WWF
"Gib mir fünf!" (9) - Der 2°Campus im Rückblick


von Cosima
28.05.2014
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 Am Montag, 26.Mai, hat der 3te 2°Campus begonnen. Weitere 20 Jugendliche haben die Chance in vier Gruppen(Ernährung, Energie, Mobilität und Wohnen) zum Thema Klimaschutz zu Forschen. Unterstützt werden die Gruppen von Mentoren, Juniormentoren und Professoren der jeweiligen Partneruniversitäten.
Doch bevor der 2°Campus dieses Jahr so richtig durchstartet, wird es Zeit zurück zuschauen.

Wie ist die Idee des 2°Campus eigentlich entstanden?

Birgit Eichmann:
„Die Idee ist dadurch entstanden, dass der WWF Niederlande - ich glaube 2008 - eine Exkursion in die Arktis organisiert hat. Für diese Reise wurde ein Forschungsschiff gemietet und Wissenschaftler angefragt, um etwas über den Klimawandel zu berichten. Bei dieser Exkursion durften mehrere WWF-Büros, darunter auch Deutschland, je zwei Jugendliche auswählen und mitfahren lassen. Das Projekt hat mich unglaublich begeistert, denn ich bin fest davon überzeigt, dass die Schwierigkeit beim Klimaschutz ist, dass es sich um ein so abstraktes Thema handelt, dass nicht anfassbar oder erlebbar ist. Diese Exkursion hat versucht, genau dies zu durchbrechen. Natürlich wäre eine jährliche Exkursion zur Arktis viel zu aufwendig, und so haben wir uns eine „Berlin-Variante“ überlegt. Und dann kam die Robert Bosch Stiftung in der Entwicklungszeit hinzu und zusammen mit dem Bildungsteam und einigen Kollegen entwickelte sich das Projekt Stück für Stück. Und es ist immer noch dabei, zu wachsen.“



2012 war es dann wirklich so weit, nach wochenlanger Planung und Organisation, hat der erste 2°Campus angefangen.
Die Spannung und Vorfreude waren bestimmt groß, denn keiner wusste, wie es laufen wird.

8 Jungs und 11 Mädels machen sich auf den Weg ins Wannseeforum Berlin.

Nach einem erfolgreichen ersten 2°Campus, gab es ihn auch wieder im Jahr 2013.
Nachdem mich Anja, die im ersten Jahr teilgenommen hat, nochmal bestärkt und motiviert hat, habe ich mich beworben und wurde genommen. Damals hätte ich mir nie erträumt, was für eine wichtige Erfahrungen der 2°Campus für mich werden wird.
Wie auch im Vorjahr sind die Gefühle gemischt, doch als alle im Wannseeforum eintrudeln und die erste Vorstellungsrunde zeigt, was für ein bunter Haufen sich hier zusammen gefunden hat, bleibt nur noch die Vorfreude!
Das Programm ist voll, denn es gibt viel zu sehen, lernen und verstehen, bevor man sich selbst einer Forschungsfrage widmen kann. Also stiefeln wir los zum Büro des WWFs.Treffen Klimafolgenforscher Prof. Dr. Mojib Latif, schauen uns Praxisbeispiele an, wie das Energieplushaus, fahren ein Elektroauto.


Wir hören verschiedenste Vorträge am Einsteinberg über Klimaforschung in der Arktis und Strategien zum Umgang mit Klimaskeptiker, doch der Spaß kommt dabei nicht zu kurz, denn für einen Abstecher im Hochseilgarten bleibt Zeit. Dort merkt man schon wie schnell unsere Gruppe in den wenigen Tagen zusammen gewachsen ist: Wenn jemand sich nicht weiter traut, wird er von allen angefeuert und motiviert, dass er es schaffen kann.
Die Pinkelpause muss leider ausfallen, da die Toiletten wegen Kälte eingefroren sind.

 

 

Doch nun geht es endlich ans Forschen, doch was gehört da eigentlich alles dazu?


Informieren: Als erstes muss man sich natürlich über das Thema informieren, über das man forschen möchte. Wie ich oben schon erwähnt habe, hatten wir tolle, spannende Vorträge zum Thema Klimawandel und haben dadurch Grundlagenkenntnisse in diesem Bereich erwerben können. Außerdem muss man sich mit dem aktuellen Forschungsstand vertraut machen. 

Forschungsfrage formulieren:
Gemeinsam mit den Mentoren und Juniormentoren haben wir eine Forschungsfrage entwickelt:
Hier die Forschungsfragen der Jahre 2012 und 2013 im Überblick:


Bald kommen auch die Forschungsfragen 2014 dazu. Ich bin gespannt.


