Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
living utopia - Einleitung


von Cosima
27.10.2014
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Utopie
kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Nicht-Ort“ oder auch „guter Ort“. Bei einer Internetsuche stoße ich auf Sätze wie „Es handelt sich um eine Gesellschaftsordnung, die bisher keinen Ort hat und nur als Gedanke und Idee existiert.“ Doch genau hier knüpft das Projekt- und Aktionsnetzwerk living utopia an.

Es soll ein „Mitmachraum geschaffen werden, in welchen Ideen zum Wandel hin zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft entstehen und gelebt werden können, sowie auf Missstände hingewiesen wird mit dem Anspruch durch Alternativen eine solidarischere Lebensweise zu verfolgen.“, sagt Pia von living utopia.

Vielleicht erinnert sich der ein oder die andere an living utopia. Es gab bereits zwei Interviews mit Tobias Rosswog alias Tobi über seine geldfreie Reise und living utopia
Hier zu Interview I & II.
Nun möchte ich euch in einer kleinen Berichtreihe einen größeren Einblick in die Idee und Wirkweise von living utopia geben, außerdem sollen die Menschen, die hinter dem Netzwerk stehen, vorgestellt werden.
In dieses Bericht wird euch Pia etwas über living utopia erzählen.

Was genau ist living utopia und was unterscheidet euch von einem Verein?

„living utopia versteht sich als Projekt- und Aktionsnetzwerk mit ganzheitlichem Anspruch.
Durch die Verbindung von theoretischen Ideen gezielt mit praktischen Umsetzungsmöglichkeiten möchten wir zeigen, welche Utopien schon heute gelebt werden können.

Unsere Struktur verläuft ohne Plena oder sonstige bürokratische Abläufe. Wir sind projekt- und aktionsorientiert. Somit kann jede*r, die*der möchte, Projekte und Aktionen bei living utopia nach unseren begleitenden Motiven - geldfrei, vegan, ökologisch, solidarisch - verwirklichen. Das Mitwirken ist dann meist sehr projektgebunden und verläuft im jeweiligen Planungsteam.
Konkret unterscheidet sich living utopia also vor allem dadurch von einem Verein, dass wir all unsere Motivation und zeitlichen Ressourcen direkt für Projekte und Aktionen einsetzen können und keine menschliche Energieverschwendung durch bürokratische Abläufe entsteht.“


living utopia initiiert Projeke und Aktionen nach ihren vier begleitenden Motvien. Es geht darum, nicht nur theoretisch eine Zukunft von morgen zu denken, sondern einen Raum zum Ausprobieren und Erleben verschiedener zukunftsfähiger Alternativen zu schaffen.
Das bisher größte Projekt ist der Mitmachkongress utopival, der im September über fünf Tage mit 100 Menschen und der zentralen Fragestellung „Wie stellen wir uns eine Gesellschaft von morgen vor?“ in Wiesbaden stattfand. „Für 2015 haben wir bereits einen Ort geschenkt bekommen.“ erzählt mir Pia. Genaueres darüber wird es in einem weiteren Bericht geben.
Ein weiteres Projekt von living utopia ist das alwizuko, das alternative Winterzusammenkommen. Als Pilotprojekt letzte Jahr gestartet, ist es in diesem Jahr schon um einiges größer und bekannter und wird durch drei Multiplokator*innen in weiteren Städten ausgerichtet.


Pia du bist sehr aktiv bei living utopia, wie bist du selbst zu living utopia gekommen?

"living utopia ist während einer kreativen, inspirierenden Zeit auf einer Europareise im September 2013 in Marseille entstanden. Tobi und ich spannen Ideen und konkretisierten sie, sodass wir einige Tage später direkt nach Deutschland aufbrachen, um sie planen und umsetzen zu können. Daraus ist dann als konkretes Projekt das alwizuko entstanden. Das Netzwerk durfte dann im folgenden Jahr durch wundervolle Menschen, die beispielsweise den Mitmachkongress utopival mitorganisierten, weiter wachsen und aufblühen."

Von deiner Geschichte nun dazu, wie man bei euch aktiv werden kann und muss oder sollte man ohne Geld leben, wenn man sich bei euch engagieren möchte?

"Jede*r, die*der gerne Projekte und Aktionen nach unseren begleitenden Motiven umsetzen möchten, kann aktiv werden. Das Organisieren verläuft dann projekt- und aktionsorientiert in Planungsteams.
Wir möchten also vor allem Menschen dazu einladen, nicht „nur“ zu partizipieren, sondern, wenn sie möchten, auch direkt Projekte in Begleitung zu multiplizieren.

