WWF
"Gib mir Fünf!" (38) - Eine Weihnachtsgeschichte


von Franzichen
24.12.2014
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Auf einmal drang ein Geräusch an das Ohr des Pandas. Aber nein – er musste sich verhört haben. Doch, da war es wieder! 

Aufgeregt zog der Panda seine Mütze von den Ohren, um das Geräusch besser hören zu können. Jetzt gab es keinen Zweifel mehr: Da klingelte ein Glöckchen. Ein Weihnachtsglöckchen, wie sie an dem Schlitten des Weihnachtsmanns hingen. Und jetzt sah er auch, woher es kam: Ein kleines blondes Mädchen in einem grünen Mantel hüpfte fröhlich summend durch die winterlichen Straßen. Und an ihrem Fußgelenk festgeknotet hing ein goldenes Glöckchen, das bei jedem Schritt leise bimmelte. 

Das war das erste und einzige Zeichen von Weihnachten, das der Panda in der ganzen Stadt gesehen hatte. Was, wenn das Mädchen von der Weihnachtspolizei geschnappt würde? Es wäre sicher in großen Schwierigkeiten! Und wo wollte es überhaupt hin? Schon war es um eine Ecke gebogen und verschwand aus dem Blickfeld des Pandas. 

„Warte!“, rief der Panda und lief so schnell er konnte los. Doch der Lärm der Autos übertönte seine Stimme und schon nach wenigen Schritten war er aus der Puste. Gerade eben noch sah er das Mädchen um die nächste Ecke biegen. Der Panda gönnte sich nur eine kurze Verschnaufpause und rannte weiter. 

Immer weiter verfolgte der Panda das Mädchen. Seine Beine waren zittrig vor Anstrengung und seine Lunge brannte. Er konnte nicht mehr weiter. Mit letzter Kraft rief er noch einmal: „Halt! Du da vorne! Warte auf mich!“ 

Und endlich: Das Mädchen hatte ihn gehört. Es drehte sich nach ihm um und wartete, bis der Panda bei ihr war. Schwer atmend stützte er sich auf seinen Knien ab. „Ich … wollte wissen … wo du hin willst … und … wer du bist“, schnaufte der Panda. „Du musst ein Weihnachtswichtel sein, nicht wahr? Ist es nicht so?“ 

„Ein Weihnachtswichtel?“ Das Mädchen sah den Panda an und lachte dann laut auf. „Wie kommst du denn darauf?“ 

„Aber … das Glöckchen …“ 

„Lieber Panda, es gibt keine Wichtel. Ich bin nur ein WWF Jugend Mitglied auf dem Weg zu einer WWF Jugend Weihnachtsfeier. Und ich glaube, ich kenne dich. Oder zumindest habe ich schon Geschichten von dir gehört: Du bist doch der WWF Panda, hab ich recht?“ 

Der Panda hatte sich wieder etwas von seinem Dauerlauf erholt, doch jetzt rasten seine Gedanken. „Die WWF Jugend?“, stotterte er. „Die gibt es noch?“ 

„Aber klar! Was hast du denn eigentlich die letzten Jahre über gemacht? Geschlafen?“ 

„Jetzt, wo du fragst“, der Panda kratzte sich am Kopf. „Das ist eine verdammt gute Frage.“ 

Das Mädchen lächelte und griff dann nach seiner Pfote. „Komm mit, ich zeig dir was!“ 

Hand in Hand gingen sie weiter. Der Panda bemerkte erst jetzt, dass sie am Stadtrand angekommen waren. Nur noch wenige Autos fuhren hier, Einfamilienhäuser thronten in verschneiten Gärten und Schlitten lehnten an Garagentoren. Vor ihnen führte der Weg aus der Wohngegend hinaus und in einen dichten Tannenwald. Gemeinsam gingen sie hinein. Die hohen Bäume und die dichte Schneedecke schienen alle Geräusche bis auf die ihrer Schritte zu verschlucken. Ab und zu rieselte glitzernder Schnee von den Ästen. Nach dem Trubel in der Stadt kam dem Panda der Wald wunderbar friedlich vor. Ihr Atem stand ihnen in weißen Wolken vor den Mündern. 

