Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
#ClimateDiploDay - Das war unser Beitrag zur Klimadiplomatie


von JonathanBau
19.09.2016
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Unter dem Motto "Klimadiplomatie der Zukunft" trafen sich am vergangenen Dienstag rund dreizehn junge Erwachsene, anreisend aus allen Himmelsrichtungen in Deutschland, im Hauptgebäude des WWFs in Berlin, um die Zeit für einen anderthalbtägigen Workshop zu nutzen, der schließlich am Abend des folgenden Tages in einer Diskussion mit Experten aus Regierung, Presse und NGOs über die Klimapolitik von morgen enden sollte.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Los gings am Dienstag um 10 Uhr - für Wasser und Knabbereien war gesorgt, nur die Hitze machte uns allen ziemlich zu schaffen - es war echt viel zu heiß. Nach einer kurzen Kennenlernrunde stiegen wir direkt ins Thema ein: "Was waren die Erfolge der COP21 - der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris?" Kristin Reißig, Referentin für Klimaschutz- und Energiepolitik machte uns deutlich, wie wichtig die Ergebnisse der COP21 für die weltweiten Verhandlungen zur Klimadiplomatie waren. Erstmals wurden klare Rahmenbedingungen zur Klimawandelbekämpfung festgehalten.

Klimadiplomatie ist auch Jugendsache

Vom Mittagessen gestärkt ging Johannes Barthelmess von der WWF-Jugend mit uns gemeinsam der Frage auf die Spur, wie sich Jugendliche an den internationalen Klimaverhandlungen beteiligen oder sogar etwas verändern können. Dabei können schon vermeintliche "einfache" Aktionen, wie der Besuch des äußeren Rahmens einer Klimakonferenz eine große Wirkung erzielen. Seid mutig. Traut euch etwas. Macht auf euch aufmerksam - z.B. mit einem zu der Klimakonferenz passenden Slogan.

Besuch aus der Politik

Schließlich bekamen wir Besuch Daniela Scheetz aus dem Auswärtigen Amt, sowie Michael Meyer aus dem Bundestag und zwei Mitarbeitern der französischen Botschaft, die uns über die Rolle der Klimadiplomatie für den Klimaschutz aufklärten. Dabei wurde deutlich, dass Klimadiplomatie für einen gelungenen Klimaschutz ein unverzichtbares Mittel ist, dass aber gerade an der Durchsetzung der Ziele, die sich aus den Verhandlungen zur Klimadiplomatie ergeben, noch intensiv gearbeitet werden muss.

Fragen über Fragen

Um Fragen und Anregungen für die Diskussion am folgenden Abend zu erarbeiten, teilten wir uns in drei Gruppen auf.

1.) Die Rolle der Klimadiplomatie aus Verhandlungssicht (gemeinsam mit den Politikern aus der franz. Botschaft)

2.) Die Umsetzung der klimadiplomatischen Verhandlungen in Deutschland (gemeinsam mit Michael Meyer, Deutscher Bundestag)

3.) Möglichkeiten des Austausches zwischen jungen Menschen und Entscheidungsträgern der Klimadiplomatie (gemeinsam mit Kristin Reissig, WWF Deutschland)

Diplomatisches Geschick muss gelernt sein

Den Tag abrunden sollte das Improtheaterteam der Gorillas, die uns mit spielerischen Übungen beibrachten, wie wir uns möglichst geschickt in der Podiumsdiskussion verhalten sollten. Um 21 Uhr war der Tag schließlich zu Ende. Trotz der spürbaren Erschöpfung in unseren Knöcheln freuten wir uns alle nur all zu sehr auf den nächsten Tag, was nicht auch zuletzt am wunderbaren Team des WWFs lag.

A New Day has come

Der Mittwochvormittag hatte noch einiges an Input für uns geplant. Wir lernten nicht nur die Moderatorin vom Abend, Sabrina Schulz, näher kennen, sondern kamen auch mit Vertretern der marrokanischen Botschaft und Thomas Meister, dem Abteilungsleiter für Intern. Energiepolitik im AA, ins Gespräch. Gemeinsam besprachen wir bereits erste Fragen des Abends und es kam bereits hier zu interessannten Diskussionen über die Rolle der Politik in Klimapolitik und gesellschaftlichen Fragen.

AA - jetzt wirds ernst

Um 16 Uhr trafen wir uns in den Wänden des Auswärtigen Amtes, das ordentlich Polizei für den Schutz der Veranstaltung hatte vorfahren lassen. Die letzten Überlegungen, dann noch ein letztes mal das Hemd oder das Kleid richten und los ging die Veranstaltung. Nach einem Grußwort vom franz. und vom marokkanischen Botschafter wurde ein einleitender Film über unsere beiden Workshoptage gezeigt - ein Kamerateam hatte uns den ersten Tag lang begleitet und Interviews geführt.

