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© Peter Jelinek / WWF
Die WWF Jugend beim Jugend-Umweltkongress - die ersten Fragen an Röttgen


von Peet
07.05.2011
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Wir befinden uns gerade inmitten der Diskussionsrunde beim Jugendkongress Biodiversität 2011. Umweltminister Norbert Röttgen und Mitglieder der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) müssen sich den Fragen der Jugendlichen stellen. Einer von ihnen ist Johannes Barthelmess, Klimabotschafter des WWF, der in dieser Diskussion mit fünf anderen Jugendlichen moderiert.

Die Thematik Biodiversität ist breit gefächert. Klima, Wirtschaft, Gentechnik und Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Doch abseits dieser Thematiken begann Johannes mit kommender Frage:

Herr Röttgen, achten Sie selber zuhause auf das Abschalten des Standby und sind Sie damit ein Vorbild für Ihre Kinder?

Ein Lächeln huscht über Röttgen's Gesicht, er greift zum Mikrofon und sagt: Eine gewisse Konsequenz ist bei mir vorhanden!

Ein lockerer Einstieg, der aber durch ein oder zwei weitere Sachen eine Ausnahme bleibt. Die Ernsthaftigkeit dieses Themas ist der Moderation, den Befragten und den Zuschauern anzumerken. So wird das Thema REDD+, Klimaschutz, Gentechnik und der örtliche Schutz der Biodiversität anhand der Moore in Deutschland angesprochen und diskutiert.

Viele Fragen kamen auf, die leider aufgrund der Zeit nicht ausführlich beantwortet werden konnte. Leider muss man sagen, denn der Zeitdruck war oftmals ein Problem. Den Zuschauern blieb gerade einmal 10 Minuten für Fragen und Antworten. Kurze Fragen, kurze Antworten. So konnten spannende Fragen zu E10, Gentechnik bei Pflanzen und Wirtschaftswachstum ohne weitere Zerstörung der Biodiversität nicht ganz geklärt werden.

Doch springen wir noch einmal zurück - Johannes hat nun die Gelegenheit eine weitere Frage zu stellen:

Gerade wenn man sich das Problem der Klimakonferenzen anschaut - Kopenhagen, Cancun und dieses Jahr Durban - sieht man immer wieder, das es unterschiedliche Meinungen zum Thema Klimaschutz gibt, obwohl es ein globales Problem ist.

Johannes: Herr Röttgen, bringen Alleingänge Deutschlands im Bereich Klimaschutz und anderen globalen Problemen etwas? Oder muss eher noch mehr bei den Vereinten Nationen gemacht werden?

Herr Röttgen: Es ist zwingend beides notwendig! Das Ganze ist ein globales Problem. Stichwort Klimaschutz: Nur global ist dies lösbar. Und dann muss man sich die Frage stellen: Wie kommen wir zur globalen Lösung? Nehmen wir Kopenhagen. Wie ihr alle wisst ist, Kopenhagen gescheitert.
Die größten Probleme sind Interessekonflikte, politisches Widerstreben usw. Im Kern bedeutet dies: Klimaschutz muss mit einer anderen Form Wachstum geschehen. Nehmen wir einmal China als Beispiel. China hat 1,4 Milliarden Menschen, die alle Wachstum wollen und somit Wohlstand. Es ist also für die Regierung in Peking eine Machtfrage. Wie schafft man Wachstum, ohne gleichzeitig jede Menge CO2 zu produzieren? Gibt es nachhaltiges Wachstum?

Fragen über Fragen, die aber nicht zur Genüge beantwortet wurden. Ich habe daher noch mal mit Johannes persönlich gesprochen.

Peter: Johannes, wie hast Du die Diskussionsrunde empfunden?

Johannes: Es war schon etwas Besonderes, mal einem Bundesminister Fragen stellen zu können. Leider war die Zeit ziemlich knapp und wir sollten auch nur Fragen mit Bezug zur Biodiversität stellen, was dann viele spannende Aspekte wie z.B. den Atomausstieg ausgeschlossen hat.

Peter: Und welchen Eindruck hat der Umweltminister bei Dir hinterlassen?

