Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Mit Megafon und Transparenten gegen den Pelzhandel


von Carina
21.02.2010
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„Tiere haben Rechte!“, „Pelz ist Mord!“, „Ein Mensch mit Herz, trägt keinen Nerz!“: Mit diesen und anderen Sprüchen ziehen am 20. Februar 2010 rund 150 Demonstranten durch die Aachener Innenstadt. Ihr Protest richtet sich gegen die Pelzindustrie im Allgemeinen, aber an diesem Tag gilt er besonders der seit langem umstrittenen Nerzfarm in Orsbach.


Orsbach ist ein Dorf in der Nähe von Aachen. Die dort befindliche Nerzfarm betreibt schon seit Jahren zwielichtige Geschäfte. Das Spiel nahm 1997 seinen Lauf, als die Pelzfarm von einem neuen Pächter übernommen wurde, ohne dass das Veterinäramt darüber informiert wurde. Bis heute war sie seitdem oft ein Anlass zu Protesten und Demonstrationen von Tierfreunden und -schützern. Außerdem war sie mehrmals Thema im Umweltausschuss. So zum Beispiel am 16.01.2001, als endgültig festgestellt wurde, dass es auf der Farm diverse Mängel im Tierhaltungs- und Umweltschutzbereich gibt. Die Dezernentin Gisela Nacken machte an diesem Tag die Aussage, dass die Auflagen nicht erfüllt würden und die Situation nicht gerade für den Betreiber spreche. Außerdem fand man heraus, dass über den Tierbestand willentlich eine Falschaussage gemacht wurde. Der Betreiber hatte behauptet, es befänden sich 11.000 Nerze auf der Farm, doch in Wahrheit wurden dort 25.000 Nerze und zusätzlich 500 Blaufüchse gehalten. Dabei fällt auf, dass das Veterinäramt erst November 2000 eine Kontrolle auf der Farm durchgeführt hatte und damals auf dem Umweltausschuss zu verstehen gab, es wäre alles in Ordnung und gebe keine Beanstandungen. Innerhalb zwei Monate hat das Veterinäramt also zwei völlig unterschiedliche Aussagen gemacht, ohne dass auch nur nachgefragt, bzw. die Verwaltung oder Frau Nacken zur Verantwortung gezogen wurde. Stattdessen beharrte die Stadt auf ihrer (wenig glaubwürdigen) Aussage alle Kontrollen seien ordnungsgemäß gewesen.


Die Farm bekam eine Frist bis zum 31.12.2001, um alle bestehenden Mängel in der Tierhaltung zu begleichen. Doch diese wurde nicht eingehalten, ohne dass die Stadt Aachen tätig wurde. Außerdem wurde am 08.10.2001 von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" gegen die Verantwortlichen der Nerzfarm Strafanzeige wegen des Verdachts von Straftaten bezüglich des Tierschutzgesetzes erstattet. Ebenso erstattete der Bundesverband zum Schutz vor Rechtsmissbrauch e.V. am 20.10.2001 gegen den Betreiber und die Stadt Aachen Anzeige. Hintergrund dieser Anzeige waren die sehr undurchsichtigen Vorgänge in Aachen und die festgestellten Mängel in der Pelzfarm. Das Verfahren und die Anzeige von „Vier Pfoten“ laufen bis heute, doch noch immer gibt es kein Ergebnis.


So geht es weiter, auf alle Proteste und Nachfragen gibt die Stadt Aachen bloß immer wieder an, man könne rechtlich nichts tun und alle Kontrollen des Veterinäramts seien Ordnungsgemäß verlaufen.


Tatsache ist jedoch, dass die Tiere auf der auf der Farm in Orsbach ein unwürdiges Leben fristen. Sie werden in 30x90 cm großen, verdreckten Drahtboxen gehalten. Und das passiert natürlich nicht nur hier in Aachen. In Deutschland gibt es heute noch mehr als 20 Pelzfarmen. Wildtiere wie Marder, Nerz und Fuchs, die sich in freier Natur weiträumig aus dem Weg gehen, warten dichtgedrängt auf ihren Tod. Entweder werden sie vergast, ihnen wird das Genick gebrochen oder sie werden mit Stromstößen umgebracht. Zu allem Übel gelingt die Tötung nicht immer beim ersten Mal. In diesem Fall erleiden die Tiere furchtbare Schmerzen.

Und das alles nur, um sich in einen schicken Pelzmantel kleiden zu können? Oder eine Mütze aus echtem Fell aufsetzen zu können? Meiner Meinung nach ist Pelz in der heutigen Zeit so ziemlich das Überflüssigste überhaupt. Wir sind schließlich keine Neandertaler mehr! Es wird dringend Zeit, dass auch die restlichen Pelzfarmen in Deutschland geschlossen werden.


Ich hoffe mein Artikel hat euch gefallen und wie immer freue ich mich über eure Meinung zu diesem Thema. Die Demo in Aachen (bei der ich übrigens auch mitgemacht habe :) ) hat auf jeden Fall Aufsehen erregt und sicher viele Menschen nachdenklich gemacht. Außerdem finde ich, dass sie ein schönes Beispiel dafür ist, dass Tierschutz sich nicht immer im Urwald am anderen Ende der Welt abspielen muss, sonder auch direkt „vor unserer Haustür“ stattfinden kann.


alt

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Kommentare (3)
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22.02.2010
Carina hat geschrieben:
Freut mich, dass mein Bericht so positive Rückmeldungen erhalten hat. Ich war auch echt schockiert, als ich erfahren habe, was da ganz in der Nähe meiner Heimatstadt so getrieben wird. Besonders schockierend war dabei eigentlich noch, dass ich bis letze Woche, als ich von der Demo gehört habe, noch überhaupt nichts davon mitbekommen habe. Ich hatte zwar schon mal von dem Kaff Orsbach gehört, aber dass diese Pelzfarm existiert, war mir überhaupt nicht bewusst. Und ich weiß, dass es den aller meisten meiner Freunde genauso ging.
Ich hoffe auch echt, dass sich bald etwas ändern wird und werde euch auf jeden Fall mit einem neuen Bericht auf dem Laufenden halten, sobald sich was tut :)
21.02.2010
Samy hat geschrieben:
ich verstehe einfach nicht, warum menschen ihre augen vor etwas verschließen, was so offensichtlich direkt vor ihrer haustür passiert. das hat doch keinen sinn. so zu tun, als wüsse man nichts... ich finde es gut, dass es leute gibt, die sich dafür einsetzten und auf die straße gehen. hoffentlich gibt es so etwas bald öfter.
21.02.2010
Bienenkoenigin hat geschrieben:
Ein wirklich klasse Bericht! Ich find das total schokierend, das eure Stadt dagegen so wenig unternimmt! Wem soll man denn noch Vertrauen? Ich hoffe, ihr habt mit der Demo viele Leute mutiviert darüber nachzudenken und was zu unternehmen!
Viele Grüße
Lea
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