Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Earth Hour Hannover 2013


von DerSchorsch
24.03.2013
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Zwischen Professionalität und Frustration

Wir waren auf alles vorbereitet, an alles war gedacht, unsere gesammelten Erfahrungen hatten wir in eine durchgeklügelte Planung gesteckt. In den umliegenden Geschäften hatten wir vorweg für die Earth Hour geworben, die Presse war informiert und hatte ihr Kommen angekündigt so auch der BUND, 300 Kerzen (in einer sie einzeln sicher umgebenden Form) und Teelichter harrten ihrer Entzündung sowie ungezählte Flyer ihrer Verteilung, eine Petition ihrer Unterschriften und mehr als ein Dutzend WWF-ler der Kanalisierung ihres Engagements. Außerdem lag die Regenwahrscheinlichkeit bei 0%. Es durfte also ein vielversprechender Tag werden.

Und tatsächlich: Pünktlich um 14:00 fanden sich ausreichend (und ausnahmsweise ausgeschlafene und somit motivierte) WWF-ler am vereinbarten Standort des hannoverschen Steintors ein. Auch Wind und Kälte konnten uns nicht einschüchtern, schließlich hatten wir fleißig noch am vorhergegangenen Donnerstag exakt 249 (das haben wir nachgezählt) kleine Windschütze für unsere Teelichter gebastelt. Flyer und Informationsmaterial hielten wir mithilfe einer Vielzahl Thermosflaschen an unserem Stand. Faszinierender Weise hatte der heiße Tee in diesen Thermosflaschen denselben Effekt auf die WWF-ler, wie die Flaschen selbst auf die Flyer. Dennoch fanden sich stets mehr als genug Mitglieder, welche Unterschriften sammelten und für die Earth Hour „draußen im Feld“ warben, da die Menge der sich nach draußen trauenden Passanten überschaubar war und die Zahl der WWF-Jugend-Mitglieder von Stunde zu Stunde stieg. Nachdem wir also drei Stunden lang Mitbürger davon überzeugt hatten, dass wir ihnen keine Waschmaschine verkaufen wollen, zogen wir uns unterkühlt an den einzigen Ort zurück, der einem in unserem Zustand in den Sinn kommen konnte: Ein Eiscafé. Schließlich ist Frühling.

Bis hierhin also alles wie gewohnt. Nun begannen wir unsere Vorbereitungen zum Aufbau der Earth Hour. Geplant war ein Schriftzug aus Teelichtern: „Ja zur Energiewende“, wobei das „I“ als Darstellung eines Windkraftwerkes aus den schwereren Kerzen gelegt werden sollte. All dies hatten wir zuvor schon erfolgreich im Heimexperiment geplant und getestet, doch die Realität verweigerte sich schlicht unseren Plänen. Wie sich zeigte, führten absurder Weise unsere Windschütze nicht dazu, dass die Teelichtflammen intakt bleiben konnten, sondern vielmehr nahm der Wind noch bevor wir die Teelichter in ihren Windschützen entzünden konnten, selbige mit den darin befindlichen Teelichtern auf eine fröhliche Reise. Da die Teelichter ungeschützt nicht im entzündeten Zustand verbleiben würden, improvisierten wir und legten einen Panda aus Teelichtern, sodass sie sich gegenseitig warm halten würden. Würden! Der Wind nahm unseren Plan nicht ernst. Dann versuchten wir eine 60 (für die sechzig Minuten der Earth Hour) aus den schwereren Kerzen zu entzünden, wobei wir unseren Standtisch als Windschutz verwendeten. Würden die Kerzen erst einmal brennen, würde das flüssige Wachs die Kerze heiß halten.Würde! Der Wind hatte andere Pläne. Schließlich nutzten wir unsere verbliebene Zeit, sprachen mit den angekommenen BUND-Mitglieder, der Presse und den mittlerweile äußerst raren Passanten oder verbrachten die Zeit wahlweise auch mit musiklosem Tanzen und Zappeln, um sich warm zu halten. So geht eine Stunde auch irgendwann vorbei.

Abschließend kann man sagen, dass wir auf jeden Fall auch Spaß hatten, auch wenn letztendlich nicht alles so funktioniert hat, wie wir es zuvor minutiös geplant hatten. Vielmehr haben wir etwas gelernt, was wir schon vorher ahnen konnten: Man kann sicher nicht alles planen, es kommt auch auf das Timing an. Aber nächstes Mal sind wir schlauer und können vielleicht noch professioneller planen ;) .
 

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Kommentare (8)
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25.03.2013
Madamsel hat geschrieben:
Super Bericht, Schorsch. Du hast es echt getroffen ;)
Wir haben insgesamt 117 Unterschriften gesammelt. Nochmal ein großes Dankeschön für euren Einsatz, hat mir viel Spaß gemacht mit euch!
25.03.2013
Marcel hat geschrieben:
Genial, dass ihr so lange durchgehalten habt und nicht den Mut verloren habt! Und danke für diesen witzigen Bericht! Die nächste Earth Hour sollten wir eigentlich in den Sommer verlegen. Nur werden dann die Australier und Neuseeländer etwas dagegen haben... :)
24.03.2013
Nick97 hat geschrieben:
wie gesagt verdammt lustig neue leute kennengelernt aber habe jetzt fieber und liege mit hals und kopfschmerzen im bett. ich hoffe euch anderen ist es besser ergangen
24.03.2013
gelöschter User hat geschrieben:
Du hast das wunderbar auf den Punkt gebracht, Schosch! :)
Spontanintät ist und bleibt eine gute Alternative zum eigenlichen Plan.
Die Earth Hour war trotz des eisigen Windes wirklich lustig. Gegen all meine Erwartungen hatte ich sogar gar keine Erfrierungen an den Füßen. ;)
24.03.2013
Jonpackroff hat geschrieben:
Wir in Köln hatten das gleiche Wind-Problem und haben es dann schließlich auch nach drinnen verlagert ;)
Wir wollten mit unseren Lichtern auch erst "Ja zur Energiewende" schreiben, woraus dann ein "Licht aus!" wurde, was die Kerzen dann etwas zu wörtlich nahmen ;)
Die Hauptsache ist aber doch, das ihr Spaß hattet und ein paar Passanten von Klimaschutz und der Energiewende überzeugen konntet :)
24.03.2013
Chamaeleonmuetze hat geschrieben:
War echt lustig :D Obwohl es mit den Kerzen und so nicht geklappt hat.... ich erinnere nur an: *Schosch zieht seine Jacke aus* "Jetzt ist Sommer egal ob man schwitzt oder friert, Sommer ist was in deinem Kopf passiert..." :DD
Jaa die Passanten, wenn auch wenige, hattens in sich :D
24.03.2013
Juliaaa hat geschrieben:
Hört sich, trotz der Schwierigkeiten nach einem Erfolg an :-D
24.03.2013
weltenretterin16 hat geschrieben:
Wir hoffen für nächstes mal auch einfach auf frühlingshafteres Wetter.. ;)

Aber ich stimme zu, dass es trotz der Widrigkeiten des Wetters lustig war, vorallem die Gespräche mit den Passanten...:DD
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