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Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Prima Klima für die Wahl, Frau Merkel?


von Marcel
01.07.2009
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Vor zwei Wochen hatten wir uns die SPD vorgeknöpft, jetzt war die CDU dran. Am Wochenende hat der WWF beim Kongress der Union gegen deren Wahlprogramm protestiert - wieder mit einem riesigen Würfel. Darauf war eine düstere Landschaft aus Atommeilern und Kohlekraftwerken zu sehen, und die Aufschrift "Mit der CDU/CSU kann der Klimaschutz einpacken!" Aktivisten in Strahlenschutzanzügen und grauen Kohlekitteln haben den Würfel vor dem Kongresswürfel aufgebaut.

altDas Wahlprogramm der  Union ist eine klimapolitische Mogelpackung. "Außen steht Klimaschutz drauf und innen wird an unwirtschaftlichen Atommeilern und besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerken gebastelt", sagt Regine Günther, Leiterin Klima und Energie beim WWF. "Eine glaubwürdige und überzeugende Klima- und Energiepolitik sieht anders aus."

Ein strahlendes Versprechen: Die CDU/CSU will laut ihrem Wahlprogramm aus dem Atomausstieg wieder aussteigen. Wem bringt das was? Laut Meinung des WWF vor allem den Stromkonzernen, und zwar zusätzliche Milliardengewinne auf Kosten der Verbraucher. Dem Klima hingegen bringt es gar nichts, denn Atomkraft ist keine CO2-neutrale Energiequelle. Ganz abgesehen von den Risiken, die mit Atomkraftwerken verbunden sind.

altDaraüber hinaus fordern CDU und CSU einen massiven Neubau von Kohlekraftwerken. Das steht im krassen Gegensatz zu den Klimazielen. Klimaforscher sagen uns, dass die Industrieländer und damit auch Deutschland die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 95 Prozent gegenüber 1990 senken müssen. Mit neuen Kohlekraftwerken, die dann auch über Jahrzehnte am Stromnetz hängen, ist das nicht zu erreichen. CDU/CSU planen im Wahlprogramm eine Subventionierung des Baus neuer Kohlekraftwerke aus Mitteln des Emissionshandels. "Das wäre der klimapolitische GAU", erklärt Regine. "Die größten Klimakiller würden so aus Klimaschutzmitteln subventioniert."

altWie passt das zusammen? Auf der einen Seite bemüht sich Angela Merkel auf internationaler Ebene für mehr Klimaschutz - wie etwa erst kürzlich bei Gesprächen mit US-Präsident Barack Obama. Auf der anderen Seite behindert die Bundestagsfraktion von CDU und CSU konkrete Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland.

Danke an Jasmin und Nina, die uns super bei der Aktion geholfen haben!

Was sind eure Wünsche an die Politiker? Werdet ihr wählen gehen? Haben für euch bei der Bundestagswahl auch klimapolitische Fragen Einfluss auf eure Wahlentscheidung?

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Kommentare (7)
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30.09.2009
ClaraG hat geschrieben:
Leider ist es nicht möglich ganz deutchland nur mit strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen.
Aber man sollte AUF KEINEN FALL neu Atom- oder Kohlekraftwerke bauen.
Es ist doch nicht so schwer zu verstehen, das in sämtlichen AKWs in ganz Deutschland lediglich 20.000 Mitarbeiter arbeiten, während in Firmen für Photovoltaikanlagen jetzt schon über 200.000 Mitarbeiter arbeiten...
Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Es verbessert den Klimaschutz und schafft massenweise Arbeitsplätze...
Manche Leute sind echt gut darin Probleme zu ignorieren!
22.07.2009
StrongBad hat geschrieben:
Die Schließung von allmöglichen AKW's jetzt schon zu fordern, ist viel zu früh. Man kann Deutschland heute noch nicht mit regenerativen Energien versorgen. Es geht einfach nicht.
Und solange das nicht geht, müssen die AKW's einfach anbleiben, die ja sowieso die höchsten Sicherheitsstandarts der Welt haben.
Und mal ehrlich... Aus einem kleinen Kurzschluss in einem AKW von Vattenfall wird dann wieder so ein Terz gemacht...Ich finde das einfach nur schlimm. in jedem Haushalt gibts mal 'nen Kurzschluss. passiert einfach!
16.07.2009
Mandy hat geschrieben:
Liebe alle,

hier nochmal der Link zur Seite des WWF Deutschland und der Studie Climate Solutions: http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/climate_solution_report.pdf @HannaS Danke für die super Zusammenfassung!