„Weihnachten zu verbieten war die dümmste Idee, die die Menschen je hatten“, sagte das Mädchen auf einmal. „Oder zumindest eine weitere von vielen dummen Ideen. Damit lässt sich die Erde nicht retten. Es verbiestert die Menschen nur noch viel mehr. Wir können ruhig Weihnachten feiern. Wir müssen es nur auf die richtige Art und Weise tun.“ 

Sie waren an einer Lichtung angekommen, die von warmem Kerzenschein erhellt war. In der Mitte stand ein kleiner Tannenbaum, der über und über mit Nüssen, Obst, Geschnitztem und Genähtem geschmückt war. Und drum herum – 

„Das gibt’s doch nicht“, staunte der Panda. „Sind das alles WWF Jugend Mitglieder?“ 

„Was denkst du denn?“, fragte das Mädchen zurück und zwinkerte. „Weihnachtswichtel sind es nicht, so viel kann ich dir verraten.“ 

Die Mädchen und Jungen waren in dicke Winterkleidung eingepackt, mit Mützen, Schals und Handschuhen. Einige standen rum, lachten und unterhielten sich, andere saßen zusammen, spielten Gitarre und sangen Weihnachtslieder. Dort vorne wurde heißer Tee und Kakao aus Thermoskannen getrunken, woanders wurden Geschenke ausgetauscht. Da waren Handtaschen, die aus alten Pullovern umgenäht wurden, Portemonnaies aus recycelten Plastikverpackungen, selbst gemachte Marmelade, selbst geschöpftes Notizpapier und vieles, vieles mehr. 

„Aber ich dachte, Weihnachten sei verboten!“, ereiferte sich der Panda. „Ihr begebt euch alle in Gefahr! Es darf niemand etwas hiervon erfahren!“ 

„Ganz im Gegenteil!“ Grelles Blitzlicht blendete den Panda und er fuhr erschrocken herum. 

Vor ihm stand ein großer, schwarzhaariger Junge, der gerade seine Kamera herunternahm und den Panda breit angrinste. „Die ganze Welt muss hiervon erfahren!“ 

Das Mädchen rollte ironisch mit den Augen und raunte dem Panda zu: „Der ist von der WWF Jugend Redaktion. Wirklich lästig, diese Redaktionsmitglieder. Verarbeiten alles zu Artikeln. Aber er hat ja auch recht …“ 

„Natürlich hab ich recht!“ Der Junge zückte einen Notizblock und hielt dem Panda mit der anderen Hand ein Aufnahmegerät unter die Nase. „Also, was hältst du von dem Weihnachtsverbot? Panda? Panda! Krieg ich mal eine Antwort? Hallo? Erde an Panda …“ 

„Was? Wo – Wo bin ich?“ 

Völlig orientierungslos schlug der Panda um sich und rutschte prompt von seinem Sofa auf den Fußboden. Vor ihm stand Marcel und fuchtelte mit irgendetwas vor seiner Nase rum: 

„Na endlich! Du schläfst ja tief wie ein Stein!“, sagte der nun. „Das letzte, was ich von dir gehört habe, war, dass du Weihnachts-Bambus-Kekse haben willst. Und dann drehst du dich um und – weg. Ich möchte auch mal so einen gesunden Schlaf haben.“ 

„Was sagst du?“ Der Panda rappelte sich auf und rieb sich die Augen. „Welches Jahr haben wir?“ 

„Welches … Panda, bist du dir sicher, dass es dir gutgeht? 2014 natürlich! Die WWF Jugend boomt und wir müssen dringend über die Planung des Redaktionstreffens sprechen. Also, ich denke …“ 

Doch weiter kam Marcel nicht, denn der Panda fiel ihm mit einem lauten Jubelschrei um den Hals. 

