WWF
"Gib mir Fünf!" (8) Die WWF Jugend schwärmt aus


von JohannesB
21.05.2014
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„Wann, liebe Gäste, sind Sie das letzte Mal ins Schwärmen gekommen?“ Mit dieser Frage begann MarcelB bei der Jubiläumsfeier des WWF im letzten Jahr die WWF-Jugend-Rede. Die Idee für diesen Einstieg war inspiriert durch die Fischerei-Kampagne der WWF Jugend, die zwischen Oktober 2012 und Juni 2013 lief und auf die wir heute mit „Gib mir Fünf“ zurückblicken.

Der WWF hatte mit seiner Kampagne zur Rettung der Fischbestände ein klares Ziel vor Augen: „Die Überfischung durch die Fangflotten der EU soll aufhören - das Fischereigesetz muss besser werden“. Vor diesem Hintergrund gab es hier in der Community im Herbst 2012 einen Ideensturm, um eine Idee zu finden, mit der die WWF Jugend die Fischerei-Kampagne unterstützen kann. 17 mehr oder weniger kreative, realistische und ausgefallene Vorschläge gingen ein, über mehrere Wochen wurde hier über die Ideen diskutiert und abgestimmt.

Letztlich wurde Carinas Idee „der schwindende Schwarm“ ausgewählt: Es gibt ein großes Banner oder Plakat mit einer Botschaft an die (damalige) Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner. Der Schriftzug ist jedoch zunächst durch einen großen Schwarm bunter Fische verborgen. Passanten sollen sich jeweils einen Fisch mitnehmen, der Schwarm verbreitet sich so symbolisch in der Öffentlichkeit und die Botschaft an Ministerin Aigner wird mehr und mehr sichtbar.

(1) Beim Planungstreffen im Januar

Für Carina „war natürlich aufregend, dass es meine Idee war, die beim Ideensturm gewonnen hat. Aber abgesehen davon war es super spannend, hautnah mitzuerleben, wie diese Idee weiterentwickelt und umgesetzt wurde.“ Zum Weiterentwickeln trafen sich wenige Wochen nach der Entscheidung im Ideensturm an einem eisig-kalten Januartag Carina, Anni, Annika, Maurice, Mary-Lou und ich beim WWF mit Marcel und Daniel vom Kampagnenteam.
Wir berieten verschiedenste Fragen, so ging es beispielsweise um den Ort und die Dauer der Aktion und darum, wie groß das Plakat sein sollte und wie die Fische befestigt werden. Kurz vor Ende des Workshops, als die wichtigsten Fragen geklärt waren und die Aktion langsam konkrete Züge annahm, bat uns Sarah per SMS, dazukommen zu dürfen. Sie war bei der "Wir haben es satt! Gutes Essen. Gute Landwirtschaft. Jetzt!"-Demo mitgelaufen und freute sich nun, bei einer warmen Tasse Tee unsere Ergebnisse zu hören.

(2) Sarahs SMS aus der Kälte. Ich glaube, sie hat in diesem Moment den Entschluss gefasst, nach Afrika zu gehen ...

Im Anschluss an das Planungstreffen ging’s für Anni, Sarah, Mary-Lou, Marcel und mich noch in ein Café, um den Tag mit heißen Äpfeln und viel Spaß gemütlich ausklingen zu lassen.

 

 

 

Anfang des letzten Jahres lief zudem die „Paint a Fish“-Aktion. Dabei ging’s darum, mit möglichst vielen, farbenfrohen und kreativen Bildern Aufmerksamkeit auf das Thema Fischerei zu lenken. Die Bilder der Aktion könnt ihr hier bestaunen. Vor allem Kindern beteiligten sich eifrig und malten unsere Meere bunt. Aber natürlich wurde die WWF Jugend hier auch aktiv. Sarah, Anni und ich hatten beispielsweise großen Spaß an unserem „Kunstwerk“.

