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Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Die WWF Jugend-Redaktion im "Zoo der Zukunft" Leipzig (2/2)


von Rhino
29.06.2015
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Samstag, der 13. Juni, 11:00: Nachdem wir die Gondwanaland-Halle im „Zoo der Zukunft“ Leipzig durchwandert haben (siehe Teil 1), geht unsere große Zoo-Tour weiter mit dem Themenbereich „Asien“.

Hier treffen wir zuallererst auf die massigen Indischen Elefanten. Diese verfügen seit 2006 über ein großzügiges Elefantenhaus, den so genannten „Elefantentempel Ganesha Mandir“ mit Laufstall, sowie einem großen Pool mit Unterwasserblick. Das Haus macht einen äußerst modernen Eindruck, die Außenanlage der weiblichen Elefanten wirkt jedoch leider vergleichsweise etwas klein und einrichtungsarm, verfügt aber zumindest über schattenspendende Bäume und ein großes Wasserbecken.

Eine wahre Rarität findet sich im Keller des Elefantenhauses: Chinesische Schuppentiere. Die zwei Exemplare, die der Leipziger Zoo 2007 und 2009 aus einem Zoo in Taipeh erhielt, sind bis heute die einzigen Schuppentiere Europas. Da sie nachtaktiv sind, leben sie in einem großen, abgedunkelten Gehege, in dem man sie kaum erkennen kann. Nur wenn um 12 Uhr die Fütterung ansteht, wird die Anlage etwas erhellt und man kann die urtümlich und geradezu unwirklich aussehenden Säugetiere dabei beobachten, wie sie sich aufrichten, einrollen und über den Futternapf hermachen.

Der Weg vom indischen Tempel führt weiter zu den Großkatzen Sibiriens. Sowohl Amurtiger als auch Amurleoparden bewohnen im Zoo mittlerweile großzügige Außenanlagen, die den Tieren ausreichend Versteckmöglichkeiten und den Besuchern den ein oder anderen faszinierenden Einblick gewähren. Die Tiger kann man nun sogar durch dicke Acrylscheiben unter Wasser beobachten, wenn diese in ihrem großen Pool umherschwimmen.

Die vom Aussterben bedrohten Amurtiger und Amurleoparden sind absolute Traditionsarten im Zoo und werden dort beide seit über 50 Jahren erfolgreich nachgezüchtet.

Eine weitere Raubtierart im Leipziger Asien-Teil sind die Lippenbären – eine gefährdete und in Zoos nur sehr selten gezeigte Bärenart aus Indien, die sich fast ausschließlich von Insekten ernährt.

Für diese Art führt der Zoo Leipzig das europäische Zuchtbuch, das heißt er koordiniert, welche Bären sich in den großen europäischen Zoos mit welchen Artgenossen fortpflanzen können, ohne dass die Gefahr von Inzucht besteht und kann auch Zoos nahelegen, erstmal keine Lippenbären zu züchten, wenn die Gefahr besteht, dass man den nachgezüchteten Bären nirgendwo mehr unterbringen kann, weil gerade kein Zoo Platz für einen neuen Bären hat.

Der Zoo Leipzig ist selbst seit etwa 50 Jahren der erfolgreichste europäische Züchter von Lippenbären und hält diese Art seit 2002 in einer modernen Freianlage, zusammen mit Rhesusaffen.

Nachdem wir den Asien-Teil hinter uns gelassen haben, machen wir erstmal eine kleine Mittagspause und treffen dabei auf einen drolligen, gefiederten Zoobewohner, der sich offenbar frei auf dem ganzen Gelände bewegen darf.

Gestärkt geht es dann im „Pongoland“ weiter. Dieser, 2001 in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie entstandene Themenbereich, ist bis heute die weltweit größte Menschenaffenanlage und zeigt vier Arten von Menschenaffen (Schimpansen, Bonobos, Sumatra-Orang-Utans und Flachlandgorillas) in hochmodernen Außen- und Innengehegen.

Eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien zum Sozialverhalten dieser Primaten wurde bereits im Pongoland durchgeführt und auch die Besucher können hier immer wieder den Verhaltensforscher spielen und die zu sehenden Konflikte, Beziehungen und Absichten der hochintelligenten Menschenaffen deuten.

Alle vier Menschenaffenarten sind in Familienverbänden anzutreffen und haben regelmäßig Nachwuchs. Die Spielereien und Experimente der jungen Primaten sind dabei stets ein ganz besonders faszinierender Anblick.

In direkter Nachbarschaft zum Pongoland, findet sich bereits die erste Tierart aus dem Themenbereich „Afrika“, die in freier Wildbahn immer noch nur unzureichend erforschte Waldgiraffe Okapi.

Und kaum hat man die dicht bepflanzte Okapi-Anlage hinter sich gelassen, trifft man auch schon auf die noch größeren Giraffen der afrikanischen Steppe, untergebracht auf der riesigen, 25.000 m² umfassenden „Kiwara-Savanne“.

Von einer erhöhten Plattform aus, kann man hier die Giraffen praktisch auf Augenhöhe beobachten …

… und bekommt gleichzeitig die vielen anderen Bewohner der Savanne zu Gesicht, darunter Kronenkraniche, Hornraben, Marabus, Moorantilopen, Thomson-Gazellen (Bild unten), …

Grevy-Zebras, die sich von anderen Zebra-Arten u. a. durch ein besonders dichtes Streifenmuster unterscheiden, …

… und Säbelantilopen. Diese leben, im Gegensatz zu all den anderen Arten eigentlich nicht in den Savannen Ostafrikas, sondern in der Wüste Sahara. Dort starben sie allerdings Ende des 20. Jahrhunderts vollständig aus. In Zoos überlebten sie jedoch, wurden immer weiter gezüchtet und seit den 1980er Jahren auch ausgewildert. Auch der Zoo Leipzig hat sich bereits mit einigen Exemplaren an der Auswilderung und Wiederansiedlung von Säbelantilopen in Tunesien beteiligt.

In nächster Nähe zu all den Pflanzenfressern der Savanne, leben die entsprechenden Raubtiere. Prächtige Angola-Löwen, …

… putzige Erdmännchen aus Südafrika, …

… und die, oft fälschlich als reine Aasfresser bezeichneten, Tüpfelhyänen, die nicht gerade den besten Ruf genießen. Dabei treffen wir sie eigentlich als recht gelassene und fast ein bisschen niedliche Zeitgenossen an.

Als dann jedoch die Fütterung ansteht und ein paar Klumpen Fleisch im Gehege landen, zeigen die Hyänen auf einmal ein ganz anderes Gesicht … das wirkt dann doch ein bisschen gruselig.

Die letzte große Anlage im „Afrika“-Teil ist die erst vor wenigen Wochen eröffnete „Kiwara-Kopje“, ...

... eine direkt an die Kiwara-Savanne angeschlossene, riesige Freianlage für die kritisch gefährdeten Spitzmaulnashörner. Diese haben sich bereits gut eingelebt und dösen die meiste Zeit über friedlich im Gras.

An die neue Nashorn-Anlage wurde außerdem ein ebenso extrem weitläufiges Gehege für Geparde angeschlossen. Diese erkunden noch neugierig die vielen Ecken und Winkel der großen Anlage. Besonders der Wassergraben scheint die flinken Raubkatzen dabei ziemlich zu faszinieren …

Während der „Afrika“-Themenbereich mit der Eröffnung der Kiwara-Kopje so gut wie fertiggestellt ist, wurden im „Südamerika“-Teil des Zoos bisher nur zwei Bauprojekte realisiert: eine große, begehbare Voliere für Chile-Flamingos, Rote Sichler (Bild unten) und andere Vogelarten, …

… sowie seit März 2015 naturnahe, inselartige Anlagen für Goldgelbe Löwenäffchen, Kaiserschnurrbarttamarine und Schwarze Brüllaffen (Bild unten), bei denen eigentlich nur die Männchen schwarz sind.

