Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF


von Janine
24.06.2009
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An einem ganz normalen sonnigen Samstag im April dieses Jahres, war die Kölner Domplatte ziemlich gut besucht. Auffällig war allerdings, dass just an diesem Tag sehr viele der Menschen, die scheinbar grundlos in der Gegend herum standen, entweder einen sehr dicken Bauch hatten, oder gerade einen Großeinkauf gemacht zu haben schienen, denn viele von ihnen hatten dicke Plastiktaschen oder auch vollgestopfte Rucksäcke bei sich.
Je weiter die Zeit voranschritt, desto voller und enger wurde es. Kaum jemand konnte sich noch durch die Massen hindurch bewegen. Trotzdem behielten alle Leute ihre Laune und lachten sogar immer wieder laut auf. Dies war seltsam, da im Gedränge oft eher schlechte Laune dominiert.
Als sich gegen 16 Uhr ca. 2500 Menschen versammelt hatte, begann jemand zu brüllen. Ich habe nicht verstanden, was genau gerufen wurde, aber den lauten Worten folgte die größte Kissenschlacht, die Köln je gesehen hatte. Die großen Bäuche verschwanden und verwandelten sich in weiche Kissen, die sofort eingesetzt und nach links und rechts geschleudert wurden. Jeder versuchte sein Kissen so gut wie möglich einzusetzen, ob als Rammbock, Schutzschild, oder Wurfgeschoss.

Bald waren die ersten Kissen zerrissen und Federn bedeckten nun den großen Platz vor der steinernen Kirche. Knöcheltief standen die Kissenfreunde in den weißen Daunen. Bald wurde es auch schwer zu atmen, denn bei jedem Zug durch die Nase nahm man eine kleine Menge an Federstaub auf, der die Atemwege zu verstopfen schien. Das störte aber die Wenigsten und so wurde die Schlacht munter fortgesetzt.
Ich weiß nicht mehr wann, oder warum es genau geschah. Aber ganz plötzlich, wie aus dem Nichts, von einem Moment auf den anderen, nahmen alle Teilnehmer ihre Kissen fest in die Hand, hielten sie kurz fest, nur um sie einen Augenblick später gen Himmel zu katapultieren. Die Kissenschlacht war vorbei. Unter großem Jubel und einem starken Kissenregen breitete sich ein Grinsen in den Gesichtern der Teilnehmer aus.

Was an diesem Tag in Köln stattfand, war ein sogenannter Flashmob. Definieren kann man einen Flashmob wohl am besten als eine "zufällige Massenverabredung". Meist wird im Internet ein Aufruf gestartet und ein paar Tage später finden ominöser Ereignisse wie diese Kissenschlacht statt.
Sehr oft liest man auch von einem "Freeze", bei dem ein paar Menschen plötzlich grundlos einfrieren, einige Minuten verharren und danach ihren Alltagsgeschäften nachgehen, als sei nichts passiert.
Ein Flashmob hat meistens keine tiefere Bedeutung. Er vermittelt nur den Spaß an der Sache selbst.
In Köln war es allerdings so, dass die Stadt am Ende der Kissenschlacht mit Sorgen- anstelle von Lachfalten im Gesicht dastand. Denn die vielen Federn, die kaputten Kissen und den hinterlassenen Müll mussten die Abfallwirtschaftsbetriebe in einer Sonder-aufräum-Aktion bereinigen, die einiges an Kosten mit sich zog. Belangt wurde von den Teilnehmern aber niemand.

Ein sinnvolles Nutzen von Flashmobs ist natürlich auch denkbar. Zum Beispiel könnte man durch sie auf Notstände und Umweltverunreinigungen aufmerksam machen. Flashmobs erregen Aufmerksamkeit, gerade weil sie so unerwartet stattfinden und keiner weiß was eigentlich gerade passiert.

Habt ihr Ideen, wie man Flashmobs sinnvoll nutzen könnte?

 

Hier ein Video zur Kissenschlacht in Köln.

