WWF
“Gib mir Fünf!“ (32) - Gemeinsam für das grüne Herz Afrikas - die Expedition nach Dzanga-Sangha 2009


von Janine
11.11.2014
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Wenig später entdecke ich ihn. Er sitzt sieben Meter vor mir. Um ihn herum laufen zwei kleine Gorillas. Makumba dreht sich nicht einmal zu uns um. Er ignoriert unsere Anwesenheit vollkommen. Zehn Minuten sitzt er einfach nur dort und frisst Blätter, während die Jungtiere miteinander rangeln.
Dann steht er auf. Er dreht sich zu uns. Mein Herz rast beim Anblick des stattlichen Gorillas. Ich schaue ihm direkt in sein Gesicht. Sein Blick ist so sanft.

… schreibt Silke in unserem Blog zur WWF Jugend Expedition nach Dzanga-Sangha, die vor genau fünf Jahren stattgefunden hat. Unglaublich, dass es schon so lange her ist. Den schweren Geruch der Gorillas habe ich auch heute noch in der Nase.

Was für ein Gefühl hinter einer freilebenden Gorillagruppe her zu laufen und sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Möglich ist das, weil die Tiere über Jahre an den Menschen gewöhnt wurden – habituiert sagt man in der Fachsprache.

Dzanga-Sangha liegt in der Zentralafrikanischen Republik. Der WWF schützt dieses Gebiet schon seit vielen Jahren. Es ist die Heimat von Sumpfantilope, Flachlandgorilla und Waldelefant. Wunderschön und schützenswert. Und ohne die Hilfe von Außen vielleicht schon nicht mehr existent.

Es könnte so schön sein – ein tropisches Paradies, ein unbeschreiblicher Artenreichtum. Diese Tatsache lockt allerdings nicht nur Bewunderer, sondern auch Wilderer an, die sich an den Schätzen des Waldes bereichern wollen. Zwischen 100.000 und 200.000 Tiere werden jährlich durch sie getötet. Illegal. Mit Drahtschlingen und Gewehren.

Um euch zu beschreiben, was genau in Dzanga-Sangha los ist und warum dieser Ort so schützenswert ist, schickte der WWF Silke, Oliver und mich im November 2009 nach Zentralafrika. In unserem BLOG berichteten wir täglich von unseren Erlebnissen und Abenteuern. Von fremden Kulturen und ungewöhnlichen Begegnungen mit Menschen und Tieren.

 

 


Ich habe damals Folgendes in unseren
BLOG geschrieben:
Meine Beine sehen vor lauter Insektenstichen aus wie Himbeeren. Meine Füße haben in wenigen Tagen lernen müssen, sehr schnell sehr viel Weg zurück zu legen. Ich habe mich daran gewöhnt, immer eine Wasserflasche
bei mir zu tragen. Am Abend schlucke ich meine Malariatablette. Ich bade in Flüssen und Bächen und benutze seit zwei Wochen täglich das selbe Mikrofaserhandtuch. Morgens um halb sechs beginnt mein Tag und
geht über den Sonnenuntergang um achtzehn Uhr hinaus. Ich spreche täglich ein wenig Französisch und viel Englisch. Am Morgen suche ich mir keine frische Wäsche aus, sondern die, die am wenigsten müffelt. Ich schlafe unter Moskitonetzen und meistens auf hartem Boden.

Das Leben im Dschungel ist anders. Faszination und Herausforderung. Auf unserer Reise begegnen wir Angelique Todd. Sie arbeitet für das Gorillaprojekt des WWF. Andrea Turkalo erkennt viele 100 Elefanten an ihren Gesichtern und kennt ihre Familiengeschichten. Louis Sarno lebt bei den BaAka Pygmäen. Der Amerikaner kam vor vielen Jahren in den Dschungel um ihren Gesängen zu lauschen und ist dort geblieben.
Sie alle lernten wir kennen und jeder gab uns einen persönlichen Dzanga-Eindruck. Wir wurden für kurze Zeit Teil ihres Lebens.

