WWF
"Gib mir Fünf" (21) - Die schönsten Geschichten und magischsten Momente der Camps


von FabianN
27.08.2014
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Man besteigt die höchsten Gipfel der Alpen oder durchstreift die Urwälder Polens auf der Suche nach Elch und Wisent. Auf dem Kanu zieht die bilderbuchschöne schwedische Landschaft an einem vorbei oder die reißenden Stromschnellen der Isar werden mit dem Kajak bewältigt. Man schließt Freundschaften, welche länger als für die Dauer Camps halten und hat Muskelkater im Bauch vom vielen Lachen. Für einen kurzen Moment genießt man die Einsamkeit und Schönheit der Natur oder hat Spaß in der fantastischen Gruppe.

So sieht ein WWF Jugend Camp aus! Bereits seit 5 Jahren gibt es diese Camps – sie sind also so alt wie die WWF Jugend selbst! 5 Jahre WWF Jugend Camps voller magischer Momente, neuer Freundschaften und schöner Erinnerungen! Anlässlich des Endes des diesjährigen Campprogramms wollen wir euch von ihnen berichten.

In seinem packenden Bericht erzählt Micha von der spannenden, erfolgreichen Suche nach Wisenten auf dem Polen Camp von 2009: „Man kann nicht sicher sein, ob man erfolgreich sein wird oder nicht – aber wir wollten es wissen: am späten Nachmittag gingen wir auf Pirsch nach Wisenten. Wir mußten nur erstaunlich kurze Zeit laufen, da wurde die Stimmung angespannt. Niemand sprach ein Wort. Pjotr war in einen schleichenden Gang gewechselt, die Gruppe tat es ihm nach. Und tatsächlich, vielleicht fünfzig Meter vor uns bewegte sich etwas Großes, Undefinierbares zwischen den Bäumen, am Rande einer Lichtung. Und da – eine zweite Bewegung! Noch langsamer pirschend bewegen wir uns vorsichtig auf die Schemen zwischen den Bäumen zu, und dann war es klar: Wisente, zwei Stück, in freier Wildbahn, in ihrem natürlichen Lebensraum. Weitere Schritte, dann geraten die Tiere in Bewegung – wir sind zu nahe gekommen. Erst langsam, dann stetig, zuletzt donnern sie in gestrecktem Galopp durchs Unterholz – fünfzehn Meter vor uns, das Trommeln der Hufe in der Luft. Hochgefühl – doch was ist das? Kameramann Lasse filmt noch den fliehenden Tieren hinterher, als sich hinter ihm ein großer Schatten aufbaut – ein drittes, gewaltiges Tier kommt von der Lichtung ins Unterholz und beobachtet, was hier vorgeht. Auge in Auge steht Lasse mit dem riesigen Büffel. Der scheint in ihm kein geeignetes Abendessen zu sehen und trollt sich gemächlich ins Unterholz.
Wir stehen mächtig unter dem Eindruck des Erlebten, als uns Pjotr auf eine zweistündige Wanderung durch dickes Unterholz und Meterhohe Brennesseln führt. Die Stimmung ist gut, wir haben das geschafft, worauf wir nur halb zu hoffen gewagt haben – wir haben Wisente gesehen!“

Wird Julian nach seiner schönsten Erinnerung an sein Schweden Camp gefragt, antwortet er: „Ehrlich gesagt war für mich einer der schönsten Momente als ich ohne unsere Gruppe ganz allein in den Wald hineingegangen bin, den Stimmen des Waldes gelauscht habe und nur ab und zu Stimmen vom Camp zu mir rüberschallten… Da konnte ich richtig schön abschalten!“

Außenstehende können nur erahnen, was sich in diesen 2 Wochen alles ereignet hat, doch die Teilnehmer des Schweden Camps 2013 werden bei Annikas Bericht nostalgisch und schwelgen in glücklichen Erinnerungen: „Kennt ihr das Gefühl, wenn euer Boot plötzlich kentert, sich überschlägt, und mit dem Kiel nach oben treibt? Eiskaltes Wasser durchtränkt eure Kleider und dringt bis auf eure Knochen, eure einzige Chance: die drei noch trockenen Grinsebacken, die gerade vom Kanu direkt neben euch hämisch auf euch hinunterblicken. Doch ihr haltet durch, denn ihr wisst: In einer Survivalsituation wird es euch am Leben halten! Andi pfeift und ihr frohlockt: Beim nächsten Kentermanöver werden die Anderen bibbern! (…)
Kennt ihr das Gefühl, wenn man sich mit jüngst gewonnenen Gefährten durch das
Blaubeerdickicht schlägt, um zu einer neuen Heimat zu gelangen? Wenn auf dem Weg dorthin bereits die erste Hand entbeert werden muss, weil sie dem Urtrieb der Bären(sammler) verfallen ist? Wenn, nachdem die Begrüßung der Kellerasseln verwunden ist, eine traumhafte Woche beginnt, in der man von der Natur nur durch dünne Blockhauswände oder Tipiplanen getrennt ist? Während ihr euch tagsüber nach den Wanderungen zum Eye of the Forst und zur
norwegischen Grenze, die sich komplett und einzigartig von der schwedischen Natur
unterscheidet, bei gutem Wetter im klaren See abkühlt, der Gandalf Stab euch zum Totem
führt, so mancher hinterhältiger Mord begangen wird, besonders Blutrünstige die Jagd auf
unschuldige Wäschestücke mit Pfeil und Bogen eröffnen, euer Zwerchfellmuskel gefühlt alle
30 Sekunden mit Unterstützung der Bauchmuskeln bis zum Muskelkater kontrahiert und ihr
feststellen dürft, dass es auch bei selbstgebauten Ponchobooten nicht auf das Äußere
ankommt, kehrt Nachts mit dem Traumprinzennebel eine sanfte Stille ein.“

