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Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
My Roadmap to A Better World


von Mr.Hoffmann
29.01.2013
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My Roadmap to A Better World

Wie ein Niemand die Welt verändert.


“Warum tust Du Dir das an. Gegen Lobbyismus und Politik zu kämpfen ist doch sinnlos und die Zivilbevölkerung kann doch das mit dem Klimawandel schon nicht mehr hören! Kümmer Dich doch wieder um Dein Leben!“
Wie oft habe ich das gehört, wie oft wurde ich als nervtötend empfunden, wenn es mal wieder ins Detail ging. Wenn ich wieder einmal erklären sollte, was gerade mit unserer Atmosphäre geschieht, warum, seit wann und wie lange noch, und warum diese Globale Erwärmung etwas bedeutend anderes ist, als eine normale und immer mal wiederkehrende Klimaschwankung, für die wir nicht verantwortlich sind und schon gar nicht aufhalten können. Das wäre doch vermessen zu glauben, klimatische Veränderungen herbei führen zu können.

Vermessen zu glauben? Vermessen ist, dass wir es tun, seit Beginn der Industrialisierung.
Schon Alexander von Humboldt und John Tyndall stellten Mitte des 19. Jahrhunderts eindeutig fest, dass industrielle Treibhausgase zur massiven Erwärmung unseres Planeten beitragen. Erstaunlich, dass viele hochrangige Persönlichkeiten unserer Zeit diesen wissenschaftlichen Fakt immer noch leugnen. Apropos: Wie lange dauerte es, bis die katholische Kirche Galileo Galilei rehabilitierte? 350 Jahre? Soviel Zeit sollten wir uns diesmal nicht lassen, um einen wissenschaftlichen sehr unangenehmen Fakt einzugestehen. (PS: Super guter Videovortrag von Stefan Rahmstorf vom PIK; Potsdam Institut für Klimafolgenforschung)

Wie auch immer. Mir begegnen andauernd Menschen, die den anthropogenen, vom Menschen gemachten, Klimawandel immer noch leugnen. Im Gespräch finde ich dann meist schnell die Hauptursache dafür heraus. Angst und Überforderung. Einige mögen überzeugt sein, dass es sich nur um eine GRÜNE VERSCHWÖRUNG handelt und andere sind einfach nur nicht genügend aufgeklärt und sorgen sich verständlicher Weise um ihr Konto, ihren Job, ihre Familie - ihre eigene Existenz. Im Grunde allerdings sind die meisten mit dem Thema überfordert und bekommen es bei genauer Betrachtung der physikalischen Vorgänge auf unserem Planeten mit der Angst zu tun. Nicht angenehm zu wissen, was da auf uns 10 Milliarden Menschen im Jahre 2050 zurollt.

Für mich war die Angst und die Überforderung der Grund einen Schritt nach Vorne zu machen. So trat ich in die Mühle der Universität zu Köln und ließ mich zwischen Mathematikern, Theoretischen Physikern, Nerds und Verrückten in den lichtlosen Hörsälen der Rheinischen Metropole des Frohsinns nieder. Geophysik auf Diplom hieß das Ziel.
Ehrlich! Das hätte ich nie erreicht. Das war aber auch nicht so wichtig. Ich hatte es versucht und dabei eine ganze Menge verstanden. Die Welt und was wir mit ihr machten war erklärt. Die Angst wich einem Plan. CHANGE!

Bevor ich aber anfing die Welt zu verändern, wurde ich erst einmal Schauspieler. Ich brachte den Menschen, meinen Zuschauern bei, was Konflikte sind und warum wir sie nicht lösen können. Der Grund dafür sind immer Normen, Konventionen, Kommunikationsfehler, Misstrauen, Egoismus und Angst. Die Lösung und das Ziel war und ist: CHANGE! Meine Kollegen aus der Oper, dem Ballett, den Orchestern, aus meinem Schauspiel-Ensemble und ich brachten Tausenden von Menschen in vielen Städten bei, was Politik oft nicht schafft. Respekt, Toleranz, Verständnis und ein grundlegendes Vertrauen in sich selbst, seine eigene Zukunft in die Hand nehmen zu können und gemeinsam mit seinen Mitmenschen positive Veränderungen im herrschenden System herbei zu führen. CHANGE!

Im Jahre 2007 veränderte sich mein Leben plötzlich grundlegend. Ich wurde Vater. Nie hatte ich daran gezweifelt, dass Eltern die Welt mit anderen Augen sehen können, weil sie nicht nur sich sondern ein kleines, zartes Geschöpf schützen müssen. Aber das mein Sohnemann mich so aus der Reserve locken konnte, hat mich dann schon lächelnd erstaunt.

