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Action!


© Peter Jelinek / WWF
Die WWF Jugend-Redaktion im "Zoo der Zukunft" Leipzig (1/2)


von Rhino
17.06.2015
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Am Samstag, dem 13. Juni, war die die WWF-Jugend-Redaktion mal wieder auf großer Expedition - diesmal im wunderbar sonnigen Leipzig, im selbst ernannten „Zoo der Zukunft“ – ein Zoo mit über 9000 Tieren, über 800 Tierarten, sechs Themenwelten und sieben begehbaren Tierhäusern – da gab es natürlich einiges zu entdecken!

13. Juni; 9:30: die Expeditionsgruppe, bestehend aus Uli, Anais, Anja, Franzi, Ronja, Alina, Lisa, Pascal, Johannes, Peter, Anne, Sarah und mir, betritt die Pforten des ca. 26 Hektar großen Leipziger Zoos. Dieser zählt heute nicht nur zu den bekanntesten, sondern mit einer über 130 Jahre langen Geschichte auch zu den ältesten Tiergärten Deutschlands. Wirklich historisch wirken auf dem großen Zoogelände allerdings nur noch sehr wenige, meist denkmalgeschützte Ecken, der Großteil der Anlagen macht hingegen einen hochmodernen Eindruck, da sich der Zoo nun seit 15 Jahren in einem radikalen Umbauprozess befindet: von veralteten Käfigen, Klinkerbauten und Betonburgen zum „Zoo der Zukunft

Das Konzept ist dabei ein so genanntes „Geozoo“-Modell. Das bedeutet, dass die Tiere nicht mehr nach Verwandtschaftsgrad, sondern nach ihrer geographischen Herkunft geordnet präsentiert werden, und zwar in den drei großen Themenbereichen „Afrika“ (mit u. a. Giraffen, Löwen und Hyänen), „Asien“ (mit u. a. Elefanten, Tigern und Lippenbären) und „Südamerika“ (mit u. a. Flamingos, Mähnenwölfen und Brüllaffen).

Gänzlich auf dieses Geozoo-Konzept fixiert ist der Zoo jedoch nicht, denn es gibt noch drei weitere Themenbereiche, nämlich „Pongoland“ – ein großes Areal nur für Menschenaffen, den „Gründer-Garten“ – den z. T. historischen Eingangsbereich des Zoos und das „Gondwanaland“ – eine riesige Tropenhalle für allerlei Regenwaldbewohner.

Das 2011 eröffnete Gondwanaland ist die erste Etappe unseres Zoo-Rundgangs. Den Namen hat die mit einer Fläche von über 16.000 Quadratmetern größte Tropenhalle Europas vom Urkontinent Gondwana übernommen, der vor über 100 Millionen Jahren nach und nach in die heutigen Südhalbkugelkontinente (u. a. Afrika, Südamerika, Australien und Südasien) zusammenbrach.

So wie einst Gondwana die tropische Fauna Südamerikas, Afrikas und Asiens vereinte, so bringt auch die Gondwana-Halle in Leipzig die Dschungeltiere dieser drei Kontinente unter einem Dach zusammen.

Auf unserer Tour können wir die riesige Tropenhalle aus drei Perspektiven erleben, von einer Bootstour, von einem Wanderweg und von einem erhöhten Baumwipfelpfad aus.

Zuallererst begeben wir uns alle in ein großes, überdachtes Holzboot

Von dort aus bekommen wir bereits die ersten tierischen Bewohner zu Gesicht, diverse tropische Vogelarten, einen Ozelot, ein Schabrackentapir (Bild unten), …

und die größte Echse der Welt, den Komodowaran, der in freier Wildbahn nur auf einigen kleinen indonesischen Inseln zu finden ist und mit seinem giftigen Speichel sogar große Hirsche und Wasserbüffel zur Strecke bringen kann.

Kaum aus dem Boot ausgestiegen, geht es gleich auf dem verwegenen Wanderweg weiter …

Dabei entdecken wir als Erstes eine große, verspielte Gruppe Totenkopfäffchen, die auf einer begehbaren Insel lebt und in etwa doppelt so neugierig ist, wie die vorbeischreitenden Besucher.

