Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
"Aber wenn man während der Earth Hour operiert werden muss?" - Unsere Präsentation in Goslar


von Cookie
08.01.2016
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Der Applaus verklingt. Stühlerücken, die Schüler stehen auf und strömen lärmend zur großen Doppeltür der Aula hinaus auf dem Weg zurück in ihre Klassenzimmer, wo sie hoffentlich fleißig Projekte und Aktionen planen werden. Sina und ich sehen uns erleichtert, aber auch erschöpft an. Hinter uns liegen immerhin ein Redaktionstreffen, eine lange Suche nach der Jugendherberge sowie eine aufregende Nacht in dieser und drei etwa einstündige Vorträge über den WWF. Wir befinden uns im Ratsgymnasium in Goslar, das am Projekt Umweltschule in Europa teilnimmt. Im Rahmen dieses Projektes wählen Schüler und Eltern jedes Jahr eine Umweltschutzorganisation, die sie unterstützen wollen. Für das Schuljahr 2015/16 ist die Wahl auf den WWF bzw. dessen Projekt Wildes Deutschland, das sich mit der Rückkehr von Wolf, Luchs und Kegelrobbe befasst. Im nächsten Halbjahr sollen die Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 9 eigene Aktionen durchführen, um über dieses Projekt zu informieren und Spenden dafür zu sammeln. Denjenigen, die das meiste Geld zusammenbekommen oder die kreativste Aktion veranstalten, winken Preise. Zum Startschuss des Wettbewerbs hat das Ratsgymnasium uns eingeladen, um den WWF, das Projekt Wildes Deutschland und unser Engagement als Jugendliche für den WWF vorzustellen.

(c) S. Bolde-Müller

Ein komisches Gefühl ist es schon, vor über hundert Schülern in der Aula auf der Bühne zu stehen. Es kommt mir wie gestern vor, dass ich selbst noch mit meinen Klassenkameraden im Publikum gesessen und Vorträgen von Gästen gelauscht habe. Und plötzlich ist man selbst ein Gast, zu dem die Schüler gespannt aufschauen. Na ja, mehr oder weniger. So ein Rudel Fünft- und Sechstklässler ist gar nicht so leicht zu bändigen. Zum Glück haben wir ein Mikro. Als erstes klären wir, wofür WWF eigentlich steht. Ein kleiner Junge ist doch etwas enttäuscht, dass wir nichts über Wrestling erzählen wollen. Nachdem wir das geklärt haben, stellen wir das Projekt Wildes Deutschland und seine drei Protagonisten - Wolf, Luchs und Kegelrobbe - näher vor. Vor allem, was die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland angeht, bestehen viele Vorurteile, die sich aber durch Informieren abbauen lassen. Wir wollen wissen, ob wir es schon mit kleinen Wolfsexperten zu tun haben und starten ein Wolfsquiz mit den Schülern. Den Wolf auf dem Bild erkennen fast alle, aber als es um Fragen wie die Anzahl der Wolfsrudel in Deutschland geht, wird es schon schwieriger. Es sind übrigens 31.