Von nun an hielt mich nichts mehr auf.
Die Deutsche Bahn knickte vor mir ein, nachdem ich recherchierte, dass sie durch einen Softwarefehler im Ticketsystem Millionen zusätzlich im Jahr einnahm und ihre Kunden betrogen hatte, das Statistische Bundesamt räumte ein, dass das deutsche Wahlrecht anfällig ist für Wahlfälschungen im großen Stil und alle Bundestagswahlen seit Gründung der BRD nur auf einer zweifelhaften Basis standen (lediglich der Hinweis, dass der Staatsschutz mich ab jetzt beobachten würde, ließ mich von diesem Thema abrücken) und nach dem Desaster der Kopenhagener Klimaschutzverhandlungen der Vereinten Nationen in 2009 war der Klimaschutz nun mein Leitmotiv.
Ich gründete Klimaschutzinitiativen und erreichte durch Vernetzung mit Umweltverbänden im Internet viele Tausend Menschen weltweit. Zahlreiche Aufrufe zum Klimaschutz, von Freunden in zahlreichen Sprachen übersetzt, gingen um die Welt, das Europäische Journalismus Zentrum in Maastricht gab mir die Chance, nachdem ich in einem Blog zahlreiche Artikel zum Klimaschutz verfasst hatte, live von der UN-Klimaschutzkonferenz in Cancun (Mexico 2010) zu berichten und ein selbst gedrehter Klimaschutzfilm mit eindeutiger Botschaft zu einem CHANGE erreichte Tausende Menschen weltweit und Hunderte Delegierte des COP17 (UN-Climate-Change-Conference) im südafrikanischen Durban (2011).

LAST EXIT DURBAN (Klimaschutzfilm 2011)

 

 „Und was hattest Du davon?“
Ich? Ich hatte da gar nichts von. Die anderen hatten was davon. Zusammen mit Hunderten von Gleichgesinnten aus der Zivilbevölkerung, den Umweltverbänden und engagierten Politikern – ja, die gibt es noch überall – kämpften wir gegen bezahlten Journalismus der schmutzigen Energiewirtschaft, klärten Millionen von Nichtwissenden zum Klimawandel auf und gaben vielen Menschen die Kraft, sich für ihre eigene Zukunft und die ihrer Kinder zu engagieren. Wir wurden zu einem Sprachrohr der Zivilbevölkerung, die man verklärt und der man schon gar nicht eine Stimme leiht.

„Und das Ziel? Es bringt doch nichts! Die UN-Verhandlungen letztes Jahr im Wüstenstaat Katar waren doch verheerend nichtsbringend!“
Waren Sie das? Wo wären wir heute, wenn sich Umweltverbände und Zivilbevölkerung nicht engagiert hätten? Wären dann China und Indien grundsätzlich bereit mitzuarbeiten? Wäre es Barack Obama möglich in 2013 sein Umweltprogramm wieder in den Fokus zu rücken? Wäre eine Energiewende ohne Umweltbewegung in Deutschland allein durch die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima vorstellbar gewesen?
Ich glaube nein. Mit dem Erfolg der Umweltbewegung verhält es sich wie mit der Globalen Erwärmung. Erst rückwirkend werden wir erkennen wie umfassend es war. Und nur Prognosen aus den Sozial- und Naturwissenschaften geben uns ein Indiz wohin die Reise geht. Dennoch sollten wir den Weg zu einem klaren CHANGE weitergehen, um in 50 Jahren rückblickend attestieren zu können: Das hätten wir geschafft!

Ich möchte meinem Sohn in 30 Jahren sagen können:
„Ich habe es versucht. Ich habe keine Mühen gescheut. Ich habe mich lächerlich gemacht, mich für eitel und aufmerksamkeitssüchtig beschimpfen lassen, ich bin für verrückt und kindisch oder sogar zum hoffnungslosen Gutmenschen erklärt worden. Aber ich habe es zusammen mit Tausenden geschafft, dass Du heute eine lebenswerte Zukunft hast. Und das war ich Dir schuldig.“

In wenigen Wochen wird Jago, so heißt mein Sohn, seine erste Umweltbewegung begleiten. Wir gehen in Koblenz gemeinsam zur EARTH HOUR. Papa hat auch da diesmal seine Hände drin :-) Ja: Wir lassen nix aus. Packen wir es an!
 

Earth Hour Koblenz 2013

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
31.01.2013
Marcel hat geschrieben:
Unglaublich starker Text!
30.01.2013
Sandsturm hat geschrieben:
Stimmt, ein sehr hofnungsgebender Text. Weiter so!
29.01.2013
Sophal hat geschrieben:
Toller und ermutigender Text ! :)
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