Durchstarten für unsere Erde!


Uuuund


Action!


© Peter Jelinek / WWF
420 Kilometer auf dem Longboard für den guten Zweck!


von Wasserjunge
10.08.2016
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12
100 P

Wir, das sind Marcel, Jennifer und ich (Pascal), haben es tatsächlich geschafft. Aus einer bloßen Idee wurde eine Reise von der wir noch unser ganzes Leben lang erzählen können. Mit dem Longboard sind wir vom WWF Deutschland, in Berlin, bis nach Sellin auf der Insel Rügen gefahren. 420 Kilometer allein mit Muskelkraft, vegetarischer (veganer) Ernährung und einem Longboard. In dem Moment, in dem ich gerade diesen Artikel schreibe kann ich es kaum fassen, doch fangen wir am Anfang dieser Tour an.

Der Start! Vom WWF in Berlin ging's los...

Tag 1: Unsere Reise beginnt. Ich treffe mich mit Marcel und Jennifer vor dem WWF Deutschland in Berlin. Wir sind müde, denn die Nacht hat uns wach liegen lassen. Dennoch sind motiviert und voller Power diese Strecke zu schaffen. Nichts konnte uns davon abbringen. Wochenlange Planungen mit stundenlangen Telefongesprächen und Treffen. Das erste Video. Wir wussten noch nicht auf was wir uns einlassen würden, doch jetzt gab es kein Zurück mehr. Wir starteten zu viert, denn den ersten Teil der Strecke von Berlin bis nach Oranienburg begleitete uns noch jemand, der auf unsere Aktion aufmerksam geworden war.

3...2...1...los! Hashtag: OSTSEETOUR!“ wir starteten mit Gebrüll, sodass es jeder hören konnte. Die ersten Kilometer waren entspannt und wir konnten es nicht fassen, dass sich unsere langen Planungen endlich bezahlt gemacht haben. Wir zogen am Brandenburger Tor, der Siegessäule und dem Schloss Charlottenburg vorbei. Bald überfuhren wir die ehemalige innerdeutsche Grenze von Berlin nach Brandenburg. Die Landschaft wurde schlagartig trockener. Der Weg war größtenteils gut zu fahren, fast schon so, dass wir vorlaut wurden, wenn es so weiter gehen würde, wären wir in ein paar Tagen im Ziel. Nach vielen Stunden Fahrt ging uns dann doch langsam die Puste aus. Die Strecke von über 60 Kilometern war für uns, für den ersten Tag, genug.

Alle Videos der #OstseeTour findet ihr in dieser Playlist:

ZUR YOUTUBE-PLAYLIST

Nicht nur Spaß zu haben, sondern auch das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun war unbeschreiblich toll!

Tag 2: Wir standen mit riesigem Muskelkater auf. Jede kleine Bewegung zog uns durch Mark und Knochen. Hatten wir uns überschätzt? Die Strecke unterschätzt? Nachdem wir aus Oranienburg herausfuhren, ging es nach Zehdenick, 42 Kilometer standen vor uns. Es war die landschaftlich wohl mit schönste und angenehmste Strecke zu fahren. Für mich persönlich war es, die „entspannteste“ Route unserer #OstseeTour.

Kurze Pause am See in Himmelpfort, dort wo die Briefe für den Weihnachtsmann hinkommen :)

Tag 3: Wir waren nicht lang unterwegs und kamen mit zwei Fahrradfahrern ins Gespräch. Wir erzählten von unserem ambitionierten Vorhaben bis an die Ostsee zu fahren. Die OstseeTour sollte ja nicht nur unserem Vergnügen dienen, sondern wollten wir auch pro gefahrenen Kilometer 1 Euro für die Anti-Wilderei Kampagne des WWF sammeln. Bis dato hatten wir nicht einmal 100 Kilometer geschafft, doch als wir den beiden Herren von unserer Spendenaktion erzählten, hielt einer der Radfahrer an. Marcel und Ich ahnten nichts, bis der nette Herr uns einholt, Marcel mit ihm weiter quatschte, und er uns einen 5-Euro-Schein in die Hand drückte. Wir konnten es kaum glauben! Jemand gab uns Geld für unsere Aktion! Wir freuten uns wie kleine Kinder. Am Ende des Tages fassten Marcel und Ich die Geschehnisse am Ende des Videos von Tag 3 zusammen.