Mir fällt es schwer euch in diesem Bericht zu erzählen, was wir alles erlebt haben. Ich könnte einfach unseren BLOG hierher kopieren und ihr müsstet einige Stunden lesen und viele Filme ansehen. Ich werde euch nun einfach ein paar Textausschnitte zeigen, die unser Leben im Dschungel besser wiedergeben, als jede Neuauflage, die versucht sich daran zu erinnern, was damals war. Am besten erlebt ihr unsere, wenn ihr sie direkt durch unsere alten Berichte seht.

Olli schreibt:
Der Wagen hält und wir gehen ab hier zu Fuß weiter. Aniset erklärt uns, dass wir auf unserem Weg sehr ruhig sein, und eine bestimmte Rheienfolge einhalten müssen, um nicht in Lebensgefahr zu geraten wenn wir im Wald auf Elefanten treffen sollten. An der Spitze unserer Gruppe läuft ein Bantu-barfuß, mit einer Machete in der Hand. Hinter ihm läuft Godobo, einer der Wildhüter. Er trägt eine Tarnuniform, dicke schwarze Stiefel, und in der Hand hält er eine Kalaschnikov. Er muss sicher gehen, dass er die Gruppe im Ernstfall verteidigen kann. Schüsse in die Luft würden Wilderer sofort dazu bringen fortzulaufen. Auch im Falle eines lebensgefährlichen Treffens mit Elefanten würde ein Schuss in die Luft diese sofort vertreiben.
Wir laufen schnell, es bleibt kaum Zeit zum Verschnaufen. In der Stunde schaffen wir etwa drei Kilometer durch das Dickicht. Die Wege sind nur wenig belaufen. Ständig schneidet Asobe den Weg mit seiner Machete frei. Es soll nun nicht mehr weit sein bis wir unser Ziel erreichen.
Plötzlich gibt Asobe einen Hohen Ton von sich und hebt die Hand. Ich stehe direkt hinter ihm, und mir gefriert schlagartig das Blut in den Adern. Die ganze Gruppe ist erstarrt. Asobe zieht mich zu sich und zeigt mit seiner Hand auf eine Stelle zwischen den Blättern. Ich sehe Elefantenhaut. Ich kann nicht erkennen was ich von dem Elefanten sehe, aber dieser Moment ist atemberaubend.
Asobe und Godobo gehen vorsichtig vor um nachzusehen ob wir näher herankommen. Doch es ist nicht möglich. Stattdessen müssen wir uns schnell entfernen, die Situation ist brenzlich. Wir folgen Asobe in unwegsames Gelände. Wir müssen einen Umweg nehmen um an unser Ziel zu kommen.
Unser Ziel, von dem wir nicht wussten was es sein würde, war eine Sussichtsplattform,von der aus wir einen wundervollen Blick auf die Sangha-Bai hatten. Eine riesige Lichtung, die von Waldelefanten, Büffeln und Antilopen besucht wird. Oben auf der Aussichtsplattform durften wir sogar sie Nacht verbringen. Wir wurden von Elefanten in den Schlaf trompetet.


 

Ein paar Tage später schreibe ich:

Wir sind schon seit ein paar Stunden im Wald unterwegs. Wieder schwitzen wir, wieder laufen wir durch kleine Rinnsale und größere Bäche. Wir legen eine kurze Pause ein. Die kommt mir gerade recht, denn langsam spüre ich meine Knie. Anicet kommt auf uns zu, er hat eine Nachricht. „Einer von euch wird die Gruppe nun verlassen und mit den Guides einen anderen Weg einschlagen. Es gibt eine Überraschung!“. Wir schauen ihn fragend an. „Ihr werdet selber entscheiden, wer von euch dreien mitlaufen wird. Derjenige sollte aber noch körperlich fit sein und mindestens vier Stunden laufen können. Die Anderen sind in circa einer Stunde bei einer der Aussichtsplattformen, bei der ihr euch heute Abend dann alle wieder sehen werdet.“
Wir entscheiden uns für das Losverfahren. Wer den Längeren zieht läuft die längere Strecke. Silke verzichtet freiwillig, weil sie Blasen hat und ihre Füße ein wenig schonen will, schließlich sind wir gerade mal den fünften Tag hier. Olli und ich fühlen uns aber noch kräftig genug.


