Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Guerilla Gardening - noch eine Art des zivilen Ungehorsams


von Sophun
21.06.2011
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Grün statt Grau! - Guerilla Gardening: Eine urbane Form des Gärtnerns

Wer in der Stadt lebt, dem ist das Grau der Betonhäuser und der Straßen wohl bekannt, ebenso der Lärm und die Schnelligkeit des Stadtlebens. Die Natur zu sehen bekommt man in solchen pulsierenden Häuserblocks selten. Ein Tomatenstock auf dem Balkon und ein paar grüne Stiele, die aus dem Mittelstreifen herausspähen, sowie ein kleiner Baum der etwas lieb- und hilflos in dieses Meer aus Stein und Beton gepflanzt wurde und nun dieses triste Stadtklima etwas bürgerfreundlicher gestalten soll. Doch allein schafft er das merklich nicht. Was würde er wohl zu ein paar Mitstreitern aus der Familie der Nachtschattengewächse sagen? Oder einem wunderschön aussehenden sowie ebenso betörend duftenden Lavendel? "Pflanzt, was sich pflanzen lässt!", würde er wohl sagen, denn Gärtnern macht nicht nur Spaß, sondern verbessert auch merklich dias Klima und den Artenreichtum in dem Lebensraum Stadt.

Eins, vier, viele! - Guerilla Gardening lässt sich auch zu einer Gruppenaktion ausweiten

Jedem ist das Prinzip eines Flashmobs bekannt: Man vereinbart einen Ort, eine Zeit und eine Aktion und schickt diese Nachricht durchs world wide web. Das Ziel ist ein kurzes Treffen, bei dem etwas bestimmtes getan wird, um Aufmerksamkeit zu erregen oder einfach um zusammen Spaß zu haben. Ebenso verhält es sich mit einem Guerilla Gardening Flashmob. Der Vorteil von einer größeren Masse an Leuten: Natürlich könnt ihr mehr pflanzen, aber genauso gut können mehr Leute später die Pflanzen umsorgen und sie hegen und pflegen;) Also wäre ein Platz in näherer Umgebung oder auf dem Weg zur Arbeit sinnvoll.

Für das Guerilla Gärtnern eignen sich besonders gut Samen, die gut verpackt sind. Diese Verpackung könnte aus Erde, Ton oder Kompost bestehen und die losen Samen würden sich in kleine Samenbomben verwandeln, die sich auch leicht unbemerkt aus der Hosentasche werfen lassen;) Auch schwer zugängliche Orte wie kleine Ritzen im Asphalt können somit in ein blumiges Ambiente verwandelt werden.

"Hierzu 5 Teile rote Tonerde mit 3 Teilen Erde oder Kompost und einem Teil Samen mischen. Einen Teil Wasser hinzufügen und zu kleinen Kügelchen formen. Ein bis zwei Tage trocknen lassen." (http://www.guerillagaertner.com/tipps/)

Welche Pflanze benötigt welche Umgebung?

Wähle robuste Pflanzen die Wasserknappheit (z.B. Lavendel, Schleifblume, blutroter Storchschnabel oder Fetthenne), viel Sonne (Lavendel, Fetthenne, Schleierkraut oder Astern), viel Schatten (Funkie, Farne oder Wald-Segge) oder unachtsame Fußgänger aushalten (z.B. Efeu, Buxbaum, Kirschlorbeer, Pfennigkraut, Lavendel oder kleine Strauchrosen). Wähle auffallende Pflanzen (groß, bunt, duftend) die das Stadtbild verändern (z.B. Sonnenblumen, Tagetes, Ringelblumen, Kürbis, Lichtnelke oder Mais). (http://www.guerillagaertner.com/tipps/)

Sag deine Meinung - ökologisch!

Graffitis sind aussagekräftig, langlebig und können sehr kostspielig sein - wenn man sich erwischen lässt... Eine ökologischere Art der künstlerischen Meinungsdarstellung ist ein Moosgraffiti. Man glaubt kaum, wie toll das aussehen kann!

   http://www.fraulangstrumpf.de/wp-content/uploads/2009/06/mossgirl.jpg

"Hierzu einfach eine handvoll Moos in den Mixer geben, zwei Tassen Buttermilch oder Joghurt, ein halber Teelöffel Zucker und nach Bedarf Wasser dazugeben und auf niedriger Stufe mixen. Die Konsistenz sollte einem Trinkjoghurt ähneln. Die Mischung auf feuchte Wände mit einem Pinsel auftragen und von Zeit zu Zeit kontrollieren, dass das Graffito feucht bleibt. Gegebenenfalls mit Wasser besprühen. Schon bald sollte das Graffito anfangen zu wachsen und wurzeln. Neben Wänden kann man die Moosmischung natürlich auch auf jegliche anderen Objekte auftragen." ( Mal wieder http://www.guerillagaertner.com/tipps/ - die ham einfach geniale Ideen;)

Begrenzter Naturschutz vor deiner Haustür - und eine dicke Portion Freude noch dazu, das verspricht das urbane Gärtnern definitiv! Also Augen auf und wo auch immer verwahrloste Blumenbeete, Baumscheiben, Pflanzenkübel oder Verkehrsinseln sind, werden hoffentlich bald mit deiner Hilfe Biotope von unschätzbarem Grün-Faktor sein. Ich bin ja schon kräftig am Samen sammeln: Apfel, Birne, Paprika (besonders kernergiebig), Melone (noch kernergiebiger), Aprikose... Und wer keine Lust auf Samenbombenbasteln hat, kann sich diese einfach beim Umweltversand "Waschbär" bestellen: http://www.waschbaer.de/Blumensaatkugel--916d1a176662.html

Und nach diesen vielen Tipps wünsch ich Euch nur noch viel Spaß beim Natur säen und genießen, denn "Erziehung ist alles. Der Pfirsich war einmal eine Bittermandel, und die Blume ist nichts anderes als ein Kohlkopf mit akademischer Bildung."
Mark Twain 1835 - 1910


NEIN, das ist natürlich nicht der abschließende sinnvolle Spruch zur Motivationsankurbelung, ich fand ihn nur total toll. Also auf ein Neues: Macht euch die Hände endlich schmutzig und verwandelt eure Stadt in ein neues kleines Paradies, frei nach dem Motto: "Blumen sind das Lächeln der Erde." von Ralph Waldo Emerson.

 

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Kommentare (5)
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22.06.2011
kartoffel hat geschrieben:
voll cool!
22.06.2011
Bienenkoenigin hat geschrieben:
das ist echt super klasse.. ich hab da mal einen workshop zu gemacht! Kann ich jedem nur empfehlen! SIteigert die Artenvielfalt in Städten!!!!!!!!!!!!
22.06.2011
midori hat geschrieben:
Ich find das super geil! Allerdings habe ich bei uns wenig Hoffnung, dass in der Stadt etwas wächst, weil regelmäßig alle Grünflächen gemäht werden.. da wären die Blümchen leider auch ganz schnell hinüber :/
21.06.2011
MarcelB hat geschrieben:
Che ist ein Held! :)
21.06.2011
gelöschter User hat geschrieben:
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