Außerdem treffen wir u. a. auf Fischkatzen, Runzelhornvögel, Piranhas und den ungewöhnlichen Sunda-Gavial (Bild unten). Dieses, bis zu fünf Meter lange, gewaltige Kriechtier aus den Feuchtgebieten von Sumatra und Borneo ist nahe mit den echten Krokodilen verwandt, unterscheidet sich jedoch von diesen optisch durch seine besonders spitz zulaufende Schnauze.

Die Gaviale im Gondwanaland verbringen den Großteil ihres Tages damit, sich im Waser als Baumstamm zu tarnen oder sich am Ufer zu sonnen.

Zu den Spezialitäten der Gondwana-Halle zählen auch ungewöhnliche tierische WGs. So teilen sich z. B. als Amazonas-Gemeinschaft Riesenotter eine große, dicht bepflanzte Anlage mit Sakiaffen und Silberäffchen. Dabei leben die Affen oben in den Bäumen der Anlage, während die Otter sich auf dem Boden und in einem großen, natürlich gestalteten, Wasserbecken aufhalten. So kann man die drei Tierarten übereinander beobachten, ohne dass sie sich in die Quere kommen.

Noch entspannter läuft die Vergesellschaftung von Zwergflusspferden (Bild unten) und den vom Aussterben bedrohten Diana-Meerkatzen (Bild oben). Beide Arten bewohnen auch in freier Wildbahn zusammen die Regenwälder Westafrikas. Und während z. B. die karnivoren Riesenotter ihre Affen-Mitbewohner wohl angreifen würden, sollten diese sich auf dem Boden der Anlage aufhalten, reagieren die pflanzenfressenden Zwergflusspferde absolut gleichgültig auf die Anwesenheit einer ganzen Meerkatzenfamilie. So kann man die farbenfrohen Affen wunderbar dabei beobachten, wie sie um die Flusspferde herum und über die Flusspferde hinüber hopsen.

Zwergflusspferde, Fischkatzen, Riesenotter, Gaviale und Schildkröten können im Gondwanaland zudem durch dicke Acrylscheiben auch unter Wasser bestaunt werden.

Neben all den modernen Tiergehegen, gibt es im Gondwanaland auch zahlreiche freilebende Regenwaldbewohner. Eine Vielzahl tropischer Vogelarten (darunter Madagaskarweber (Bild unten), Krontauben, Sonnenrallen und Seidenturakos), aber auch einige Reptilien- und Amphibienarten (darunter Grüne Leguane und Korallenfinger-Laubfrösche) können sich zwischen den Bäumen und Sträuchern des Gondwana-Dschungels uneingeschränkt bewegen. Durch die enorme Größe der Halle können sich die freilebenden Tiere allerdings so gut verstecken, dass der Besucher meist nur einen Bruchteil von ihnen zu Gesicht bekommt.

Aber nicht nur Tierfreunden, sondern auch Botanik-Interessierten bietet die Halle mit ihren gut 17.000 tropischen Pflanzen einiges zum Erkunden, zudem gibt es einen Nutzpflanzengarten, in dem u. a. Kakao, Ananas, Pfeffer und Guaven gedeihen.

Von den insgesamt ca. 100 Tierarten, die Gondwanaland bewohnen, wirken lediglich zwei etwas deplatziert: Löffelhunde und Dikdiks – beide Arten sind im afrikanischen Teil Gondwanalands, neben Zwergflusspferden, Meerkatzen u. a. untergebracht, gehören aber eigentlich nicht zu den Regenwaldtieren, sondern bewohnen in freier Wildbahn vor allem trockene Steppen.

Somit gehören beide Spezies eigentlich nicht so wirklich in eine Tropenhalle, doch zumindest stehen den Tieren dort geräumige Anlagen zur Verfügung.

Viele der Gondwanaland-Bewohner sind in freier Wildbahn durch Lebensraumzerstörung vom Aussterben bedroht, dazu zählen u. a. Riesenotter, Schabrackentapire, Diana-Meerkatzen, Eulenkopfmeerkatzen und Braune Landschildkröten. All diese Arten wurden in der Tropenhalle bereits erfolgreich nachgezüchtet.