Silke schnappt sich zwei kleine Stöckchen und ballt ihre Hände. Olli und ich zeigen je auf eine der Fäuste. Silke öffnet ihre Handflächen. Ich sehe, dass ich das größere Holzstück erwischt habe. Ich darf den Umweg gehen.
Jetzt geht alles ziemlich schnell. Ich lasse meinen Rucksack zurück und schnappe mir meine Wasserflasche und einen Müsliriegel.
Mit großer Geschwindigkeit gehen wir ein Stück des Weges, den wir gekommen sind, zurück. Der Schmerz in meinen Knien ist wie verflogen, ich bin jetzt viel zu aufgeregt.
Wir laufen durch den Dschungel und ich frage mich, wie man sich hier ohne Kompass zurecht finden kann. Ich überlege, was mich nun erwarten könnte. Werden wir noch an eine andere Stelle gehen, an der wir vielleicht doch noch Duikerantilopen sehen können, die wir zuvor vergeblich versucht haben anzulocken?
Immer wieder fange ich Gesprächsfetzen auf. Habe ich das gerade das Wort Gorilla gehört? Der Wald wird dichter, hier gibt es keine Pfade mehr. Der Schweiß läuft mir den Nacken hinab, doch die Vorfreude hält mich bei Laune.
Der Weg ist lang, seit eineinhalb Stunden jagen wir nun schon durch dichtesten Wald. Ein paar mal bin ich gestolpert und auf meinen Beinen breiten sich Schnittwundenmuster aus.
Ich finde es bewundernswert, dass die Pygmäen niemals stolpern. Sie kennen den Wald so gut. Es scheint fast so, als würden sie jedes einzelne Blatt und jeden kleinsten Pilz in ihrem Gedächtnis gespeichert haben. Noch mehr Respekt gibt mir ihr Schuhwerk. Die BaAka tragen Flip Flops.
Die ganze Zeit über bin ich damit beschäftigt Insekten von meinem Körper zu streichen. Einmal verfängt sich eine Ameise in meinem Socken und sticht minutenlang in meinen Fuß. Den Pygmäen machen die Tierchen nichts aus, jedenfalls habe ich nicht den Eindruck.
Nachdem wir zwei Stunden über Baumstämme geklettert und durch Dornen gewatet sind und Lianen uns gezeigt haben, was das Wort Stolperfalle bedeutet, halten wir an. Einige Männer schließen sich unserem Trupp an. Immer wieder geben sie Pfeiflaute von sich und schnalzen mit der Zunge. Wir hören Gebrüll. „C'est un gorille!“. Jetzt bin ich mir sicher. Wir sind auf Gorillasuche.

 

Olli schreibt:

Am Nachmittag baue ich mit zwei Männern aus dem Lager der BaAka eine Hütte. Das Grundgerüst besteht aus langen Stäben die in zwei parallelen Reihen in den Boden gerammt werden. Die gegenüberliegenden Stäbe werden zur Mitte gebogen, und miteinander verdreht. Danach werden dünnere Stäbe senkrecht zu den Stäben des Grundgerüstes eingewoben. Die Kommunikation unter uns Dreien ist nicht schwierig.
Sie geschieht sprichwörtlich mit Hand und Fuß.



