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© Peter Jelinek / WWF
50 Jahre WWF International - eine bewegte Geschichte! (Teil 2)


von Marcel
06.04.2011
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Der WWF International wird in diesen Tagen 50 Jahre alt. Eine bewegte Geschichte! Seit seiner Gründung 1961 entstanden rund zehn Millionen Quadratkilometer Schutzgebiete weltweit - eine Fläche größer als Kanada oder China! Wie haben wir das geschafft?

Hier geht's zum Teil 1 unseres Rückblicks

Zeitsprung! Wir sind inzwischen in den 90ern angekommen! Inzwischen ist der WWF ein angesehener Ratgeber. Bei politischen Entscheidungen wird immer häufiger unsere Meinung gehört - ein wichtiger Faktor, um Entscheidungen in die richtige Richtung zu lenken. Gemeinsam mit UNEP und IUCN entwickelten die "Pandas" 1991 eine Strategie für nachhaltiges Leben. Sie wurde in mehr als 70 Ländern veröffentlicht. 132 Maßnahmen listete das Papier auf, mit denen Menschen jeglicher Herkunft und Bildung ihre Umwelt schützen und zugleich ihre Lebensqualität verbessern können.

Das 250 Seiten dicke Werk war schwere Kost und wurde trotzdem von Politikern gelesen. Dann kam eine Konferenz, die für die Umweltpolitik sehr wichtig werden sollte: Die erste UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 verabschiedete auch dank des WWF-Reports die entscheidenden Konventionen zur biologischen Vielfalt und zum Klimawandel. Viele Maßnahmen sind seither über den so genannten Agenda 21-Prozess weltweit beschlossen und lokal umgesetzt worden.

Aufbruchstimmung - wie hier beim Global Forum am 1. Juni 1992 in Rio:

Jetzt schwirrt dir vielleicht der Kopf bei so viel globaler und hochtrabender Politik. Kann ich verstehen, ging mir auch so. Aber diese Agenda-21-Punkte spielen auch in unser konkretes Alltagsleben hinein. Sie veränderten die Regeln bis in so manche deutsche Gemeinde hinein.

Als Nichtregierungsorganisation war der WWF spätestens von diesem Zeitpunkt an ein wichtiger Partner für Regierungen. In Madagaskar zum Beispiel half der WWF, Umweltbildung im Unterricht aller Grundschulen zu verankern. In China erarbeitet der WWF mit dem dortigen Forstministerium einen Managementplan für die Rettung des Großen Pandas und seiner Bambuswälder. In Sambias Kafue Flats, einem besonders artenreichen Feuchtgebiet, wurden arbeitslose Dorfbewohner zu Wildlife-Rangern ausgebildet.

Unter dem Begriff "Schützen durch Nutzen“ ging der WWF neue Wege, um Arten und Lebensräume zu bewahren: Begleitet von WWF-Experten erhielten Dorfgemeinschaften in Simbabwe das Nutzungsrecht über die Wildtiere ihrer Region. Sie durften sie - das war neu - für den Eigenbedarf jagen oder sie Touristen für Foto-Safaris "vermieten“. So wurde das Wild für sie wertvoll und damit schützenswert. Heute gilt für alle WWF-Projekte: Natur zu schützen muss sich für die Menschen lohnen. Sonst gibt's Konflikte, und da zieht dann die Natur langfristig immer den Kürzeren.

Dieses Prinzip übertrug der WWF Anfang der 90er Jahre auch auf die Bewirtschaftung von Wäldern. Längst war der Boykott von Tropenholz gescheitert. Mit Partnern aus Wirtschaft und Politik entwickelte der WWF darum Methoden, wie man Wälder nachhaltig nutzt - ihnen also nur so viel Rohstoffe entnimmt, wie auf natürlichem Wege wieder nachwachsen können - und dabei die natürlichen Lebensräume in ihrer Vielfalt erhält. Danach wurde das FSC-Siegel auf den Markt gebracht. Es garantiert, dass Holz und Holzprodukte aus naturnah bewirtschaftetem Wald stammen.

1997 folgte das MSC-Siegel für nachhaltig gefangenen Fisch. Beide Logos stehen heute für vorbildliche Erfolgsgeschichten, wie Wirtschaft und Naturschutz gemeinsam viel mehr erreichen können.

Wie dringend notwendig der Einstieg in nachhaltiges Wirtschaften war, zeigte 1998 der erste Living Planet Report. Der WWF hatte darin erstmals eine Art "Dow Jones für die Natur" entwickelt, den Living Planet Index (LPI). Dieser LPI misst die Fläche von Ökosystemen und die Zahl charakteristischer darin lebender Tier- und Pflanzenarten. Ergebnis dieser bis dahin aufwändigsten WWF-Studie: Von 1970 bis 1995 hatte die Welt innerhalb einer Generation knapp ein Drittel ihres Naturreichtums verloren. Seitdem hat sich der Abwärtstrend zwar abgeschwächt. Doch die Zeit seit 1970 bleibt die mit Abstand zerstörerischste - seit dem Aussterben der Dinosaurier.

"To leave our children a living planet“ - unseren Kindern einen lebendigen Planeten zu hinterlassen, wurde daher zum neuen Leitgedanken des WWF. Und Nachhaltigkeit zum Topthema des UN-Gipfels 2002 in Johannesburg.