@JanineK: Zu Deiner Frage, wie die CDU reagiert hat. Die Abgeordneten haben sich schon interessiert mit unseren Forderungen auseinandergesetzt. Leider schlägt sich das im Wahlprogramm der CDU/CSU nicht sehr deutlich nieder. Eine Zusammenfassung des WWF, wie die deutschen Parteien zum Klima- und Umweltschutz aufgestellt sind, findest Du hier: http://www.wwf.de/bundestagswahl
06.07.2009
HannaS hat geschrieben:
Danke für den Hinweis auf die interessante Studie, leider hat der Link bei mir nicht funktioniert.
Für alle, die keine Lust haben, sich das Ganze auf Englisch durchzulesen, hier mal eine Mini-Zusammenfassung:
Die Frage ist, ob es technologisch überhaupt möglich ist, das Klima mit sauberen, erneuerbaren Energien soweit zu schonen, dass eine kritische Erderwärmung von über 2°C verhindert werden kann. Die einfache Antwort ist: Ja, das ist beim heutigen Stand der Technik möglich - wenn innerhalb der nächsten 5 Jahre die entsprechenden Entscheidungen getroffen werden. Allerdings wird auch auf Probleme bei erneuerbaren Energien hingewiesen, z.B. die Nutzung von Anbauflächen für nachwachsende Rohstoffe und dadurch eine Verteuerung der Lebensmittel gerade in ärmeren Ländern. Solche Dinge gilt es zu berücksichtigen und sorgfältig abzuwägen. Diese Herausforderung sollte aber keine Entschuldigung dafür sein, dass man sich um wichtige Entscheidungen herumdrückt.
Laut WWF gilt es vor allem folgende Dinge in den Gang zu bringen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken:
-Effizienz der Energienutzung steigern (vor allem in Entwicklungsländern)
-Waldverlust und -zerstörung stoppen (Regenwälder sind hier besonders wichtig)
-Stetiger Aufbau emissionsarmer Technologien
-Entwicklung von Treibstoffen aus nachhaltiger Energie (z.B. Sonne, Wind, Wasser)
-Kohle durch Gas ersetzen (denn Kohle setzt viel CO² frei)
-Speicherung von CO² z.B. durch Pflanzen fördern

Die Zeit drängt, es muss möglichst bald gehandelt werden, denn jede weitere Verzögerung kommt uns teuer zu stehen und macht das Ganze noch komplizierter. Die Welt sollte dabei zusammenarbeiten, schließlich geht es um viel.
Wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich, den Bericht doch mal ganz zu lesen.
Ich bin auf jeden Fall auch der Meinung, dass es eine komplette Fehlentscheidung und ein schlimmes Signal nach außen wäre, in neue Kohlekraftwerke zu investieren. Das Geld sollte lieber in Erforschung nachhaltigerer Energienutzung und -produktion fließen, da ist sicher noch sehr viel machbar.
01.07.2009
Janine hat geschrieben:
Die Politiker müssen halt endlich mal begreifen, dass es ohne den LANGFRISTIGEN Umweltschutz bald nichts anderes mehr zu schützen gibt. Wie stellen die sich das denn vor? Die kennen doch die Zahlen und Zukunftsszenarien. Jaja, Wirtschaft blabla! Und hier und da Steuern, blabla! Ohne den Klimaschutz ist das eh alles verlorene Liebesmüh!
Ich werde auf jeden Fall wählen gehen und ja - natürlich hat die Klimapolitik große Auswirkungen auf meine Wahlentscheidung, wenn nicht sogar die Größte!

Wie hat denn die CDU auf den Würfel reagiert? Haben die sich auch fleißig eingebracht beim "Umklamüsern" wie die SPD?

Durch erneuerbare Energien können so viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Und na klar, man darf nicht vergessen, dass die Windanlagen (oder was auch immer) irgendwo stehen müssen und dafür vielleicht Bäume gefällt oder das Meer "besetzt" werden/wird. Aber auf die Zukunft gemünzt ist das ein ziemlich logisches Arrangement.

Und ja, jeder Tag kann eine kleine oder große Veränderung mit sich bringen, die große oder kleine Auswirkungen auf die Umwelt haben. Nur ein bisschen umweltfreundlicher leben ist nicht schwer, vor allem wenn man die Angebote gut verpackt. Neulich habe ich jemandem einen Becher geschenkt, der genau in den Kaffeeautomaten passt. Den kann er jetzt jeden Tag benutzen und es wandern nicht mehr täglich 4 Plastikbecher in den Müll.
01.07.2009
Marcel hat geschrieben:
@ Markus: WWF International hat eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass wir technologisch durchaus in der Lage sind, diese notwendigen Ziele zu erreichen. Das Dokument findest du unter http://assets.panda.org/downloads/climatesolutionweb.pdf. Neue Kohlekraftwerke dürfen wir jedenfalls auf keinen Fall bauen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel schließt den Bau weiterer Kohlekraftwerke jedoch noch nicht aus! Dabei kommt eine Studie im Auftrag seines eigenen Ministeriums (www.bmu.de/erneuerbare_energien/downloads/doc/42383.php) zu dem Ergebnis, dass über die bisher im Bau befindlichen keine neuen Kohlekraftwerke mehr errichtet werden dürfen, wenn Deutschland seine Klimaziele erreichen will. Der Bundesumweltminister widerspricht sich also selbst.
01.07.2009
MarkusS hat geschrieben:
Hallo,

ein "Ausstieg aus dem Atomausstieg" ist sicherlich ein Schritt in die falsche Richtung. Aber kann man den ganzen Energiebedarf Deutschlands denn heute schon anhand von regenerativen Energien decken? Wie sehen die technischen Möglichkeiten und die Ressourcen (Sonne, Wasser...) für Deutschland aus? Ich bin da nicht genau im Bilde, ob man schon heute auf Atom- oder Kohleenergie verzichten kann.
Auf jeden Fall ist denke ich klar, dass wir langfristig ohne diese Energieträger auskommen müssen.
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