Geldfrei ist eines unserer begleitenden Motive, aber in keinster Weise eine Bedingung für die Lebensweise der Aktivist*innen. Wichtig ist uns vor allem auch der Begriff „geldfrei“. Wir sind uns bewusst, dass es in unserer kapitalistischen Wirtschaftsordnung nicht möglich ist ohne Geld zu agieren – indirekt existiert jedes Produkt und jede Handlung durch Geld. Das geldfreie Organisieren hat für uns mehrere Dimensionen. Wir möchten auf ökologischer Ebene Vorhandenes sinnvoll nutzen, Gebrauchsgegenstände teilen und somit finanziell keine Nachfrage für ein sowieso schon übermäßiges Angebot generieren.

Auf solidarischer Ebene haben wir den Anspruch, dass Geld kein trennendes Mittel darstellen und uns nicht einteilen darf in Besitzende und Besitzlose. Damit die Möglichkeit offen ist, an unseren Projekten und Aktionen bedingungslos teilzunehmen, gestalten wir diese geldfrei. Damit geht auch einher, dass wir das Konzept der Leistung und Gegenleistung hinterfragen möchten. Es ist somit auch ein gesellschaftlichen Experiment: Wie entfalten sich Menschen und wie wirken sie, wenn sie keiner Lohnarbeit nachgehen müssen? Wir gehen aus innerer Motivation und mit größter Freude jeden Tag der Verwirklichung unserer Ideen nach.

Die dritte wichtige Ebene ist die der Unabhängigkeit: unabhängig von Geldgeber*innen können wir alle unsere Projektideen gestalten und umsetzen. Es gibt keine finanziellen oder bürokratischen Barrieren. Das hat außerdem zur Folge, dass wir kreative Lösungen finden dürfen, da wir nicht ein gewisses Kapital zur Verfügung haben, sondern in soziale Interaktion treten und durch ökologische sowie solidarische Umsetzungsweisen unsere Projekte verwirklichen.
Das ist nur eines unserer vier begleitenden Motive. Die weiteren lassen sich auch gerne auf unserer Website nachlesen. Es geht wohl miteinander einher, dass Menschen, die bei living utopia aktiv sein möchten, die Philosophie der Geldfreiheit unterstützen und eher im Konzept der gift economy denken und handeln möchten."

by  Kai Pelka

Danke liebe Pia für deine Zeit und ausführlichen Antworten.
Möchtest du der WWF Jugend noch etwas auf den Weg geben?

"Es gibt viele gesellschaftliche Herausforderungen – ich möchte mit living utopia einen gesellschaftlichen Wandel mitgestalten, weil es Alternativen zu den bestehenden gesellschaftspolitischen und ökonomischen Verhältnissen gibt und wir sie leben sollten.
Und als Abschlussimpuls vielleicht noch die Frage nach der Utopie in unserem Namen. Die beantwortet ein kleines Gedicht super gut:
Die Utopie, sie steht am Horizont. Ich bewege mich zwei Schritte auf sie zu und sie entfernt sich um zwei Schritte. Ich nähere mich zehn weitere Schritte und sie entfernt sich wieder um zehn Schritte. Und wenn ich noch so weit gehe, ich werde sie nie erreichen. Wofür ist sie also da die Utopie?
Dafür ist sie da: um zu gehen!

Durch living utopia möchte ich zu einem Perspektivwechsel einladen und neue Wege gehen."

Alles weitere über living utopia findet ihr auf ihrer Website oder der Facebook Seite.
Genaueres zu Pia gibt es
hier.
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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
02.11.2014
Sunlight hat geschrieben:
Danke für dieses interessante Interview! Living Utopia klingt nach einem tollen Konzept den gesellschaftlichen Wandel, den wir uns wünschen, einfach sofort selbst zu leben - sehr inspirierend :)
01.11.2014
Chamaeleonmuetze hat geschrieben:
Das hört sich wirklich interessant an :)
28.10.2014
Ria2000 hat geschrieben:
Hab davon auch noch nichts gehört! Klingt aber echt interressant, schöner Bericht! :D
27.10.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für den interessanten Bericht! Ich habe zuvor noch nicht von living utopia gehört, aber es hört sich auf jeden Fall sehr interessant an.
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