Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Kindern Natur nahe bringen


von Orcara
22.06.2016
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14
30 P

Heute habe ich mich für einen sozialen Tag (von der Schule aus) auf den Weg in meinen ehemaligen Kindergarten gemacht. Vorher hatte ich noch etwas vorbereitet:

Meine Freundin und ich kamen pünktlich um 8 am Kindergarten an. Wir wurden auf zwei Gruppen aufgeteilt. Ich war froh in die Gruppe mit den Vorschulkindern gekommen zu sein, denn sie würden das was ich heute vorhatte bestimmt sehr gut verstehen. Meine Freundin kam in eine Gruppe Kleinkinder, mit denen sie Bilder zum Thema "Urlaub" malen wollte. Ich kam in meine Gruppe und stellte mich kurz vor, alle guckten mich interessiert an. Nach dem Frühstück las ich ihnen eine Geschichte vom Eisbär Lars vor, welche auch schon ein bisschen von Umweltschutz handelte, dann spielten wir "Tierpantomime", und dann gingen wir nach Draußen. Ich nahm meine zwei Schuhkartons aus der Tasche und schon blicken mir viele neugierige Kinderaugen entgegen. Ich zeigte ihnen die Pappfiguren und sie konnten alle 10 Waldtiere richtig benennen. Nur bei Reh, Rehbock und Kitz sagten sie: "Reh, Hirsch und Babyreh". Den Fehler haben wir ja alle mal gemacht, hauptsache sie nennen das Kitz nicht "Bambi". 

Ich hatte über die Woche in dem anderen Schuhkarton noch einigen Müll gesammelt. Als ich diesen den Kindern zeigte, war ich etwas überrascht. Auf die Frage, was sie in dem Karton denn sehen, antworteten sie: "Einen Milchkarton." ... "Papier!" ... "Was ist denn das?": Simon nahm das verbogene Geodreieck (lag eines Tages in der Schule auf meinem Platz) heraus und faltete es und spielte damit als wäre es ein Flugzeug. "Ist da noch Trinken drin?", fragte mich ein kleiner asiatischer Junge mit kompliziertem Namen und zeigte auf den Milchkarton. "Nein, der ist leer... sagt mal, was ist denn das insgesamt was ihr hier seht? -Taylor, leg mal bitte das "Flugzeug" wieder hier rein." (Das kaputte Geodreieck ist mittlerweile schon durch 4 Kinderhände gewandert). Doch auf meine Frage antwortet Keiner. Die Kinder haben etwas darraus gemacht, ihre Fantasie benutzt, gespielt. Sie haben in gewisser Weise Upcycling betrieben.  "Na, das ist doch eigentlich alles Müll, hier drin...", und bevor ich weiterrede sagte schon jemand: "Das haben Tiere im Wald nicht gerne!" 

 "So, ich mache jetzt mal ein Foto, nehmt mal bitte den Kopf ein bisschen zur Seite.":sofort rutchen alle ein Stück zurück, "Die Hände könnt ihr aber im Bild lassen." ... dann sagte Maximilian: "Und jetzt mal ein Foto mit unseren Gesichtern!", und er beugte sich nach unten und grinste in die Kamera. Ich versuchte ihnen ein bisschen was von Datenschutz zu erklären, ohne ihnen Angst zu machen. "So ist das bei den Erwachsenen, die denken so.".

Als Rosa etwas Gras aus dem Boden rupfte, stubste Vivian sie an und schimpte ein bisschen mit ihr. Ich begann davon zu reden, dass man die Pflanzen in der Natur nicht zerstören darf. "Wisst ihr, wo unsere Luft zum Atmen herkommt?": "Vom Himmel!" , "Nee, von der Sonne!". Wenn man es genau nimmt haben sie damit ja nicht ganz unrecht. Ich erklärte leicht verständlich wie die Pflanzen aus dem was wir ausatmen, -Maximilian macht sofort auf sich aufmerksam und führt seine Atmung ausdrucksstark vor- durch Wasser was sie mit den Wurzeln aufnehmen und die Sonne die auf sie scheint, die Luft machen mit der wir atmen können. "Sauerstoff!", sagt ein Junge "Richtig! Und die Luft die wir ausgeatmet haben und nicht mehr brauchen heisst Kohlenstoffdioxid, das lernt ihr wenn ihr in der Schule seit, so wie ich... Es ist wichtig, dass man keine Pflanzen abrupft oder kaputt macht, denn sie sind wichtig und brauchen lange um zu wachsen.". Alle nicken mir zustimmend zu.