Wir erlebten den Regenwald mit all seiner Schönheit und seiner Bedrohung. Einmal – wir waren im Auto unterwegs – haben wir angehalten, weil wir Männer mit getöteten Tieren gesehen haben. Wilderer. Bei der Überprüfung ihrer Daten wurde dann auch das Wild beschlagnahmt. Die Männer liefen einfach am Straßenrand entlang. Als sie uns kommen sahen ist einer von ihnen gleich im Dickicht verschwunden. Zwei andere blieben. Sie hatten Antilopen erlegt. Sie hatten Drahtschlingen dabei – eine illegale Waffe.
Das Problem bei der Wilderei ist, dass es Menschen gibt, die versuchen ihre Familien zu ernähren. Da wird nicht zwischen Ratte und Gorilla unterschieden; Fleisch ist Fleisch ist Sattsein.
Dann gibt es aber auch die Wilderer, die organisiert arbeiten und so viele Tiere töten wie möglich, um sie anschließend zu verkaufen, nicht um sie selber zu essen.

Im Blog habe ich geschrieben:

Wir gehen nur ein paar Schritte und stehen dann vor einem blechernen Container. Die Tür wird geöffnet und langsam treten wir ein. Der Platz in dem Raum ist begrenzt. Zwei große Holzkisten und ein Regal sind die einzigen Möbelstücke.
Neben dem Regal steht ein riesiger Stoßzahn, der mich fast überragt. Er hat ein Gewicht von 31,5 kg.
Wir befinden uns mitten drin. In diesem Container werden beschlagnahmte Stücke gesammelt, die Wilderer zuvor als ihr Eigentum beansprucht haben.
Neben dem Stoßzahn liegen weitere Elfenbeinprodukte im Regal. In einer Ecke der Blechhütte türmen sich tausende von Drahtschlingen. Ich will gar nicht darüber nachdenken, wieviel Metall sich zum jetzigen Zeitpunkt im Dschungel befindet.
Arno öffnet die beiden Kisten. In ihnen liegen massenweise Gewehre, die ohne Erlaubnis benutzt wurden. Er erzählt uns, dass die Waffen zunächst hier aufbewahrt und mit einer Nummer versehen werden. Nach einer Weile werden sie ans Gericht weiter gegeben. Es kommt nicht selten vor, dass eine der beschlagnahmten Waffen kurze Zeit später unter dem Arm des nächsten Wilderers wieder auftaucht. Die Regierung verkauft die Gewehre nach Erhalt weiter und der Kreis schließt sich. Es ist nicht leicht dagegen vorzugehen.

Der WWF setzt Ökoguards ein, um gegen die Wilderei vorzugehen. Es gibt nicht viele. Nicht einmal 60. Und sie bewachen den gesamten Nationalpark. Oder besser gesagt, sie tun ihr Bestes. Denn das Gebiet ist viel zu groß und viel zu viele Wilderer machen sich breit. Trotzdem gelingt es den Ökoguards regelmäßig einige von ihnen festzunehmen. Ein anstrengender und gefährlicher Job.

Die letzten Worte im BLOG lauten:

Wenn wir wieder zurück sind, fängt die Arbeit für uns erst richtig an. Wir wollen alles daran setzen, diesem Fleckchen Erde eine Zukunft zu geben. Mit Vorträgen und Spendenaktionen wollen wir genügend Mittel sammeln, um unser Ziel zu verwirklichen.

Und wir haben es tatsächlich geschafft, über 10.000 € Spendengelder zu sammeln. Aber nicht nur das, wir alle haben Vorträge gehalten und Infostände aufgestellt, Passanten über die Lage informiert und vor allem ihr habt zum großen Erfolg der Expedition beigetragen. Ihr habt euren Bekannten und Freunden von Dzanga-Sangha erzählt und selber Spenden gesammelt. Auch an dieser Stelle möchte ich mich nochmal im Namen aller Teilnehmer bei euch bedanken.


Zwei Jahre nach der Expedition bin ich noch einmal nach Dzanga-Sangha gereist. Dort habe ich einen Container besichtigt, in dem Ausrüstungsmaterial für die Ökoguards gelagert wurde. Die Sachen wurden durch eure Spendengelder finanziert und helfen heute bei der Arbeit gegen die Wilderei.