„Das schönste am Camp war für mich, wie sehr es zu einem Zuhause wurde. Als ich im Jahr darauf nach der über 20-stündigen Fahrt wieder in Schweden aus dem Bus kletterte und zum See lief, hatte ich das Gefühl, heimzukommen. Und weil alle guten Dinge drei sind, war ich auch im nächsten Jahr wieder mit dabei. Das ist jetzt drei Jahre her und ich habe immer noch "Heimweh" nach Schweden. Zu vielen Leuten, die ich dort kennengelernt habe, habe ich immer noch Kontakt und einige gehören zu meinen engsten Freunden.", so Anne, die bereits drei Mal in Schweden dabei war.
Auch Marcel ist vom Gruppenzusammenhalt auf den Camps und den Freundschaften, die sich dort bilden, begeistert: „Es ist unglaublich, wie eine Gruppe zusammenwachsen kann. Es war so schön zu sehen, wie Freundschaften entstanden“.

Ein unvergessliches Erlebnis muss es auch sein, den Community Manager Marcel höchstpersönlich vor sich ihm Schlamm stecken zu sehen ;) So war das 2013 in Polen der Fall! „Als wir an eine sumpfige Stelle kommen gibt es wieder etwas zu lachen.
Eigentlich haben wir unsere Moorwanderung noch vor uns aber Marcel will wohl schon mal testen wie es sich anfühlt im Schlamm zu versinken. Bei seiner Rettungsaktion verliert auch Rebecca ihren Gummistiefel, aber letztendlich stehen wir alle wieder auf sicherem Boden.“

„Ich werde nie vergessen, wie ich mit der WWF Jugend bei einem Camp in Polen war. Wir streiften durch eine Wildnis, die ich früher so nur in Kanada vermutet hätte. Elche liefen an uns vorbei, extrem seltene Vögel schwirrten über unseren Köpfen und ich erlebte einen unvergesslichen Sternenhimmel. Noch nie war ich vorher durch ein Moor gelaufen - ich blieb einmal richtig stecken, und nur dank der Gruppe bin ich hier wieder raus gekommen. Ich werde das Polen-Camp nie vergessen.“, erzählt Marcel, wenn man ihn auf das Polen Camp anspricht.
Auch Jana vom Polen Camp sagt: "Diese wunderschöne Zeit mit euch werde ich nie vergessen...".

Eine einzigartige Erfahrung machten auch die Teilnehmer des Uckermark Camps 2010: „Eine schwierige Prüfung stand uns am Abend bevor. In der Dämmerung zogen wir ohne unsere geliebten Taschenlampen los in den Wald. Dann hielten wir an und Helge erzählte uns von unserer Aufgabe. 20 min lang sollten wir ganz alleine im Abstand von 5 min durch den dunklen Wald gehen. Langsam und mit einem murmeligen Gefühl im Magen zogen die ersten los. “Schritt für Schritt, nur nicht stehen bleiben“ daran dachte ich den ganzen Weg. Rechts raschelte etwas im Wald... die Bäume wurden immer dichter und dichter und die Grillen zirpten, so ging ich meinen Weg. Ich denke ich war nicht die einzige, die erleichtert war als irgendwann das Kerzenlicht mit den anderen auftauchte. Jeder erzählte von seinen Erfahrungen. Den Einen fiel es ganz leicht und haben es genossen den Wald so wahrnehmen zu können und die anderen sind vor Angst beinah umgekommen. Doch alle waren wirklich froh, dass sie diese Erfahrung gemacht haben.
Dann ging es weiter, wir setzten uns alle alleine mitten in den Wald und lauschten den Geräuschen. Auf einmal ein „grunzen“. Alle meine Muskeln waren angespannt, bereit für die Flucht, meine Ohren und Augen nahmen jeden kleinen Hinweis auf und in meinem Kopf schwirrte nur das Wort „Wildschwein“. In kurzer Zeit verwandelte ich mich zurück in ein Fluchttier, so saß ich meine Zeit im Wald ab, bis uns Helge endlich davon befreite. Gleich erzählte ich den anderen von meinem Erlebnis. Doch Angst hatte ich nur vor einem Steffen-Schwein, den der Betreuer hat sich einen Spaß gemacht und gegrunzt.“

