Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Kopenhagen hätte auch anders ablaufen können... (PAMUN)


von littlewestwalker
02.01.2010
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 Ich weiß das neue Jahr hat begonnen und die Klimakonferenz ist schon seit einigen Wochen um und auch wenn es spät ist, möchte ich euch etwas erzählen, was ich erst in letzter Zeit begriffen hab... Es fing alles in Paris an x)


Jedes Jahr veranstaltet die American School of Paris eine Model United Nations und lädt Privatschulen aus aller Welt dazu ein. Dabei wird, wie der Name sagt, die UN nachgestellt. Die verschiedenen Schulen stellen verschiedene Delegationen dar. Jede Delegation vertritt ein bestimmtes Land (nicht sein eigenes Land) und die einzelnen Delegierten debattieren dann in den einzelnen Komitees und versuchen die Standpunkte ihres Landes so gut es geht zu vertreten und zu sinnvollen Resultaten zu kommen. Im Grunde ist der Prozess einfach. Die Delegierten formulieren alleine oder mit anderen Klauseln, über die diskutiert wird und die anschließend zu einer Resolution zusammengetragen werden. Soviel zum Allgemeinen =)


Meine Schule nimmt schon seit 2 Jahren an Paris MUN teil und dieses Jahr hatte ich das Glück, einer der Auserwählten zu sein, die mitfahren durfte. Meine Delegation vertrat das Land Barbados und ich persönlich war im Special Committee (die ganze Veranstaltung war auf Englisch). Alle Komitees hatten mehrere Themen, über die sie diskutieren mussten; das Special Committee hatte nur ein Thema: Die Überarbeitung des Kyoto Protokolls. 


Ich habe mein Komitee geliebt. Wie ihr euch vorstellen könnt, hat mich alles was mit Klimaschutz und Co. zu tun hat immer interessiert und diesmal war es was besonderes, weil man echt das Gefühl hatte was bewirken zu können. Natürlich war alles nur gespielt, aber trotzdem war es verdammt nah an der Realität der Politiker dran. Barbados ist kein großes Land und hat nicht viel zu sagen aber das hat keinen Unterschied gemacht. Und genau das hat mich fasziniert. Es war nicht wichtig, ob es nun um China ging oder um die Bahamas, die Delegierten waren ausnahmslos alle auf einer Stufe und es wurde diskutiert was der Welt gut tut, natürlich mit den einzelnen Beziehungen der Länder. Es war nicht nur wichtig, was das einzelne Land wollte, sondern was das bestimmte Land mit den anderen Ländern erreichen kann. Die Debatten, die wir im Komitee hatten auf einem sehr hohen Niveau und obwohl es aus über 90 Delegierten bestand, gab es eine extrem hohe Anteilnahmen ( Insgesamt nahmen 900 Schüler teil). 


Die Klauseln, über die debattiert wurde, die geändert und verbessert wurden, und die nach der Abstimmung durchgekommen sind waren fantastisch. Wirklich fantastisch! Unsere Resolution war in der Lage, etwas zu bewirken. 


Paris war eine Erfahrung, mit der ich wirklich gewachsen bin. Ich war überwältigt von der Zusammenarbeit der Länder, dem Respekt, den sie gegenüber einander zeigten und den Teamwork. Ich war überwältigt von unserem Resultat. Paris war einfach nur der absolute Hammer und ich könnte ewig weitererzählen :D Aber dann würde ich hier noch ewig sitzen...


Jedenfalls kam ich dann nach Hause. Der letzte Tag von Paris MUN war der Tag vor dem Beginn der Klimakonferenz in Kopenhagen. Perfektes Timing x) Wie ihr euch vorstellen könnt, war ich zu der Zeit furchtbar motiviert. Ich dachte, wir haben es geschafft, und jetzt sind die richtigen Politiker dran es zu schaffen. Im Grunde kann es keinen großen Unterschied haben. Wir mussten uns genauso schick anziehen und wir haben auch in echten Konferenzräumen der UNESCO gesessen... Kopenhagen wird ein Erfolg, davon war ich überzeugt! 