Bei gutem Wetter und genialem Untergrund, lässt es sich super fahren!

Tag 4: Longwalktour statt Longboardtour war angesagt, denn nach nur wenigen Kilometern mussten wir über 15 Kilometer durch den Wald laufen. Schweres Gepäck auf dem Rücken, Muskelkater an allen erdenklichen Stellen und das Longboard in der Hand. Zudem Mücken die uns auffressen wollten. Nachdem wir die Strecke durch den Wald geschafft hatten, waren unsere Arme und Beine vor Stichen förmlich wund. Doch im selben Moment wurde uns klar, dass wir im dritten und letzten Bundesland unserer Reise angekommen waren, Mecklenburg-Vorpommern. Von Fürstenberg an der Havel bis nach Neubrandenburg, gute 60 Kilometer Strecke. Eigentlich waren es zuvor zwei Tagesetappen, die wir zusammengefasst hatten. Diese Strecke verlangte uns wirklich viel ab. Über 11,5 Stunden waren wir auf dem Board unterwegs. Im Dunkeln, nach einem kleinen Zwischenstopp im Supermarkt, mit veganen Süßigkeiten, kamen wir in unserer Pension an. Diese Reise sollte uns viel mehr Kraft kosten als wir zuvor dachten...

Tag 5: Natürlich hatten wir jeden Tag Spaß am Fahren, am Sonne genießen und sich den Wind durch die Haare wehen lassen. Es war in gewisser Weise Urlaub, nur eben auf spezielle Art. Wir sahen in diesen wenigen, aber doch sehr intensiven Tagen viele Tiere. Von Graureihern, Wildgänsen, Schwänen und Rehen, sogar Strauße - natürlich nicht in freier Natur! Wir sahen wunderschöne (Bio-)Felder und Naturreservate, aber auch munitionsbelastete Gebiete aus längst vergangenen Zeiten. Die Sonne brannte uns täglich auf den Nacken, Arme und vor allem auf die Waden. Am Ende des fünften Tages hatten wir den wohl schlimmsten Sonnenbrand.

Zeit für Spaß gabs immer! :D

Tag 6: Nachdem wir unseren vorherigen Tag mit einem improvisiertem, veganen Essen beendeten, konnten wir voller Energie in den sechsten Tag starten. Täglich verfolgten wir unsere Spendenseite auf Betterplace. Zu dem Zeitpunkten kamen wir auf stolze 295 Euro! ( Es gibt weiterhin die Möglichkeit zu spenden. Der Spendenbetrag wird von uns Ende August dem WWF übergeben. Also spendet doch etwas, ganz egal ob 1 oder 10 Euro. ☺ )

An diesem Tag wollten wir unsere Strecke einfach nur schaffen, denn unsere Kraftreserven wurden durch die ständige Belastung extrem beansprucht. Endlich kamen wir in der Hansestadt Greifswald an. Zum ersten Mal konnte man das Salz in der Luft riechen. Ein Zeichen, dass das Ziel nicht mehr weit war. Ich hatte Gänsehaut. Bei einem Veganem Eis konnten wir mit Anne, einer FÖJlerin vom WWF in Stralsund, die Stadt angucken und bei ihr übernachten. Zum Glück war sie Veganerin!

Tag 7: Der vorletzte Tag unserer OstseeTour. Der Weg war... bescheiden. Dennoch waren wir unserem Ziel ganz nah und man merkte uns die Euphorie an. Die letzten Tage waren beschwerlich, oft ignorierten wir diese, aber manchmal saßen wir auch einfach am Straßenrand und konnten nicht mehr. Unsere Beine trugen uns weiter. Ich sagte zu Marcel so oft, dass ich nicht mehr könne und andersherum, doch wir motivierten uns immer gegenseitig. Doch auch Jennifer unterstützte uns als Navigator, Motivator und Teammitglied tagtäglich. Ich hätte nie gedacht, dass ein „Ich habe keine Kraft mehr!“ nicht das Ende bedeuten muss.