(3) Auch Anni, Sarah und ich wurden kreativ.

Zugegeben, es gibt in der Community noch talentiertere Künstler. Mary-Lou zum Beispiel. Sie entwarf deshalb unser Plakatmotiv. Währenddessen machte ich mich in Berlin auf die Suche nach einer geeigneten Plakatwand, konnte mit meinen Vorschlägen aber nicht überzeugen und so entschied sich der WWF für eine Plakatwand in Kreuzberg. Dort vermutete Marcel nach Rücksprache mit dem Plakatwand-Anbieter „ideales Laufpublikum“ und freute sich schon, denn „die Fläche steht direkt neben einem Biomarkt (was bedeutet: freundliche Leute, die tendenziell eure Aktion gerne unterstützen)“.

(4) Unser Plakat in Berlin-Kreuzberg

Erwartungsfroh ging’s also im Mai zu besagter Plakatwand. Der erste Eindruck von Anni, Meike, Peter und mir war positiv: Da hing tatsächlich unser Plakat, Mary-Lou’s schickes Werk in imposanter Großplakatgröße. Wir bestückten das Plakat mit den bunten Fischen, die übrigens auch von Mary-Lou designed wurden und warteten darauf, dass sich das „ideale Laufpublikum“ der Fische annehmen würde.

(5) Anni und ich lassen die Fische ausschwärmen.

Recht bald stellte sich aber heraus, dass der Standort doch nicht so gut war, der Eingang des Biomarkts war um die Ecke (was nah klingt, war zumindest gefühlt verdammt weit weg) und an unserem Plakat kam kaum jemand vorbei. Immerhin erinnert sich Peter an ein paar Kinder, „die wirklich begeistert von den Fischen und der Idee waren“ und Meike blieb die rührende Dankbarkeit einer „bettelnden Romafrau vor dem Supermarkt“ in Erinnerung „als sich ihre Kinder auch Fische von unserem Poster holen durften.“

(6) Buntes Treiben auf dem Plakat

(7) Das Berliner Plakat-Quartett

Weil einfach zu wenige Passanten an unserem Schwarm vorbeizogen, mussten wir am Schluss selbst Hand anlegen und die Fische wieder abnehmen, um den schwindenden Schwarm Wirklichkeit werden zu lassen und zu dokumentieren.

Die Fotos vom (ungeplant langsam) schwindenden Schwarm waren dann die Grundlage für ein Daumenkino. Im handlichen Format war darin zu sehen, wie die Fische mehr und mehr verschwinden und unsere Botschaft „Ahoi, Frau Aigner, kommen Sie an Bord! Für lebendige Meere ab 2020!“ wurde sichtbar. Auch und gerade für Frau Aigner. Im Juni hatten wir, nach einer kurzen (WWF-Jubiläums-)Nacht gemeinsam mit sechs Young Pandas die Gelegenheit, die Ministerin zu treffen. Die Young Pandas überreichten Ilse Aigner eine ganze Reihe von Kunstwerken, die Kinder aus ganz Deutschland liebevoll gestaltet hatten, um den Meeren und Fischen eine Stimme zu geben.

(8) Die Young Pandas mit ihren tollen Kunstwerken und einer schwer bepackten Ministerin Aigner

Wir, Anni, Sarah und ich übergaben das Daumenkino. Anni fand besonders toll, dass Frau Aigner „unser Daumenkino mitgenommen und es nicht bei den anderen Kunstwerken liegengelassen hat. Ich glaub, ihr hat das echt gefallen- mir übrigens auch, ich find das Ding ist klasse geworden!“ Auch mich hat es gefreut, dass die Ministerin augenscheinlich Gefallen an unserem Kunstwerk fand und es nicht ihren Mitarbeitern überließ sondern persönlich mitnahm. In der rechten Hand. Das ist insofern bemerkenswert, als dass Frau Aigner wenige Minuten zuvor einen deutlich vernehmbaren Schmerz-Laut von sich gab, als ich ihr bei der Begrüßung die Hand gab. Sarah behauptet noch heute, ich hätte ihr fast die Hand gebrochen. Während alle rundherum etwas verdutzt drein schauten, die anwesenden WWF-Mitarbeiter eine PR-Katastrophe aufziehen sahen und ich schon um meine bayerische Staatsangehörigkeit fürchtete, gab die Ministerin bayerisch-entspannt Entwarnung: „Na na, basst scho. Der junge Mann hat halt an g‘sunden kräftigen Händedruck.“

