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© Peter Jelinek / WWF
Richtige Vogelfütterung im Winter.


von midori
04.12.2010
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Es ist Anfang Dezember und Deutschland ist nahezu überall unter einer dichten Schneedecke begraben. Auch wenn die Sonne verlockend scheint und den Schnee zum Glitzern bringt, so weht doch ein eisiger Wind. Der Winter hat wieder begonnen und mit ihm eine beliebte und alte Tradition - Die Vogelfütterung.


Amseln naschen gern an Äpfeln und Birnen  © baerchen57 / flickr.com

Während die einen in wärmere Gefilde nach Afrika ziehen, müssen andere den kalten und unbarmherzigen Winter hier verbringen. Zu dieser Zeit ist die Nahrungssuche für Vögel kein Zuckerschlecken. Der Mensch, heldenhaft und großzügig, ist sich dessen natürlich bewusst und greift Mutter Natur etwas unter die Arme. Ist das aber wirklich sinnvoll und richtig?

Natürlich hat auch die Vogelfütterung ihre guten Seiten. So dient sie vorallem dazu, dass wir uns mehr mit unserer Mitwelt beschäftigen und etwas über die kleinen Gesellen lernen wollen, die wir am Futterhaus beobachten können. Die Vogelfütterung kann in sehr harten Wintern eine wichtige Überbrückungshilfe sein und eine wissenschaftliche Untersuchung hat gezeigt, dass die Zahl, der an Futterstellen erscheinenden Vogelarten immer mehr zunimmt. Außerdem sind konzentrierte Futterstellen auch eine gute Möglichkeit für Greifvögel, wie Sperber oder Habicht, um den Winter gut zu überstehen.

Allerdings gibt es auch Bedenken gegen die Vogelfütterung. Das Füttern soll lediglich eine kleine Überbrückungshilfe darstellen. Die Erhaltung der Artenvielfalt ist demzufolge nicht das Ziel der winterlichen Fütterung. Es kann allerdings ganz leicht passieren, dass eine im Vergleich zum Lebensraum zu hohe Vogelkonzentration erreicht wird. Auf diese Art und Weise können auch Vogelkrankheiten schneller übertragen werden. Viele Menschen füttern übertrieben und unvernünftig. Das Geld, was sie in Vogelfutter stecken, fehlt dem Vogelschutz für wesentlich wichtigere Dinge.

 

 


Auch einige Wintergoldhähnchen bleiben zur kalten Jahreszeit hier, während andere in den warmen Süden reisen. © Oliver / flickr.com

Damit es nicht dazu kommt und ihr weiterhin Vögel ordnungsgemäß füttern könnt, hier ein paar Hinweise.

* Was kann man füttern? Sonnenblumenkerne; Körnergemisch mit Hanf, Hirse, Gerste usw.; Haferflocken; geschrotene Körner oder Kleie im Rindertalg; Nüsse; getrocknete Beeren; Äpfel und Birnen in etwas angefaulter Form in Spalten auf dem Boden für die Amseln; Rosinen

* Was soll man nicht füttern? Essensreste! Salz und Gewürze bekommen den Vögeln nicht; Speckschwarten und Fritierfett sind ebenso tabu; Brot

* Welche Futtergeräte sind sinnvoll? Alle, in denen Futter nicht nass werden kann und die Vögel das Futter möglichst wenig mit Kot verunreinigen. Bestimmte Vogelarten, wie Sperlinge, fressen lieber vom Boden. Das Futterhaus sollte dazu in einer überschaubaren Gegend stehen, damit sich kein Räuber anschleichen kann!

* Wie sind Futterstellen zu behandeln? Futterhäuschen oder Bodenfutterhaus regelmäßig säubern!

* Wann kann man füttern? Vorallem bei geschlossener (!) Schneedecke, starkem Frost und besonders bei starker Vereisung und Raureif.