Wir wuchsen über uns hinaus und konnten nicht aufgeben, wollten es auch nicht. Was in uns vorging? Manchmal gar nichts. Wir nannten das „Im Modus sein“. Einfach gesagt: Wir hatten nichts anderes im Kopf außer fahren. Einfach weiter machen.

Das Ziel! Nach 420 Kilometern haben wir es geschafft!

Tag 8: Nachdem wir bei einem weiteren FÖJler, der im Meereskunde-Museum, in Stralsund, sein Freiwilliges Ökologisches Jahr machte, übernachtet hatten und zuvor das erste mal die Ostsee sehen konnten und baden gingen, brachen wir zu unser letzten langen Etappe auf. Von Stralsund bis nach Sellin auf der Insel Rügen, knappe 70 Kilometer lagen vor uns. Wir starteten ohne Frühstück im Magen und fuhren über die alte Rügen-Brücke...was für ein unbeschreibliches Gefühl!

Nach einer Pause mit einem eher spartanischem Essen ging es weiter über viele kleine Dörfer wo wir nicht nur einige Tiere entdeckten, sondern auch immer wieder nette und hilfsbereite Menschen. Rügen hatte mit Abstand die schlechtesten Radwege, oft nämlich gar keine. Wir mussten gut ein Drittel der Strecke laufen. Zwischendurch kamen immer wieder Radwege. Marcel und ich hatten Blasen an den Füßen, die immer mehr schmerzten. „Bis nach Sellin sind es noch 5,6 Kilometer!“. Dieser Satz brachte eine gewisse Erlösung mit sich und doch zogen sich die letzten Kilometer quälend lang. Uns überkam die Freude auf das Ziel, die Seebrücke in Sellin. Mit letzter Kraft fuhren wir die Promenade zur Seebrücke hoch. Ich musste so sehr grinsen. Auf einmal sahen wir die Ostsee, dann die wunderschöne Seebrücke in Sellin. Und es war ein unbeschreibliches Gefühl! 8 Tage lang waren wir über 400 Kilometer unterwegs, um diesen Ausblick zu haben. Wir hatten keine Worte mehr. Minutenlang schauten wir auf das Meer und kamen nicht raus aus dem Staunen, der Freude und der Erleichterung, diese Reise geschafft zu haben.

 

Alle Videos der #OstseeTour findet ihr in dieser Playlist:

ZUR YOUTUBE-PLAYLIST

--> Unterstützt die Spendenaktion, jeder Euro zählt! :)

 

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Text:© Pascal Siebert

Bilder:© Marcel Brüssow, Jennifer Kaunzner, Pascal Siebert

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Kommentare (5)
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Sortieren nach Aktualität:
23.08.2016
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Einfach genial, dass ihr das durchgezogen habt!
19.08.2016
MarcelB hat geschrieben:
Klingt aufregend, halt uns auf dem laufenden! :)
14.08.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Ich komme nächstes Jahr auf jeden Fall auf euch zurück! Eine Fahrradtour durch Norwegen oder ganz Deutschland könnte ich mir vorstellen oder auch eine lange Wanderung...
14.08.2016
Wasserjunge hat geschrieben:
@Buchenblatt: Wie soll denn dein Projekt aussehen? Magst du etwas davon erzählen? Bin neugierig :D
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg!
Und Dankeschön! :)
10.08.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Wow, eure Tour hört sich echt cool, wenn auch sehr sehr anstrengend an. Ich habe große Lust, nächstes Jahr nach dem Abi ein ähnliches Projekt zu starten, wenn auch nicht mit dem Longboard... Hoffentlich klappt das!
Ich wünsche euch noch ganz viel Glück mit eurem neuen Spendenziel von 700 Euro!
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