(c) S. Bolde-Müller

Passend zum Thema Wolf erzählen wir noch von unseren Erfahrungen mit der Wolfsretterkampagne und da sind wir auch schon beim Thema angelangt, wie Kinder und Jugendliche sich einsetzen können. Mit vielen Bildern und Videos versuchen wir, die Schüler für Young Panda bzw. die Älteren für die WWF Jugend zu begeistern. Wir berichten von unseren eigenen Erfahrungen - von Camperlebnissen, vergangenen Kampagnen und Aktionen - und hoffen, den ein oder anderen mitreißen zu können. Einen Termin zum dick im Kalender anstreichen geben wir unserem Publikum gleich mit auf den Weg: Am 19. März ist wieder Earth Hour. Zu unserer großen Überraschung ist diese Aktion keinem unter den Schülern bekannt. Eine jüngere Schülerin äußert ihre Besorgnis, was denn zum Beispiel bei Operationen passieren würde, wenn plötzlich das Licht ausginge. Wir geben uns Mühe, zu erklären, dass wir bei der Earth Hour nicht einfach allen Menschen den Strom abdrehen, und sich die Aufforderung, mitzumachen, nicht unbedingt auf Operationssäle bezieht. Trotzdem wollen ein paar Schüler noch sichergehen, ob denn auch Autoscheinwerfer und Blitzer funktionieren. Auch Schildkröten scheinen bei den fünften und sechsten Klassen sehr beliebt zu sein, denn wir bekommen einige Fragen zu diesen Tieren gestellt. Zum Beispiel: "Wie alt ist die längste Schildkröte?" Da müssen wir schmunzeln, aber wir verstehen natürlich, was eigentlich gemeint ist.

(c) S. Bolde-Müller

Nach unserem ersten Vortrag sind wir eigentlich ganz zufrieden, uns aber auch einig, dass wir ein bisschen kürzen müssen. Erst mal werden wir aber auf einen rabenschwarzen Filterkaffee ins Lehrerzimmer eingeladen. Und schon stehen wir wieder auf der Bühne und werden den älteren Klassen vorgestellt. Hier legen wir den Schwerpunkt auf die WWF Jugend und berichten ganz ausführlich von den Aktionen der letzten Jahre. Wer weiß, vielleicht kriegt der ein oder andere so ja auch eine Idee für seine eigene Aktion? Für die Älteren haben wir uns am Ende auch noch etwas Besonderes einfallen lassen: Wir bitten vier Freiwillige auf die Bühne. Bei der mittleren Gruppe sind diese schnell gefunden, bei den ältesten Schülern ist es schwieriger. Die Schüler kommen zu uns nach oben, ohne zu wissen, was sie erwartet. Wir haben beschlossen, dass sie WWF Jugend Arbeit einmal live erleben sollen. Infostände gehören schließlich zur WWF Jugend dazu und wie so was abläuft, wollen wir nicht selbst vormachen, sondern die Schüler als Improvisations-Theater vormachen lassen. Der Infostand, den wir eigentlich auf der Bühne aufbauen wollten, ist leider imaginär, da unser Infomaterial wohl im Weihnachtspostchaos untergegangen ist. Ganz ins kalte Wasser wollen wir unsere Freiwilligen natürlich nicht werfen. Wir haben Rollenkarten vorbereitet, die ihnen ihre Rollen erklären. Da gibt es einmal die beiden Infostandbetreuer, die über die Rückkehr der Wölfe informieren wollen, den Interessierten, der echtes Interesse am Thema zeigt, den Greifer, der nur darauf aus ist, so viele Give Aways wie möglich zu ergattern und den Skeptiker, der die Wölfe nicht in Deutschland haben will (sich in unserem Fall aber von den engagierten Infostandbetreuern überzeugen hat lassen). Sowohl wir als auch die anderen Zuschauer haben großen Spaß bei dieser Mini-Aufführung. Und mit dem Lachen und dem Applaus für die Freiwilligen ist unser Vortrag auch schon am Ende angelangt und die Schüler haben Zeit, sich über ihre eigenen Projekte Gedanken zu machen.

(c) S. Bolde-Müller

Wir sind im Nachhinein wirklich froh, die Präsentation gehalten zu haben, auch wenn es viel Arbeit und Zeit gekostet hat. Wir hatten an diesem Tag die Aufmerksamkeit der Schüler aus fünf Jahrgängen und hoffen, dass wir wenigstens ein paar davon für den Umweltschutz und die WWF Jugend begeistern konnten. Ein paar Schüler, die nach den Vorträgen zu uns kamen und denen man den Tatendrang schon angemerkt hat, bestätigen diese Hoffnungen. Wir können es allen, die die Gelegenheit dazu haben, einen solchen Vortrag zu halten, nur empfehlen. Wir waren super aufgeregt, vor so vielen Menschen zu stehen, aber am Ende glücklich und auch ein bisschen stolz auf uns. Unsere Präsentation geben wir gerne weiter, wenn ihr auch den WWF und vor allem die WWF Jugend an eurer oder einer anderen Schule bekannt machen wollt. Wir würden aber allen, die wie wir an eine Schule eingeladen werden, raten, die Lehrer ganz genau danach zu fragen, was diese von der Präsentation erwarten.