* Wann soll man nicht mehr füttern? Vom späten Frühjahr in den Sommer hinein. Ganzjähriges Füttern ist unnötig.


Auch der Buchfink kommt zu Besuch ans Häuschen! © baerchen57 / flickr.com
 

Ich wünsche Euch viel Vergnügen bei der diesjährigen Vogelfütterung! Wenn ihr die Tipps beachtet, werdet ihr viele Gäste am Futterhaus beobachten können! Kleiner Hinweis: Die meisten Vögel sind am frühen Vormittag und Nachmittag anzutreffen! ;o)

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Quelle:

Bezzel, Einhard, Vögel beobachten. Praxistipps, Vogelschutz, Nisthilfen, BLV Verlagsgesellschaft, München 2002.

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Kommentare (11)
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Sortieren nach Aktualität:
05.12.2014
pusteblumenstaub hat geschrieben:
Jetzt warte ich nur noch, dass der Schnee kommt...dann werden ein paar Vögel gefüttert!
02.12.2014
Makanie hat geschrieben:
Ich habe mal mit einer Freundin einen riesigen Schneemann gebaut. Dessen Kopf haben wir dann oben leicht angefangen auszuhöhlen, sodass eine Mulde gebildet wurde. In diese Mulde haben wir dann Sonnenblumenkerne und dem Schneemann haben wir aus Zweigen ein Krone gebastelt, damit die Vögel sich auch gut festkrallen können.
Ich würde das ganze echt gerne wiederholen, nur leider schneit es seit zwei Jahren nicht mehr bei uns. :-(
26.10.2012
Amanda hat geschrieben:
Bei uns kam sogar mal ein Kuckuck und ein Grünspecht auf den Rasen !!!
14.12.2011
gelöschter User hat geschrieben:
dazu fehlt halt nur noch der schnnee ;)
22.12.2010
Tigerliv hat geschrieben:
Ich finde das sehr hilfreich und gut, dass auch auf sowas kleines geachtet wird.
21.12.2010
midori hat geschrieben:
So eine Tannennadel im Auge ist nicht erwünschenswert! ;o) Da sich Katzen auch bevorzugt unter Büschen in der Nähe des Vogelhäuschens verstecken, kann man vor diese Büsche auch eine Art Gitterdrahtzaun basteln, den man dann im Frühjahr wieder entfernen kann. Denn viele Vogelarten, wie Amsel und Spatz, fressen lieber vom Boden und werden dann schnell zur Katzenbeute.
21.12.2010
midori hat geschrieben:
Bei Katzen hilft es auch, wenn man ein freistehendes Vogelhäuschen hat, Tannenzweige mit der Spitze nach unten an der Stange festzubinden. Das piekst dann nämlich ;o)
21.12.2010
Philip89 hat geschrieben:
Sehr schöner Artikel/Ratgeber :) Wird sich zu hause dran gehalten :)
04.12.2010
midori hat geschrieben:
@Julchen96: Die Vögel wissen es eben nicht besser und fressen alles was sie kriegen können. Man kann es ja an den Tauben in der Stadt beobachten.. Aber Janine hat ganz recht mit dem was sie sagt. Also Finger weg vom Brot! ;o)
04.12.2010
Janine hat geschrieben:
Brot kann sehr leicht schimmeln und bei der Feuchtigkeit schnell verderben. Das sind die Gefahren, wenn Brot längere Zeit liegen bleibt. Außerdem ist der Salzgehalt im Teig eher ungesund. Desweiteren kann das Brot im Magen aufquillen und Magenschmerzen verursachen. Also, lieber auf richtiges "Vogelfutter" zurückgreifen, als ins Brotregal ;o)
04.12.2010
Juliaaa hat geschrieben:
Wieso ist Brot füttern verboten?
Auf die Krümmel, die beim Füttern der Pferde in der Weide liegen bleiben stürzen sich immer alle Vögel. ^_^
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