Zudem engagiert sich der Zoo seit der Eröffnung der Halle für ein wichtiges Regenwald-Schutzprojekt, das so gennannte „Sabah-Nashorn“-Projekt, das sich für den Erhalt und die Vermehrung der letzten 10 Sabah-Nashörner (einer Unterart des Sumatra-Nashorns) auf Borneo einsetzt, deren Bestand durch Abholzung und Wilderei drastisch zusammengebrochen ist.  

Der Zoo fördert zum einen finanziell die einzige Zuchtstation und ein Wiederaufforstungsprojekt und hilft zum anderen dem Personal vor Ort, moderne veterinärmedizinische Methoden, wie die künstliche Befruchtung anzuwenden, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren.

Im Leipziger Regenwald sind Raubbau und Wilderei aber zum Glück noch Fremdwörter, dementsprechend idyllisch ist der Blick, den wir vom Baumwipfelpfad aus auf die große, grüne Waldlandschaft werfen können. 

Mit dieser Wucht an Eindrücken verlassen wir die tropisch warme Halle ins … naja, „deutsch“-warme Freie und begeben uns auf eine Expedition durch die fünf restlichen Themenbereiche …

… und was wir da so erleben, erfahrt ihr im zweiten Teil des Expeditionsberichts!

Text & Tierfotos: Maxim Podobed
Landschafts- und Gruppenfotos: Ulrike Leupold
Foto "Zooeingang": © Appaloosa

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Kommentare (11)
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Sortieren nach Aktualität:
21.06.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Das ist ein toller Bericht und die Bilder sind richtig schön! Jetzt habe ich auch total Lust, den Leipziger Zoo mal zu besuchen und bin gespannt auf den nächsten Bericht :-)
21.06.2015
kanutenfloh hat geschrieben:
Da wird man doch gleich stolz Leipzigerin zu sein. Ich finde den Zoo so schön und auch hut wie er mit den Tieren umgeht.
Für alle die jetzt den zoo nicht besuchen können, ein kleiner Tv-Tipp: Freitag, 19:55 auf mdr (Elefant, Tiger & co). Das ist die Sendung über Zoo Leipzig
18.06.2015
Lunallly hat geschrieben:
Echt Hammer Bilder. :) Der Leipziger Zoo ist echt ein Besuch wert und, wie ich finde, der schönste Zoo Deutschlands.
18.06.2015
FabianN hat geschrieben:
Sensationeller Bericht! Fantastische Bilder!

Danke, Maxim! :)
18.06.2015
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für deinen tollen und ausführlichen Bericht mit deinen genialen Bildern! War ein tolles Treffen mit euch. =)
17.06.2015
Rhino hat geschrieben:
@Lara:

Dankeschön :)

Ich würde dir auf jeden Fall dennoch empfehlen, den Zoo mal zu besuchen. Allein die Bootstour durch die Tropenhalle müsstest du problemlos mitmachen können :)

@ alle:

vielen Dank für die lieben Kommentare! :)
17.06.2015
RichardParker hat geschrieben:
Wie schade, dass ich DA nicht dabei sein konnte, man der Zoo muss echt toll sein! ;) ;/
Wirklich toll geschrieben Maxim, jetzt habe ich echt was verpasst... Aber meine Beine bzw, Füße hätten mir die langen Wege sicher nicht gedankt. :) Wartet nur, wenn ich die Stöcke endlich los bin, ja dann gehts aber richtig los :D
17.06.2015
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Buhuuu...wie schöön :'-) !!! Erstklassiger Bericht und geniale Bilder ! :-)
17.06.2015
Carina hat geschrieben:
=')
17.06.2015
Cookie hat geschrieben:
Ein toller Bericht über ein wunderschönes Treffen, danke Maxim! :)
17.06.2015
midori hat geschrieben:
Phänomenal zusammengefasst, was wir erlebt haben! Danke! Ich war gleich nochmal mittendrin! ;o)
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