Und langer Atem zeichnet sich tatsächlich aus. Nach 20 Jahren Projektarbeit gibt es viele Erfolge vorzuweisen. Was genau, könnt ihr HIER nachlesen.
Und es gibt noch einen Grund sich zu freuen, denn das WWF Projektgebiet wurde zum
Weltnaturerbe erklärt.

Ende gut, alles gut… könnte man meinen. In einem Nationalpark, der auch noch Weltnaturerbe ist, wird doch sicher nicht mehr gewildert… Schön wär’s. Leider kommt es noch schlimmer. Denn Rebellen waren im Mai 2013 in Dzanga-Sangha eingefallen und erschossen 26 Elefanten. Die Projektmitarbeiter mussten evakuiert werden. Und ohne Mitarbeiter fiel der Schutz des Parks vorläufig aus.

In einem Interview mit Gorilla Expertin Angelique Todd, erfahren wir mehr:

WWF: Wie ist die Situation derzeit in der Zentralafrikanischen Regierung?
 

Angelique Todd: Es ist wieder etwas ruhiger geworden. Die neue Regierung versucht gerade, die Sicherheit wiederherzustellen. Dafür wollen die Rebellen der Séléka mit dem Militär kooperieren. In Bayanga, dem Ort direkt neben dem Schutzgebiet, halten sich seit ein paar Monaten chinesische Geschäftsleute auf, die im Schutzgebiet nach Diamanten suchen wollen. Wer die Konzession dafür erteilt hat, ist unklar und eigentlich eine absolute Katastrophe. Das hat sich allerdings als ein kleiner Glücksfall erwiesen. Die Séléka wurde von diesen Geschäftsleuten angeheuert, sie zu beschützen. Es klingt nach blanker Ironie, aber so lange die Chinesen noch da sind, ist dadurch auch Dzanga-Sangha etwas sicherer. Außerdem ist inzwischen eine vom WWF angeregte „Conjoint Mission“ aus Vertretern des Forstministeriums und verlässlichen Truppen der neuen Regierung in Bayanga eingetroffen, die die Lage deutlich stabilisieren.
 

WWF: Sind die Mitarbeiter nach der Evakuierung wieder zurückgekehrt?
 

Angelique Todd: Zum Großteil ja. Die meisten hatten sich und ihre Familien in Sicherheit gebracht. Die Nationalparkleitung, die Naturschutz-Fachleute und die EcoGuards sind aber nun fast alle wieder zurück. Allerdings sind unsere Büros zerstört, Türen und Fenster sind zerbrochen. Es ist offensichtlich, dass die Täter nach Geld gesucht haben, dabei haben sie alles durchwühlt und zerstört. Für unsere Arbeit sehr wichtiges Equipment wurde gestohlen, wie Kameras und Computer. Die Kommunikation ist mitten im Regenwald ohnehin schon schwierig, unter diesen Bedingungen ist sie fast unmöglich.
 

Das gesamte Interview findet ihr HIER.

Im Bürgerkrieg steht der Naturschutz gezwungenermaßen eher hinten an.

Marcel schreibt in einem Artikel:

Während in großen Teilen Afrikas die Wilderei seit ein paar Jahren zunehmend eskaliert, galt das einzigartige Schutzgebiet Dzanga-Sangha lange als sicher. "Wir wollen immer die lokale Bevölkerung in den Naturschutz einbeziehen, zum Beispiel als EcoGuards oder im Ökotourismus. Der Park ist damit eine wichtige Einkommensquelle für die Leute – die deshalb beim Schutz mithelfen", sagt der Afrikakenner Johannes Kirchgatter vom WWF Deutschland. "Wenn die Situation aber dermaßen außer Kontrolle gerät, dann sind oft die besten Konzepte machtlos", sagt Johannes – wie etwa, als es im März 2013 zu einem schrecklichen Angriff auf den Nationalpark kam, bei dem 26 Waldelefanten für ihr Elfenbein getötet wurden.

