Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
Carbon Diaries (Teil 2)


von Marcel
17.08.2009
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Das Experiment und die Konsequenzen.

Sieben Tage ohne Musik, Abwechslung und alte Gewohnheiten. Das geht nicht an jedem spurlos vorbei. „Bei jedem Joghurt, der nicht Bio ist, bei jedem 10 Minuten Radio hören, bei jedem Handyanschalten verfolgt es mich...mein Öko-Gewissen! Es lauert mir an jeder Ecke auf und befielt mir umweltbewusst zu handeln…“, schreibt NatureGirl, die im Verlauf langsam das Gefühl bekam, „durchzudrehen“ und zum „Öko-Freak“ zu mutieren.

Ein Gedanke, der dich überall hin verfolgt...

lolfs sieht plötzlich überall Einsparmöglichkeiten: „Man müsste seinen Stromzähler immer direkt vor Augen haben, damit man sieht, wie schnell man sein Geld sinnlos verbraucht.“ Kudu beobachtet: „Jedesmal, wenn irgendwas auf Knopfdruck aufleuchtet, zu Piepen oder zu Surren beginnt oder sich bewegt, meldet etwas in meinem Kopf: Achtung! Da ist Energie im Spiel!“ Und noodle stellt fest: „Diese Stromrationierung macht sich jetzt vor allem bei mir in einer Sensibilisierung gegenüber Licht und elektronischen Gerätschaften bemerkbar. Ich nehme effektiver wahr, wann ich Strom verbrauche und wann nicht.“ Das ist nicht immer nur ein Vorteil – das Öko-Gewissen kann auch eine ganz schöne Last sein.

MadameM versucht trotzdem, das Gute darin zu sehen: „Wie oft wollte ich zum Nutella greifen, gegen die Stille den Fernseher anschalten oder eine Pizza aus der Tiefkühltruhe holen... aber ich hab mich noch zurück gehalten, worauf ich sehr stolz bin =)“ Und auch Littlewestwalker bereut die Erfahrung nicht: „Ich merk aber schon, dass ich ‚sozialer’ bin, seit ich nicht mehr den ganzen Tag in meinem Zimmer hocke xD“

Wenn wir nicht bekommen, was wir wollen…

Bei Regen Rad fahren, während die anderen im bequemen Auto an dir vorbeizischen. Somniata hat sich gezwungen, und „da hatte ich wirklich die Gedanken ‚Euer schönes Leben kotzt mich an!’“ Freitag wundert sich, wie abhängig wir sind: „Es ist erstaunlich wie mir, die ich mich doch eigentlich für einen absolut unanspruchsvollen Menschen was technische Geräte betrifft gehalten habe, mein Computer und meine Musikanlage fehlen. Es ist ziemlich gruselig, wie sehr mein Leben doch von diesen Dingen beeinflusst wird. Und ich habe ja nicht mal einen Fernsehr oder ein Auto... Manno man... was soll man da noch sagen...?!“

Für Esther ist das ein Problem, wo alle drinstecken: „Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, das die Menschheit einfach faul ist und sich an diesen Luxus gewöhnt hat und alles für SELBSTVERSTÄNDLICH sieht. ich hoffe, das wird sich ändern.“ noodle weiß auch schon, wie: „Der Mensch brauch den Strom. In unserer zivilisierten und fortgeschrittenen Form ist er nicht nur Luxus sondern auch für Bildungszwecke, medizinische Einrichtungen, Sicherheitsdienst (Überwachung?) etc etc etc... Er ist für uns überlebensnotwendig geworden. Deswegen müssen wir unsere Energie-Gewinnung revolutionieren. Ihr den Charakter der Umweltverschmutzung und Klimaveränderung nehmen. Wir müssen ganz gezielt die erneuerbaren Energien nutzen und Innovationen fördern.“

Wer fängt an?

Auf andere zu warten bringt nichts, wie MadameMs Beobachtung zeigt: „Ich muss sagen, dass so eine Energierationierung recht schwer gemacht wird, wenn keiner einen unterstützt und man nur Witze über sich und sein Vorhaben ertragen muss und man das Gefühl kriegt, das keiner wirklich daran glaubt, dass man es schafft. Auch wollen die meisten partout den Sinn nicht von dem ganzen verstehen ("Kriegste immerhin Geld dafür?" - "Ich krieg ein Buch über dieses Experiment" "...aber Geld kriegste keines oder?? Wie unnötig ist dass denn?")“

Dann doch lieber die Sache selbst in die Hand nehmen und zeigen, wie’s geht. Esther will zum Beispiel dafür sorgen, dass überall in ihrem Zuhause Energiesparlampen zum Einsatz kommen. noodle will sich nach einem Besuch im „Eine-Welt-Laden“ ehrenamtlich engagieren: „Natürlich Richtung Umwelt- / Natur- / Tierschutz. Darauf freue ich mich jetzt.“ Außerdem will sie „noch einmal komplett umdenken“ und noch konsequenter im Bioladen einkaufen.