Die Kinder fingen an, mit den Papptieren zu spielen: "Uhh, ich bin der bööse Wolf!". Anfangs antwortete ein Junge auf die Frage "Was sind denn wilde Tiere?": "Die, die die Menschen angreifen!". Wir sprachen also darüber, dass wilde Tiere die Menschen nicht angreifen, dass Rotkäppchen nur ein ausgedachtes Märchen ist und man keine Angst haben muss, ganz im Gegenteil, die Tiere sind ja meist sehr scheu. Ich erzählte auch kindgerecht wie der Wolf in Deutschland ausgestorben war, wie man sich im Wald verhalten soll um die Tiere nicht zu stören, und dass man die Jungtiere nicht anfassen darf weil sie sonst von den Elterntieren nicht mehr angenommen werden. Alle hörten mir lieb und aufmerksam zu, nur manchmal plapperten alle wild darrauf los sobald einer anfing etwas zum Thema zu erzählen.

Ich packte dann die Sachen wieder zusammen und wir spielten Fange, Verstecken, Verstecken und dann Fangen, Busfahren, Kochen im Sandkasten, Piraten auf der Nestschaukel... Ein Mädchen hatte von Zuhause aus dem Terraruim ihr wandeldes Blatt in einer Insektenbox mitgebracht. Und bald gingen wir dann wieder ins Haus zum Mittagessen. Ich fragte später ob ich vor dem Mittagsschlaf nochmal eine Geschichte vorlesen soll, und hörte von allen ein fröhliches "Jaaa!"

(Entschuldigt die schlechte Bildqualität, aber zwischen neugierigen Kindern sind scharfe Bilder schwer hinzukriegen)

Die Geschichte ist von einem Buch aus meiner Kindheit. Sie handelt von den Tieren im Teich, die traurig sind weil die Menschen Müll in ihren Lebensraum werfen. Also beschließen die Tiere den Müll an Land zu schaffen und hoffen dass die Menschen ihn wegbringen. Die Kinder sollen sich dann selbst denken wie die Geschichte ausgeht. Es gab dazu sehr viele Meinungen. Teresa sagte: "Es ist böse wenn die Menschen so faul sind und den Müll einfach hinwerfen, man kann den ja einfach in der Hand behalten und einen Mülleimer suchen, oder ihn wieder einstecken, da stirbt man ja nicht!". Recht hat sie. Wir Menschen sterben da nicht, die Tiere manchmal schon. 

Da noch etwas Zeit vor dem Mittagsshlaf war, las ich noch ein Buch vor in dem man immer Tieramen finden muss die sich auf den Text des Buches reimen. Ausserdem hatte ich noch einen Naturführer mit und wir schauten uns noch die Bilder an und bestimmten einige Tiere.

Als es nun Schlafenzeit war, war auch die Zeit gekommen um sich zu verabschieden. Es war ein so wunderschöner Tag gewesen und ich wollte noch gar nicht gehen. Die Kinder fragten mich, ob ich sie in den Ferien noch einmal besuchen komme, aber ich konnte leider nichts versprechen. Ich hoffe sie haben alle vom heutigen Tag etwas mitgenommen und werden sich daran erinnern...

 

 

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Kommentare (3)
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25.06.2016
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Eine wirkliche schöne Idee von dir, deinen sozialen Tag bei den Kindern zu verbringen. Der Tag hat die Kinder bestimmt beeindruckt und ein bisschen geprägt :-)
25.06.2016
blackwolf hat geschrieben:
Eine wirklich tolle Aktion! Ich denke, dass es wichtig ist, kleinen Kindern die Natur möglichst früh Nahe zu bringen. Hört sich nach einem tollen Tag an.
22.06.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Das war ja eine ganz besondere Aktion - ich bin mir sicher, dass die Kinder ihren Familien auch ganz aufgeregt davon erzählt haben. Schön, dass ihr das gemacht habt! :)
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