(9) Nach kurzer Schrecksekunde herrscht wieder gute Laune - Frau Aigner begrüßt Anni im Ministerium

Alles halb so wild also, Frau Aigner schob dem Ring an ihrer rechten Hand die Schuld an dem kleinen Zwischenfall zu, verbannte das Schmuckstück an die linke Hand und nahm sich fortan wieder gut gelaunt der Fische an.

(10) Privatvorstellung für die Ministerin: Anni mit Frau Aigner im (Daumen-)Kino

(11) Es hat ihr echt gefallen - Wir machten Frau Aigner zur stolzen Daumen-Kino-Besitzerin

Die beste Nachricht zum Schluss: Der Ortwechsel von Frau Aigners Ring war nicht das einzige konkrete Ergebnis der Fischerei-Kampagne. Die EU fasste Beschlüsse und hat nach Auskunft von Anna Holl, Fischereiexpertin des WWF, zumindest „die Gefahr der Überfischung erkannt und erste Regelungen zu Rückwurf und Nachhaltigkeit verabschiedet.“

Mir persönlich ist die Schwarm-Kampagne noch sehr gut in Erinnerung als eine bunte Aktion, bei der die WWF Jugend mal wieder gezeigt hat, wie viel Spaß man haben kann wenn man sich für die gute Sache einsetzt. Und wenn man die Begeisterung bei verschiedensten Etappen der Kampagne so anschaut, kann man doch leicht ins Schwärmen kommen.

Oder was meint ihr?

Letzte Woche hat Peter auf das Alpencamp 2011 zurückgeblickt. Die tollen Eindrücke findet ihr hier.

Fotos: © (1) WWF, (2&3) J. Barthelmeß, (4-7) Peter Jelinek / WWF, (8-11) Daniel Biene / WWF

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Kommentare (7)
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21.05.2014
anni95 hat geschrieben:
Ein sehr schöner Bericht über eine coole Aktion :)
21.05.2014
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Danke für den tollen Berichtrückblick. Bei der Kampagne war ich noch bei den Young Pandas und habe natürlich ein "Kunstwerk" eingeschickt :))
Aber Daumenkino war echt eine gute Idee!! :)
21.05.2014
Sunlight hat geschrieben:
Eine total tolle Aktion (die ich leider hauptsächlich nur am PC verfolgen konnte) und ein richtig schöner Bericht :)
21.05.2014
Carina hat geschrieben:
Pandamäßiger Rückblick auf eine schöne Aktion. ;) Danke, Johannes!
21.05.2014
Himbaerchen hat geschrieben:
Echt cool! ;)
21.05.2014
Marcel hat geschrieben:
Ich fand die Plakatwand-Fotoserien-Daumenkino-Idee eine der originellsten und besten, die es bisher bei den Ideenstürmen der WWF Jugend gegeben hat. Einfach cool und innovativ. Da war es auch nicht schlimm, dass bei der Plakatwand nicht so viel Trubel war - das Ergebnis zählt und hat bei der Ministerin ja sichtbar Eindruck hinterlassen. Oh man, in solchen Situationen bin ich immer wieder sooooo stolz auf die WWF Jugend und begeistert von euren Ideen und eurem Einsatz! Danke an alle, die bei dieser Kampagne mitgemacht haben!
21.05.2014
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Haha :'D Genial geschrieben Johannes ! Danke!
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