Und schon sind wir in den 2000er Jahren! Viele haben's schon kapiert: Wir müssen die Erde schützen! Doch eine nachhaltige Lebensweise ist noch immer für viele Fiktion. 2010 musste der Living Planet Report vermelden, dass die Nachfrage nach Naturgütern dermaßen zugenommen hat, dass wir inzwischen eigentlich eine zweite Erde brauchen, um diesen Bedarf zu decken.

Immer wieder entwickelte der WWF neue Kampagnen, um die Menschen davon zu überzeugen, wie wichtig der Naturschutz ist. ...Und da bekomme ich ein Zeichen aus der Regie, dass wir gleich ein paar Beispiele einspielen können. Na dann, MAZ ab:

Die Botschaft all unserer Clips und Veröffentlichungen, Aktionen und Events ist immer gleich: Wenn wir unsere Lebensweise nicht ändern, ist es nur eine Frage der Zeit, wann unser Naturkapital aufgezehrt sein wird.

Deshalb sagt der WWF, wir müssen jetzt...

...den Raubbau beenden - vor allem in Form von Überfischung, Entwaldung, illegalem Artenhandel und Vergiftung der Umwelt;

...die wichtigsten Öko-Regionen schützen, um die größtmögliche Vielfalt an Lebensformen und Lebensräumen zu erhalten sowie

...die Treibhausgasemissionen weltweit senken, in Industriestaaten bis 2050 um 95 Prozent.

Wir müssen umsteigen - von fossilen auf erneuerbare Energien, von Verschwendung auf Effizienz, von Ignoranz auf Respekt vor der Natur. Das alles ist kein weltfremdes Wunschdenken, sondern für immer mehr Menschen in den reichen Industrienationen bereits Alltag. Sie achten längst auf ihren Energieverbrauch, ihre Nahrung, ihren Lebensstil. Sie wollen den Klimawandel aktiv auf ein erträgliches Minimum verringern und nicht mehr auf Kosten armer Länder leben.

Auch in den so genannten Entwicklungsländern wird immer mehr Bürgern bewusst, dass sie trotz schnelleren wirtschaftlichen Wachstums dem Ausverkauf der Natur stoppen müssen. Weil sie bereits schmerzhaft erleben mussten, dass der Verlust von Wäldern, Quellen, Böden, Wildtieren und Heilpflanzen rasch zu Armut und Verderben führt.

"To build a future in which humans live in harmony with nature” lautet deshalb heute das Ziel des WWF.

Und es gibt Nachrichten, die Mut machen:

* Zehn Millionen Quadratkilometer Naturräume weltweit sind bereits geschützt.

* Die Regierungen Kameruns und der Zentralafrikanischen Republik haben sich nach Beratungen mit dem WWF verpflichtet, nur noch nachhaltig gewonnenes Holz in die EU zu exportieren.

* Wir können unsere Treibhausgasemissionen bis 2050 fast auf null herunter fahren, ohne unseren Lebensstandard abzusenken - das beweist die WWF-Studie "Modell Deutschland 2050“. Im Februar dieses Jahres zeigten wir, dass dies sogar weltweit funktionieren kann.

Hier findest du eine Übersicht unserer größten Naturschutz-Erfolge.

Gute Gründe also für Optimismus. Doch die Erfolge fallen uns nicht in den Schoß. Sie gelingen uns nur mit eurer Unterstützung! Der WWF kann nur stark sein, wenn ihn viele Mitglieder unterstützen und ihm ihre Stimme geben. Hilf uns, weitere wertvolle Lebensräume zu schützen, noch viel mehr Nachhaltigkeit in der Welt zu verwirklichen und die Emissionen radikal zu senken.

Du willst Mitglied werden? Super! Hier geht's zur Anmeldung!

Nur gemeinsam schaffen wir es, einen lebendigen Planeten für unsere Zukunft zu bewahren!

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Kommentare (7)
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27.09.2011
gelöschter User hat geschrieben:
Interessanter Bericht und schön zu hören, wieviel schon erreicht wurde, was wiederum echt motivierend ist :) Das erste Video "triffts" am besten ;)
11.04.2011
gelöschter User hat geschrieben:
wow echt beeindruckend, was schon alles erreicht wurde! Hoffentlich geht ,dass so weiter.
10.04.2011
Franzi hat geschrieben:
Ja, am meisten haben mich auch die Videos berührt:) Ganz klasse:)
07.04.2011
Bienenkoenigin hat geschrieben:
Wahnsinn wie aus so nen paar Menschen so eine große Organisation geworden ist ;) find ich echt mal interessant zu lesen, wie das alles so angefangen hat und was schon alles erreicht worden ist! Eig. ziemlich peinlich, dass man über sowas nicht bescheid weiß, wenn man in der Organisation ist ;)
P.S. Die Video´s sind echt super, vorallem das erste =)
06.04.2011
LarissaKlemme hat geschrieben:
ja das mit der gänsehaut stimmt :)
es ist interessant zu erfahren wie der WWF überhaupt entstanden ist und was er schon alles für aktionen gemacht hat. beim lesen lernt man richtig viel hinzu. außerdem macht der bericht mut!! mut weiter zu kämpfen!
ich bin dabei, ich mache mit :)
06.04.2011
MarcelB hat geschrieben:
Wie komme ich denn an diese 132 Maßnahmen? Ist das n Buch, ein Papier? Könnt ihr mir ne Kopie schicken? Das interessiert mich jetzt schon, sehr!! :)
06.04.2011
Stoffie hat geschrieben:
ich krieg gänsehaut wenn ich lese was der wwf schon alles erreicht hat! ?
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