Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Ein kleines Stück gelebter Naturschutz


von Gluehwuermchen
12.03.2011
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Hat jemand von euch schon mal eine Kröte oder einen Molch in der Hand gehalten? Es ist unglaublich faszinierend zu spüren, dass es sich dabei um lebendige Wesen handelt. Kleine aber perfekte Organismen, die ihren festen Platz auf dieser Erde haben.
Oder haben sollten.

Leider wird unseren kleinen Freunden das Leben ja mehr als schwer gemacht. Landstraßen und die Trockenlegung ihrer Lebensräume bedeuten den sicheren Tod.

Um da nicht weiter tatenlos zuzusehen haben wir( meine Familie) vor einigen Jahren das nun alljährliche Projekt „Amphibienschutzzaun“ ins Leben gerufen.

Ich nehme euch also mit auf eine kleine Reise vor meine Haustür.

Jeden Frühling, sobald die kalten Tage vorbei sind, begeben sich die Amphibien auf Wanderschaft. Ihr Ziel: Eine alte Kiesgrube, in der sich Wassertümpel gebildet haben. Der Bereich gilt das geschützter Landschaftsbestandteil. Dort laichen die Tiere jedes Frühjahr.

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Das wäre alles perfekt, würde durch ihren Weg nicht die L 107 führen, die viele Jahre lang eine Todesstraße für die Amphibien gewesen ist. Dazu kommt, dass die Population der Kröten von der der Wildschweine, ihren Fressfeinden, abhängig und der Wasserspiegel am Zielort stetig gesunken ist. So war die Population der Amphibien vor einigen Jahren, als wir angefangen haben zu zählen, weitaus größer als in den letzten Jahren. Absolutes Highlight war beim ersten Mal ein Feuersalamander gewesen, der ein eher seltenes Tier ist.

So haben wir uns auch heute wieder an die Arbeit gemacht: Mit einigen freiwilligen Helfern stellten wir den ca. 700m langen Zaun auf. In regelmäßigen Abständen befinden sich Eimer in der Erde, in die die Tiere hineinfallen und wo man sie dann absammeln und auf die andere Straßenseite bringen kann. Wichtig ist, den Rand des Zauns umzuschlagen und mit Split abzudecken, damit die Tiere sich nicht darunter durchzwängen können. Das ist sehr viel Arbeit und anstrengender als es klingt.
(Wie Muckibude nur besser weil frische Luft :P)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun werden also auch diesmal die Kröten und Molche sicher auf die andere Straßenseite kommen. Doch dieses Jahr gibt es eine weitere Herausforderung: Vor einigen Wochen wurde in dem Areal der Wasserstellen sogenannte Landschaftspflege vorgenommen. Ein Rohrkolbengewächs war zu dominant geworden und hatte allmählich alles zugewuchert. Da seitens der Behörden mal etwas Geld übrig war, nutzte man die Gelegenheit und arrangierte einen Bagger, der den ganzen Bewuchs entfernte.
Ich war etwas erschrocken, als ich das Resultat sah. Das schien nicht mehr wie ein Biotop, sondern wie eine Mondlandschaft!


Natürlich ist es gut, das Ökosystem als solches erhalten zu wollen. Innerhalb der nächsten Jahre wird der alte Bewuchs wiederkommen, alles wird verjüngt sein. Kritisieren kann man höchstens die Herangehensweise: Radikal und komplett, anstatt Sukzession zuzulassen, bzw. nur teilweise zu roden und Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere übrig zu lassen.
Doch Sorgen macht mir nun der Amphibienbestand dieses Frühjahrs. Die Tiere haben nun keinerlei Schutz mehr, ebenfalls fehlen die Pflanzen nahe der Wasserstellen, die die Kröten benötigen, um ihre Laichschnüre darumzuwickeln. Jetzt gibt es in den Wasserstellen nur noch eine Schicht alter Blätter, sonst nichts.