Manchmal wirkt die eigene Aktivität direkt ansteckend. „Meine Familie kriegt jetzt auch schon immer öfters ein schlechts Gewissen“, amüsiert sich NatureGirl. „Tja... ein Wunder, meine verschwenderische Familie denkt über die Umwelt nach, noch vor ein paar Tagen wäre das undenkbar gewesen. Meine Mutter fährt immer mit mir Fahrrad und mein Vater kauft (endlich!) Bio-Sachen ein. Vielleicht nur ein kleiner Schritt, aber immerhin ein Anfang…“

Anfangen heißt auch: Sich schlau machen.

„Meiner Meinung nach ist die größte Herausforderung des Experiments die Ernährung“, ist sich Straetsi sicher. „Von der biologischen Butter über das Demeter-Brot bis zu der Banane aus dem Schwarzwald, die leider noch nicht erfunden wurde.“ DerBenni zieht den Schluss, dass aber gerade hier viel Einsparpotential drin ist: „Möglichst wenig Fleisch Essen, oder - wer kann - auch ganz darauf verzichten, sind größere Schritte, um die eigene Bilanz zu drücken. Wenn die Waren dann noch BIO sind und / oder aus der Region stammen, macht das die Sache noch besser.“

Stratsi nimmt die Energiesparwoche zum Anlass, um der Sache genauer auf den Grund zu gehen. Er fährt mit dem Rad zum 20 Kilometer entfernten Bioland-Bauernhof „Wälder GbR“ in Hinterzarten, um mehr über das Thema ökologische Ernährung zu erfahren. Dort lässt er sich aus erster Hand erklären, worauf man alles beim Einkauf von Bioprodukten achten muss. Und Straetsi hat so auch erfahren, dass es in Deutschland schon über 17.000 Betriebe gibt, die nach ökologischen Richtlinien wirtschaften. Das ist doch schon ein guter Anfang.

Wie sieben Tage das Leben verändern.

Fernseher und Co. Sind nicht nur Strom- sondern auch Zeitfresser. Die ganze überschüssige Zeit, die durch das Experiment entsteht, schafft Platz für andere Dinge. Loba wundert sich: „Ich unternehme mehr mit meinem Hund und habe in den letzten Tagen eine ganz neue Beziehung zu ihm aufgebaut (nicht, dass sie vorher schlecht war, aber sie war anders).“ Jan100 wird plötzlich nachdenklich: "Heute hatte ich das Gefühl, dass in meinem Leben eine Lücke ist die eigentlich von der Unterhaltungselektronik gefüllt war, aber sie sollte mit Freundschaft gefüllt sein.“

Später sagt er: „Mir ist klar geworden das ich viel zu viel vor'm PC und vorm Fernseher meine Zeit verschwende, die ich lieber für meine sozialen Kontakte und einige andere Dinge nutzen sollte." M0stlyH4rmless hat wieder Gitarre gelernt – „Sollte so eine Zeit der radikalen Energierationalisierung auf uns zu kommen, ist es wichtig, dass genug Leute selbst Musik machen können.“ Außerdem möchte sie sich nun endlich wieder ein eigenes Fahrrad und ein umweltfreundliches Handy zulegen.

Wenn lolfs ‚zurück’ nach 2009 blickt, erkennt er: „Vor ‚sechs Jahren’ hing ich zu oft sinnlos vorm Computer. So muss ich mich – noch - zwingen ein Buch zur Hand zu nehmen.“ Und MadameM nimmt sich vor: „Ich persönlich plane jetzt mehr Spielabende mit meinem Freund bei Kerzenlicht ;)“ „Man kann sich auch ohne Strom zu verbrauchen und CO2 auszustoßen gut beschäftigen“, sagt Loba. Auch Kudu ist sich sicher: „Wer kaum "fremde" Energie verbraucht, verbraucht viel mehr körpereigene! Und das macht gute Laune! Energie sparen macht Spaß!!!“

Und nach dem Experiment?

MadameM hat schon einen genauen Plan für Montag morgen, und der darf dann ausnahmsweise auch mal nicht ausgesprochen umweltfreundlich sein: „Das erste was ich morgen machen werde ist: Nutellabrote essen =D Wie hab ich das nur 7 Tage ausgehalten!?“

Und wie sieht's bei dir mit dem Energiesparen aus? Teste dein Energiewissen und gewinne ein Hörbuch "Euer schönes Leben kotzt mich an" von Saci Lloyd.

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Kommentare (3)
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27.08.2009
Franzi hat geschrieben:
Wow, ich bewundere euch echt alle! Super wie ihr das geschafft habt, meine Glückwünsche. Außerdem sind tolle Anregungen von euch allen dabei von denen man sich etwas abgucken kann, also nochmal: vielen Dank!
17.08.2009
straetsi hat geschrieben:
echt coole zusammenfassung. meine komplimente!
17.08.2009
TilmanFCC hat geschrieben:
hey, is ne richtig schöne zusammenfassung von der aktion. aber erstma sollte man den teilnehmern gratulieren das sie es durchgezogen haben ^klatsch, klatsch^
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