„Was ist denn jetzt los?“, fragte Marcel verdattert. 

„Ach gar nichts, ich bin einfach nur froh und erleichtert! Ich hatte nämlich einen ganz, ganz fürchterlichen Albtraum …“ 

„Lass mich raten“, sagte Marcel und befreite sich aus der Umarmung. „Es war Weihnachten, aber es gab keine Weihnachts-Bambus-Kekse?“ 

Der Panda stutzte. „Na ja … so ähnlich …“ 

Marcel schüttelte den Kopf und drückte dem Panda dann das etwas in die Hand, mit dem er ihm vorhin schon vor der Nase herumgefuchtelt hatte: Eine Packung Weihnachts-Bambus-Kekse! 

„Du hättest dich gar nicht so sorgen müssen, es waren noch fünf Packungen im Küchenregal.“ Marcel stemmte die Hände in die Hüfte. „Ach Panda, denkst du eigentlich auch mal an etwas anderes als deine Kekse? Egal, ich wollte doch mit dir über das Redaktionstreffen in Köln sprechen. Also, ich habe da so eine Idee, dass wir ein Wichteln mit selbstgemachten Geschenken organisieren könnten …“ 

„Eime groffarfide Ipee!“ Der Panda nuschelte ein wenig, da er bereits den Mund voll mit Keksen hatte. Er schluckte und fuhr fort: „Ich bin sofort dabei! Ich werde eine Geschichte schreiben! Über meinen Traum!“ Schon kramte er ein Blatt und einen Bleistift hervor. 

Marcel seufzte. „Ach Panda. Seit wann bist du denn Redaktionsmitglied, hm?“ 

„Wie, dann bin ich also nicht eingeladen? Na, egal, ich werde die Geschichte Carina mitgeben, die kann sie ja weiterverschenken. Und jetzt bitte ich um absolute Ruhe! Meine kreative Schaffensphase darf unter keinen Umständen gestört werden! Ich schmecke den ersten Satz schon auf der Zunge: „Brrr, ist das kalt!“, schimpfte der Panda, als er aus der Haustür in die winterliche Kälte trat …  

 

Das war der angekündigte zweite Teil der WWF Jugend Weihnachtsgeschichte, die uns Carina geschrieben hat. Wer den Anfang der Geschichte verpasst hat, kann diese *hier* in der "Haste mal Bambus?" Folge von Montag nachlesen.

Mit dieser tollen Geschichte wünscht euch die ganze WWF Jugend Redaktion ein wunderschönes und besinnliches Weihnachtsfest, bei dem ihr hoffentlich eure lieblings- Kekse auf Vorrat habt.;)

Zur letzten Gm5-Folge: Das Ecosia-Phänomen

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Kommentare (6)
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24.12.2014
RichardParker hat geschrieben:
Was für eine schöne Wendung, ich wusste, dass die WWF Jugend Weihnachten rettet :D In diesem Sinne fröhliche und besinnliche Weihnachten! :)
24.12.2014
Jayfeather hat geschrieben:
da bin ich ja froh, dass die geschichte ein so gutes Ende nimmt. Wer will schon in einer Zeit ohne Weihnachten, WWF Jugend und Weihnachts-Bambus-Kekse leben?
Euch allen frohe Weihnachten und schöne Stunden mit Familie und/oder Freunden :)
24.12.2014
JuliusS hat geschrieben:
Wunderschöne Geschichte :) Danke Carina. Und natürlich der janzen Redaktion.
Frohe Weihnachten euch allen :)
24.12.2014
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Ja, eine ganz tolle Geschichte die einem auf jeden Fall zum Lächeln bringt- spätestens am Schluss :-) Von mir auch frohe Weihnachten und besinnliche Festtage!
24.12.2014
OekoTiger hat geschrieben:
Tolle Geschichte!
24.12.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Das ist wirklich eine schöne Geschichte. Vielen Dank.
Ich wünsche euch allen schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr! =)
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