Diskussion auf Augenhöhe

Diskussionen fanden in den drei von uns bearbeiteten Themenbereichen statt. Dazu diskutierten aus jeder Gruppe jeweils drei Jugendliche mit den geladenen Gästen. Ein weiterer Stuhl blieb für Interessierte aus dem Publikum frei, die sich an der Diskussion beteiligen wollten. Bei den Gästen handelte es sich um folgende: Thomas Meister (Referatsleiter Klima- und Umweltpolitik AA), Antoine Michon (Referatsleiter für Umwelt und Klima im Außenminesterium Frankreichs), Badr Ikken (Geschäftsführer - Forschungsinstitut für Solarenergie und erneuerbare Energien Marokko) und Sabine Nallinger (Vorstandsmitglied der Stiftung 2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz). Geleitet wurde die Diskussion von der Moderatorin Dr. Sabrina Schulz (E3G).

Die Politiker zeigten sich offen für unsere Fragen und Anregungen.
Diese vier Punkte waren Ihnen und uns zum Schluss besonders wichtig:

1.) Der Schwung der COP21 ist positiv und muss in die COP22 mitgenommen werden

2.) Marokko versucht die Zivilgesellschaft, gerade im Hinblick auf die bevorstehende COP22, mehr in die Klimadiplomatie einzubinden

3.) Politik muss gerade im Hinblick auf Unternehmen und Wirtschaft klare Ansagen bzw. Regelungen festlegen, die Investitionen in klimaschädliche Handlungsoptionen unattraktiv machen.

4.) Jugendliche müssen in Deutschland besser in die Klimadiplomatie einbezogen werden - z.B. durch eine Jugenddelegation, die die Möglichkeit besitzt auf Klimakonferenzen zu fahren (nach dem Vorbild der Niederlande) - oder eine stärkere Einbindung vom Klimaschutz im Bildungssystem, auf Sozialen Medien etc.

Im Anschluss zur Veranstaltung gab es einen Empfang und Zeit für intensivere und persönlichere Gespräche mit Gästen und Geladenen.

DANKE DANKE DANKE

Danke für die schöne Zeit, liebes WWF - Team. Es wurden Brücken zwischen Politik und Jugend geschlagen und es bleibt nur zu hoffen, dass die Politik sich dies zu Herzen nimmt.

Fotos: Arnold Morascher/WWF

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Kommentare (5)
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22.09.2016
regentag hat geschrieben:
Danke Jonathan für den Bericht! Ich hatte manche Namen schon wieder vergessen :O

Mir hat die Teilnahme am ClimateDiploDay auch viel Spaß gemacht und ich fand es großartig, dass sich die Politiker Zeit für uns und unsere Fragen genommen haben - auch wenn die Podiumsdiskussion an sich leider zu kurz und/oder zu vollgepackt war, um wirklich auch mal kritisch nachhaken zu können. Aber ein Anfang war es allemal!

Auf die Cop22 im November bin ich sehr gespannt. Heute hat übrigens der deutsche Bundestag das Pariser Abkommen ratifiziert!
22.09.2016
JonathanBau hat geschrieben:
@Marcel: Ja, ich denke, der ClimateDiploDay wird nächstes Jahr auch statt finden - zumindest war das geplant.

@GreenLulu: Nächstes Jahr kannst du doch dabei sein! :)

@Alle: Hier gibts übrigens das Video:

https://twitter.com/WWF_Deutschland/status/776427114572677121?lang=en
21.09.2016
GreenLulu hat geschrieben:
Danke für diesen tollen Artikel. Der #ClimateDiploDay klingt unglaublich spannend. Die Themen, die ihr dort angesprochen habt, finde ich extrem wichtig. Ich wäre super gerne auch einmal dabei.
20.09.2016
Cosima hat geschrieben:
Danke für die Zusammenfassung :)
War echt ein super schöner Tag mit euch.

@Marcel: Der ClimateDiploDay soll denke ich jedes Jahr statt finden. Das AA war sehr interessiert daran, sich weiter mit Jugendlichen auszutauschen.
Ob es weitere Regelmäßigkeiten gibt, weiß ich nicht.

Simon hat mit Herrn Meister Kontakt aufgenommen, um die Idee einer festen Jugenddelegation für Deutschland, zu besprechen.
20.09.2016
MarcelB hat geschrieben:
Ahh, endlich kommt etwas Licht ins Dunkle. Danke für diese interessante Zusammenfassung zum #ClimateDiploDay! Wie gehts jetzt weiter? Soll sowas regelmäßig stattfinden? :)
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