Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Projekt: Veggi-Kochen für den Regenwald


von SarahU
25.07.2015
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Dieses Jahr gab es an unserer Schule wieder Projekttage, 3 Tage an denen man an einem Projekt teilnehmen kann, dessen Ergebnis am Schulfest präsentiert wird. Schüler der Jahrgangsstufe können selbst ein Projekt anbieten und so kamen meine Schwester Eva und ich (Vegetarier, großer Teil vegan) auf die Idee das Projekt Veggi-Kochen anzubieten. Als sich genug Schüler für unser Projekt angemeldet hatten, haben wir schließlich mit dem Planen unseres Projektes begonnen. Wir stellten uns einige Fragen: Was genau wollen wir mit den Schülern machen? Was wollen wir kochen und welche Zutaten benötigen wir dafür? Wie viele Stunden pro Tag sollen wir uns treffen? Wir entschieden uns vegane Burger und Wraps zu kochen und die Schüler über eine vegetarische/vegane Ernährung zu informieren. Zum Glück bekamen wir Unterstützung von einer Lehrerin, Frau Schuster, die sich unter anderem um die uns zur Verfügung stehenden Räume,  um Kochmöglichkeiten und einige Materialien kümmerte und hilfreiche Tipps bezüglich der Anzahl der zu verkauften Burger und Wraps einbrachte. Als endlich alle Zutaten gekauft, Rezepte getestet, ausgewählt und ausgedruckt, Info-Material bestellt und unsere Power-Point-Präsentation erstellt war, stand unserem Projekt nichts mehr im Weg.
Am Mittwoch morgen informierten meine Schwester und ich zuerst die 8 Schüler/innen über die positiven und negativen Aspekte einer vegetarischen/veganen Ernährung in Form einer Power-Point-Präsentation.
Im folgenden werden einige dieser Aspekte aufgeführt:
Vegetarisch/Vegan für...
...den Regenwald (=>großer Co2-Speicher, größte Artenvielfalt,...):
- Über 80% der Abholzung des Regenwaldes wird durch die Fleischindustrie verursacht (für den Anbau von Getreide, welches als Futtermittel für die Fleischindustrie benötigt wird)
- Ca. 5 Quadratmeter Regenwald müssen für einen Hamburger geopfert werden
- Um 1kg Fleisch zu erzeugen, werden bis zu 16kg Soja, Getreide verfüttert
...Menschen:
- Man könnte 40 Menschen einen Tag lang vegetarisch ernähren, wenn das Getreide nicht für die Herstellung eines Steaks verwendet wird
- Durch den Verzicht auf Fleisch gibt es weniger Hunger auf der Welt
(- 40% der weltweiten Getreide-Produktion wird für die industrielle Fleischindustrie verwendet)
...das Klima:
- Durch den Verzehr eines Steaks wird so viel Co2 ausgestoßen, wie durchschnittlich ein Auto auf 250km ausstößt
- Ein Kilo frisches Gemüse verursacht nur 1,5% der Co2-Emissionen von 1kg Rindfleisch.
- 50% der weltweiten Treibhausgasemission wird durch Viehzucht verursacht
...das Wasser:
- Um 1kg Hühnerfleisch zu erzeugen, benötigt man 3500l Wasser, für 1kg Rindfleisch bis zu 100000l Wasser , für 1kg Äpfel 700l Wasser, für 1kg Getreide nur 50l Wasser
- 70% der weltweiten Ressourcen an Frischwasser verbraucht die Landwirtschaft
...die Gesundheit:
- Durch eine zu Hohe Aufnahme von Fleisch steigt das Risiko, zu erkranken.
- Häufige Krankheiten als Folge des Fleischkonsums sind häufig Herzkreislaufkrankheiten, Cholesterin, Übergewicht, Krebs, Diabetes
-im Durchschnitt leben Vegetarier 7 Jahre länger
Aber: Bei einer vegetarischen und veganen Ernährung sollte man abwechslungsreich essen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen
...die Tiere:
- Tiere haben auch Gefühle; Massentierhaltung ist Tierquälerei
- Im Durchschnitt verzehrt jeder Bundesbürger in seinem Leben 4 Rinder, 4 Schafe, 37 Enten,46 Truthähne 46 Schweine und 945 Hühner
- Über 50 Millionen Eintagsküken werden jährlich geschreddert/ vergast (in der Eierproduktion)
- ca. 180000 trächtige Kühe werden in der Milchindustrie jährlich geschlachtet,
die Kälber ersticken im Bauch ihrer Mütter
Außerdem gibt es viele leckere fleischlose Alternativen, köstliche vegane Aufstriche und verschiedene Fleischersätze (z.B. Veggi-Grillwürste, Pflanzendrinks wie Haferdrink, Sojaschnetzel, Champignon-Aufstrich...)