Nun, irgendwie wurde daraus nichts... Ich will jetzt gar nicht darauf eingehen, was in Kopenhagen alles schief gelaufen ist. Dafür ist es zu spät. Ich weiß nur, dass, was nötig ist, und was nötig gewesen wäre in Kopenhagen, eine Einstellung ist. Diese Einstellung ist klimaschutz-orientiert und auch profitorientiert. Sie ist sowohl auf das Wohl des eigenen Landes ausgerichtet als auch der der Welt. Diese Einstellung denkt nicht nur ein paar Millionen Menschen sondern an 7 Milliarden. Das klingt jetzt vielleicht alles schnulzig aber ihr hätten dabei sein müssen. Ihr hättet die Energie in Paris spüren müssen, Die Energie, die Motivation, das Strahlen in den Augen der Schüler, die für ihr Land kämpften und eben diese Einstellung, die wir ALLE brauchen um was bewirken können! 


Und jetzt, wo es schon einige Zeit her ist, will ich mit der Enttäuschung über die Klimakonferenz auch abschließen. Ich weiß nicht, wie sich die Politiker in der Zukunft verhalten werden aber eins ist sicher. Sie werden alt. Und sie sterben...Ok.. sagen wir, sie gehen in Rente x) Und dann sind wir dran! Und alles was wir tun müssen, ist einen Fehler zu vermeiden, den die Politiker gemacht haben. Sie haben vergessen, wer sie sind. Sie haben ihre Energie und Motivation verloren und wissen teilweise nicht mal mehr wofür die kämpfen. Außerdem war es ihnen zu anstrengend die genannte Einstellung aufrecht zu erhalten... Das muss der nächsten Generation nicht passieren. 


Nein, es ist nicht einfach, dass wissen wir, und ich glaube das wissen auch die Politiker. Es ist nicht zu spät, auch jetzt noch nicht... aber soll das denen einer mal klar machen... Vielleicht können sie nichts verbessern, aber sie können uns zeigen, was wir besser machen sollten und irgendwie liegt es jetzt doch an uns auch wirklich zu lernen und es verdammt noch mal besser zu machen. Ich glaube wirklich, dass wir jetzt schon anfangen müssen die Verantwortung zu übernehmen, indem wir lernen, damit wir, wenn wir die totale Verantwortung in der Zukunft haben, diese auch perfekt ausspielen können...


Every generation gets a chance to change the world... und jetzt.. bald.. sind wir dran =)

 

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Kommentare (3)
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11.01.2010
dancingfool hat geschrieben:
Wenn ich so durch Berlin laufe und mir die jungen Leute so anschaue, dann deprimiert das größtenteils leider. Zum Glück gibt es aber auch einige, die nachdenken, die sich engagieren und etwas bewirken wollen. Finde ich gut. Mach weiter so! Und mach es besser als die Politiker/Verantwortlichen, die sich momentan von den Lobbyisten unterkriegen lassen!
05.01.2010
Isii1001 hat geschrieben:
Also ich finde das du Recht hast Evergreen. Ganz einfache Dinge könnten wir tun z.B das Fahrrad oder den Zug benutzen statt das Auto.
Aber die Klimakonferenz hat sich mal gar nicht gelohnt die Leute die was erreichen wollten wurden festgenommen in was für einer Welt leben wir den?
Was bringt das wen die Politiker von Umweltschutz reden und in einem teuren Spritschleuder zu Konferenz kommen und nur den besten Champanger trinken der extra importiert wurde?
Was macht das für ein Sinn?
Aber das Projekt in Paris super interessant wirklich sinnvoll !!!
02.01.2010
Evergreen hat geschrieben:
Ich denke, das ist echt ein gutes sinnvolles Projekt, das du in Paris miterlebt hast. Schade nur, dass in der Realität immer alles viel komplizierter ist... aber du hast die richtige Einstellung, nur nicht den Mut verlieren, wir sollten unsere Chance die Welt zu ändern, zu verbessern, nicht verpassen und es selbst in die Hand nehmen, im Kleinen bei uns selber anfangen! Ja jetz halt ich hier grad total die Moralpredigt, aber es ist doch wahr, oder? We can change the world with our own two hands!
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