Vorbereiten: Nach dem die Forschungsfrage steht, kann es mit der Vorbereitung losgehen.
Man muss sich nun noch tiefer in das Thema einarbeiten und offene Fragen klären. Außerdem ist es hilfreich wenn die Arbeit aufgeteilt wird und man sich im Team abspricht. Wichtig ist auch, dass man alles für den nächsten Schritt vorbereitet: Die Datenerhebung:  Die Gruppe Ernährung 2013 hat einen Fragebogen erstellt, um die Essgewohnheiten und das aktuelle Wissen über Klimwandel von Jugendlichen zu evaluieren.

Der erste Block geht zu Ende. Überwältigt und motiviert steigen alle in ihre Züge. In den nächsten Wochen geht es dann an die…

Datenerhebung:  Den Fragebogen haben wir an unseren Schulen ausgeteilt. Die Gruppe Wohnen 2013 hat zum Beispiel ihre Schulen ganz genau unter die Lupe genommen und Grundrisse, Infos zum Heizungsverbrauch oder der Dämmung gesammelt.

Die Tage werden länger und der Sommerblock beginnt. Diesmal treffen sich alle Gruppen bei ihrer Partneruniversität. 
Energie u. Mobilität – Münster 





 

Wohnen – Wuppertal 





Ernährung – Berlin (2012), Eberswalde (2013) 



Dort fängt dann die Auswertung an:
Aus Daten alleine wird man noch nicht schlau. Diese müssen ausgewertet werden und dann mit dem angeeigneten Wissen verknüpft werden. Außerdem muss man seine Auswertung deuten, um zu einem Ergebnis zu kommen. Womit wir schon zu unserem letzten Schritt kommen…



Ergebnisse gestalten:

Wenn man sich so lange mit etwas beschäftigt, will man zeigen, was man herausgefunden hat. Im Jahr 2012 haben alle Gruppen ein Plakat gestaltet und ein Video gedreht. Jedes davon ist wirklich sehenswert und vermittelt einen wissenschaftlichen Inhalt leicht verständlich! Eine wirklich großartige Arbeit:
Zu den Videos und Plakaten. 

Letztes Jahr haben wir Powerpointpräsentationen erstellt und uns noch an ein etwas anderes Format gewagt: Theater: Wissenschaftliche Ergebnisse auf die Bühne bringen war die Devise. Also haben wir fleißig an unseren Szenen geschrieben und mit der Theaterpädagogin Anne Düsterhoff geprobt, geprobt, geprobt und schließlich in der Residenz der Robert Bosch Stiftung aufgeführt.
Zu den Szenen (Ernährung I Mobilität I Energie I Wohnen)
Zu den Präsentationen (Ernährung I Mobilität I Energie I Wohnen)

Doch was nie fehlen durfte, waren mindesten 5 Runden Werwolf  in jeglichen Variationen.
Wir haben den Düsterwald verlassen und in Wuppertal oder im Ikea unser Dorf gegründet.
Auch über unsere Zukunft haben wir uns Gedanken gemacht und uns gegenseitig die Karten gelegt.


Der 2°Campus aber bedeutet mehr als nur eine Forschungsfrage zu beantworten.
Es war eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte, denn ich habe tolle Menschen getroffen, Freunde gefunden, wahnsinnig viel gelernt und eine wunderschöne, lustige Zeit gehabt!

Damit stehe ich nicht alleine dar:
Was hat sich durch den 2°Campus für dich/in deinem Leben verändert?
Lukas: Dank dem 2°Campus bin ich reicher an Wissen, Erfahrungen und Freunden.
Alia: Durch den 2Grad Campus hat sich mein Leben eigentlich um 180 Grad gewendet - es hat sich so viel verändert - ich lebe viel bewusster.
Anja: Ich habe durch den zwei Grad Campus viel neues gelernt und vor allen natürlich mein Ernährungsverhalten hat sich schon geändert. Man lebt bewusster. Das wissenschaftliche Arbeiten hat mir sehr bei meiner seminsrarbeit geholfen. Außerdem Hab ich Berlin kennen gelernt und viele supernette inspirierende Menschen getroffen, von denen ich mit vielen immer noch in Kontakt bin. Jedes mal, wenn wir uns wieder treffen, Bin ich noch motivierter, aktiv zu bleiben und zu werden. Auch mit meinen freunden und meiner Familie diskutiere ich mehr, überzeugter und fundierter Über Klimaschutz als davor.
 