Mit diesen Informationen haben einige Schüler ein anschauliches Plakat erstellt, während die andere Gruppe ein Plakat über unser Spenden-Projekt „Lernen für den Schutz des Bergregenwaldes“ anfertigte.

Anschließend haben wir zusammen vegane Spaghetti Bolognese mit Gurken-Tomaten-Salat gekocht und gemeinsam zu Mittag gegessen.

Am darauf folgenden Tag haben die Schüler in 2er-Gruppen die Wrap-Füllung gekocht und die Zutaten für die veganen Burger gemischt, zu Burgern geformt und gebraten. Danach musste natürlich noch alles gespült werden, bevor die Schüler schon um 11 Uhr wieder nach Hause durften.

Mittags standen Eva und ich dann 5 Stunden in der Küche und haben den Teig für die Burger-Brötchen und den Wrapteig gemacht, geformt und gebraten bzw. gebacken. Letztendlich hatten wir dann über 40 Brötchen und an die 30 Wrap-Fladen.

Am Freitag Morgen habe ich noch schnell 15 Burger gebraten, da wir mehr Brötchen hatten, als von den Schülern gemachte Burger... und Eva hat noch Tomaten und Zwiebeln geschnitten.

Um 14 Uhr haben wir unseren Stand in der Schule aufgebaut, Flyer von „Rettet den Regenwald e.V.“ (über Tipps zum Schutz der Regenwälder) und Flyer von „die tierbefreier e.V.“ (über Fleisch, Milch und Eier) ausgelegt und Töpfe und Pfannen schon mal erwärmt.

Um 15 Uhr hat schließlich das Schulfest begonnen und wir standen abwechselnd meist zu fünft an unserem Stand um unsere veganen Burger und Wraps zu verkaufen.
Anfangs kamen nur sehr wenige Besucher zu unserem Stand, um sich einen veganen Burger oder Wrap zu kaufen. Neben einigen Backprojekten und dem Verkauf von Essen in der Mensa war auch der Grill im Freien eine große Konkurrenz. Hinzukommt, dass es ein heißer Tag war, an dem die Besucher folglich lieber etwas Kühles zu sich nehmen wollten und unser Stand auch noch etwas Abseits stand. Deshalb hatten wir Bedenken, ob wir überhaupt die Ausgaben für die Zutaten mit den Einnahmen decken könnten. Doch immer wieder kamen Besucher, Eltern, Schüler und Lehrer vorbei, um einen Veggi-Burger oder einen Veggi-Wrap zu kaufen..
Allmählich nahm unser Brötchen-Vorrat ab, genauso wie die geschnittenen Tomaten und Zwiebeln. Doch um auch alles zu verkaufen, sind unsere fleißigen Teilnehmer durch die Schule gelaufen mit einem Burger in der Hand und konnten somit einigen Besuchern diese verkaufen. Als schließlich eine Frau kam und beinahe alle restlichen Burger abkaufte, da sie von unserem veganen Burger-Vleisch so begeistert war, waren wir kurz vor 19 Uhr fast ausverkauft. Bis auf ein paar Brötchen und etwas Wrap-Füllung konnten wir alles verkaufen.
Insgesamt konnten wir einen Gewinn von 100 Euro erzielen, welchen wir an das Projekt „Lernen für den Schutz des Bergregenwaldes“ von Rettet den Regenwald spenden.
Die Regenwälder sind für die Erhaltung des gesamten Planeten wichtig. Der Regenwald fungiert nicht nur als Klimaregulator und Wasserspeicher, dort herrscht auch die größte Biodiversität; 90% aller Tierarten und 60% aller Pflanzenarten sind in den Regenwäldern beheimatet. Doch leider sind die Regenwälder unserer Erde stark bedroht. Ursachen sind die Abholzung und Rodung der Wälder für Holz, für den Anbau von Palmöl, für den Abbau von Rohstoffen wie Aluminium und Erdöl und für den Anbau von Soja als Futtermittel für die Fleischindustrie. Pro Stunde werden ca. 300 Fußballfelder Regenwald gerodet und somit sterben jährlich um die 50.000 Tier- und Pflanzenarten aus. Die Folgen der Rodung des Regenwaldes wie das Aussterben vieler Tier- und Pflanzenarten, die Vertreibung der Ureinwohner, wodurch Sprachen und Kulturen aussterben und die Beschleunigung des Klimawandels, welche Naturkatastrophen und Extremwetterereignisse zur Folge hat, sind schwerwiegend für den gesamten Planeten. Deshalb haben wir uns entschieden, Rettet den Regenwald e.V. durch eine kleine Spende von 100€ zu unterstützen.
Und auch durch unsere Entscheidung für veganes Essen haben wir zu Tier-, Klima-, und Naturschutz beigetragen. Insgesamt gab es viel positives Feedback bezüglich des veganen Essens, aber auch ein paar negative Kommentare bleiben nicht erspart.