In Zukunft sollen im Südamerika-Bereich noch Seelöwen, Pinguine, Ameisenbären, Mähnenwölfe und viele weitere Tierarten zu sehen sein. Bisher finden sich hier jedoch vor allem alte Zoogehege, die noch lange vor dem „Zoo der Zukunft“-Umbauplan entstanden ist.

Viele der alten Anlagen, machen dabei immer noch einen guten Eindruck, z. B. das Vogelhaus, das über eine sehr schön gestaltete Freiflughalle verfügt, in der man z. B. Weißkopf-Schwarzbülbüls, ...

... Blaukrönchen, die zu den kleinsten Papageienarten zählen, ...

… und Elfenblauvögel aus Südostasien zu Gesicht bekommt, …

… sowie Rotbrust-Krontauben aus Papua-Neuguinea, …

… die vom Aussterben bedrohten Balistare

… oder auch Vietnam-Inselflughunde.

Geradezu schaurig wirken unter all den alten Zoogehegen derzeit lediglich zwei winzig kleine Käfige, in denen noch heute Schneeleoparden gehalten werden. Bis 2003 mussten die Tiger und bis 2014 auch die Amurleoparden in ebensolchen Zwingern ihr Dasein fristen. 2016 werden endlich auch die Schneeleoparden erlöst und ziehen in ein modernes neues Gehege im Asien-Teil des Zoos.

Auch Gänsegeier und Kleine Pandas werden bald neben den Schneeleoparden im derzeit im Bau befindlichen neuen „Himalaya“-Komplex zu sehen sein.

Mit der Besichtigung des bereits teilweise fertiggestellten Südamerika-Bereiches, haben wir fast alle Zoo-Anlagen zu Gesicht bekommen, doch bevor wir endgültig den Leipziger Zoo verlassen, streifen wir noch kurz durch den „Gründer-Garten“, den historischen Eingangsbereich des Zoos. Dort gibt es derzeit Brillenpinguine, Präriehunde (Bild unten)

… und das über 100 Jahre alte Aquarium zu sehen.

Ein letzter Streifzug durchs Aquarium, das neben Haien, Zitteraalen, Clownfischen und Kraken auch zahlreiche Reptilienarten, wie z. B. das Pantherchamäleon (Bild unten) beherbergt …

und wir verlassen schließlich, nach langer langer Wanderung, den „Zoo der Zukunft“, einen, mit zig absolut beeindruckenden Gehegen bestückten, faszinierenden Tierpark, der sich trotz ein paar weniger Altlasten seinen Titel absolut verdient hat.

Text & Tierfotos: Maxim Podobed
Gruppenfotos: Ulrike Leupold
Foto "Aquarium": © Appaloosa

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Kommentare (8)
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Sortieren nach Aktualität:
30.06.2015
Lunallly hat geschrieben:
Großartige Bilder und ein echt schöner Bericht. ;)
30.06.2015
AlinaSky hat geschrieben:
Danke Maxim für den tollen Bericht mit wirklich großartigen Fotos!
Es war so schön mit euch! :)
30.06.2015
Sunlight hat geschrieben:
Es war so schön mit Euch allen :)
Danke für den Bericht und die tollen Fotos!!
30.06.2015
Marcel hat geschrieben:
Unglaubliche Fotos, Maxim! Du bist echt ein Genie. Und ich hab wieder einiges gelernt - sowie mich in meiner Meinung bestärkt gefühlt, dass Tiere unbeschreiblich schöne Geschöpfe sind. Faszinierend, was sich die Natur alles einfallen lässt.
30.06.2015
Cookie hat geschrieben:
Ich bin sooooo groß! :D
Danke für den tollen Bericht, Maxim, die Bilder sind wirklich unglaublich!
30.06.2015
Cosima hat geschrieben:
Wirklich sehr tolle Bilder!
Danke Maxim :)
30.06.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für diesen tollen Artikel! Die Fotos sind wie immer genial! =)
30.06.2015
midori hat geschrieben:
Und ich war wieder mittendrin! :)
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