Ich bin also gespannt auf die nächsten Wochen und natürlich auch auf die nächsten Jahre. Wie wird sich das alles entwickeln?
Es ist nicht leicht, die Natur schützen zu wollen, so viele Faktoren spielen zusammen. Und der Mensch hat so gravierend in die Natur eingegriffen, dass ihre Vernetzung empfindlich gestört ist. Also bedarf es unserer Hilfe, die kleinen aber wichtigen Flecken Natur mit all ihren Lebewesen innerhalb unserer erschlossenen Landschaft zu schützen.
Das, was ich euch berichtet habe, es ist nur ein sehr kleiner Teil im täglichen Kampf. Wie viele Fälle dieser Art mag es in unseren Breiten geben? Wie viele Menschen sind bereit, sich für das Überleben der kleineren Mitlebewesen einzusetzen? Ich hoffe, es sind genug, um auf eine Zukunft voller Biodiversität zu hoffen!

Es ist lohnenswert und macht Freude!

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Kommentare (10)
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29.05.2011
PaperWing hat geschrieben:
Schön geschrieben :) schöner Artikel
27.04.2011
TaniaTukan hat geschrieben:
hey, cool :-) ich hab dieses jahr im rahmen meines FÖJs auch eine Amphibienleiteinrichtung gebaut, allerdings nicht kontrolliert - das habe ich als kind oft gemacht, als sich mein vater für um die betreuung eines dieser zäune in unserer nähe gekümmert hat. ich kenn das gefühl, einen frosch in der hand zu haben, das ist echt toll, auch wenn ich sicher nicht merh dieses unglaubliche gefühl des ersten mals nachfühlen kann - das ist schon so lange her... aber es ist immer wieder schön. so zum beispiel auch, wenn kaulquappen deine füße ansaugen, das ist so toll :-) kitzelt aber ;-) feuersalamander sind echt selten. aber auch da hatte ich schon einige in der hand - an einem tag ca.30 stück, als ich gezüchtete jungtiere ausgesetzt habe :-) danach hab ich mich richtig heilig gefühlt ;-)
13.03.2011
Alex8000 hat geschrieben:
Schöner Bericht ich selbst habe in garten ein kleinen teich wo auch jedes jahr ein paar Frösche sind und find das auch intesant.Es ist schade das solche radikalschlage (wie auf den untersten Bild gemacht werden) sie ZERSTOREN DIE UMWELT und sehen häslich aus.
13.03.2011
SSK hat geschrieben:
ich find den Bericht total toll, sehr schön geschrieben
13.03.2011
umwelterfinder hat geschrieben:
wir haben seit 2 jahren einen kleinen teich im garten und da sind auch schon ein paar frösche und teichmulche vorbei gekommen
da wir in unseren dorf 2 teiche haben ist das ja gut
einer ist ein bekannter teich an den viele gehen und ihre sachen rein werfen was ich echt mies finde und einen anderen der auserhalb der dorfes liegt er ist sehr schön und der teich wird auch geschützt.ich kenne den mann der darauf aufpasst sehr gut und daher gehe ich oft dorthin im sommer um den teich zu beobachten
12.03.2011
Nivis hat geschrieben:
Schöööner Bericht =)
12.03.2011
MarcelB hat geschrieben:
kann mich den anderen nur anschließen, sehr lesenswert! Ich werde ich mal auf Facebook posten, mal sehen was die "Gemeinde" zu sagt :D
12.03.2011
anni95 hat geschrieben:
Wow, toller Bericht und echt super, dass du sowas machst! Muss mal gucken, ob bei uns auch sowas passiert, dann muss ich auf jeden Fall mithelfen.!
12.03.2011
Lukas96 hat geschrieben:
hi
Der bericht ist total schön geschrieben! Auc das thema ist sehr toll Ich finde es auch super toll was ihr da macht. Es gibt nur wenige Menshcen die so viel arbeit auf sich nehmen. Finde ich echt klasse !!!:);)
12.03.2011
Carphunter hat geschrieben:
hey,
echt klasse der bericht! ich finds echt super von dir, dass du dich so einsetzt! und wenn du nächstes jahr meine hilfe brauchst, nur bescheid sagen ;)
ist natürlich schade, wie das "Biotop" nach dem einsatz des baggers aussieht...

glg
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