Vielen Dank an Frau Schuster, ohne derer Hilfe und Unterstützung unser Projekt nicht hätte stattfinden können. Außerdem ein großes Dankeschön an unsere fleißigen Helfer und Köche Benedikt, David, Jana, Laura, Malte, Phillip, Robert und Samuel ! :)

LG Sarah und Eva

Hier sind einige Informationen zu unserem Spenden-Projekt:
„Lernen für den Schutz des Bergregenwaldes“
Die indonesische Insel Sulawesi ist reich an Wäldern und Bodenschätzen – und das ist zugleich ihr Verhängnis: Bergbaufirmen beuten die Resscoucen aus. Um die betroffenen Menschen, die oft keinen Zugang zu Bildung und Informationen haben, aufzuklären und stark zu machen, bauen unsere lokalen Partner Lernzentren.
Tief in den Bergwäldern im Distrikt Toli-Toli stehen drei Schulen mit Seltensheitswert. Dreimal in der Woche sitzen dort dicht gedrängt Kinder und Erwachsene auf dem Boden, um keinen Unterricht zu verpassen. Der Stundenplan reicht vom Grundschul- bis zum Uni-Stoff: Lesen, Schreiben, Rechnen, Geografie, Bergbau und Umweltschutz, Land- und Menschenrecht.
Die Schülerinnen und Schüler gehören zur Ethnie der Lauje, und viele von ihnen nehmen lange und steile Fußwege in Kauf – weil sie zum ersten Mal im Leben einen Unterricht besuchen können. Denn in ihren entlegenen Dörfern in Zentral-Sulawesi gibt es keine staatlichen Schulen.
2012 hat sich das Blatt gewendet. Unsere Partner vom indonesischen Anti-Bergbau-Netzwerk Jatam haben uns alarmiert, dass sich die Minengesellschaften die Bodenschätze unter den fast unberührten Bergregenwäldern der Lauje aneignen wollen. „Wir müssen handeln“, sagte uns der Kampagnen-Chef Andika Ndika. „Ohne Bildung fehlt den Menschen das Verständnis dafür, dass ihre Existenz bedroht ist, wenn der Wald zerstört wird.“
Die Idee für ein Bildungszentrum war geboren – und inzwischen gibt es drei. Alle selbst gebaut aus den Materialien des Waldes – und mit den Spenden von Rettet den Regenwald. „In den Gemeinden Kinapasan, Nges Aliwung und Ogolais besuchen inzwischen 140 Frauen, Männer und Kinder die Balai Belajar, die Halle des Lernens.
Rund 9.000 Euro kostet eine Schule pro Jahr, inklusive Lehrer-Honorar, Bücher und Technik. Der Gewinn ist unbezahlbar: Die Lauje werden auch ausgebildet, ihr Land zu kartografieren und Nutzungspläne auszustellen. Mit Urkunden und Landtiteln können sie ihren Regenwald vor dem Zugriff der Bergbaufirmen schützen“ www.regenwald.org

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Kommentare (9)
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29.07.2015
vince hat geschrieben:
Wow, tolle Aktion! Habt ihr euch echt viel Mühe gegeben!
Sieht auch wirklich lecker aus :)
26.07.2015
Cookie hat geschrieben:
Ein tolles Projekt, Tatzen hoch! Projektwochen eignen sich echt super, um anderen Schülern Umweltthemen nahe zu bringen und Spenden zu sammeln. :) Auch echt klasse, dass ihr eine Lehrerin als Unterstützung für euer Projekt gewinnen konntet.
26.07.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Eine klasse Aktion, die bestimmt in vielerlei Hinsicht Nutzen erzielt! Eure Mitschüler werden jetzt sicher bewusster Fleisch etc. konsumieren und dem Projekt konntet ihr durch die Spende auch helfen :-) :-)
26.07.2015
Elena001 hat geschrieben:
hört sich super an vielleicht beginnen jetzt auch einige von eurer schule ihren Konsum tierischer Lebensmittel einzuschränken.
26.07.2015
Laura619 hat geschrieben:
Denke ich auch.... So oder so, Hut ab :-)
25.07.2015
EvaUll hat geschrieben:
@laura: es waren ja 5.-7. Klässler, ich denke die sind offener als ältere schüler ;)
25.07.2015
Laura619 hat geschrieben:
Ich bin begeistert !
Ganz lieben Dank für diesen tollen Bericht und Hut ab für euer gelungenes Projekt !
Ich finde es toll, dass deine Mitschüler so offen sind, was die vegetarische/vegane Ernährung betrifft :-)
25.07.2015
OekoTiger hat geschrieben:
Super coole Aktion!
25.07.2015
screamingeagle hat geschrieben:
Wow das nennt man ja mal Einsatz! Toll, dass ihr euch so viel Mühe gegeben habt, und dass ihr am Ende so viel verkaufen konntet! Das eingenommene Geld hat bestimmt auch einen guten Nutzen getan! Respekt für eure tolle Aktion!
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