 

An welchen Augenblick/welche Situation erinnerst du dich besonders gerne zurück?
Birgit: Ich glaube, es gibt nicht den einen Augenblick. Ich zähle mal auf, woran ich mich gern erinnere und du kannst dir einfach etwas Passendes aussuchen:
- die aufmerksame Stille bei so manchen Vorträgen und zack: kommt eine richtig gute Frage

- die Fassungslosigkeit, mit der die Referenten eure fundierten Fragen entgegen nehmen und die Momente, wenn sie sich eine Weile sortieren müssen, um eine passende Antwort zu finden

- das Miteinander in der Gruppe, das jedes Jahr – ohne jegliches Zutun von uns – unglaublich intensiv ist

- die Momente, wenn wir es zusammen mit euch geschafft haben, ein Problem zu lösen (Forschungsfrage, Filmproduktion oder die Erstellung von Theaterstücken)

- und natürlich, wenn es einen Geschenkekorb oder einen Film zum Abschied gibt. :)



Was bedeutet der 2°Campus für dich?
Ivonne: Für mich bedeutet der 2°Campus sehr viel. Es ist gar nicht so einfach, das Gefühl und die Gedanken, die ich mit dem 2°Campus verbinde, in Worte zu fassen. Ich versuche es mal: Der 2°Campus ist nicht einfach nur meine tägliche Arbeit, sondern meine persönliche und inhaltliche Weiterentwicklung zu einem Thema, das mir am Herzen liegt. 2°Campus bedeutet für mich, die Chance zu haben jedes Jahr 20 richtig tolle und motivierte Schüler*innen aus ganz Deutschland kennenzulernen, die etwas bewegen. Es macht einfach Spaß, gemeinsam für den Klimaschutz zu arbeiten und zu sehen, dass es für die meisten Teilnehmer*innen danach auch noch weitergeht – sowohl fachlich in Schule und Uni als auch persönlich im Alltag. 2°Campus bedeutet für mich auch immer wieder neu dazuzulernen. Als eher technikferne Person finde ich es spannend meinen Blick auch für neue grüne Technikinnovationen zu öffnen. Wer weiß schon, dass saurer Rotkohl einen prima Farbstoff für die organische Solarzelle darstellt? 

 

Wie würdest du den 2°Campus in drei Wörtern beschreiben? 
Alia: Es muss weitergehen !:)
Paola: Motivierend, Inspirierend und Innovativ

 

Was möchtest du den diesjährigen Teilnehmern noch mit geben? 
Lukas: Genieß die Zeit es ist zu schnell vorbei.
Alia: Dass man sich selbst nicht unterschätzen soll - und ganz wichtig , damit hatte ich anfangs nämlich Schwierigkeiten- traut euch zu eurem Engagement zu stehen und eure Botschaft zu verbreiten und mit voller Kraft zu leben - egal was andere sagen !
Anja: Ich möchte ihnen mit auf den weg geben, dass Sie die Dinge die Sie in Berlin erfahren auch nach dem 2℃ampus nicht vergessen und Umsetzen sollen und wünsche ihnen genauso viel Spaß wie wir hatten
 

Das sind doch inspierende Abschlussworte!
Danke an alle, die uns diese Erfahrungen möglich gemacht haben.

 

Den 2°Campus in einen Artikel zu packen ist wirklich eine Herausforderung. Ich hoffe ihr habt einen Eindruck von unserer tollen Zeit bekommen und vielleicht gibt es ja noch ein Jahr in dem der 2°Campus wieder durchstarten kann!

Zur letzten Folge! :)

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Kommentare (3)
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03.06.2014
Sunlight hat geschrieben:
Wow, Du hast es echt geschafft, diese wundervollen 2°Campus-Jahre richtig schön zusammenzufassen!
Da kommen direkt wieder die ganzen schönen Erinnerungen hoch und man vermisst das alles wieder umso mehr... ;) Ich kann mich aber Dir und den anderen Teilnehmern nur anschließen: auch für mich war und ist (!) der 2°Campus eine ganz besondere Erfahrung, wo ich nicht nur viel neues Wissen und neue Fähigkeiten erworben, sondern vor allem wunderbare Meschen kennengelernt und vielfältige Inspirationen bekommen habe! Danke dafür, danke, dass es Euch alle gibt und danke für diesem schönen Bericht!! :)
29.05.2014
Tamina hat geschrieben:
Super Bericht! :) Das war echt eine super Zeit, so wie es sich anhört. So viele neue Erfahrungen und tolle Menschen!
28.05.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht! Das hört sich nach interessanten Erfahrungen und jeder Menge Spaß an =) Ich bin auf jeden Fall gespannt auf die neuen Forschungsfragen.
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