Titelbild: Anne Zeiß 

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Kommentare (15)
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13.01.2016
Cookie hat geschrieben:
@Sabine: Hab sie dir geschickt, hoffe, die E-Mailadresse war richtig. :)
13.01.2016
SabineK hat geschrieben:
Beeindruckend! Super, dass ihr das gemacht habt.
Könnt ihr mir die Präsentation weiterleiten? Sie hört sich so ansprechend an - und auch die erste Folie fand ich schon gut mit der Frage zum Geschirr und Wrestling.
09.01.2016
Jayfeather hat geschrieben:
Echt toll!!
09.01.2016
peacemeinfreund hat geschrieben:
Kann man Bitte mehr als einmal Hoch die Tatzen drücken?! :D

Hoch die Tatzen, Hoch die Tatzen für so eine super Aktion.
09.01.2016
Sunlight hat geschrieben:
Ganz große klasse! Hoch die Tatzen für Euren Einsatz! :)
08.01.2016
Marcel hat geschrieben:
Ich wusste, dass ihr das Ding einfach rocken würdet! :) Ihr habt das so großartig gemacht! Tausend Dank für euren fantastischen Einsatz!
08.01.2016
Cookie hat geschrieben:
@Jojo22: Was genau die Schüler planen oder geplant haben, wissen wir leider nicht, da wir nicht mit in den Klassen dabei waren. Der Lehrer, der das ganze Projekt leitet, hat uns aber versprochen, uns von den Aktionen zu berichten.
08.01.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
Echt toll, sich vor so viele schüler zu stellen und den WWF vorzustellen! Das hat bestimmt mega spaß gemacht.
08.01.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Wow, das klingt ja echt nach einer gelungenen Aktion und sollte öfter gemacht werden!!
Ich hätte trotzdem ein ziemlich mulmiges Gefühl mich vor so viele Schüler auf einmal zu stellen. Vielleicht ist der Altersunterschied dazu aber auch noch zu klein.
08.01.2016
anni95 hat geschrieben:
Super Sache!
08.01.2016
midori hat geschrieben:
@Jojo22 Der WWF bekommt desöfteren Anfragen von Schulen und Lehrern. Die werden dann an die WWF Jugend Aktionsteamer weitergegeben und meist ergibt sich dann eine solche Veranstaltung daraus! ;o)
08.01.2016
JohannesB hat geschrieben:
Schöne Überschrift und toller Einsatz!
Danke :)
08.01.2016
Jojo22 hat geschrieben:
Euer Einsatz ist wirklich beeindruckend! Wie genau seit ihr denn zu diesem "Auftrag" gekommen, bzw. wer hat euch gefragt?
Ich finde, dass das genau die richtige Methode ist, um Jugendliche für den Umweltschutz zu begeistern und sie auf WWF aufmerksam zu machen! Welche Projekte, bzw. Aktionen haben die Kinder/Jugendlichen denn danach erarbeitet und durchgeführt?

LG Jojo :)
08.01.2016
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Was für ein Einsatz! Mein Respekt! Es wäre ja wirklich klasse, wenn ein paar Jugendliche nun den Weg zu uns finden oder sich eine tolle Aktion ausdenken :)
08.01.2016
Kathi.Sunflower hat geschrieben:
Was für eine schöne Aktion!

Klasse, dass ihr euch vor die schülermeute getraut habt und dann noch miterleben konntet, wie ihr die Schüler berührt habt :-)
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