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© Peter Jelinek / WWF
Rote Liste der gefährdeten Vögel in NRW


von Carina
13.04.2010
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Bei dem Wort "Artensterben" denken wir meistens direkt an ferne Länder - an exotische Fische, Eisbären, Tiger oder Orang Utans... Dass jedoch auch hier bei uns viele Tiere vom Aussterben bedroht sind, ist den meisten gar nicht bewusst. Dazu gehören unter anderem Arten, die schon immer da waren und für uns völlig selbstverständlich erscheinen - wie zum Beispiel der Haussperling (auch Spatz genannt).


Der NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg hat am 6. April in Düsseldorf die "Rote Liste für gefährdete Vögel" vorgestellt. Enthalten sind darin unter anderem Rohrdommel, Haubenlerche, Ortolan, Star, Feldlerche, Rauchschwalbe und eben besagter Haussperling.


Einer der Hauptgründe für die Bedrohungen der Brutvogelarten in NRW ist die modernere und effizientere Landwirtschaft. Fast jede zweite Vogelart, die Agrarflächen nutzt, hat in den letzten 25 Jahren abgenommen. Umweltminister Eckhard Uhlenberg kündigte an, ein "Landesprogramm Naturschutz 2020" aufzulegen. Dazu gehört auch der Ausbau von Programmen wie "1.000 Fenster für eine Lerche", das 2009 startete. Ein Lerchenfenster ist ein rund 20 Quadratmeter großer Fleck in einem Feld, auf dem nichts angebaut wird, damit die Lerchen dort brüten können. Besonders verheerend für die Haussperlinge hingegen ist Veränderung der Städte und Dörfer. Vor zwanzig oder dreißig Jahren gab es noch sehr viel mehr wilde Gärten oder auch Hühnerhaltung in den Gärten – ein Paradies für Sperlinge. Auch werden die Häuser anders gebaut, sodass es nicht mehr so viele Schlupfwinkel unter den Dachziegeln gibt. Dem Star geht es ähnlich, er hat Schwierigkeiten in unseren Städten und Wäldern genügend Höhlen zu finden.


Eine Art, die weniger bekannt, aber dafür umso gefährdeter ist, ist die Uferschnepfe. Sie brütet auf feuchten Wiesen im Münster- und Rheinland. Trotz intensiver Bemühungen zum Schutz dieser Vogelart, geht ihr Bestand weiter zurück und es ist nicht sicher, ob sie in zehn Jahren auf der nächsten roten Liste überhaupt noch aufgeführt werden kann – oder ob sie dann schon ausgestorben sein wird.


Zu den positiven Entwicklungen gehört eine Zunahme von Wanderfalken, Uhus und Schwarzstörchen. Der Wanderfalke beispielsweise galt bei der letzten roten Liste noch als bedroht und konnte dieses Jahr von ihr gestrichen werden, weil sich sein Bestand so gut erholt hat.


Die Rote Liste wurde erstellt von der Vogelschutzwarte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO). Rund 200 Vogelkundler haben daran mitgewirkt. Ich habe sogar eine Seite im Internet gefunden, auf der ihr die Liste einmal nachlesen könnt. Für alle, die es interessiert, ist hier der Link: www.nw-ornithologen.de/downloads/projects/project_2_RL_gefaehrdete_brutvogelarten_nrw.pdf


Wie ist das eigentlich bei euch? Seht ihr noch viele der Vögel, von denen ich geschrieben habe? Könntet ihr sie überhaupt voneinander unterscheiden? Und war euch ihre Bedrohung bewusst? Ich würde mich über eure Meinung freuen – auch (oder ganz besonders), wenn ihr nicht aus NRW seid. :)
 