Weiter sagt Johannes: "Es ist sinnvoll, gerade in Zeiten des Bürgerkriegs weiter zu arbeiten. Häufig können wir so das Schlimmste verhindern." Die Tierbeobachtungen der letzten sechs Monate (Stand März 2014) zeigen, dass die Zahlen der Elefanten die die offene Dzanga Bai besuchen kontinuierlich angestiegen sind, sie sich also wieder sicher fühlen. Trotz der instabilen Lage ist es in Dzanga-Sangha momentan vergleichsweise ruhig, die Arbeit für den Naturschutz geht weiter – wenn auch mit erheblichen Schwierigkeiten.

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit BMZ werden im nächsten halben Jahr die Patrouillen der Ecoguards sowie Training und ihre Ausrüstung finanziert. Auch die Beobachtung der an den Menschen gewöhnten Gorillagruppen durch wissenschaftliche Mitarbeiter des Primate Habituation-Programms wird fortgesetzt. „Die Unterstützung durch die einheimische Bevölkerung ist dabei unser großes Plus“, sagt Johannes vom WWF. Sie wissen, dass ein bewahrtes Welt-Naturerbe Dzanga-Sangha weiter Jobs bringen wird, dass wieder Touristen kommen werden – irgendwann, wenn die Hassspirale durchbrochen ist. Es gibt Hoffnung für Dzanga-Sangha. Und Dzanga-Sangha ist eine Hoffnung für das Land.

Die Hoffnung, dass Dzanga-Sangha wieder sicherer wird und sich die Lage stabilisiert ist also groß! Und ganz sicher werdet ihr hier erfahren, wie es in der Zentralafrikanischen Republik weitergeht. Ich drücke ganz fest die Daumen! :o)

Was sind eure Hoffnungen für die Region? Hat Dzanga-Sangha eine Chance? Habt ihr die Expedition damals verfolgt? Was waren eure Gedanken? Und was wünscht ihr euch für Waldelefant und Co.?

 

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Und in der nächsten Folge von „Gib mir Fünf!“: Rückblick auf das Energieexperiment „Euer schönes Leben kotzt mich an“ – Viel Spaß beim Vorfreuen! :o)
 

Fotos © Florian Niethammer

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
12.11.2014
Erdbeercupcake hat geschrieben:
Ein richtig toller Bericht!! Die Expedition muss wahnsinnig toll gewesen sein.
Ich finde es schrecklich, was 2013 passiert ist und hoffe, dass es jetzt bergauf geht.
12.11.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Ein wirklich super Rückblick, der einen richtig neidisch machen kann! =) Ich war zu der Zeit noch nicht Mitglied, habe aber seit letztem Jahr auch immer wieder was davon mitbekommen. Deshalb finde ich es super, jetzt noch einen Bericht darüber gelesen zu haben, der einem einen super Einblick gegeben hat. Das muss eine tolle Erfahrung gewesen sein, und ich bin sicher, dass Dzanga-Sangha eine Chance hat.
12.11.2014
Marcel hat geschrieben:
Dieser Rückblick jagt mir einen Schauer über den Rücken! :) Unglaublich, wie wir damals mit der WWF Jugend durchgestartet sind und direkt so ein Riesenprojekt gestemmt haben. Ihr habt die Expedition so toll gemacht! Bessere Botschafter hätte man nicht finden können. Vor allem dein Engagement, Janine, auch lange nach der Dzanga-Sangha-Kampagne, ist unendlich beeindruckend. WWF Jugend ohne Janine, das kann man sich überhaupt nicht vorstellen.
12.11.2014
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Oooh, danke Janine für diesen tollen Rückblick! Immer wieder Staunen, was für ein Wahnsinnserlebnis das gewesen sein muss.
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