Helen war 2013 auf der Wanderung durch den Val Grande Nationalpark dabei. Sie erinnert sich begeistert: „Als wir am letzten Tag um 5 Uhr mit Blick auf den Monte Rosa losgelaufen sind und alles so still war und die Luft so klar, das war irgendwie magisch.“

„Diese Geschichte erzählt von der Ankunft an einem fremden Ort, von einem klaren See, großen Steinen und kleinen Fröschen. Sie erzählt von grünen Wiesen und dichten Wäldern, von Eugen und den Plumpsklos, von zu wenig Betten und einem unter Wasser stehendem Zelt. Sie erzählt von Kenterübungen und Kanurugby, von Frisbee, Yoga, Boxen und Beachvolleyball, sie erzählt von Sinnesspielen, Kartenspielen und Süßigkeiten. Sie erzählt von einer Kanutour, vom Kochen auf Campingkochern, vom Lagerfeuer, vom Fischen, von Möwen und anderen Vögeln. Sie erzählt von einer kurzen Nacht ohne Sterne und plötzlichem Regen. Sie erzählt von der „Reise“ nach Arvika, von schönstem Sonnenschein, von Wind und kalten Füßen, von Fotos und Oldtimers. Sie erzählt vom gemeinsamen Baden und Zähneputzen im und am See und vom Leben ohne heißer Dusche. Vom Heuschrecken ähnlichem Überfall am Esstisch und zu wenig Keksen, von Postkarten und Musik, von Spaß.“ So berichtet Anni in ihrem Bericht vom Schweden Camp 2011.

Hanja erzählt von ihrem Schweden Camp: "Es war Hammer... Und ich will immer noch zurück! Alles war wunderschön, vielen Dank!"

Es wird deutlich: 5 Jahre WWF Jugend Camps – Das sind 5 Jahre voller magischer Momente und schöner Erinnerungen. Sei es die Spannung auf der Pirsch, die unendliche Ruhe am See oder der Spaß am Lagerfeuer! Die Erfahrungen eines WWF Jugend Camps sind einzigartig und begleiten einen das gesamte Leben.

Auch Helen teilt diese Einstellung: "Danke für eine einzigartige Erfahrung, die mich sicher mein Leben lang begleiten wird."

Dieser Meinung ist auch Marcel: "Neben der Community und den Aktionen gehören die Camps wirklich zum Kern der WWF Jugend. Wir bieten unseren Mitgliedern hier einzigartige Naturerlebnisse - denn wir finden, dass man sich noch besser für die Natur einsetzen kann, wenn man sie erlebt und lieben gelernt hat. Ein Camp bei der WWF Jugend zu machen ist mehr als Urlaub oder eine Ferienfreizeit. Es ist immer ein Abenteuer, und es gibt dir Eindrücke und Erfahrungen, die eigentlich unbezahlbar sind.“



Deswegen wird es auch 2015 wieder ein sensationelles Campprogramm geben. Falls ihr interessiert seid, Fragen oder Anregungen habt, könnt ihr euch gerne bei Nicole melden. Sie ist die Ansprechpartnerin und zuständig für die Camps: "Bei uns erlebst du Natur pur und lernst dabei auch viele nette WWF Jugendmitglieder persönlich kennen. Jeder, der bereits dabei war, sagt, die Camps sind einmalig. Wir planen bereits die Camps für 2015 und versprechen euch, es wird wieder viele unvergessliche Naturabenteuer geben. Wir freuen uns auf euch!"

„Vielleicht sind es die neuen Freunde. Oder der allabendliche Sonnenuntergang. Der Traumprinzennebel. Der Geruch nach geräucherten Klamotten. Die Ruhe der Natur. Das Holzhacken für's Feuer. Das gemeinsame Kekse probieren. Oder vielleicht ist es auch nur das Zähne putzen am See.
Was auch immer es ist, es fehlt! Und zwar gewaltig!“
Solveig, Schweden Camp

Hier geht's zur letzten Folge von "Gib mir Fünf", in der euch Johannes von Demonstrationen und dem Gefühl etwas bewegen und verändern zu können berichtet!

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Text: FabianN (Fabian Nagel)

Bilder: WWF / WWF Jugend

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Kommentare (3)
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13.09.2014
Monamona hat geschrieben:
Meine Güte, ich vermisse Schweden so! Danke an alle, die diese Camps möglich und unvergesslich machen! Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein...
31.08.2014
screamingeagle hat geschrieben:
Der Abschlusssatz ist echt wunderschön! Es ist so toll, sich solche großartigen Camps noch einmal in Erinnerung zu rufen!
27.08.2014
Jayfeather hat geschrieben:
Beim lesen kamen sofort die Erinnerungen hoch. Das Polencamp war echt der wahnsinn :)
in der uckermark hatte ich auch fast eine begegnung mit wildscheinen. Nur dass es echte waren :D
Ich freu mich schon extrem auf das neue Campprogram. Von mir aus könnte es gleich weitergehen :)
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