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Kommentare (4)
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21.04.2010
NinaLuthien hat geschrieben:
Ja... das die Vögel in meiner Umgebung weniger werden hab ich dieses Jahr leider auch bemerkt.
Bei uns merkt man viele Eingreiffe in die Natur. Seit Jahren seh ich kaum noch Rotkehlchen, Sperlinge oder Fasane mehr, aber dafür einen Schwarm von Grünsittichen, die sich ungehindert vermehren.
Besonders traurig ist das, weil ich direckt an einem Landschaftsschutzgebiet wohne.
Gut ich habe auch noch ab und an wunderschöne Falken im Himmel über mit und ein Krähenpaar, dass seit Jahren direkt vor meinem Fnster brühtet, aber es ist einfach schade, dass wir es nicht schaffen unsere Artenvielfalt zu erhalten...
15.04.2010
Carina hat geschrieben:
@jennylion, RockShickRike und Ocean: Ich find toll, dass es bei euch anscheinend noch so viele dieser Vögel gibt und dass euch ihr Vorhandensein auch bewusst ist. Wie Ocean richtig sagt, ist es ja leider so, dass sich die meisten Leute nicht für Vögel interessieren und eher Tiere mit Fell vorziehen ;).
@ Bienenkönigin: Ich verstehe, was du meinst. Klar war es in der Geschichte unseres Planeten immer wieder so, dass sich die Umwelt oder auch das Klima verändert hat und dass sich die Lebewesen daran anpassen mussten. Bei den Veränderungen, die der Mensch herbeiführt, ist es nur leider oft so, dass diese so schnell kommen, dass die Tiere keine Zeit haben, um sich auf die veränderten Umstände umzustellen. Diese Arten sind dann ja schließlich nicht von der Natur ausgelöscht, sondern von uns. Und das kann einfach nicht richtig sein.
14.04.2010
midori hat geschrieben:
Ich bin ausnahmsweise mal nicht aus NRW, sondern Thüringen! ;)
Ich muss sagen, ich war im ersten Moment verwundert über Deinen Bericht. Du sprichst davon, dass bei Euch die Haussperlinge auf der roten Liste stehen. Wenn ich so in unseren Garten gucke, sind deutlich mehr Haussperlinge als Feldsperlinge unterwegs. Es wimmelt geradezu vor lauter Haussperlingen. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich die offiziellen Zahlen der Bestände in Thüringen nicht kenne. Es kommt mir nur immer sehr zahlreich vor! :D

Was andere Arten betrifft, so ist mir diesen Winter nur aufgefallen, dass die Gimpel fast verschwunden sind. Vor ein paar Jahren hat man noch mehrere Pärchen am Futterhaus entdecken können. Auch die Gartenrotschwänzchen sind bei uns nicht mehr oft anzutreffen. Unsere Starenpaare aus den vorigen Jahren sind auch in diesem Frühling wieder da und brüten an ihren angestammten Plätzen. Mal sehen, ob es auch wieder drei Milane werden.. Es ist ein doch recht beeindruckendes Naturschauspiel, wenn diese riesigen Greifvögel so anmutig über der Wiese schweben und man sie von der Terasse aus beobachten kann. Eine private Greifvogelvorführung ;)

Danke für den Bericht!!
13.04.2010
Bienenkoenigin hat geschrieben:
(ich komm zwa auch aus NRW)
ich bin leider nicht so gut in Vogelkunde, die meisten Vögel kann ich leider nicht so auseinander halten! Aber ich bin am üben! Das ist echt übel, das so viele Vögel bei uns schon auf der roten Liste stehen, hätte ich nicht gedacht!
Ihr solt das jetzt nicht falsch verstehen, aber manchma frag ich mich, ob es nicht vill. "nartührlich" ist, das manche Arten aussterben. Ich meine wenn eine Tierart an dem Ort nicht überleben kann, ist es doch von der Natur ganz intelligent, diese Art zu löschen... ich mein im laufe der Jahre haben sich doch alle möglichen Tiere an die Umstände angepast. Vill. brauchen wir einfach neue Tierarten... versteht ihr was ich meine?
Viele Grüße
die Bienenkönigin
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