ist sehr nachhaltig und lässt auch abgestorbenes Holz zu, da Bäume die beispielsweise zu dick sind für das Sägewerk oder bereits faulen, nicht abtransportiert werden. Der Wald ist vom unberührten Nationalpark nur schwer zu unterscheiden. Deutschland habe sehr hohe Standards und die ganze Holzgewinnung sei sehr nachhaltig so Herr Hüttner.

Im nachfolgenden Gespräch mit Dr. Björn Seintsch vom Thünen-Institut wurde jedoch deutlich, dass alles aus mehreren Perspektiven betrachtet werden muss. Laut ihm, sei Deutschland fast das einzige Land, das auf diese Weise wirtschafte. Andere Länder würden entweder strikte Plantagenwirtschaft betreiben oder den Wald komplett ursprünglich belassen. Doch die deutsche Wirtschaftsweise reiche nicht annähernd aus, das ganze Land zu versorgen. Daher müsse auf das Holz anderer Länder zurückgegriffen werden. Doch für viele von diesen Holzproduzenten sei der Einsatz von Gentechnik in der Forstwirtschaft ein großer Fortschritt der sehr befürwortet und angewendet würde.

Zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den deutschen Wald konnte er keine genauen Angaben machen, da es verschieden Klimamodelle gebe, die ganz unterschiedliche Entwicklungen voraus sagten. Herr Hüttner meinte, dass sich sehr wahrscheinlich die Eiche durchsetzen würde.

Im letzten Input von Ulrike Schuth, der Referentin für Bildung der SDW erfuhren wir noch die Wichtigkeit des Waldes für die sozialen Aspekte unseres Lebens. Er biete Erholung, kulturelle Identität und Arbeit. Diese Faktoren flössen mittlerweile in Teilen ebenfalls in die Überlegungen ein, wie der Wald genutzt werden solle.

Die fast drei Stunden waren sehr informativ und angereichert durch sowohl unsere Fragen als auch die Fragen und Anmerkungen der Referenten untereinander. Unsere Wahrnehmung für den Wald wurde zwischendurch geschärft, indem wir beispielsweise blind durch den Wald geführt wurden oder die Baumkronen durch Spiegel beobachteten.

Kurze Pause 

Nach dem Essen begann der zweite Teil des Workshops: Der Videodreh.
Felix Lehmann, Geschäftsführer vom Multimediakreis, würde uns mit einem Teil seines Teams dabei unterstützen unsere Forderungen zu transportieren.

Zunächst gab es eine kurze Diskussionsrunde, welche Medien und Netzwerke wir täglich gleichzeitig konsumieren und wie unser Nutzerverhalten dabei aussieht. Fazit: Alles läuft unglaublich schnell und parallel zu vielen anderen Dingen ab, es ist keine Zeit und kein Interesse da sich lange mit etwas zu beschäftigen.

Unser Konferenzraum 

Nach der knappen Analyse unseres Medienkonsums richteten wir den Fokus auf die Zielgruppe unseres Videos: Mittelalte Politiker, die „gezwungen“ sind das Video zu sehen und sich die folgenden Tage mit einer Unmenge an Fakten beschäftigen werden. Unser Plan war daher ein kurzes, abwechslungsreiches Video, das präzise unsere Forderungen übermittelt und Emotionen transportiert.

Daher erarbeiteten wir dann in Kleingruppen unsere Statements. Ohne eine vorherige Absprache konzentrierten sich die Gruppen auf drei unterschiedliche Schwerpunkte:
Artenvielfalt! 100% eigenes und nachhaltiges Holz! Das Leben der Gesellschaft mit/im Wald!

Nach der Ausarbeitung der Texte von Intro, Outro und den Botschaften, sowie der Titelsuche gab es Abendessen. Darauf folgend eine Nachtwanderung über zum Teil recht zugewachsene Wege, erneut ein Lagerfeuer und Gespräche bis tief in die Nacht.

Lagerfeuer

Dennoch waren am nächsten Morgen alle recht ausgeschlafen und hoch motiviert weiterzumachen. In dreier bis vierer Gruppen gingen wir jeweils mit einem der Auszubildenden und ausgestattet mit Kamera, Stativ, Mikrofon, Pop-Schutz, Kabeln, LED-Panel, Softbox und einem Blatt für den Weißabgleich raus in die Natur.

Zuvor hatten wir von Felix eine kurze Einführung in die Technik erhalten, die die verschiedenen Zubehörteile erläutertet, die Auswirkungen von Licht veranschaulichte und uns die Möglichkeit bot eine Filmkamera mal selbst auf die Schulter zu nehmen.

Nach der Ankunft in einer geeigneten Filmkulisse begannen wir mit dem drehen unserer jeweils circa 30 Sekunden langen Sequenzen. Es war schon ein wenig aufregend vor der Kamera zu stehen, aber auch sehr interessant alles einmal mitzuerleben.

Vorbereitungen zum Dreh des Abschlussbildes 

Während unseres Mittagessens schnitt das fleißige Filmteam unser Video und zusätzlich noch ein Making-Off. Einer der Auszubildenden hatte uns die kompletten zwei Tage mit der Kamera begleitet und vieles festgehalten. Es sind zwei wunderbare Filme entstanden, die auch beide in Berlin gezeigt werden und danach noch weiter veröffentlicht werden.

Vielen Dank an das gesamte SDW-Orga Team und die tolle Filmcrew.

Wenn ihr auf dem laufenden bleiben wollt schaut doch mal auf der Facebook-Seite der SDW vorbei:https://www.facebook.com/SDW.e.V/

Text: Lara Kannegieser

(c) Bilder:
Maike Wanders: Titelbild
Johannes Herzog: Bild 1,3,4,5,6,8,9
Lara Kannegieser: Bild 2,7

 

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Kommentare (2)
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Sortieren nach Aktualität:
15.10.2016
Cookie hat geschrieben:
Wow, das klingt nach einem richtig erlebnisreichen Wochenende! Die Bilder vom Nationalpark sind wirklich beeindruckend! Danke für den schönen Bericht, ich bin schon sehr gespannt auf eure Videos! :)
14.10.2016
TaraWon hat geschrieben:
Das hört sich ja nach einem super Workshop an! Danke für deinen Bericht darüber, er inspiriert auf alle Fälle! :)
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