Johannes: Bei Herrn Röttgen ist mir aufgefallen, dass er einem recht gut den Eindruck vermitteln kann, die vorgebrachten Fragen und Anliegen seien auch ihm wichtig und er nehme einen ernst. Inwieweit das dann echt oder geschauspielert war, will ich jetzt hier mal nicht beurteilen...

Peter: Mir kam  es ab und zu so vor, als ob er eher ausweichend oder sogar genervt auf gewisse Themen reagiert. Wie hast Du das empfunden?

Johannes: Das war eine weitere Beobachtung, die ich beim Umweltminister ganz interessant fand. Erwurde ziemlich schnell etwas wortkarg und genervt bzw es hatte den Anschein, sobald ein "unbeliebtes" Thema wie die Gentechnik angesprochen wurde oder auch wenn Fragesteller aus dem Publikum immer wieder nachbohrten.

Peter: Insgesamt also eine bunte Mischung an Gefühlen und Regungen die da aus ihm heraus kamen, oder?

Johannes: Ja, ein bunt gemischter Eindruck von der Podiumsdiskussion mit Minister Röttgen trifft es . Zum einen fand ich es spannend, ihn zu treffen und mit ihm zu diskutieren und zum anderen war die Zeit zu knapp und das Thema zu eng begrenzt, um richtig diskutieren zu können.

Aber generell fand ich das Kongresswochenende in Osnabrück richtig klasse. 200 motivierte junge Leute, die gemeinsam etwas erfahren, sich austauschen und etwas erreichen wollen. Echt cool! Jetzt bin ich sehr gespannt, ob sich aus den geknüpften Kontakten etwas ergibt und man gemeinsam was für eine nachhaltige Zukunft auf die Beine stellen kann!

Peter: Vielen Dank, Johannes!

Bilder: © Lennart Lagmöller / Peter Heimsel - DBU

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
10.05.2011
Stoffie hat geschrieben:
also das ist dieses typische politiker denken: "ja mal schauen ob wir das vllt. mal betracht ziehen was zu unternehem..."
ich muss euch zustimmen von der diskussion wäre noch mehr schön gewesen
09.05.2011
JohannesB hat geschrieben:
Die Diskussion war wirklich etwas enttäuschend. Die Zeit war recht knapp und die Fragen sollten sich alle mehr oder weniger um Biodiversität drehen, was dann viele interessante Aspekte wie z.B. den Atomausstieg vernachlässigt hat. Trotzdem Danke für Eure Fragenvorschläge über Community, Twitter und Facebook :)
08.05.2011
Anais hat geschrieben:
Danke für den Bericht. Ich hatte ehrlich gesagt eigentlich auch mehr von der Podiumsdiskussion erwartet, also im Bezug auf Röttgen, aber was soll's. Freu mich auf die folgenden Einblicke ;)
08.05.2011
nera8 hat geschrieben:
Ich stimme MarcelB zu, das klingt mal wieder nach dem typischen Politiker. Mich nervt dieses "Wir müssten das und das tun, damit ..." Aber konkrete Vorschläge gibt es anscheinend nicht und das wäre genau das was wir brauchen. Pläne die dann auch umgesetzt werden! Ich hoffe ihr habt noch mehr aus ihm heraus bekommen und berichtet darüber ;)
07.05.2011
MarcelB hat geschrieben:
Nunja, die überraschende Aufklärung blieb jetzt aus, stattdessen rekapituliert er die Ereignisse..zumindest von dem was hier steht bin ich vom ihm enttäuscht! Das Wachstum an derzeit an Co2 gekoppelt ist, ist ja nun nüscht neues...die Frage ist nur, was kann Deutschland und er als Umweltminister machen, um das Wachstum nicht so umweltschädlich zu machen. Konkrete Vorschläge sind wohl nicht so sein Ding. Typisch Politiker, enttäuschend. Ich hoffe aber, dass der Markt der Vielfalt anregend war! Vielleicht macht ihr ja noch darüber einen Bericht mit den besten Ideen! :D Liebe Grüß und viel Spaß heute noch :)
07.05.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Ich mag den Röttgen nicht!
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