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Kommentare (10)
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20.04.2010
Konsti hat geschrieben:
Sehr interessant!
Ich habe vorher schon mal das Wort "Flashmob" gehört, und konnte jetzt mein Wissen auffrischen ;)
Das Video kann man aber leider nicht mehr ansehen, denn es "enthält Content von Sony Music Entertainment"... Schade
01.07.2009
Janine hat geschrieben:
@ Seraphim: Die Kissenschlacht fand auf Grund des "International Pillow Fight Day" statt, ja, den gab es wirklich ;) Ein Freund von mir hat bemerkt, dass in Köln noch niemand die Organisation übernommen hatte und dann das Ruder selbst in die Hand genommen. An diesem Tag fanden also auf der ganzen Welt Kissenschlachten statt und in Köln eine der Größten :) Bald gibt's auch ne Wasserschlacht, aber das ist noch geheim.. ;)
28.06.2009
Janine hat geschrieben:
@ kris: Ja, die Kreisverkehraktion find ich gut. Allerdings würde ich nicht solche Sprüche wie "Wisst ihr eigentlich, wie scheiße ihr seid?!" nehmen ;) Also eher Tipps auf die T-Shirts drucken, so wie du sagtest zum Beispiel "Radfahren für die Umwelt" - der ist super!
Der Flashmob im Supermarkt ist glaub ich kein richtiger Flashmob. Es würden zwar massenweise Bioprodukte gekauft werden, was die Verkäufer vielleicht leicht verdutzen würde, aber das hätte wahrscheinlich keine Auswirkungen auf Unbeteiligte, oder das Konsumverhalten der Alltagskäufer. Die würden sich höchstens über die langen Schlangen an der Kasse ärgern ;)
Aber grüne T-Shirts find ich gut! Hast du Lust das mal anzuleiern? Vielleicht fragst du aber vorher nochmal bei der Straßenverkehrsordnung nach, ob man mit dem Fahrrad in einen Kreisverkehr fahren darf :)
28.06.2009
Ellaa hat geschrieben:
Vielleicht könnte man ja auch eine Fahrradkette im Kreisverkehr organisieren, bei der alle ein grünes T-shirt tragen, auf dem irgendwas zum Thema CO2-Ausstoß von Autos steht, z.B. \"Wisst Ihr eigendlich, was Ihr der Natur gerade antut?!\" , \"Radfahren für die Umwelt\" oder so...

Oder man geht mit einer großen Gruppe in einen Supermarkt und kauft massenhaft Bio-Produkte [die man dann natürlich mit nach Hause nimmt, ansonsten wäre es ja Lebensmittelverschwendung!]
27.06.2009
Janine hat geschrieben:
@ Nora: Ich finde deine Idee super! Hast du Lust einen solchen Flashmob zu organisieren? Für Fragen und Tipps würde ich dir auf jeden Fall zur Verfügung stehen!
Welche Federn meinst du? Die verlorengegangenen? Die wurden von der Müllabfuhr eingesammelt.

@ lolfs: Ja, stimmt fast. Nicht im Sondermüll, aber auf der Müllkippe.
26.06.2009
lolfs hat geschrieben:
Also, wenn ich richtig gelesen habe, sind die Federn im Sondermüll gelandet.
Ich finde deine Idee gut, UnsereGeneration.
25.06.2009
UnsereGeneration hat geschrieben:
Also meine Idee wäre es, dass jeder ein grünes T-shirt anzieht und das dann ein riesen Auflauf in der Stadt losgeht, wo gesagt wird, für eine grünere Welt zum Beispiel. Und das dann zum Beispiel ein freezing stattfindet, bei dem alle Plakate am Bauch tragen, die kurz vorher umgedreht werden, mit allen möglichen Ideen.
"Weniger Papier", "Zu Fuß", "Jeder für jeden, Aktionen ohne Geld dabei zu verdienen", "Macht einfach mit", "Geld ist nicht immer eine Lösung, aber Menschen die sich einzetzen", "..."

Wie findet ihr das???

Was passiert eigentlich mit den Federn? Ich hoffe doch, dass die wieder verwendet werden!!!
Nora 
25.06.2009
Janine hat geschrieben:
Flashmobs sind eigentlich immer so geplant, dass man keine Genehmigung braucht. Zum Beispiel kann dir niemand verbieten einfach einzufrieren, oder mit dem Fahrrad im Kreisverkehr zu fahren, oder eine Banane auszupacken und mit ihr auf jemanden zu zeigen, etc. Die negative Seite an der Kisschenschlacht war halt die, dass am Ende Müll übriggeblieben ist und dadurch Kosten für die Stadt entstanden sind. Für die nächste Aktion haben wir aber schon eine Lösung für das Problem gefunden ;)

@ nocta: Danke für's hochladen, ich tausche die Fotos später aus :)
25.06.2009
Franzi hat geschrieben:
Ich finde das im Grunde eine tolle Idee, solange es bei friedlichen Hintergründen bleibt und solche witzigen Sachen wie Kissenschlachten stattfinden. Und klar, man kann da bestimmt auch super Umweltschutz zum Thema machen. Auf jeden Fall eregt es Aufmerksamtkeit. Ist es denn rechtlich abgesichert? Demonstrationen z.B. muss man ja auch anmelden, gelten diese Flashmobs als solche?
25.06.2009
nocta hat geschrieben:
Jetzt hab ich extra für dich ein Foto hochgeladen und du veröffentlichst schon den Bericht. Pfft :-P
http://www.wwf-jugend.de/community/uploads_user/1000/630/1416.jpg
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